Zitat:
Zitat von 913Chris Der erste Teil deines Mails und der hier von mir zitierte Teil lesen sich, als wären sie von zwei grundverschiedenen Personen geschrieben...
Natürlich kann man auch als Papst noch mehr tun für Völkerverständigung, Frieden usw. Recht viel mehr als Appellieren und Reden bleibt dem Papst von heute allerdings nicht. Sein moralisches Gewicht ist alles, was er noch in die Waagschale werfen kann, und die Mächtigen der Welt orientieren sich daran nicht, sei es, weil sie gar keine Christen, geschweige denn Katholiken sind, sei es, weil sie einfach nicht auf den Papst hören wollen.
Weiterhin hast du das Amt des Papstes missverstanden, wenn die davon ausgehst, dass der Stellvertreter Gottes auf Erden (als der der Papst sich ja sieht, wenn man´s auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runterbricht) so handeln müsse wie sein "Boss". Der Papst wird als oberster Bischof der Katholiken gesehen, als Nachfolger von Petrus und als vom Heiligen Geist inspiriert. Er ist NICHT gottgleich (das würde es letzten Endes bedeuten, wenn er wie Gott handeln müsste) und einem Theologen wie Ratzinger muss man hoffentlich nicht erklären, dass es sowieso hoffnungslos ist, wie Gott handeln zu wollen, denn laut Bibel (NT + AT) lässt sich Gott nach menschlichen Maßstäben nicht messen.
VG
Christian |
Woraus mutmaßen Sie, dass 2 unterschiedliche Personen den Beitrag schrieben ?
Ich habe die Rede des Papstes am Sonntag unter sehr widrigen Empfangsverhältnissen gehört, die Deutsche Welle auf Mittelwelle hat Mittags sehr viel fading und Radio Marya aus Polen auf UKW sendet mit 10 KW weit in das Königsberger Gebiet , um auch die letzten Schäfchen wieder auf den Pfad der Tugend zurück zu holen.
Ich konnte darum nur die ersten Worte des Papstes vor Beginn der polnichen Simultanübersetzung hören, mir es allerdings und bei jedem Durchgang „gereicht“ hat .
Man kann ja Gott , welchen Namen ja auch für ihn gebraucht wird, lieben und auch lobpreisen, ich tue es sicher mehrere Male am Tag.
Aber mit dieser dort in Freiburg zelebrierten Liturgie, kann man Menschen so richtig besoffen machen,
Genau DAS meinte Lenin/Marx als sie sagten: „religija opium dla naroda“ .
Und Eines erreicht man mit Sicherheit NICHT, die Herzen der jungen Menschen, die nämlich genaus das sollen, was dort in Freiburg gefordert wird, sich zu Gott hinwenden.
Wer nicht den katholischen Sermon kennt, wird durch solch eine Feier steter Selbstbeweihräucherung nicht nur verunsichert , auch abgestoßen. ,
Selbstverständlich ist Gott gütig und barmherzig, es muss aber nicht in jedem zweiten Satz wiederholt werden, es klingt für mich so wie ein windiger Kobold-Reisevertreter, der einer armen Frau eine Staubsauer aufschwatzen will. .
Und da ist es wieder , das alte christliche Trauma, des barmherzigen und gleichzeitig strafenden Gottes.
Zur Position des Papstes, auf Ihre Replik eingehend:
Die Feinheiten, dass der Papst der Nachfolger Petrus ist oder der Vertreter Gottes auf Erden, führt letztlich zum gleichen Punkt:
Ist der Papst Nachfolger von Petrus (dieser sich selber als Sprachrohr Jesu gesehen hat) dann ist der Papst Vertreter Jesu auf Erden.
Und ich habe jenen sympathischen Jesus vor Augen, als er wie ein Berserker in den Tempel eindringt und die Götzenbilder zerschlägt, eben ein Mann, der das Herz auf dem rechten Fleck hat,
Ob Mensch oder Sohn Gottes oder nur ein Prophet ist erst einmal egal, ein Person, die man gerne zum Freund haben würde.
Ein Mann der Praxis, nicht abgehoben und freischwebend im Raum, ein Familienvater mit Weib und Kind zuhause, was mit Sicherheit auch gestimmt hat. Aber alleine DAS rührt schon an den Grundpfeilern der Kirche schlechthin.
Und wenn der Papst nun Vertreter Gottes auf Erden sein soll, und das Konklave von Gott geleitet worden sein soll, dass auch ja, um Himmelswillen , der Richtige gewählt wird ?
Ich finde das anmaßend., da überhöhen sich Menschen als Sprachrohr Gottes. (unabhängig davon, dass jedes Conclave auch eine politische Entscheidung ist, „abemus papan“ für mich wie eine Gotteslästerung klingt, einschließlich der erwarteten Verzückung der Wartenden.
Einen strafenden Gott möchte ich nicht zum Freund haben, aber einen gütigen Gott, der auch einmal über einen Mist hinwegschaut, den man veranstaltet hat. (ich höre schon die höhnende Anwort)
Ein Gott, zwar nicht augenzwinkernd, sondern indem er sich durch das eigene Gewissen meldet und zu verstehen gibt: pass auf, es kann auch beim nächsten mal schiefgehen.(Was übrigens nichts mit Fatalismus zutun hat, Fatalismus ist Unverantwortlichkeit auch gegenüber Gott)
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Der Papst ist Sinnbild einer weltfremden, seit Jahrhunderten verkrusteten Struktur, um die Aufgaben zu lösen, was seine Pflicht und Schuldigkeit wäre t, bedürfte es eines Managers .
Das Wort des Papstes soll kein Gewicht haben, seine Apelle in den Wind gesprochen, gar bei Nichtchristen verhallen ?
Unsinn ist diese Meinung. Sein Wort hat bei Nichtchristen sicher nicht das gleiche Gewicht wie bei Christen. Eine Regierung in einem christlichen Land dürfte sich wohl kaum gegen das Wort des Papstes stellen können.
Erinnern wir uns ? Vom Krieg 1870 will ich nicht sprechen, aber die Stichworte: WK 1 geführt von Christen, WK 2 fast unter Billigung des Papstes gegen Kommunisten , die laxe Haltung gegen den Holocaust, dafür aber großes Engagement um Naziverbrecher in Sicherheit zu bringen.
Und heute ? Der Krieg in Afghanistan ausgelöst durch eine christliche Nation, den USA und geführt auch von anderen christlichen Nationen. Und da soll es kein Regulativ geben ? ,
der Krieg im Irak ausgelöst und geführt durch eine christliche Nation, den USA
Ein großer Teil des Unsinnes in dieser Welt wird von Christen veranstaltet. So wie früher die Päpste die weltlichen Mächtigen in den Bann gelegt haben, so könnten sie auch heute Druck in ähnlicher Art ausüben.
Es sei denn, die Päpste wollen nur Frieden für Christen, Es sei denn die Päpste nehmen den Kampf gegen Nichtchristen als credo, es sei denn die Päpste nehmen auch die Auslöschung von Nichtchristen billigend inkauf.
Dann allerdings sind Päpste schlichtweg eine Fehlbesetzung und nicht im Sinne Gottes, denn dann lästerten sie Gott mit dem steten Hinweis auf seine Güte ..