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28.06.2011, 08:33
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#11 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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Zitat von WDPG Eine Frage (die nicht ganz zum Thema passt), was war eigentlich der Grund das man das Königreich abschaffte und eine Republik wurde?
Gebe zu ich bin was den Untergang des Römischen Reichs betrifft wesentlich besser informiert als die Zeit des Anfangs (möchte mich mit dieser auch irgendwann wieder mal näher beschäftigen) | Der strenge Begriff der Einheit und Allgewalt der Gemeinde in allen Gemeindeangelegenheiten, dieser Schwerpunkt der italischen Verfassungen, legte in die Hände des einzigen, auf Lebenszeit ernannten Vorstehers eine furchtbare Gewalt, die wohl der Landesfeind empfand, aber nicht minder schwer der Bürger. Mißbrauch und Druck konnte nicht ausbleiben, und hiervon die notwendige Folge waren Bestrebungen, jene Gewalt zu mindern. Aber das ist das Großartige in diesen römischen Reformversuchen und Revolutionen, daß man nie unternimmt, weder die Gemeinde als solche zu beschränken noch auch nur sie entsprechender Organe zu berauben, daß nie die sogenannten natürlichen Rechte des einzelnen gegen die Gemeinde geltend gemacht werden, sondern daß der ganze Sturm sich richtet gegen die Form der Gemeindevertretung. Nicht Begrenzung der Staats-, sondern Begrenzung der Beamtenmacht ist der Ruf der römischen Fortschrittspartei von den Zeiten der Tarquinier bis auf die der Gracchen; und auch dabei vergißt man nie, daß das Volk nicht regieren, sondern regiert werden soll.
Dieser Kampf bewegt sich innerhalb der Bürgerschaft. Ihm zur Seite entwickelt sich eine andere Bewegung: der Ruf der Nichtbürger um politische Gleichberechtigung. Dahin gehören die Agitationen der Plebejer, der Latiner, der Italiker, der Freigelassenen, welche alle, mochten sie Bürger genannt werden, wie die Plebejer und die Freigelassenen, oder nicht, wie die Latiner und die Italiker, politische Gleichheit entbehrten und begehrten.
Ein dritter Gegensatz ist noch allgemeinerer Art: der der Vermögenden und der Armen, insbesondere der aus dem Besitz gedrängten oder in demselben gefährdeten Besitzer. Die rechtlichen und politischen Verhältnisse Roms veranlaßten die Entstehung zahlreicher Bauernwirtschaften teils kleiner Eigentümer, die von der Gnade des Kapital-, teils kleiner Zeitpächter, die von der Gnade des Grundherrn abhingen, und beraubten vielfach einzelne wie ganze Gemeinden des Grundbesitzes, ohne die persönliche Freiheit anzugreifen. Dadurch ward das ackerbauende Proletariat schon so früh mächtig, daß es wesentlich in die Schicksale der Gemeinde eingreifen konnte. Das städtische Proletariat gewann erst in weit späterer Zeit politische Bedeutung.
In diesen Gegensätzen bewegte sich die innere Geschichte Roms und vermutlich nicht minder die uns gänzlich verlorene der übrigen italischen Gemeinden. Die politische Bewegung innerhalb der vollberechtigten Bürgerschaft, der Krieg der Ausgeschlossenen und der Ausschließenden, die sozialen Konflikte der Besitzenden und der Besitzlosen, so mannigfaltig sie sich durchkreuzen und ineinanderschlingen und oft seltsame Allianzen herbeiführen, sind dennoch wesentlich und von Grund aus verschieden.
