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Tags: kriege roms

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Alt 23.06.2011, 15:40   #1 (permalink)
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Roms Aufstieg zur Weltmacht

Wie versprochen eröffne ich ein neues Thema um euch die Kriege Roms näher zu bringen. Dieses Thema ist sehr umfangreich und deshalb bitte ich um Geduld wenn sich ein Posting etwas verzögern sollte. Falls euch dazu etwas einfällt oder ihr dazu etwas beitragen könnt, so wäre ich euch für Hinweise sehr dankbar. Alle Quellen gebe ich am Ende bekannt damit ich keine allzugroße Verwirrung stifte. Tippfehler möge man mir verzeihen. Ich bin auch nur ein Mensch. Also viel Spass und ich hoffe ihr lernt wieder mal etwas dazu, sowie ich hier im Forum schon viel an neuem Wissen gewonnen habe.

LG Tashunka

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Alt 23.06.2011, 15:41   #2 (permalink)
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Kriege Roms von seiner Gründung (753 v.Chr.) bis zum Beginn der Republik (509 – 470 v.Chr.)


1.
Kriege unter den Königen
Am Anfang waren Kriege nichts als Streifzüge. Die Römer lagen im ständigen Konflikt mit den Ureinwohnern Italiens. Darunter waren die Sabinier, Aequer, Volsker, Herniker, Latiner, Aurunker und Etrusker. Seit 389 kämpften sie auch gegen die Gallier die sich in Oberitalien niedergelassen hatten. Diese Streifzüge dienten zur Plünderung des umliegenden Landes und kleinerer Städte und Ortschaften. Bei Einfällen der Nachbarn, gingen sie gleich in die Offensive, schlugen sie oft erfolgreich zurück und zwangen sie zum Frieden.
Der erste richtige Krieg begann unter ihrem dritten König Tullus Hostilius (679 – 640) gegen Albalonga, der Hauptstadt der Latiner. Gleich zu Beginn des Krieges, wurde er auch schon durch einen Zweikampf zu Gunsten der Römer (676) entschieden und hatte die Unterwerfung der Albaner zur Folge. Drei Jahre später hetzte der König der Albaner, Mettius Suffetius, die Fidenaten und Vejenter heimlich gegen die Römer auf und versprach ihnen, sein Heer gegen die Römer zu wenden. In der Schlacht von Fidenä besiegte Tullus Hostilius die Vejenter und Fidenaten. Mettius Suffetius wurde für seinen Verrat hingerichtet, die Stadt Albalonga eingenommen und deren Mauern niedergerissen. Die Einwohner wurden nach Rom verschleppt. Damit begann Rom mit der gewaltsamen Ausdehnung seines Herrschaftgebietes.
2. Kriege der Römer zur Zeit der Volkregierung (509 – 405)
Nach Abschaffung der Königswürde und Einführung der Volksregierung wurde die innere Einheit durch Streitereien zwischen Patriziern und Plebejern geschwächt was auch den Charakter ihrer Kriege änderte. Die Verbündeten Roms machten sich dessen Uneinigkeit zu Nutze und fielen immer wieder von ihm ab. Sie schlossen untereinander Bündnisse und griffen die Römer, ja selbst Rom, an. Dies förderte wieder die Einigkeit der Römer die es schafften die Gegner zurückzuschlagen. Aber da es noch kein stehendes Heer gab und die Soldaten aus der Bürgermiliz kamen, konnten sich die Römer meist nur defensiv verhalten und nur durch plötzliche Überfälle den Gegner schwächen.
3. Belagerung von Veji
Im Jahre 405 beschlossen die Römer, den unaufhörlichen Intrigen der Vejenter in Mittelitalien gegen Rom, sowie deren Angriffe auf römisches Gebiet, ein für allemal ein Ende zu machen. Sie beschlossen , Veji zu belagern und einzunehmen. Veji war eine stark befestigte, an Bevölkerung reiche Stadt in Etrurien und hatte große Vorräte und ließ von Seiten seiner Einwohner auf starken Wiederstand schließen. Der Senat stellte ein großes Heer auf, das größtenteils aus Freiwilligen bestand und bezahlte, zum ersten Male in seiner Geschichte, dem Fußvolk Lohn für seine Dienste. Im Jahre 404 begann die Belagerung unter dem Kommando von 6 Kriegstribunen. Anfangs ging die Belagerung sehr langsam voran, da ein Teil des Aufgebots gegen die Aufmüpfigen Volsker gesandt werden musste. Nach zwei siegreichen Schlachten und die Zerstörung eines der Städte der Volsker, Ardea, kehrte dieser Teil des Heeres nach Veji zurück. Da kaum eine Chance bestand, die starken Wälle Veji´s im Sturm zunehmen, beschlossen die Römer die Stadt auszuhungern. Aus diesem Grunde bauten sie Baracken um auch im Winter die Belagerung fortsetzen zu können.

