| Der Kampf gegen die Seeräuber im 1. Jhdt. v. Chr., 2. Teil Die Piraten wurden immer dreister und plünderten sogar schon Siedlungen in Italien. Die Insel Lipara zahlte den Piraten einen jährlichen Tribut, um sich das Schicksal von Delos zu ersparen. Bei Kroton plünderten sie den berühmten Hera-Tempel. Sie entführten sogar römische Würdenträger, darunter zwei Prätoren mitsamt ihren Liktoren. Aus ihrer Villa bei Misenum entführten sie die Schwester des Marcus Antonius „Creticus“. Im Hafen von Ostia zerstörten sie eine gegen sie vorbereitete Flotte.
So konnte es natürlich nicht weitergehen. 67 brachte der Volkstribun Aulus Gabinius die Lex Gabinia durch, durch die Pompeius für drei Jahre enorme Sondervollmachten erhielt, um die Piraten wirkungsvoll bekämpfen zu können. Er erhielt das Kommando über das gesamte Mittelmeer und alle Küstengebiete bis weit ins Landesinnere. An Truppen wurden ihm 500 Schiffe, 120.000 Fußsoldaten und 5.000 Reiter bewilligt. Alle vorhandenen Schiffe wurden ihm sofort übergeben, außerdem durfte er einen Stab von 25 von ihm frei auszuwählenden Unterbefehlshabern mit prätorischer Gewalt bilden, dazu noch zwei Schatzmeister mit quästorischer Gewalt. Außerdem erhielt er 144 Mio. Sesterzen.
An Pompeius wurden hohe Erwartungen geknüpft, das zeigte z.B. der Umstand, dass der wegen der Piraterie hohe Getreidepreis sofort fiel. Pompeius wurde den Erwartungen gerecht und räumte in nur drei Monaten mit den Piraten auf:
Zunächst teilte er die Küsten in 13 Bezirke, die er jeweils einem Unterbefehlshaber übertrug, der dort Schiffe und Mannschaften auszurüsten und allfällige Piratenschlupfwinkel zu zerstören hatte. Sein Plan war, dass die Unterbefehlshaber an Land dafür sorgen, dass die Piraten nirgendwo mehr landen können, während andere zur See Jagd auf sie machen. Er selbst säuberte die Gewässer um Sizilien, Sardinien und Africa, um die Getreideversorgung wieder sicherzustellen. Andere Unterfeldherrn kümmerten sich um die Küstengewässer Galliens und Spaniens. Als nach 40 Tagen das westliche Mittelmeer sauber war, segelte Pompeius mit seinen sechzig besten Schiffen in den Osten nach Lykien. Die dortigen Piratennester ergaben sich ohne ernsthaften Widerstand. Zu Pompeius’ Erfolg trug auch bei, dass er die Piraten mit Milde behandelte, während seine Vorgänger jeden kreuzigen ließen. Die Kilikier leisteten aber trotzdem ernsthaften Widerstand. Sie verschanzten ihre Familien und Schätze in ihren Bergfestungen, dann lieferten sie Pompeius eine Seeschlacht, in der sie jedoch eine vernichtende Niederlage erlitten. Nun landete Pompeius und griff die Festungen an, behandelte die Piraten, die sich ergaben, aber trotzdem mit Milde. Daher gaben die meisten bald auf. In Korakesion in Pamphylien hatte sich der Piratenhäuptling Diodotos Tryphon verschanzt, wurde aber ebenfalls von Pompeius besiegt.
49 Tage nach seinem Erscheinen im östlichen Mittelmeerraum war auch dieser Bereich gesäubert und Kilikien unterworfen.
Insgesamt erbeutete er 90 Kriegsschiffe und über 300 weitere Schiffe, zerstörte etwa 1.300 Schiffe, tötete ca. 10.000 Piraten, nahm ca. 20.000 gefangen und befreite zahlreiche früher von den Piraten gefangengenommene Römer. Die Piraten, die sich ergeben hatten, wurden in verschiedenen Orten in Kilikien, Griechenland und Süditalien (z.B. in dem in Pompeiopolis umbenannten Soloi) angesiedelt, um ihnen eine neue friedliche Perspektive zu geben.
Natürlich war die Piraterie damit nicht hundertprozentig ausgerottet, aber sie stellte fortan bis zum Auftauchen der gotischen Seeräuber im 3. Jhdt. keine ernsthafte Bedrohung mehr dar.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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