Da die Servianische Reform, welche den Insassen in militärischer Hinsicht dem Bürger gleichstellte, mehr aus administrativen Rücksichten als aus einer politischen Parteitendenz hervorgegangen zu sein scheint, so darf als der erste dieser Gegensätze, der zu inneren Krisen und Verfassungsänderungen führte, derjenige betrachtet werden, der auf die Beschränkung der Magistratur hinarbeitet. Der früheste Erfolg dieser ältesten römischen Opposition besteht in der Abschaffung der Lebenslänglichkeit der Gemeindevorsteherschaft, das heißt in der Abschaffung des Königtums. Wie notwendig diese in der natürlichen Entwicklung der Dinge lag, dafür ist der schlagendste Beweis, daß dieselbe Verfassungsänderung in dem ganzen Kreise der italisch-griechischen Welt in analoger Weise vor sich gegangen ist. Nicht bloß in Rom, sondern gerade ebenso bei den übrigen Latinern sowie bei den Sabellern, Etruskern und Apulern, überhaupt in sämtlichen italischen Gemeinden finden wir, wie in den griechischen, in späterer Zeit die alten lebenslänglichen durch Jahresherrscher ersetzt. Für den lucanischen Gau ist es bezeugt, daß er im Frieden sich demokratisch regierte und nur für den Krieg die Magistrate einen König, das heißt einen dem römischen Diktator ähnlichen Beamten bestellten; die sabellischen Stadtgemeinden, zum Beispiel die von Capua und Pompeii, gehorchten gleichfalls späterhin einem jährlich wechselnden "Gemeindebesorger" (medix tuticus), und ähnliche Institutionen mögen wir auch bei den übrigen Volks- und Stadtgemeinden Italiens voraussetzen. Es bedarf hiernach keiner Erklärung, aus welchen Gründen in Rom die Konsuln an die Stelle der Könige getreten sind; der Organismus der alten griechischen und italischen Politie entwickelt vielmehr die Beschränkung der lebenslänglichen Gemeindevorstandschaft auf eine kürzere, meistenteils jährige Frist mit einer gewissen Naturnotwendigkeit aus sich selber. So einfach indes die Ursache dieser Veränderung ist, so mannigfaltig konnten die Anlässe sein; man mochte nach dem Tode des lebenslänglichen Herrn beschließen keinen solchen wieder zu erwählen, wie nach Romulus' Tode der römische Senat versucht haben soll; oder der Herr mochte freiwillig abdanken, was angeblich König Servius Tullius beabsichtigt hat; oder das Volk mochte gegen einen tyrannischen Regenten aufstehen und ihn vertreiben, wie dies das Ende des römischen Königtums war. Denn mag die Geschichte der Vertreibung des letzten Tarquinius, "des Übermütigen", auch noch so sehr in Anekdoten ein- und zur Novelle ausgesponnen sein, so ist doch an den Grundzügen nicht zu zweifeln. Daß der König es unterließ den Senat zu befragen und zu ergänzen, daß er Todesurteile und Konfiskationen ohne Zuziehung von Ratmännern aussprach, daß er in seinen Speichern ungeheure Kornvorräte aufhäufte und den Bürgern Kriegsarbeit und Handdienste über die Gebühr ansann, bezeichnet die Überlieferung in glaublicher Weise als die Ursachen der Empörung; von der Erbitterung des Volkes zeugt das förmliche Gelöbnis, das dasselbe Mann für Mann für sich und seine Nachkommen ablegte, fortan keinen König mehr zu dulden, und der blinde Haß, der seitdem an den Namen des Königs sich anknüpfte, vor allem aber die Verfügung, daß der "Opferkönig", den man kreieren zu müssen glaubte, damit nicht die Götter den gewohnten Vermittler vermißten, kein weiteres Amt solle bekleiden können und also dieser zwar der erste, aber auch der ohnmächtigste Mann im römischen Gemeindewesen ward. Mit dem letzten König wurde sein ganzes Geschlecht verbannt - ein Beweis, welche Geschlossenheit damals noch die gentilizischen Verbindungen hatten. Die Tarquinier siedelten darauf über nach Caere, vielleicht ihrer alten Heimat, wo ihr Geschlechtsgrab kürzlich aufgedeckt worden ist. An die Stelle aber des einen lebenslänglichen traten zwei jährige Herrscher an die Spitze der römischen Gemeinde.