Eines Nachts stürmten die Vejenter aus der Stadt und zerstörten sämtliche Belagerungsgeräte und töteten eine Vielzahl römischer Soldaten. Aus diesem Grunde meldeten sich, freiwillig, viele reiche Patrizier und Plebejer um das Belagerungsheer zu verstärken und nicht eher zu ruhen bis Veji sich ergab. Aus Dankbarkeit setzte der Senat auch der Reiterei und den länger Dienende eine Soldzahlung aus. Bei ihrem Eintreffen wurden die Belagerungsmaschinen erneuert und die Belagerung (402) fortgesetzt. Bald erlitten die Römer wiederum eine heftige Niederlage, als die vereinigten Fidenaten und Falisker, begünstigt durch Streitereien zwischen den Oberbefehlshabern M. Sergius und L. Virginius, die Linien des Sergius angriffen. Gleichzeitig machten die Belagerten einen erneuten Ausfall. Virginius ließ Sergius in Stich, dessen Truppen geschlagen wurden und sogar bis nach Rom flohen. Von 400 – 399 ging die Belagerung Vejis ohne besondere Ereignisse weiter. Im Jahre 398 griffen die Capenaten und Falisker die verschanzten Römer, begünstigt durch einen erneuten Ausfall der Vejenter, an, wurden aber diesmal mit großen Verlusten abgewiesen. Aus Vergeltung, verwüsteten die Römer das Land der Capenaten und Falisker und schlugen im Jahre 396 die Tarquinienser, welche plündernd über die römischen Grenzen eingedrungen waren, mit Verlust zurück. Dabei fielen aber die beiden Kriegstribunen Titinus und Genucius als sie in einen Hinterhalt gelockt wurden. Dadurch brach im römischen Heer große Panik aus und es begann zu flüchten. In dieser gefahrvollen Stunde wurde Furius Camillus zum Diktator gewählt um Veji zu besiegen und das V a t e r l a n d zu retten. Camillus war ein bewährter Kriegstribun und zögerte nicht lange. Nachdem er die geflüchteten Soldaten streng bestraft hatte, hob er ein neues Heer aus, verstärkte es durch Truppen der verbündeten Latiner und Herniker und zog plündernd durchs Land der Capenaten und Falisker. Er schlug sie vernichtend und plünderte ihr Lager, in dem sich ungeheure Beute befand. Dann führte er das Heer zurück nach Veji und verstärkte die Gräben und Schanzen. Um das Leben seiner Soldaten zu schonen, beschloss Camillus, einen unterirdischen Tunnel bis zum Zentrum Vejis, in dem sich die Burg befand, zu graben. Während eines Ablenkungsangriffs der Belagerer, stürmten die ausgewählten Soldaten aus dem Tunnel, fielen den Verteidigern in den Rücken und öffeten die Tore der Stadt. Die Römer metzelten alles nieder was ihnen vor die Klingen kam, und nur durch Anweisung Camillus´, wurden die Wehrlosen verschont. Die Stadt wurde ausgeplündert und zur römischen Kolonie gemacht. Camillus wurde durch einen Triumpfzug geehrt aber bald wegen Unterschlagung von Beute und Herrschsucht aus Rom nach Ardea verbannt.
So endete der fast zehnjährige Krieg gegen Veji.
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Alt 23.06.2011, 15:54   #3 (permalink)
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Der erste Beitrag ist schon mal sehr gut geraten!

