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20.09.2011, 09:47
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#1 (permalink)
| | Administrator Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 23.04.2008
Beiträge: 360
| Streitpunkt Papst-Besuch: Was ist eure Meinung? Streitpunkt Papst-Besuch: Was ist eure Meinung?
Auf Papstbesuch 2011: Home kann man den Countdown bis zur Ankunft des Papstes in Deutschland mit herunterrechnen oder im Shop Merchandising-Produkte bestellen. Andere Seiten im Netz rufen wiederum zur Demonstration auf, zum Boykott: Was hat der Papst im Deutschen Bundestag zu suchen? Kardinal Meisner kontert gegen die "Anti-Papst-Besessenheit" in Deutschland.
Es zeigt: Benedikt XVI. reist nicht ohne Debatte. Was ist Eure Meinung? |
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20.09.2011, 10:43
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Ich verstehe letztendlich das ganze Theater nicht. Irgendwie bekommt man den Eindruck, daß künstlich ein Theater geschaffen werden soll, um von den ganzen anderen Problemen abzulenken. Wer sich über den Papst- Besuch aufregt und dagegen protestiert, der kann gegen nichts anderes protestieren.
Natürlich kann man sich fragen, ob die ganzen Gelder die der Papst- besuch verschlingt, nicht besser den Hungernden der Welt zu Gute kommen würde- andererseits, wenn diese Frage empört von Leuten gestellt wird, die ihrerseits Geld für Prestigeobjekte ausgeben, ist das bloßte Heuchelei.
Natürlich kann man sagen, der Papst habe im Bundestag nichts zu suchen, aber da nicht zu befürchten steht, daß er bei einem Gesetzesentwurf mit entscheiden soll, verstehe ich die Aufregung nicht. Der Bundestag wird schon dafür gesorgt haben, daß während des Papstbesuches nichts zu Abstimmung kommt, das durch die Anwesenheit des Papstes beeinflußt werden kann. (Würde der Papst einer Debatte über Beibehaltung der Schwangerschaftsberatung vor Abrteibung beiwohnen, würde ich das schon sehr kritisch betrachten...).
Von daher läuft das ganze irgendwie unter dem Motto "Viel Rauch um nichts."
Wer nichts vom Merachndising hält, der braucht sich keine Papst- Tassen zu kaufen. Wo ist da bitte das Problem?
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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22.09.2011, 07:19
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#3 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| Kritik am Papst oder an der katholischen Kirche- Zölibat, Knabenliebe – sind zwar populistisch, gehen aber am eigentlichen Thema vorbei, das da lautet: Welche Aufgabe hat der Pabst und was will er in Deutschland.
Dass Päpste früher zu Kreuzzügen und damit zu Gewalt aufgerufen haben, Ketzer auf den Scheiterhaufen setzten, Hexenverbrennungen , gehört zur damaligen Moralvorstellung und kann nicht heute Masstab moralischen Handelns sein.
Für mich lautet die heutige Frage: Welche Aufgabe hat der Papst ?
Wenn der Papst sich als Vertreter Gottes auf der Erde versteht, dann ist es seine Pflicht und Aufgabe auch das zutun, nämlich den Menschen Frieden zu bringen, wenn diese nicht in der Lage sind, für Frieden selber zu sorgen.
Der Papst ist kein Kaiser ohne Macht, das Wort des Papstes zählt
Die Päpste seit Pius XII versagten als Stellvertreter Gottes: Sie verschlossen die Augen vor dem Holocaust, sie verschlossen die Augen vor der Anzettelung von Kriegen.
Keine weihevollen Reden, kein würdevolles , bedenkliches Schütteln des Kopfes, sondern aktives Handeln, Anklage an die Mächtigen der Welt, den Unsinn mit den Kriegen zu lassen, die Mächtigen aufzufordern, in konkreten Fällen Hungersnöte zu bekämpfen und selber mit gutem Beispiel vorangehen, vielleicht die eine oder andere Immobilie zu versilbern.