Quelle : T. Mommsen
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Geändert von Tashunka (29.06.2011 um 15:07 Uhr).
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29.06.2011, 11:55
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Die Sage berichtet darüber wie folgt: Der Kronprinz Sextus Tarquinius begehrte die schöne, aber verheiratete Lukretia. Als sein Vater auf Kriegszug war, drohte er ihr, er werde, falls sie sich ihm nicht hingebe, werde er sie töten und einen erschlagenen Sklaven neben sie ins Ehebett legen. Sie fürchtete den Tod nicht, aber die Schande und ließ sich vergewaltigen. Am nächsten Tag wandte sie sich an das Volk in einer flammenden Rede, berichtete von ihrer Vergewaltigung, forderte eine Bestrafung des Täters und stach sich ein Messer in die Brust. Darauf war das Volk so erbost, dass es die Königsfamilie stürzte. Soweit die Sage.
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29.06.2011, 11:56
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#13 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Super Serie übrigens! Du hast dir ja richtig viel Arbeit gemacht. Ich bin jetzt (teilweise auch durch deine Beiträge) wieder auf mein Interesse für die römische Geschichte gestoßen. Danke! 
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Geändert von Maxdorfer (12.09.2011 um 19:09 Uhr).
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29.06.2011, 15:06
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Da hat meine Arbeit ja seinen Zweck erfüllt.
LG Tashunka
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29.06.2011, 18:02
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#15 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Das hat sie voll und ganz! Was ich auch nicht verstehe, warum manche Menschen Biographien und Lebensläufe so langweilig finden. Für mich ist das mit das interessanteste an der Geschichte (Serie über das Sterben der Kaiser des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen Nation der vielen Anhängsel an das Wort Serie  ).
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Geändert von Maxdorfer (12.09.2011 um 19:08 Uhr).
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29.06.2011, 20:05
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#16 (permalink)
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| Krieg mit den Etruskern und Umbrern (311 – 299) Im 15. Jahre des zweiten Samnitenkrieges, im Jahre 311, wurden die Römer auch in einen Krieg mit den Etruskern und Umbrern verwickelt. Der etruskische Bund wollte den Krieg der Römer mit den Samniten ausnutzen und sich gegen die Römer zu erheben. Im Jahre 312 begannen sie für einen Krieg zu rüsten. Trotz ihrer Tapferkeit und ihrer Kampfbereitschaft, wurden sie, nach zwölfjährigen Krieg besiegt und der etruskische Bund aufgelöst. Dritter Samnitenkrieg, und Krieg mit den Etruskern, Umbrern und Galliern (299 – 290) Mit Erschrecken mussten die italienischen Völker sehen, wie sich die römische Herrschaft mehr und mehr ausbreitete. Deshalb beschlossen Samniten, Etrusker und Umbrer sich im Jahre 299 zu verbünden und mit gemeinschaftlichen Kräften Rom zu bekämpfen. In solch großer Gefahr bündelte Rom alle wirtschaftlichen und militärischen Mittel und erwies schließlich die Vortrefflichkeit ihrer Militärorganisation. Im Jahre 299 eroberte Konsul Fulvius die umbrische Stadt Nequinum und gründete eine römische Kolonie. Konsul Scipio verheerte Etrurien und besiegte die Etrusker. Im Jahre 298 schloss der römische Senat ein Bündnis mit den