Auf Pippi Langstrumpf bezogen dürfte für viele Eltern wohl der latente Rassismus das geringere Problem sein. Viel mehr dürften die sich dran stören, was Pippi so anstellt, aus lauter Angst, ihre Sprößlinge könnten demnächst auch versuchen, etwa ein Pferd hochzuheben und sich dann einen Bruch heben...
Aber Kinder sind da ganz erstaunlich: Sie erkennen irgendwie, wenn etwas nicht so wirklich real gemeint ist - vorausgesetzt, sie erhalten die Möglichkeit, genügend eigene Erfahrungen zu machen. Und da beginnt dann das Problem: Kinder, die tatsächlich die Streiche von Pippi nachzumachen versuchen (bei diesen Kindern sind es dann allerdings meistens andere Figuren, die sie nachmachen) und sich dann womöglich verletzen, beziehen ihre persönlichen ERfahrungen mit der Wirklichkeit oft nur aus dem Fernsehen. Wenn sie dann mal aus der Wohnung rauskommen, stellen sie oft einen Blödsinn an, der einfach in die Hose gehen MUSS.
Interessanterweise ist das übrigens bei Zeichentricksendungen genauso. Als ich meine Kinder das erste Mal "Totoro" sehen ließ (bin Miyazaki-Fan), hatte ich meine Zweifel, ob sie nicht in der Nacht dann von fliegenden Geistern träumen würden und Angst bekommen würden. War aber nicht so. Sendungen, bei denen z.B. rasend schnelle Schnitte vorkommen, bei denen auch die Handlung "gewalttätiger" ist (Kim Possible etwa, trotz des niedlichen Nacktmulls), lösen da schon eher Nachtträume aus...
Meine Kinder sehen nur noch KiKa, und das auch nur zwischen 18 und 19 Uhr; der Sandmann ist bei uns das Signal, dass jetzt Zeit zum Abendessen ist.
Anders auch beim Struwwelpeter: Die Darstellungen sind da scheinbar so realistisch, dass ich nach der ersten Geschichte (wohlweislich nachmittags vorgelesen) aufgefordert wurde, aufzuhören und "was G´scheites" zu lesen...
Der Struwwelpeter ist wohl doch eher für Erwachsene geeignet...wenn überhaupt (obwohl seit Neuestem behauptet wird, das Ganze sei eine Satire auf die zeitgenössischen Erziehungsmethoden

)
VG
Christian