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Tags: atom, super gau, tschernobyl

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Alt 31.03.2011, 10:30   #1 (permalink)
Administrator
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Beiträge: 360
G-Redaktion wird schon bald berühmt werden
Wie haben Sie Tschernobyl erlebt?

Im April jährt sich die Katastrophe von Tschernobyl: Vor 25 Jahren kam es zum Super-GAU. Wie haben sie das Unglück erlebt? Wie haben sie davon erfahren? Hat sich ihr Alltag dadurch verändert? Welche Lehren haben Sie für sich daraus gezogen? Wir sind gespannt auf Ihre Antworten.
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Alt 31.03.2011, 14:45   #2 (permalink)
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Rang: Majestät
 
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Beiträge: 8.802
dieter ist einfach richtig nettdieter ist einfach richtig nettdieter ist einfach richtig nettdieter ist einfach richtig nett
Liebe Redaktion,
ich habe von dem Unglück durch das Radio und das Fersehen erfahren. Es war ein strahlend schönes Wochenende und uns wurde zuerst gesagt, dass die radioaktive Wolke uns nie erreichen würde. Plötzlich nach einigen Tagen kam es in den Nachrichten, dass wir keine Pilze und kein Wildfleisch mehr essen sollen. Es war wie in Japan heute, es wurde alles runtergeredet und beschwichtigt und dann im Nachhinein doch zugegeben. Bayern muß es damals sehr getroffen haben,die Wolke muß dort verstärkt angekommen sein und dann an der franz. Grenze halt gemacht haben, weil die angeblich keine erhöhten Strahlenwerte gemessen haben.
Dass die Strahlung den Bayern geschadet hat, konnte ich im Laufe der Zeit immer wieder feststellen. (Vorsicht Ironie)
Mein Fazit daraus war, Atomkraft nein danke. Das ist das einzige Mal, dass ich mit meinem Halbbruder übereingestimmt habe. Ich bin Greenpeace beigetreten und zahle zweimal im Jahr einen Förderbeitrag.
Da die Halbwertzeit für Plutonium 30-40.000 Jahre beträgt ist es von uns eine Anmaßung Entscheidungen treffen zu wollen, die einen solangen Zeitraum beeinflussen.
Übrigends nirgends auf der Welt gibt es ein gesichertes Endlager und Uran ist auch nur noch für 40 Jahre da.
__________________
Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu.

Rettet das Forum
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Alt 31.03.2011, 22:33   #3 (permalink)
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Diviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekanntDiviciacus ist jedem bekannt
Gar nicht.
__________________
Nette Begegnungen und viele Grüße

"Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~
K. Polke-Majewski
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Alt 31.03.2011, 23:45   #4 (permalink)
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Benutzerbild von Rohana
 
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Rohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein Lichtblick
Als Tschernobyl passierte, war ich gerade sehr mit mir selbst beschäftigt. (Wie im Moment eigentlich auch...) ich habe anfangs gar nicht so viel mitbekommen, und meine Mutter schien das ganze auch nicht weiter zu beunruhigen, sonst hätte sie ja etwas darüber verlauten lassen.
Mulmig wurde mir erst, als es immer wieder hieß, man solle keine selbstgesammelten Pilze mehr essen, als von radioaktivem Regen die rede war.
Ich fürchte, ich habe die Gefahr von Tschernobyl erst Monate später so richtig realisiert- und mich daraufhin dann langsam aber sicher mit dem Thema "friedliche Nutzung der Kerneergie" auseinandergesetzt.

Ich denke, daß man sich während meiner Jugendzeit über Kernkraftwerke eigentlich keine Gedanken gemacht hat. (Mit Ausnahme von den grünen Spinnern natürlich) Wir fürchteten vielmehr die Atomwaffen. Das war unserere Sorge im kalten Krieg. Atomare verseuchung- das war etwas, was eigentlich nur durch einen Nuklearkrieg ausgelöst werden konnte. Die meisten von uns hatten Nevil Shutes "on the beach" gelesen (den deutschen Titel kenne ich nicht, wir haben es in Englisch gelesen) und fürchteten, daß irgendwann jemand aufs rote Knöpfchen drückt. Aber daß Gefahr von einem Kernkraftwerk ausging- nö... damit hatten wir nicht gerechnet. Und so schien das erst mal nicht wirklich dramatisch in Tschernobyl. Das kam erst allmählich...
__________________
Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.

Wilhelm Busch
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Alt 01.04.2011, 00:22   #5 (permalink)
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Benutzerbild von RedScorpion
 
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Also, ich mein' mich zu erinnern, dass Umweltschutz, Siffe aus dem Osten, AKWs, Braunkohleschleudern aus Sachsen und der CSSR sehr wohl ein Thema waren, sogar um die Zeit deutlich stärker als die Bedrohung durch Atomwaffen (war das nicht schon während der Abrüstungsgespräche, Malta, Rejkjavik und so?).