Einwohnern der Städte Lucania und Picenä. Konsul Fulvius wurde nach Samnium geschickt und besiegte dort die Samniten bei Bovianum und eroberte die Stadt. Die Stadt Aufidena wurde im Sturm genommen. Im Jahre 297 fielen die beiden Konsuln Quintus Fabius Maximus und Publius Decius Mus von zwei Seiten in Samnium ein und schlugen die Samniten bei Tifernum. Decius schlug bei Malventum die Apulier die, den Samniten zur Hilfe eilen wollten. Anschließend wurde Samnium verwüstet. Im Jahre 296 verdrängte Decius die Samniten ganz aus Samnium nach Etrurien. Er erstürmte die stark befestigte Stadt Murgantia und eroberte die Städte Romulea und Ferentinum in denen er viele Gefangene und reiche Beute machte. Während dessen hatten die Etrusker zum Schutz der Samniten zu den Waffen gegriffen. Die vereinten Heere der Konsuln Appius Claudius und Volumnius zerschlugen die Truppen der Samniten und Etrusker und zerstörten ihre Lager. Im Jahre 295 vereinten sich Etrusker, Umbrer, Samniten und Gallier und bezogen, bei Clusium, an der Grenze zwischen Etrurien und Umbrien, zwei getrennte Lager. Der zum fünften Mal gewählte Konsul Fabius Maximus ließ alle römischen Soldaten, die in Etrurien lagerten, streng exerzieren und gewöhnte sie durch schwere Märsche an ihre militärischen Aufgaben. Dann begab er sich nach Rom zurück um mit den Senat zu beraten und übertrug inzwischen dem Proprätor Scipio den Oberbefehl über die Truppen. Durch dessen Unachtsamkeit wurde das römische Heer unerwartet von senonischen Galliern überfallen und fast ganz aufgerieben. Bei dieser unheilvollen Nachricht zogen die beiden Konsuln Fabius Maximus und der zum vierten Mal gewählte Decius Mus mit zwei neu ausgehobenen Armeen nach Etrurien, der Proprätor Fulvius wurde mit den beiden alten Armeen zur Beobachtung ins vaticanische Land geschickt, der Proprätor Volumnius blieb mit seinem Heer in Samnium. Das waren fünf Armeen mit ca. 92000 Mann. Durch die Verteilung der Armeen wurden die Kräfte des Feindes geteilt. Die Etrusker verließen den Bund um ihr Land vor der Zerstörung zu schützen. Fabius aber lieferte, mit Unterstützung des Decius bei Sentinum eine Schlacht . Der Kampf währte lange hin und her und nur durch die Behutsamkeit des Fabius und die Selbstopferung des Decius, er folgte dem Beispiel seines Vaters, konnte der Sieg errungen werden. 25 000 Verbündete und 9 000 Römer blieben tot auf dem Schlachtfeld zurück. 8000 Gefangene wurden gemacht und das Lager der Verbündeten fiel den Römern in die Hände. Während dessen hatte Fulvius in Etrurien erfolgreich operiert, die von Sentinum entflohenen Samniten wurden größtenteils von Pelignern erschlagen und ein samnitisches Heer am Berge Tiefernus besiegt. Trotz ihrer Verluste wehrten sich die Samniten verzweifelt gegen die römische Herrschaft mussten aber immer wieder schwere Niederlagen hinnehmen. So im Jahre 295 bei Stellä, 294 bei Luceria und bei Interamna. Im Jahre 293 hatten die Samniten bei der Stadt Aquilonia noch einmal 40 000 Krieger aufgestellt und geschworen zu siegen oder zu sterben. Die beiden Konsuln Carvilius und Papirius Cursor, Sohn des gleichnamigen einstigen Diktators erstürmten zuerst die Stadt Duronia. Carvilius wandte sich daraufhin nach Cominum und Papilius Cursor nach Aquilonia. Auf Verabredung griffen beide römische Heere gleichzeitig an. Das samnitische Heer vor Aquilonia wurde vollständig vernichtet und Cominium, Bovianum und Aquilonia erobert. Die Samniten verloren ihr gesammtes Heer. 30 000 Samniten waren gefallen und 3 800 Mann gefangen. Cumonium und Aquilonia