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22.04.2011, 12:03
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#11 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Du hast Recht, im grenznahen Germanien mag dies der Fall gewesen sein. Aber in Gebieten wie Gallien oder Norditalien wurden oft Städte bewusst gegründet, ohne dass davor an dieser Stelle ein Militärlager bestanden hatte.
Gruß
Der Maxdorfer
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22.04.2011, 17:37
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 08.02.2011 Ort: Hameln
Beiträge: 627
| Zitat:
Zitat von Maxdorfer Du hast Recht, im grenznahen Germanien mag dies der Fall gewesen sein. Aber in Gebieten wie Gallien oder Norditalien wurden oft Städte bewusst gegründet, ohne dass davor an dieser Stelle ein Militärlager bestanden hatte.
Gruß
Der Maxdorfer | Ja sicher. Aber nur aus dem Grund weil es dort schon Städte gab, was in Germanien nicht der Fall war. Die Städte in Gallien oder Norditalien wurden also nur von den Römern übernommen und ausgebaut. Natürlich gab es auch Neugründungen. Aber es kommt auf die vorhandene Infrastruktur des Landes an.
Ein Vergleich wäre dazu die Besiedlung Nordamerikas. Dort mussten der Boden für die Städte der Wildnis abgerungen und von Grund auf neu gegründet werden. Genau wie in Germanien. Bloss in Amerika wussten die Ureinwohner nicht was sie da für Räuber ins Land liessen. Und als sie es merkten war es zu spät. Die Germanen kannten die räuberrische Politik Roms. Daher war es in Germanien viel schwieriger eine Stadt zu gründen.
LG Tashunka
__________________ Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters |
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23.04.2011, 07:29
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#13 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Tashunka Ja sicher. Aber nur aus dem Grund weil es dort schon Städte gab, was in Germanien nicht der Fall war. Die Städte in Gallien oder Norditalien wurden also nur von den Römern übernommen und ausgebaut. | Gut, da stimme ich dir zu. Aber meinen ursprünglichen Thesen widerspricht das doch dann nicht: Das Städte (aus)gebaut wurden, um das Land militärisch und wirtschaftlich zu sichern und an Rom zu binden.
Oder sehe ich da etwas falsch?
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23.04.2011, 08:52
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 08.02.2011 Ort: Hameln
Beiträge: 627
| Zitat:
Zitat von Maxdorfer Gut, da stimme ich dir zu. Aber meinen ursprünglichen Thesen widerspricht das doch dann nicht: Das Städte (aus)gebaut wurden, um das Land militärisch und wirtschaftlich zu sichern und an Rom zu binden.
Oder sehe ich da etwas falsch? | Nein, dass siehst du absolut richtig. Aus großen Militärlagern (Mainz, Köln) wurden Städte. Die Händler fühlten sich in der Nähe großer Militärlager sicher. Da diese aber feste Militärstützpunkte zur Sicherung der Grenze oder eines wirtschaftlich gut nutzbaren Gebietes wurden, ist es logisch das auch die Handelsüosten ausgebaut wurden. Diese versorgten die Legionäre mit allem was sie brauchte. Da die Soldaten mehrere Jahre stationiert waren, holten diese ihre Familie nach, falls diese möglich war, das zum Bau von Häusern, Tempeln, Marktplätzen etc. führte. Die Bewohner des Landes siedelten sich in der Nähe solcher Handelsbasen an um , so zu sagen, an der Quelle zu sein. u.s.w. rst wenn ein Gebiet militärisch gesichert war und die Bewohner durch Verträge oder auch Gewalt friedlich gemacht wurden, konnte an eine Stadtgründung gedacht werden.
LG Tashunka
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24.04.2011, 11:52
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#15 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 21.12.2010
Beiträge: 456
| Auch in der Schweiz gab es wichtige Römerlager wie z.B. Vindonissa (Windisch) in der Nähe von Brugg und nicht zu vergessen das Römerlager Zurzach direkt am Rhein. Reste einer römischen Brücke über den Rhein waren noch vor Jahren vorhanden. |
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24.04.2011, 23:07
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#16 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Es gibt die Theorie, die Ubier hätten den Dünsberg besiedelt, bevor sie in die Region Köln umsiedelten. Wenn diese Theorie stimmen würde, dann hätte es auch in Germanien Städte gegeben, denn auf dem Dünsberg gab es eine Stadt. Dort lebten Menschen vieler Berufe. Es wurden sogar Münzen geprägt.
Wenn diese Theorie stimmt, dann hatten diese Germanen viel von der keltischen Kultur übernommen.
Die Archäologen sagen, auf dem Dünsberg haben Kelten gelebt. Die Ubier wurden selbst z.B. von den Römern als Germanen beschrieben. Ich selbst kann diese Theorie nicht beurteilen. Das meiste spricht gegen diese Theorie.