Man durfte jedenfalls nicht mehr draussen spielen und so, und alle fluchten auf die verrotteten und versifften Russen. Gerüchte gingen um, sie hätten ihre Meiler absichtlich hochgehen lassen, und dazu den um die Jahreszeit seltenen Ostwind abgewartet. Manche befürworteten die nukleare Vernichtung der SU aus Rache.

Insbesondere Süddeutschland, das den Hauptteil der Ladung abbekommen hat, hat sich (zumindest in meiner Wahrnnehmung) danach sehr zum Schlechten verändert, was Natur und Pflanzen angeht: Ich will nicht sagen: Verbrannte Erde,

aber die Natur ist im Vergleich zum Norden dort bis heute sichtbar anfälliger und kränker. Was v.a. deswegen schlimm ist, weil dort der Hauptteil der Wälder ist.



LG
RedScorpion ist offline  
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Alt 01.04.2011, 01:00   #6 (permalink)
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Man spürte die Angst..

1986 war ich 7 Jahre alt, ich bekam nich viel mit. Nur als draussen Spielen wollte und Sandkasten gehen wollten, verbot das meine Mutter wegen der Strahlung..

Schlimm wurde erst, als mir anstatt die Frische Milch, nur noch UP Milch bekam oder Milchpulver, man spürte als Kind eine gewisse Angst in der Geselschaft, im Fernsehen sah man riesigen Demonstration zu Atomkraft.

Später erzählte meine Mutter das sie den Regenmantel 3 Tage nach dem Fallout Tschnernobyl in der Badwanne abspülter und den Müll warf.

Der Regen hat in sich, im Tessin wurde starke Wert gemessen, weill die Nuklide aus den Wolken gepühlt wurden.

4 Jahre später gab es die Volksinitiative Stop Atom, das Schweizer Volk sagte ja zu einem Moratorium zu Bau von neuen Atomkraftwerke, das Atomkraftwerk Kaiseraugst wurde nicht mehr gebaut.

Ich war schon als Jugendlicher Atomkritisch eingestellt, vor allem als ich den Film "Day After" oder "China Syndrom" zum ersten mal sah, als mir mit den Schulen das AKW Gösgen besuchte, stellte ich als einziger kritische Fragen zu Atomenergie..

Damals fürchetet mich vor allem, von Schnellen Brütter Superfhenix der nur 30 Kilometer zu Grenze des Kanton Genf in Frankreich stand, ich war auch gegen die Atom Test in Murora Atoll

Lg
Obelix
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Sic semper tyrannis "So soll es jedem Tyrann ergehen" von Shakespear Cäsar. diese Worte wurden von Herr Booth bei der Ermordung des Präsidenten Lincoln gesagt.
Obelix ist offline  
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Alt 01.04.2011, 09:05   #7 (permalink)
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Rang: Durchlaucht
 
Benutzerbild von Rohana
 
Registriert seit: 09.06.2009
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Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Also, ich mein' mich zu erinnern, dass Umweltschutz, Siffe aus dem Osten, AKWs, Braunkohleschleudern aus Sachsen und der CSSR sehr wohl ein Thema waren, sogar um die Zeit deutlich stärker als die Bedrohung durch Atomwaffen (war das nicht schon während der Abrüstungsgespräche, Malta, Rejkjavik und so?).
Vielleicht war das regional unterschiedlich. Ich habe 1985 Abi gemacht, und die politischen Diskussionen im Gemeinschaftskundeunterricht drehten sich in der gesamten Oberstufe mehr oder weniger um den kalten Krieg. Das einzige Umweltthema, das damals vereinzelt behandelt wurde, war das Waldsterben. Aber es fand nicht so viel Anklang wie die Gefahr durch den Russen... Vielleicht lag es auch an unseren Lehrern...

Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Man durfte jedenfalls nicht mehr draussen spielen und so, und alle fluchten auf die verrotteten und versifften Russen. Gerüchte gingen um, sie hätten ihre Meiler absichtlich hochgehen lassen, und dazu den um die Jahreszeit seltenen Ostwind abgewartet. Manche befürworteten die nukleare Vernichtung der SU aus Rache.
Im Ernst? Daran kann ich mich nun gar nicht mehr erinnern. Aber es war ja schon 1986- die Schule lag hinter mir. Unser GK Lehrer hätte wohl so etwas von sich gegeben.
Ich erinnere mich allenfalls daran, daß es als weiteres Zeichen der Überlegenheit des westlichen kapitalismus, wo man ja immerhin viel Geld in die Sicherheit stecken würde (dazu sach ich jetzt nix), während im maroden Ostblock natürlich das Geld für Sicherheit fehlen würde. Bis heute hat sich ja die Einstellung gehalten, daß sich so etwas wie in Tschernobyl im hochtechnologisierten Westen nicht ereignen könnte...