wurden geplündert und verbrannt. Das römische Heer wandte sich nun den samnitischen Städten zu, da sie im offenen Feld keine Feinde mehr zu fürchten brauchten. Paoirius nahm nach heftiger Gegenwehr Säpinium und machte über 7000 ihrer Einwohner nieder. Mit ungeheurer Beute beladen kehrte er nach Rom zurück und erhielt den Triumpf. Carvilius eroberte Volana, Palumbinum und Herculaneum und wandte sich nach Etrurien wo sich die Etrusker mit den Faliskern vereint hatten. Nach Unterwerfung der etruskischen Stadt Troilium und Eroberung von 5 weiteren befestigten Stützpunkten, schloss Carvilius mit den Etrusker einen einjährigen Waffenstillstand. Dann kehrte er nach Rom zurück und wurde ebenfalls mit dem Triumpf geehrt. Als im Jahre 292 eine Seuche in Rom ausbrach, erhoben sich die geschwächten Samniten noch einmal und schlugen ein römisches Heer unter den Konsul Fabius Gurges, den Sohn des Feldherrn Fabius Maximus. Nur das hereinbrechen der Nacht rettete das römische Heer vor der vollständigehn Vernichtung. Fabius Gurges wurde vom Senat vor ein Gericht gestellt. Nur sein Vater konnte ihn vor der Hinrichtung retten, indem er sich anbot seinen Sohn als Legaten zu dienen und ihm als Ratgeber zur Seite zu stehen. Um die Schmach zu sühnen, zog Fabius Gurgus sofort nach Samnium und stellte das samnitische Heer zur Schlacht. Die Samniten wurden geschlagen und ihr Feldherr Pontius Gerennius fiel in die Hände der Römer. 290 zwang der Konsul Curius Dentatus. Indem er Samnium verheerte, die Samniten zum Frieden. Hierauf wurden die alten Verträge erneuert, außer das Wahlrecht. Kurz darrauf unterwarf Curius Dentatus die aufständischen Sabiner und wurde mit zweifachen Triumpf belohnt. Damit endete der dritte Samnitenkrieg. Aber mit den Galliern entbrannte ein neuer Krieg (285) der erst im Jahre 284 zu Ende ging. Einzelheiten dazu möchte ich nicht weiter erörtern kann aber auf Wunsch jeden Interessierten einen genauen Ablauf des Krieges geben.
__________________ Die Wahrheit liegt im Auge des Betrachters
Geändert von Tashunka (29.06.2011 um 20:07 Uhr).
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04.07.2011, 02:20
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Tolle Serire. Könnte ich dich zur zeit bewertebn, würde ich es tun! |
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05.07.2011, 17:51
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#18 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Krieg gegen Tarent und Pyrrhus (281 - 272) Krieg mit Tarent und Pyrrhus (281 – 272) Kaum war der Krieg der Völker Mittelitaliens Rom beendet, als ein eigentümlicher Zufall es mit der reichsten und mächtigsten Stadt Großgriechenlands oder Süditaliens, Tarent, und mit dem von Tarent zur Hilfe gerufenen König Pyrrhus von Epirus in Konflikt setzte. Zum ersten Mal standen sich Griechen und Römer, Legion gegen Phalanx, gegenüber. Dazu kam es folgendermaßen: Die griechischen Städte Großgriechenlands boten ganz dieselbe Erscheinung wie das eigentliche Griechenland. Das heißt, beständige Kämpfe zwischen der aristokratischen und der demokratischen Partei. Die Erstere hielt es mit Rom, rief es um Hilfe an und stellte sich unter seinen Schutz. So hatten sich nach und nach eine große Anzahl griechischer Städte in Großgriechenland unter Roms Schutz gestellt. Unter diesen befand sich auch die Stadt Thurii, welche von Lucanern und Brutiern hart bedrängt wurde. Im Jahre 282 sandte der römische Senat zehn Schiffe unter Führung von Cornelius zur Hilfe. Als die Flotte vor Tarent in Sicht kam, entstand