| Islamische Expansion ins Byzantische Reich (Teil 2): Wieder waren es innere Schwierigkeiten in Byzanz die es den Arabern erleichterten das Exarchat von Karthago zu erobern. Justinian II (der Sohn von Konstantin IV) war abgesetzt worden, ihm folgte Leontios, unter dem die Eroberung des Restgebietes in Nordafrika fiel. Die Eroberung führte wiederum zu seinem Sturz. Nach weiteren inneren Wirren dauerte es nur einige Jahre und die Araber standen wieder vor der Hauptstadt Konstantinopel. Die Listigkeit Kaiser Leos III, das Griechische Feuer und die Verteidigungsanlagen Konstantinopels inklusive des wirkungsvollen Schutzes der byzantinischen Flotte. Das spielte neben dem Bündnis zwischen Byzanz und Bulgarien (unter Khan Terwel) eine Rolle warum die Araber schlussendlich scheiterten. Leo III konnte aber auch später an Land noch Erfolge gegen die Araber feiern, er schlug sie bei der Schlacht bei Akroinon. Spätestens jetzt war die Arabische Expansion (in dieser Richtung) gestoppt. Ganz untätig blieben die Kalifen, aber auch damals nicht. Es gab immer wieder „Grenzkriege“ und Einfälle in Byzantinische Gebiet, außerdem unterstützte man bei Thronkämpfen oft einen der Kandidaten (meist den der gegen den aktuellen Kaiser rebellierte). Byzanz blieb weiterhin in der Defensive, aber die Zeit des Existenzkampfes war vorbei. In die Offensive konnte Byzanz erst ab der Zeit von Michael III (842-867) und Basileos I (867-886) gehen. In dieser Zeit konnte man zumindest Gebiete in Syrien, Palästina und etliche Inseln zurückerobern. Die islamische Welt war in der Zwischenzeit in Einzelreiche aufgespallten. Gegen diese gingen etliche Kaiser und ihre Feldherren erfolgreich vor. Dazu gehörten unter anderem Nikophoros Phokas (eroberte unter anderem Kreta zurück) und Johannes I Tzimiskes (eroberte Gebiete in Palästina), aber auch zahlreiche wenige Namhafte taten sich hier hervor. Die Wende kam mit dem Aufstieg der türkischen Seldschuken, diese gewannen nicht nur Persien und Syrien für sich sondern schlugen den byzantinischen Kaiser Romanos IV bei Manzikert und nahmen ihn Gefangen. Danach drangen sie in Kleinasien ein. Die Folge war ein Zusammenbruch von Byzanz, den erst Alexios I Komnenos stoppen konnte. Das Seldschukenreich zerfiel in der Folgezeit schon sehr bald wieder, etwas was auch den 1. Kreuzzug begünstigte. Länger als die Großseldschuken hielten sich die in Anatolien, doch auch diese wurden von Byzanz unter den Komnenkaisern zunehmend zurückgedrängt, bis sie Byzanz unter Manuel I bei der Schlacht von Myriokephalon (1176) besiegten. Das war neben dem Ableben von Manuel I erneut ein Wendepunkt. Byzanz versank zunehmend in Schwierigkeiten, was schließlich im 4. Kreuzzug seinen Höhepunkt fand, Konstantinopel wurde von Kreuzrittern erobert. Die islamischen Seldschuken konnten etliche Gebiete zurückerobern, doch eine Eroberung gelang ihnen nie. Die Mongolen schwächten schließlich die Seldschuken enorm das Reich der Rumseldschuken zerfiel in türkische Kleinfürstentümer. Eines dieser Fürstentümer war das von Osman gegründete Reich das in der Folgezeit einen gigantischen Aufstieg erlebte. Im Jahr 1453 gelang es was den Arabern im 7. und 8. Jahrhundert verwehrt geblieben war. Man zerstörte das Byzantnische Reich endgültig und eroberte Konstantinopel (das Mitte des 13. Jahrhundert wieder an Byzanz gefallen war). Kurze Zusammenfassung: Es gab also mehrere Phasen, zuerst die Arabische Expansion, die etliche Gebiete gewann, vor Konstantinopel stehts scheiterte und später sogar das eine oder andere Gebiet wieder verlor. Dann eine zweite Eroberungsphase unter den (seldschukischen) Türken die mit Kleinasien ein weitere Gebiet eroberten, Konstantinopel zu Erobern wurde aber meineswissens von den Seldschuken niemals versucht. Erst die Osamanen konnten in einer weiteren Expansion, wenn man so möchte, die Stadt im Jahr 1453 erobern. Auffällig bei meinen Recherchen war: Die Arabische Expansion war vor allem dann stark (was das Vordringen nach Byzanz betraf) wenn es in Byzanz innenpolitische Schwierigkeiten gab, man nützte hier fast jede Schwächung aus um weitere Gebiete einzunehmen. Umgekehrt war die innere Aufsplittung der islamischen Welt wohl auch ein Faktor der die erneute Blüte von Byzanz unter der Makedonischen Dynastie begünstigte.
Geändert von WDPG (07.12.2011 um 13:22 Uhr).
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