Ich bin gespannt auf die weiteren Posts!
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Alt 24.06.2011, 14:33   #4 (permalink)
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Erster Einfall der Gallier (389 – 388) Schlacht an der Allia
389 musste Rom sich einen neuen, weitaus schrecklicheren Feind, stellen. Einer der senonischen oder keltischen Gallier, die sich vor langer Zeit in Norditalien niedergelassen hatten, war unter seinen Anführer Brennus in Etrurien eingedrungen und belagerte die Stadt Clusium. Clusium bat Rom um Hilfe, woraufhin diese eine Gesandtschaft zu den Galliern schickten und diese aufforderte die Belagerung zu beenden und zu verhandeln. Diese hochmütig vorgetragen Forderung der Fabier ignorierte Brennus und setzte die Belagerung fort. Die Fabier verletzten ihr Gesandschaftsrecht in dem sie sich an die Spitze der Soldaten Clusiums stellten und die Die Gallier bei einen Ausfall angriffen. Brennus forderte nun von den Römern Genugtuung für diese Beleidigung. Statt die Fabier zu bestrafen, ernannte Rom sie zu Kriegstribunen und begannen ein Heer auszuheben. Daraufhin zog Brennus mit seinem etwa 70 000 Mann starken Heer gegen Rom.

Mit etwa 40 000 schlecht ausgerüsteten und schlecht ausgebildeten Soldaten zogen die Römer den Galliern entgegen und stellten sich am Fluss Allia zur Schlacht. Brennus zerschlug das römische Heer und zog weiter nach Rom. Um nicht in einen Hinterhalt zu geraten, schlugen die Gallier ihr Lager zwischen dem Flusse Anio und der Stadt Rom auf. Die reichen Patrizier Roms flohen mitsamt ihren Schätzen nach Cäre während die Zurückgebliebenen auf dem Kapitol in Rom Schutz suchten. Ungehindert drangen die Gallier in die Stadt ein und plünderten was sie zwischen die Finger bekommen konnten. Danach versuchten sie das Kapitol zu stürmen, wurden aber abgewiesen.
Um für eine Belagerung gerüstet zu sein, teilte sich das Heer der Gallier. Während der eine Teil das Kapitol belagerte, zog der andere Teil nach Ardea um dort Lebensmittel zu beschaffen. Der nach Ardea verbannte ehemalige Diktator Camillus raffte daraufhin so viele Truppen zusammen wie er bekommen konnte, überfiel die Gallier in ihrem Lager und machte sie fast alle nieder. Nun ernannte ihn der römische Senat erneut zum Diktator und rief ihn aus der Verbannung zurück. Mit ca. 20 000 Mann zog Camillus nach Rom um die Stadt zu entsetzen. In der Zwischenzeit herrschte auf dem Kapitol eine große Hungersnot und auch die Gallier waren nach sechsmonatiger Belagerung durch Hunger und Krankheit geschwächt. Deshalb nahmen sie das Angebot von 10000 Talenten Goldes an, mit dem sich die Römer den Frieden erkaufen wollten. Gerade in diesem Moment erschien Camillus mit seinem Heer vor Rom und griff die Gallier sofort an. Nach langem blutigen Kampf, in Rom selbst, flohen die Gallier, wurden aber zum größtenteil niedergemacht und gänzlich von römischem Boden vertrieben. Rom war gerettet.

