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10.02.2008, 20:58
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#1 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 01.02.2008 Ort: Schwabach
Beiträge: 10
| Römische Kaisergeschichte Hallöle,
da es ja schon mal ein G-Heft in der letzten Zeit zu den Imperatoren gab, denke ich dieser Thread fehlt doch noch 
Und zwar: Welchen Römischen Kaiser findet ihr spannend und warum? Wessen Leistung ist heutzutage unterschätzt, wessen überschätzt? Welcher war der verrückteste von allen? 
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Der höchste Lohn für unsere Bemühungen ist nicht das, was wir dafür bekommen, sondern das, was wir dadurch werden. John Ruskin (1819-1900) |
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11.02.2008, 16:47
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 01.02.2008
Beiträge: 149
| Ein gutes Thema  , dann fang ich mal an.
Menschlich interessant finde ich bes. Augustus und Trajan. Der erste war eben "der Erste Kaiser", der zweite ein begnadeter Stratege. Was diese Männer angetrieben hat, ist sehr spannend.
Unterschätzt wird wohl Antonius Pius (138-161), denn durch dessen weise Politik hatte Rom gute Finanzen und vielerorts den Frieden vorzuweisen. Er gilt in Fachkreisen als einer der besten und umsichtigsten Kaiser.
Überschätzt werden vielleicht die Leistungen Konstantins, der ja vor wohl allem aus machtpolitischen Erwägungen der neuen Religion Christentum den Vorzug gab.  (Vll. aber auch nur, er hat schon Bedeutendes geleistet  )
Um den Titel "Verrücktester Kaiser" streiten sich wohl viele (wer würde nicht verrückt werden, wenn er "die Welt" regiert), doch die (Doppel-)Krone gehört da wohl eindeutig Nero und Commodus.  |
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11.02.2008, 20:26
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#3 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 01.02.2008 Ort: Regensburg
Beiträge: 12
| Ja, Nero und Commodus wären auch meine Favoriten. 
Wobei bei Nero gerade seine schizophren erscheinenden Handlungen, also jungen und alten Nero gegenübergestellt, das das interessante sind.
Man muss bei den Kaisern allerdings auch die Viten berücksichtigen, durch die sie teilweise auch schlecht "geschrieben" worden sind. Marc Aurel wäre glaube ich ein Beispiel dafür
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Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.
(Ilias)
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12.02.2008, 20:41
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#4 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 12.02.2008 Ort: Stuttgart
Beiträge: 9
| Ich kann woesch mit seiner Wahl der Kaiser guten Gewissens zustimmen. 
Und Velis auch, wenn er auf die jeweilige Überlieferung zu den Kaisern hinweist.
Doch muss ich dir widersprechen, was Marc Aurel anbelangt.
Denn gerade dieser wurde von seinen Zeitgenossen wie auch den Nachgeborenen als großer, guter und weiser Kaiser geschätzt und verehrt.
Der Historiker Cassius Dio rühmt sein Verhalten, spätere Kaiser wie Septimius Severus oder Julian Apostata stellten sich in seine direkte Nachfolge und selbst die Christen, die unter den Verfolgungen Marc Aurels zu leiden hatten, rühmten ihn als guten Kaiser.
Schon eher wird da an einem Decius oder einem Julian Apostata von Zeitgenossen kein gutes Wort gelassen. |
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13.02.2008, 19:29
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#5 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 02.02.2008
Beiträge: 18
| Stimmt, Marc Aurel hatte gute Geschichtsschreiber.
Dass Konstantins Leistungen überschätzt werden, finde ich nicht, brachte er doch nach langen Wirren wieder Ordnung in das Reich.
Nicht vergessen werden sollte in diesem Thema auch Diokletian, der Anfang des 4. Jahrhunderts das Reich umfassend reformierte, und sozusagen die Vorarbeit für Konstantins Erfolge vollbrachte.
Bei den Verrückten stimme ich zu, Nero und Commodus sind hier die geeignetsten Kandidaten. |
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13.02.2008, 20:43
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#6 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 13.02.2008 Ort: Bielefeld
Beiträge: 10
| Ja, stimmt Marc Aurel war ein geliebter Kaiser.
In Sachen Favoriten halte ich es wirklich unspektakulär. Ich nehme Augustus, denn er war derjenige, der das Goldene Zeitalter bestimmt hat und mit der bekanntesten Regierungsleistung |
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13.02.2008, 20:53
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#7 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 01.02.2008 Ort: Regensburg
Beiträge: 12
| Zitat:
Zitat von +Ramses+ Ich kann woesch mit seiner Wahl der Kaiser guten Gewissens zustimmen. 