Zitat:
Zitat von RedScorpion Beitrag anzeigen
Insbesondere Süddeutschland, das den Hauptteil der Ladung abbekommen hat, hat sich (zumindest in meiner Wahrnnehmung) danach sehr zum Schlechten verändert, was Natur und Pflanzen angeht: Ich will nicht sagen: Verbrannte Erde,

aber die Natur ist im Vergleich zum Norden dort bis heute sichtbar anfälliger und kränker. Was v.a. deswegen schlimm ist, weil dort der Hauptteil der Wälder ist.
Tatsächlich ist im Süden die radioaktive Belastung bis heute meßbar. Wild, das in bestimmten Gegenden Bayerns erlegt wird, darf nicht verkauft werden, weil es nach wie vor zu hohe Strahlungswerte aufweise, das gleiche gilt für Pilze.
Angeblich ist es erst wieder in 300 Jahren möglich, in gewissen Gegenden Bayerns Pilze zu verzehren, ohne sie vorher auf Radioaktivität untersucht zu haben. Auch werden die erhöhten Krebsraten in manchen Gegenden in Bayern mit Tschernobyl in Zusammenhang gebracht...
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Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.

Wilhelm Busch
Rohana ist offline  
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Alt 01.04.2011, 10:10   #8 (permalink)
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Beiträge: 1
keula57 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Fußboden

Der Titel Fußboden klingt sehr komisch, aber dieser Fußboden hatte es in sich. Er war nämlich nicht mehr vorhanden. Kurz bevor wir in der DDR über das Unglück informiert wurden, bekamen wir den Hinweis, das in zwei Räumen unserer Wohnung der alte Parkettfußboden erneuert werden sollte. Um alles etwas zu verschnellern holte ich mir Freunde zusammen, mit denen ich den Alten raus riss! Hätten wir es doch lieber sein lassen. Tschernobyl brauchte einen Betonmantel zum Schutz gegen die Strahlung. Wer wurde wieder angezapft um das wichtige Material zu besorgen: Die lieben Freunde in der DDR. Somit gab es Zement gar nicht mehr für den privaten Haushalt ( Im Normalfall wurde er so wie so unter der Hand verschoben, weil er Mangelware war).
Sage und schreibe 4 Wochen mussten wir uns auf Brettern durch die Wohnung bewegen um in die noch mit Fußböden verlegten Räume zu kommen. Erst nach mehreren Beschwerden stand eines Tages ein Multicar kleiner DDR-LKW) mit dem wichtigen Zement samt Handwerkern vor der Tür. Wir hatten uns erlaubt die Beschwerde bis hoch in die Parteizentrale der SED des Kreises zu schicken. Und, oh Wunder, es hatte geklappt. Manchmal hatte die auch was Gutes zu Stande gebracht.
keula57 ist offline  
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Alt 01.04.2011, 17:54   #9 (permalink)
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913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick913Chris ist ein wunderbarer Anblick
Servus!
Ich bin an dem Tag mit dem Fahrrad zur Schule gefahren und hörte dabei über Walkman Radio. Dabei hab ich erst mal davon erfahren, dass in Schweden erhöhte radioaktive Werte gemessen wurden. Die Schweden tippten gleich auf ein sowjetisches AKW als Ursprung. Erst mal dachte ich mir, naja.
Montag abend hörte und sah ich keine Nachrichten, am nächsten Morgen - muss wohl wieder ein schöner Tag gewesen sein, denn ich erinnere mich wieder ans Radfahren - waren die Nachrichten via Walkman dann schon präziser: Ein AKW-Unfall. Tschernobyl. Komischer Name, dachte ich. Aber ein Katastrophe, die mich betraf, das kann nicht sein, da wart ich mal ab, was noch an Nachrichten kommt. Mittags beim Heimfahren waren die Nachrichten dann schon ausführlicher, verbunden mit Tipps, wohin eine eventuell (!) freiwerdende Wolke ziehen würde und was man demnächst nicht mehr essen solle. Abends kamen dann schon die Bilder in der Tagesschau.
Irgendwann in den nächsten Tagen kann ich mich an ein Gespräch mit meiner Mutter erinnern, die gartelte. Sie lehnte es ab, ihre wertvollen, gerade gepflanzten Tomaten, Paprika, Salate etc. wegzuwerfen. "Müssen wir halt gut waschen". Sie ließ sich nicht beirren - erst Mal. Aber wir haben dann in diesem Jahr auffallend wenig Gemüse und Obst gegessen. Nicht gar nichts, aber weniger.

VG
Christian
__________________
De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung)
913Chris ist offline  
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Alt 01.04.2011, 19:55   #10 (permalink)
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Benutzerbild von Fabian
 
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Gar nicht.
Willkommen im Club.
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Mitglied der Aktionsgruppe
Rettet das Forum
Fabian ist offline  
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