Zweiter Einfall der Gallier (366). Schlacht am Fluss Anio
Der zweite Einfall der Gallier im Jahre 366 veranlasste die Römer, erneut Camillus, einen mittlerweile 80jährigen Greis, erneut zum Diktator zu wählen. Dieser hatte inzwischen das römische Heer reformiert, und zwar wie folgt :
Die langen schweren griechischen Lanzen wurden durch leichtere und kürzere ersetzt (hasta), auch durchHalblanzen oder Wurfspieße (pilum). Beide konnten sowohl beim Handgemenge als zum Wurf gebraucht werden, waren weit geeigneter zum Gebrauch auf Bergen und in Wäldern als die griechische Lanze und hatten dabei doch alle die erforderlichen Eigenschaften zur bequemen Handhabung gegen den Feind. Bei dem leichten Fußvolk, die Corps der Schleuderer und Bogenschützen ausgenommen, wurden Bogen und Schleuder durch leichte Wurfspeere ersetzt. Die Anwendung des Schwertes, als der Hauptwaffe für die Entscheidung des Kampfes, verbreitete sich allmälig mehr und mehr bei den Römern und wurzelte fest bei ihnen. Die Abänderung und Vervollkommnung der Bewaffnung wie der Aufstellung ihrer Truppen verdankten die Römer hauptsächlich Camillus. So unter Anderem gab er bei dem zweiten Einfall der Gallier in Rom (366 V. Chr.), um die Furcht zu verringern, welche jene den römischen Truppen einflößten, diesen Letzteren eine neue Bewaffnung, die jener der Gallier und deren Art zu kämpfen mehr entsprach. Da er aus eigner Erfahrung wusste, dass die Hauptwaffe der Gallier lange schwere Schwerter waren, und dass der gefährlichste Moment im Kampfe mit ihnen in ihrem ersten Anprall lag, so gab er den römischen Kriegern Stahlhelme, Schilde, die rundum mit Eisen beschlagen waren, und lange Halblanzen oder Wurfspieße und lehrte sie außerdem, wie man diese letzteren am gewandtesten und erfolgreichsten im Handgemenge mit den Galliern gebrauchen könne.
Die neue Bewaffnung, sowie die Aufstellung von Leichtbewaffneten (Bogenschützen und Schleuderern) im Vorfeld, brachte die Gallier in Verwirrung und hinderten sie an der Aufstellung zur Schlachtordnung. Die Schwerbewaffneten brachen die Reihen der Gallier endgültig auf und schlugen das gallische Heer in die Flucht. Das reiche Lager fiel den Römern in die Hände.
Um 358 gab es noch einige kleine Scharmützel mit den Tarquiniensern und Hernikern . Auch ein größeres Gefecht mit den Galliern. Erwähnenswert dazu ist, dass der Feldherr Gajus Sulpicius Petieus vor der Schlacht mit den Galliern etwa 1000 Sklaven mit Waffen und Pferden ausrüstete und diese ins Gefecht schickte. Aus einem Hinterhalt griffen diese Sklaven das gallische Heer an und entschieden die Schlacht zugunsten Roms.

Fazit
Im Allgemeinen waren die römischen Kriege politisch gesehen von defensiver -, militärisch gesehen ,offensiver Natur. Ihre Fähigkeit in Gefahr zusammenzuhalten und gemeinsame Lösungen zu finden, brachte ihnen letztendlich den Sieg. Aus jeder Schlacht gingen sie stärker hervor als je zuvor.
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Alt 25.06.2011, 19:20   #5 (permalink)
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Die samnitischen Kriege

Kriege der Römer von 343 bis 264
Der erste samnitische Krieg (343 – 340)