große Aufregung unter dessen Bewohnern. Aufgehetzt von der demokratischen Partei, griffen die Einwohner zu den Waffen und versenkten vier Schiffe und ermordeten dessen Besatzungen. Tarent erklärte sich zum Beschützer der Demokratie und zum Befreier ganz Großgriechenlands. Die demokratische Partei der Stadt Turii vertrieb die Aristokraten sowie die römische Garnison und schloss ein Bündnis mit Tarent. Dies gab dem römischen Senat die erwünschte Gelegenheit zur Demütigung Tarents, als der einzigen griechischen Stadt auf den Boden Italiens, die dank ihres Reichtums sich gegen Rom erwehren konnte. Der Senat entsandte eine Gesandtschaft unter Postumius mit der Aufforderung die vorrigen Zustände wieder herzustellen, die Aufrührer auszuliefern und den entstandenen Schaden zu bezahlen. Die Gesandtschaft wurde unter dem Gelächter des Pöbels aus der Stadt gejagt. Daraufhin erklärte Rom im Jahre 281 Tarent den Krieg und sandte den Konsul Aemilius Barbula, der mit seinen Legionen in Samnium stand, gegen Tarent um die Beleidigung zu sühnen. Nun erst begannen die Bewohner von Tarent über eine Verteidigung nachzudenken. Nach langen Überlegungen wurde beschlossen, den berühmten Feldherr König Pyrrhus von Epirus, um Hilfe herbeizurufen. Pyrrhus sagte zu, weil er gerade in Macedonien eine Schlappe erlitten hatte und weil er Geld brauchte um sein, für sein Land, viel zu großes Heer unterhalten zu können. Weiterhin hoffte er, auf diese Weise Großgriechenland für sein Königreich zu gewinnen. Tarent, genauso wie Pyrrhus, unterschätzten die militärische Fähigkeiten Roms, hatten sie ja noch nie Erfahrungen mit den römischen Heeren gemacht. Aemilius Barbulsa rückte mit seinem Heer in tarentinisches Gebiet ein und begann es zu verwüsten und schlug einige tarentinische Truppen in die Flucht. Gerade war Tarent dem Frieden zugeneigt, als der oberste Staatsbeamte des Pyrrhus, Cineas, mit 3000 Mann Fußvolk in der Stadt erschien, dem Milo mit epirotischen Hilfstruppen folgte. Aemilius Barbula zog sich nach Lucanien zurück und ging mit seinen Truppen ins Winterquartier, da gerade der Herbst angebrochen war. Anfang des Jahres 280 erschien endlich Pyrrhus selbst mit 10 000 Mann Fußvolk und 50 Elefanten in Tarent. Voller Freude begannen die Tarentiner Feste zu feiern und überliesen sich den Lustbarkeiten, während die Epiroten die Stadt schützen sollten. Pyrrhus verbot ihnen dieses Treiben und befahl alle Tarentiner zu den Waffen. Mit Strenger Hand überwachte er die Teilnahme der Tarentiner an den epirotischen Kriegsübungen woraufhin viele begüterte Tarentiner die Stadt verließen und sich auf ihre Landgüter begaben. Nun verdoppelte Pyrrhus die Maßregeln kriegerischer Strenge, in Folge dessen viele Städte Großgriechenland um römische Garnisonen baten, so auch Rhegium, in welches eine samnito – campanische Legion gelegt wurde. Pyrrhus verwüstete das Gebiet dieser Städte, sammelte in Tarent 20 000 Mann Fußvolk, 2000 Bogenschützen und 3000 Reiter nebst 50 Elefanten und zog dem Konsul Lävinus entgegen, der auf dem Anmarsch war. Dieser hatte zuerst Lucanien mit Feuer und Schwert verwüstet, und ging von da nach Tarent. Nicht weit von Heraklea, einer lucanischen Stadt nahe der Mündung des Siris (heute Sinno) in den Meerbusen von Tarent ( der heutigen Stadt Policoro), stießen zum ersten Mal römische und griechische Heere aufeinander. Erstaunt sah Pyrrhus die Ordnung und Disziplin derjenigen, die er immer für Barbaren gehalten hatte und konnte seine Besorgnis nicht verbergen, ob es ihm möglich war, diese zu schlagen.