Die Germanen werden einige Hauptorte mit städtischen Charakter gehabt haben, so auch der legendäre Hauptort der Matthiaker und der Hauptort der Markomannen.
Ptolemäus erwähnt in seinen Büchern 94 Orte in Germanien, außerhalb des Römischen Reiches, darunter einige mit städtischem Charakter. Die größten Städte waren Eburodunum (Brünn), Amisia (Geismar) und Luppia (Bernburg/Saale). Ptolemaios Germania-Karte entschlüsselt?
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
Geändert von Paul (01.10.2011 um 04:16 Uhr).
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01.10.2011, 04:25
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Das besondere am heutigen Süddeutschland ist in diesem Zusammenhang, das es erst unter römischer Herrschaft zu einem Teil Germaniens wurde.
Die Römer gründeten ihre Städte überwiegend in Gebieten, die vorher keltisch waren. Die Kelten wurden so geschwächt, so das Süddeutschland zu einem Einwanderungsgebiet für Germanen werden konnte.
In Mittelhessen hatte die Germanisierung allerdings schon vor den Römern begonnen.
Natürlich ist es ein Problem, wenn die Archäologen aufgrund der Funde eine keltische Kultur beschreiben, die Bevölkerung sich aber doch als germanisch herausstellt, wie bei den Ubiern.
Der Dünsberg wird irgendwann eine keltische Fluchtburg und Stadt gewesen sein und ist dann irgendwie zu einer germanischen Ubierstadt geworden.
Man war auch davon ausgegangen, das vor den Chatten 3 keltische Siedlungen in der heutigen Gemarkung Wetzlar lagen z.B. das Schmiedezentrum Dahlheim. Wenn aber der Dünsberg von germanischen Ubiern besiedelt war, mit weitgehend "keltischen" archäologischen Funden, dann waren wohl auch die anderen Siedlungen im westlichen Lahngebiet "Ubierisch".
Dann stellt sich für die Archäologen natürlich auch anderswo die Frage, ob die "keltischen" Funde nicht doch einer germanischen Bevölkerung zugeordnet werden müssen.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
Geändert von Paul (01.10.2011 um 04:35 Uhr).
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03.10.2011, 21:26
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#18 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Zitat:
Zitat von Paul Natürlich ist es ein Problem, wenn die Archäologen aufgrund der Funde eine keltische Kultur beschreiben, die Bevölkerung sich aber doch als germanisch herausstellt, wie bei den Ubiern.
Der Dünsberg wird irgendwann eine keltische Fluchtburg und Stadt gewesen sein und ist dann irgendwie zu einer germanischen Ubierstadt geworden.
Man war auch davon ausgegangen, das vor den Chatten 3 keltische Siedlungen in der heutigen Gemarkung Wetzlar lagen z.B. das Schmiedezentrum Dahlheim. Wenn aber der Dünsberg von germanischen Ubiern besiedelt war, mit weitgehend "keltischen" archäologischen Funden, dann waren wohl auch die anderen Siedlungen im westlichen Lahngebiet "Ubierisch".
Dann stellt sich für die Archäologen natürlich auch anderswo die Frage, ob die "keltischen" Funde nicht doch einer germanischen Bevölkerung zugeordnet werden müssen. | Ich bin mir gar nicht so sicher, ob "keltische Funde" einer "germanischen Bevölkerung" zugeordnet werden müssen.
Man trifft offensichtlich über ganz Europa immer wieder auf ein Problem mit den Kelten- sie waren eindeutig dort, weil sich fast überall archäologische Spuren der Kelten nachweisen lassen. Geht man der Sache aber auf den Grund, stellt sich dann aber oftmals heraus, daß es gar keine Kelten waren. Das Problem ist ja z.B. auch aus Schottland und Irland bekannt. Vielleicht besteht das Problem nicht darin, keltische Funde anderen Volksstämmen zuordnen zu müssen, sondern in der Definition, wer oder was die Kelten waren. Vielleicht gab es "die Kelten", wie wir uns das heute so gerne vorstellen ja gar nicht. Vielleicht gab es ja bereits einmal eine Multi-kulti- Gesellschaft in Nord- Europa, zu der die Römer halt nicht eingeladen waren...
Oder aber, als andere Möglihckeit- die römische "Völkerkunde" war alles andere als zuverlässig. Sie haben Volksstämme nach ihren Kriterien zu einer Volksgruppe zusammengefaßt, die so heute wahrscheinlich gar nicht mehr haltbar sind. (bei den "Pikten" war es auf jeden Fall so)...
"Keltisch" und "Germanisch" sind in dem von dir genannten Zusammenhang römische Begrifflichkeiten, die möglicherweise etwas anderes meinen als Wissenschaftler heute...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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