Die Samniten waren ein Gebirgsvolk dessen Hauptbeschäftigung in der Viehzucht bestand. Für Landwirtschaft war das Land zu karg wurde aber an einigen geeigneten Stellen angewandt. Sie waren ein rohes, aber tapferes und kriegerisches Volk das den Mangel an Gütern durch Raubzüge in benachbarte Länder, ausglich. Das Kriegswesen befand sich auf den gleichen Stand wie bei ihren Nachbarn und den Römern; in einiger Beziehung stand es sogar ein wenig höher. Die Römer übernahmen von ihnen die Halblanze und einige andere militärische Einrichtungen und Geräte.
Durch das Anwachsen ihres Volkes, verließen viele Samniten ihr Land und wanderten nach Kampanien aus. Dort nahmen sie den Etruskern das Land weg. Die Ausgewanderten passten sich den neuen Gegebenheiten in ihrer neuen Heimat schnell an. Sie übernahmen viele Sitten und Gebräuche ihrer Nachbarn und der Verband zu ihren alten Stammesgenossen in Samnium lockerte sich gänzlich. Bald nachher, griffen die Samniten Teanum an, die Hauptstadt des campanischen Volkes der Sidiciner und die Campaner nahmen diese unter ihren Schutz. Da die Angriffe der Samniten nicht nachließen, ersuchten die Campaner, Rom um Hilfe (344). Als Bedingung, forderten die Römer die Unterwerfung der Campaner. Diese zogen es vor, sich den Römern als den wilden Samniten zu unterwerfen. Daraufhin forderte Rom die Samniten auf, dass Land der Campaner zu verlassen und sämtliche Gewaltanwendung und kriegerische Handlungen einzustellen. Da sich die Samniten dieser Aufforderung gegenüber taub stellten, erklärte ihnen Ron, im Jahre 343, den Krieg. Die beiden Konsuln sammelten ihr Heer und zogen sofort ins Feld. Valerius Corvus zog nach Kampanien und Cornelius Cossus nach Samnium. Valerius bezog in der Nähe der Stadt Cumä ein festes Lager. Nach einigen kleinen Scharmützeln, um die kriegerischen Fähigkeiten der Samniten zu testen, zog er sein gesamtes Heer aus dem Lager und stellte sich zur Schlacht. Nach schweren Verlusten mussten die Samniten abziehen und ihr Lager im Stich lassen. Valerius machte dort große Beute.
Zur gleichen Zeit hatte Cornelius Cossus sein Heer unvorsichtigerweise in die Berge Samniums geführt und in der Nähe von Benevent fast eine Niederlage erlitten. Allein der Kriegstribun Publius Decius konnte die drohende Niederlage abwenden und in einen Sieg verwandeln. Dafür belohnte ihn der Konsul mit einem goldenen Siegeskranz und 100 Ochsen. Auch dessen Krieger bekamen jeweils einen Ochsen zum Lohn für ihre Tapferkeit. Die beiden Konsuln vereinigten ihre Heere und erkämpften bei Suessula ihren dritten Sieg. Auf diese Weise brachten gleich zu Anfang die Römer mit einem Schlage den Samniten drei schwere Niederlagen bei, drängten sie aus Kampanien hinaus und befreiten das Land. Aber die den Samniten von den Römern beigebrachten Schläge hatten ihren Mut nicht gebrochen, sie räumten nur die Ebene und zogen sich in die Berge zurück. Der Konsul Aemilius Mamercinus (341 – 340) verwüstete ihre Ländereien, da er sie nicht zur offenen Feldschlacht stellen konnte. In der Zwischenzeit begannen sich die Latiner gegen Rom zu empören, was den Senat veranlasste, die Feindseligkeiten gegen die Samniten einzustellen und mit diesen Frieden zu schließen (340). Da die Samniten keinen Teil ihres Landes eingebüßt hatten und von den Römern auch nicht unterdrückt wurden, schlossen sie ein Bündnis mit Rom. Währenddessen verbündeten sich die Campaner mit den Latinern.
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Alt 26.06.2011, 19:07   #6 (permalink)
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Krieg mit den Campanern und Latinern (339 – 327)
Die Latiner hatten schon lange eine Änderung ihrer Beziehung zu Rom ersehnt und nutzten den Krieg zwischen Rom und Samnium aus. Sie forderten gleiche Rechte für ihre Städte wie Rom und das Rom die Hauptstadt des römisch-latinischen Bundes sein sollte. Rom lehnte das ab und erklärte, nach Friedensschluss mit Samnium, den Latinern den Krieg. Gleichzeitig schloss Rom ein Bündnis mit den Samniten, worauf sich die Campaner mit den Latinern gegen Rom zusammenschlossen.
Kurz darauf kam es zu einer bemerkenswerten Episode.

Konsul Manlius Torquatus und Decius Mus wurden beauftragt (339), mit ihren Heeren gegen Latiner und Campaner ins Feld zu ziehen. Bei Capua, wo sich der Hauptteil der feindlichen Kräfte befand, schlugen die Römer ein befestigtes Lager auf. Die Konsuln verboten den römischen Kriegern sich auf eigene Faust auf Scharmützel einzulassen und handhabten schwerste Disziplin. Kurz darauf traf der Sohn des Konsuls Manlius mit einen Spähtrupp auf eine feindliche Patrouille. Statt sich an das Gebot seines Vaters zu halten, forderte er den feindlichen Anführer zu einem Zweikampf heraus und erschlug den Gegner. Bei seiner Rückkehr ins römische Lager, versammelte sein Vater das ganze Heer und erklärte, dass er sich als Vater über die Tapferkeit seines Sohnes freue, aber als Konsul müsse er ihn bestrafen. Daraufhin ließ er seinen Sohn das Haupt abschlagen. – So groß war damals die Strenge, mit welcher bei den Römern die kriegerische Disziplin aufrechterhalten wurde.