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05.07.2011, 17:53
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#19 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| 2. Teil In der Zwischenzeit hatten die Legionäre das Lager verlassen, überschritten den Siris und warfen die Vorhut des epirotischen Heeres auf dessen Hauptmacht zurück. Pyrrhus warf sich daraufhin mit seiner Reiterei in die Schlacht und stellte die Schlachtordnung wieder her. Als er bemerkte, dass es die Römer besonders auf ihn persönlich abgesehen hatten, tauschte er seine Rüstung mit die eines einfachen Soldaten, der bald darauf fiel. Entsetzt glaubte das epirotische Heer das ihr König gefallen wäre und begann zu wanken. Pyrrhus riss sich daraufhin den Helm vom Kopf und ritt, seine soldaten anfeuernd, die Linie der epirotischen Streitmacht ab, die sich mit frischem Mut wieder zum Kampf stellte. Siebenmal brachte die Legion den Phalanx zum Weichen und genauso oft warfen die Griechen die Römer zurück. Endlich ließ Pyrrhus die Elefanten vorrücken und entschied dadurch die Schlacht. Das unerwartete Erscheinen der Elefanten, welche die Römer noch nie gesehen hatten, der Hagel von Geschossen aus den Türmen auf ihren Rücken und das wilde Trompeten veranlasste die Römer zur Panik. Die Pferde der römischen Reiterei flohen und brachen dabei ins Fußvolk ein und brachten dieses in Unordnung. Diesen Moment nutzte die thessalische Reiterei und warf sich voller Ungestüm auf die römischen Legionen. Lange und heftig setzten sich diese zur Wehr, erlitten aber eine vollständige Niederlage. 15 000 römische Krieger bedeckten das Schlachtfeld, 2000 wurden gefangen. Als Pyrrhus die Reste seines siegreichen Heeres musterte, soll er gesagt haben: ,, Noch so ein Sieg – und ich bin verloren.´´ Die Niederlage der Römer erklärt sich aus der Unkenntnis der griechischen Taktik und das Eingreifen der unbekannten Elefanten. Dem Feldherrn Lävinus trifft dabei nur in der mangelnden Aufklärung Schuld. Der Sieg der Epiroten trug daraufhin Früchte, dass viele Städte von Rom abfielen und sich dem König von Epirus anschlossen. Bei Asculum (heute Ascoli) in Apulien, wo sich Pyrrhus einiger Städte bemächtigt hatte, stieß sein Heer auf zwei römische Armeen unter den Konsuln Decius Mus und Sulpicius Saverrio. Die gegnerischen Kräfte waren mit 40 000 Mann etwa gleich. Nach langem Kampf mussten sich die Epiroten langsam zurückziehen. Wie bei Heraklea führte Pyrrhus nun, mit großen Umwegen, seine Elefanten gegen die römische Kavallerie. Und wieder musste die römische Reiterei das Schlachtfeld räumen, da die Pferde in Panik ausbrachen und nicht mehr gebändigt werden konnten. Das epirotische Fußvolk stieß in die Lücke und bezwang auch diesmal die römischen Legionen. Beide Seiten hatten enorme Verluste. Decius Mus war gefallen, Pyrrhus durch einen Lanzenstich in die Hand verwundet. Pyrrhus zog sich nach Tarent zurück. Obwohl die Epiroten zwei Schlachten gewonnen hatten, waren die Römer immer noch im Vorteil. Sie konnten jederzeit neue Heere ausheben. Aus Epirus Nachschub zu erhalten war für