Und Velis auch, wenn er auf die jeweilige Überlieferung zu den Kaisern hinweist.
Doch muss ich dir widersprechen, was Marc Aurel anbelangt.
Denn gerade dieser wurde von seinen Zeitgenossen wie auch den Nachgeborenen als großer, guter und weiser Kaiser geschätzt und verehrt.
Der Historiker Cassius Dio rühmt sein Verhalten, spätere Kaiser wie Septimius Severus oder Julian Apostata stellten sich in seine direkte Nachfolge und selbst die Christen, die unter den Verfolgungen Marc Aurels zu leiden hatten, rühmten ihn als guten Kaiser.
Schon eher wird da an einem Decius oder einem Julian Apostata von Zeitgenossen kein gutes Wort gelassen. | Hm, mit Marc Aurel hab ich dann da was verwechselt. Danke für den Hinweis 
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Doch wir horchen allein dem Gerücht und wissen durchaus nichts.
(Ilias)
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14.02.2008, 18:14
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#8 (permalink)
| | Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 05.02.2008 Ort: Fulda
Beiträge: 32
| Den Meinungen über Ausgustus, Nero und Commodus schli´ße ich mich an. Vergessen wir aber auch nicht einen Vespasian und einen Hadrian.
Diese beiden waren für das Reich an sich ebenfalls "Glücksgriffe", denn sie kümmerten sich um ihre Untertanen und erhöhten die Effizienz von Verwaltung und Wirtschaft. |
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15.02.2008, 09:06
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#9 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 07.02.2008 Ort: bei Lüneburg
Beiträge: 14
| Da muss ich doch auch noch Domitian ins Rennen bringen. Kein klassisch "guter" princeps, v.a. weil die (senatorische) Geschichtsschreibung in nach der damnatio memoriae ziemlich schlecht macht. Außenpolitisch hatte er große Erfolge, und in der inneren Verwaltung muss auch Tacitus ihm etwas Lob zugestehen. Die Aufrechterhaltung der republikanischen Fassade war aber sein Ding eben nicht, einerseits litt er unter ständiger Angst vor Verschwörungen, andererseit düpierte er den Senat. Dafür hat er sich die plebs urbana mit entsprechender Versorgung sehr gewogen gemacht. Ein spannender princeps allemal! Und sicher nicht so "böseböse", wie Tacitus und Co. ihn darstellen. |
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17.02.2008, 15:38
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#10 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 02.02.2008 Ort: Friedrichsdorf
Beiträge: 18
| Meine liebe Agrippina!
Nachdem ich eben in einem anderen Thread Dein Pseudonym ein wenig diffamiert habe (s. Lateinische Sprache  ), muss ich an dieser Stelle mich mal zum Thema "Domitian" einschalten. Was ist "verrückt"? Wenn jemand nicht nachvollziehbare Verhaltensweisen an den Tag legt? Nach diesem Maßstab kann Domitian Nero und Commodus bestimmt nicht das Wasser reichen, irgendwelche künstlerischen oder Gladiatoren-Schrullen sind meines Wissens nach von ihm nicht überliefert.
Wenn Verrücktheit sich aber auch auf Paranoia bezieht, halte ich Domitian - zumindest im Hinblick auf die damalige Oberschicht - für einen der gefährlichsten Kaiser. Er hat den Senat nicht nur düpiert, sondern, wenn man Tacitus glauben darf, systematisch terrorisiert. Dabei sind weniger die Opferzahlen entscheidend als vielmehr die Atmosphäre. Ich kann mir vorstellen, dass zu Domitians Regierungszeit in Rom eine Atmosphäre der Angst geherrscht hat wie möglicherweise in Russland zur Zeit der stalinschen Säuberungen, wo sich ebenfalls auf systematischen Druck von oben eine ganze Gesellschaftsschicht selbst ausradiert hat. Die Überlebenden haben das Gefühl, der Hölle entronnen zu sein, und das spiegelt sich in ihren Darstellungen der Epoche wider. Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Ähnlichkeiten entdecke ich.
Wenn Du auf einen guten Kaiser hinauswillst, musst Du nur einen kleinen Schritt nach vorne tun und Dir seinen Bruder Titus ansehen.
LG
Berenike |
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