Kurz danach kam es bei Capua und dem Berg Vesuv zwischen Römern und verbündeten Campanern und Latinern zum erbitterten Kampf. Lange wogte die Entscheidung hin und her. Als der Konsul Decimus Mus merkte, dass der linke Flügel zu schwanken begann und sich eine römische Niederlage abzeichnete, griff er zu einen alten, bei den Römern üblichen, Brauch. Nämlich die Weihung zum Opfertod für Alle (derotio). Er verhüllte seine Gestalt mit der Toga, so das nur noch das Gesicht zu sehen war, trat auf ein blankes Schwert, sprach dem Oberpriester die Weiheworte nach und stürzte sich in die Schlacht, wo er den Tod fand. Aufgestachelt durch diese Tat, verdoppelten die Soldaten ihre Anstrengungen und schlugen die Campaner und Latiner endlich in die Flucht. Die geschlagenen Verbündeten zogen sich in die Städte Minturnä und Vescia zurück. Aber Manlius verfolgte sie und schlug sie zum zweiten Male bei Trifanum. Darauf ergaben sich die Campaner und Latiner ihren römischen Feinden. Aber nicht für lange, denn, ihrer Länder beraubt, erhoben sie sich bald aufs Neue. Im Jahre 337 machte die Konsuln Furius Camillus und Mänius den Aufständen ein für allemal ein Ende. Mänius schlug beim Flusse Astura die Einwohner der Städte Aricia, Veliträ und Lanuvium, welche der Stadt Pedum zur Hilfe geeilt waren. Camillus schlug indessen die Tiburtiner vor den Mauern Pedums und stürmte die Stadt. Danach durchzogen beide Konsuln Latium und unterwarfen alle Städte. Der Latinische Bund wurde aufgelöst. Die Einwohner der Städte die am meisten Wiederstand geleistet hatten, wurden hart bestraft. Die Einwohner von Veliträ wurden aus der Stadt verbannt und ihre Ländereien an römische Ansiedler verteilt: Antium verlor das Recht der Schifffahrt. Die Schnäbel (rostra) seiner Schiffe wurden zum Schmuck der Rednerbühne in Rom verwandt, woher diese auch den Namen Rostra erhielt. Einige Städte Latiums und Kampaniens erhielten das volle Bürgerrecht, andere nur den Namen ohne die damit verknüpften Rechte. Auf diese Weise wurden innerhalb von drei Jahren dieser Krieg durch die vollkommene Umwandlung von Latium und Kampanien in Rom unterwürfige Provinzen beendet, und den übrigen Völker Mittelitaliens klar gemacht, wie gefährlich es war, sich gegen Rom aufzulehnen und sich mit Rom messen zu wollen.
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Alt 27.06.2011, 17:44   #7 (permalink)
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Der zweite samnitische Krieg