Pyrrhus nahezu unmöglich. Seine Verbündeten in Italien erkannten bald die verzweifelte Lage des epirotischen Königs und wandten sich wieder den Römern zu. Diese waren nun entschlossen den Krieg, koste es was es wolle, zu beenden. Pyrrhus brachte den Winter 279/278 in Tarent zu und rückte, nachdem endlich Verstärkung aus Epirus eingetroffen war, aufs Neue ins Feld nd bezog an der tarentinischen Grenze, ein Lager gegenüber dem Lager der römischen Armeen unter Konsul Fabricius Lascinus und Aemilius Papius. Pyrrhus bot den Römern Friedensverhandlungen an. Diese erwiderten jedoch, dass es nur Frieden geben würde, wenn Pyrrhus mit seinem Heer Italien verlässt. Zum Glück für Pyrrhus erschienen zu eben dieser Zeit Gesandte der sizilischen Griechen bei ihm, mit der Bitte, er möge nach Sizilien kommen, die Unordnung zu schlichten und die Karthager zu vertreiben. Von anderer Seite erfuhr er, dass der König von Macedonien, Ptolomäus Ceraunus, in einer Schlacht gegen die Gallier gefallen war und es sich eine günstige Gelegenheit bot, Macedonien zu erobern. Unter Zurücklassung einer starken Garnison in Tarent, schiffte sich Pyrrhus mit etwa 30 000 Fußsoldaten, 2500 Mann Reiterei und den Elefanten nach Sizilien ein und überließ seine Verbündeten ihren Schicksal. Im Jahre 276 setzten die Römer den Kampf gegen die mit Epirus verbündeten italienischen Städte fort. Diese schickten sofort Boten nach Sizilien und baten Pyrrhus um Hilfe. Mit 10 000 Mann Fußvolk, 3000 Mann Reiterei und den Elefanten, den größten Teil seines Fußvolkes hatte er in einem Schneesturm und in Gefechten mit Karthagern und Mamertinern auf Sizilien verloren, setzte Pyrrhus nach Italien über. Im Jahre 275 wurde ihm der Konsul Curius Dentatus entgegen gesandt. Ein anderer Konsul, Cornelius Lentulus, rückte in Lucanien ein. Bei Beneventum kam es zur Schlacht zwischen Pyrrhus und Curius Dentatus. Trotz seiner Elefanten, erlitt Pyrrhus eine bittere Niederlage. 26 000 Mann waren gefallen, 1300 Mann und 8 Elefanten gerieten in Gefangenschaft. Pyrrhus floh nach Tarent. Dieser Sieg entschied den Krieg mit Pyrrhus und den Völkern und Städten Süditaliens. Pyrrhus zog für immer aus Italien ab nach Epirus und lies nur eine Besatzung in Tarent zurück. In den Jahren 274 – 272 führten die Römer den Krieg gegen Lucaner, Bruttier und Samniten erfolgreich weiter. Tarent wurde von römischen Truppen unter Konsul Papirius Cursor von der Landseite eingeschlossen. Nach langen Verhandlungen, wurde der epirotischen Besatzung, freier Abzug gewährt. Tarent musste seine Mauern niederreißen und seine Flotte sowie in der Stadt befindliche Kunstwerke ausliefern. Ein großer Teil der griechischen Städte in Süditalien wurde verpflichtet, die volljährigen Bürger in die römmische Armee einzustellen und die Römer in ihren Kriegen zu unterstützen, ohne davon selbst Nutzen oder Ehren zu gewinnen. Mit der Einnahme von Rhegium vollendete Rom endlich die Unterwerfung ganz Italiens und stand nun Angesicht zu Angesicht den Küsten von Sizilien und den Kartagern gegenüber .
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