Zweiter Samnitenkrieg (326 – 305)
Durch die Gründung einer Kolonie auf dem Gebiet der Samniten und die Verlegung einer Ganison nach Neapolis, einer griechischen Stadt, kam es zum zweiten Samniten Krieg. Neapel wurde die erste griechische Stadt die sich Rom unterwarf (326). Dieser dauerte 21 Jahre.
Sie Samniten waren solch gefährliche Feinde von Rom, dass sie ihnen ihren besten und erfahrensten Feldherrn, Papirius Cursor, zugleich mit dem zweiten Konsul Pötelius gegenüberstellten. Sie rückten in Samnium ein, zogen noch Verstärkung von den Einwohnern Lucaniens und Apuliens an sich, die noch nie im Bündnis mit Rom gestanden hatten. Ein Teil der Einwohner von Apulien blieb jedoch auf Seiten der Samniten. Die Römer führten diesen Krieg unter Aufbietung aller Kräfte. Die Städte Allifä, Callifä und Ruffrium wurden unterworfen und das Gebiet der Samniten weit und breit verwüstet. Die Tarentiner, schon lange mit missgünstigen Augen auf die Erfolge der Römer blickend, reizten die Lucaner zum Abfall von Rom und verbanden sich samt ihnen und den benachbarten Vestinern mit den Samniten. In Folge dessen wandte sich im Jahre 325 der Konsul Brutus gegen die Vestiner während der Konsul Furius Camillus die Samniten bekämpfte. Durch seine Erkrankung handlungsunfähig, ernannte Camillus den Papirius Cursor zum Diktator der sich Fabius Maximus zum Magister equitum erwählte. Wegen ungünstiger Vorzeichen brach Papirius Cursor den Feldzug ab und begab sich nach Rom um, wie Titus Livius sagt, sich die Götter geneigt zu machen. Fabius Maximus wurde angewiesen, sich auf keinen Fall in ein Gefecht verwickeln zu lassen und auf die Rückkehr des Diktators zu warten. Dieser dachte gar nicht daran den Befehl Folge zu leisten, sondern griff die Samniten bei Imbrinium an und besiegte sie. Er erstattete, darauf hin, dem Senat Bericht, aber nicht dem Diktator. Wegen Verletzung seiner Würde und Missachtung der Disziplin, verurteilte ihn Papirius Cursor zum Tode. Nur durch nächtliche Flucht nach Rom rettete sich Maximus vor der Hinrichtung. Der Diktator folgte ihm dorthin bis in den Senat und schenkte ihm schließlich das Leben nur auf Grund der Erklärung seiner absoluten Unterwerfung, entsetzte ihn seines Amtes und ernannte Papirius Crassus zu seinen Nachfolger. Durch seine Unnachgiebige Strenge hatte sich der Diktator beim römischen Heer derart unbeliebt gemacht, dass sie ihm, bei einem erneuten Zusammentreffen mit den Samniten, den Gehorsam verweigerten um seinen Triumpf zu verhindern. Papirius Crassus milderte aber die Strenge des Diktators in dem er sich mit größter Sorge um die Verwundeten kümmerte. Dadurch wurde er beim Heer so beliebt, dass sie sich voller Zuversicht in die nächste Schlacht warfen und die Samniten vollständig besiegten. Diese baten um Frieden. Aber Rom gewährte ihnen nur einen einjährigen Waffenstillstand.
Im Jahre 323 lösten die Apulier ihr Bündnis mit Rom, worauf die Samniten den Waffenstillstand brachen. In Folge dessen verwüsteten die Konsuln Cajus Sculpius und Quintus Aulius (Amelius) ihr Land, ohne auf irgendwelchen Wiederstand zu stoßen.
Weitere Schlachten und Kämpfe endeten mit wechselnden Kriegsglück.
Im Jahre 321 kam es zur Schlacht in den Caudinischen Pässen. Der samnitische Feldheer Cajus Pontius lies durch, als Hirten verkleidete Krieger, die Nachricht verbreiten, dass sich das samnitische Heer in Apulien befände und die mit Rom verbündete Stadt Luceria belagere. Daraufhin zogen die Konsuln Veturius Calvinus und Spurius Postumius der Stadt zur Hilfe. Die Samniten hatten aber bei den Causinischen Pässen (furcae Causinae) einen Hinterhalt gelegt. Als die Römer durch den Pass marschierten, trafen sie am Ausgang des Passes, auf einen Verhau. Die einzige Rettung war, rasch umzukehren. Jedoch war der Eingang hinter ihnen abgesperrt. Gleichzeitig erschienen auf beiden Seiten des Passes samnitische Krieger. Das römische Heer saß in der Falle. Unter der Bedingung Samnium zu räumen, alle römischen Kolonien zu zerstören und die Waffen abzuliefern, ließ der samnitische Feldheer die Römer ziehen. Vorher jedoch beging Cajus Pontius einen großen Fehler. Nicht nur das die Römer 600 Ritter als Geiseln stellen mussten,nein, die Römer mussten, voran die Konsuln, unter den Joch hindurchgehen. Dies waren zwei Pfähle mit Querbalken in Form eines Galgens, als Zeichen der Knechtschaft - der größte Schimpf den man dem römischen Heer und dem römischen Volk antun konnte! Bei Nacht, still und heimlich, zogen die entehrten Legionen in Rom ein. Am nächsten Morgen machte vor vollzählig versammelten Senat, Postumius den Vorschlag, das sie Alle, die den schimpflichen Vertrag unterschrieben hatten, der übrigens ohne religiöse Weihe durch die Fertiales abgeschlossen war, nackt und gefesselt an die Samniten ausgeliefert werden sollten, um die Ehre der römischen Waffen zu retten, ohne jedoch die Heiligkeit des Vertrages zu verletzen. Pontius und die Samniten nahmen die Ausgelieferten jedoch nicht an. Sie verlangten die Erfüllung des Vertrages oder die Rückkehr des römischen Heeres in die Caudinischen Pässe. Rom lehnte ab und erneuerte den Krieg gegen die Samniten mit äußerster Erbitterung um die angetane Schmach zu rächen.
Während dessen hatten einige Verbündete Roms dessen Missgeschick benutzt, um sich zu erheben. Satricum verbündete sich mit den Samniten. Fregellä wurde mit deren Hilfe im nächtlichen Überfall genommen. Luceria fiel gleichfalls in ihre Hände, und in Kampanien wurde eine Verschwörung gegen Rom angezettelt. In Folge dessen brach der, im Jahre 320, der Konsul Papirius nach Apulien auf. Um Luceria und die darin festgehaltenen 600 römischen Geiseln zu befreien. Konsul Publilius zog mit seinem Heer nach Samnium. Dadurch wurden die Samniten zersplittert und der Teil, welchen Publilius angriff, wurde von ihm derart geschlagen, dass sie ihr Lager im Stich ließen und nach Luceria flohen. Die Römer machten in ihrer Wut alles nieder was sich noch im Lager befand. Ja selbst die Beute wurde ein Raub der Flammen. Die nach Luceria Geflohenen wurden verfolgt. Hier entspann sich ein furchtbares Blutbad und nur die Sorge um die Geiseln lies dem Morden Einhalt gebieten. Papirius zwang Pontius und die mit ihm in Luceria weilenden Samniten durch Hunger zur Übergabe und lies sie, 7600 Mann an der Zahl, nun ebenfalls nur im Untergewand durchs Joch ziehen. In Luceria fand er ungeheure Beute, gewann alle Adler, waffen und Feldzeichen zurück und befreite die Geiseln. Im Laufe der Jahre kam es immer wieder zu Aufständen der Samniten, die aber sämtliche niedergeschlagen wurden. Im Jahre 304 gehörte ganz Samnium den Römern und da sich die Samniten ruhig verhielten, wurde der Friedensvertrag zwischen Rom und Samnium erneuert.
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2. Kriege der Römer zur Zeit der Volkregierung (509 – 405)Nach Abschaffung der Königswürde und Einführung der Volksregierung wurde die innere Einheit durch Streitereien zwischen Patriziern und Plebejern geschwächt ......
Eine Frage (die nicht ganz zum Thema passt), was war eigentlich der Grund das man das Königreich abschaffte und eine Republik wurde?

Gebe zu ich bin was den Untergang des Römischen Reichs betrifft wesentlich besser informiert als die Zeit des Anfangs (möchte mich mit dieser auch irgendwann wieder mal näher beschäftigen)

Geändert von WDPG (27.06.2011 um 20:43 Uhr).
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Alt 27.06.2011, 20:41   #9 (permalink)
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Möchte Tashunka ein Lob aussprechen, habe mir die Serie ausgedruckt in damit begonnen sie in Ruhe zu lesen. Finde sie ist echt gut gelungen, erklärt einiges und ist extrem daher extrem interessant.

Frage: Hast du vor so eine Serie auch über die Spätzeit zu schreiben?
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Alt 28.06.2011, 08:23   #10 (permalink)
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Möchte Tashunka ein Lob aussprechen, habe mir die Serie ausgedruckt in damit begonnen sie in Ruhe zu lesen. Finde sie ist echt gut gelungen, erklärt einiges und ist extrem daher extrem interessant.

Frage: Hast du vor so eine Serie auch über die Spätzeit zu schreiben?
Ich hatte eigentlich vor, die Kriegsgeschichte Roms bis zu seinem Untergang zu schreiben. Also eine gewaltige Aufgabe. Allerdings will ich so bekannte Schlachten wie die von Canae und die Varusschlacht nicht neu erörtern sondern nur am Rande erwähnen.

LG Tashunka
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