Täten das die Päpste, die Begeisterung der Jugend aller Schichten wäre ihnen sicher, es bedürfte dann keiner Werbereisen, oder auf weitem Feld aufwendige Messen zu zelebrieren, weil damit dann öffentliches Beten zum Selbstzweck wird.
Wenn es denn für die christliche Kirche einen Gott gibt, dann braucht diesem Gotte nicht permanent die Liebe der Menschen versichert zu werden, der weißt das nämlich dann , und wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann muss man sich als Vertreter Gottes auf Erden auch so verhalten, wie sich Gott verhalten würde.
Tut man das nicht, und das machen die Päpste, verarscht man Gott, weil seine Vertreter meinen, der würde genau so wenig machen wie sie selber.. .
Geändert von krasnaja (22.09.2011 um 07:21 Uhr).
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22.09.2011, 15:42
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Stimmt, das könnte ich so unterschreiben.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
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24.09.2011, 10:37
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von krasnaja Wenn es denn für die christliche Kirche einen Gott gibt, dann braucht diesem Gotte nicht permanent die Liebe der Menschen versichert zu werden, der weißt das nämlich dann , und wenn es diesen Gott wirklich gibt, dann muss man sich als Vertreter Gottes auf Erden auch so verhalten, wie sich Gott verhalten würde.
Tut man das nicht, und das machen die Päpste, verarscht man Gott, weil seine Vertreter meinen, der würde genau so wenig machen wie sie selber.. . | Der erste Teil deines Mails und der hier von mir zitierte Teil lesen sich, als wären sie von zwei grundverschiedenen Personen geschrieben...
Natürlich kann man auch als Papst noch mehr tun für Völkerverständigung, Frieden usw. Recht viel mehr als Appellieren und Reden bleibt dem Papst von heute allerdings nicht. Sein moralisches Gewicht ist alles, was er noch in die Waagschale werfen kann, und die Mächtigen der Welt orientieren sich daran nicht, sei es, weil sie gar keine Christen, geschweige denn Katholiken sind, sei es, weil sie einfach nicht auf den Papst hören wollen.
Weiterhin hast du das Amt des Papstes missverstanden, wenn die davon ausgehst, dass der Stellvertreter Gottes auf Erden (als der der Papst sich ja sieht, wenn man´s auf den kleinsten gemeinsamen Nenner runterbricht) so handeln müsse wie sein "Boss". Der Papst wird als oberster Bischof der Katholiken gesehen, als Nachfolger von Petrus und als vom Heiligen Geist inspiriert. Er ist NICHT gottgleich (das würde es letzten Endes bedeuten, wenn er wie Gott handeln müsste) und einem Theologen wie Ratzinger muss man hoffentlich nicht erklären, dass es sowieso hoffnungslos ist, wie Gott handeln zu wollen, denn laut Bibel (NT + AT) lässt sich Gott nach menschlichen Maßstäben nicht messen.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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24.09.2011, 10:44
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Zum Papstauftritt im Bundestag:
Nachdem der Papst nicht mehr als oberster katholischer Bischof aufgetreten ist, sondern als Regierungsoberhaupt des Vatikanstaats, haben sich auch die Linken und die linken Grünen und SPD´ler herabgelassen, seinen Worten zuzuhören.
Ich fand´s sowieso kleinlich, sich zu weigern, dem Mann überhaupt nur zuzuhören. Klar, eine Diskussion war nicht möglich (was ein Grüner vor laufenden Kameras u.a. als Grund angab, nicht zuhören zu wollen), aber eine Rede eines beliebigen Staatsoberhauptes war noch nie Gegenstand einer direkt anschließenden Debatte im Bundestag.
Mich würd´s mal interessieren, was passieren würde, wenn das andere geistliche Oberhaupt einer Religion bzw. von sowas wie einer "Konfession", das gleichzeitig Oberhaupt zumindest einer Exilregierung ist, der Dalai Lama nämlich (jemand anders, der hierin mit dem Papst vergleichbar ist, fällt mir momentan nicht ein), vor dem Bundestag sprechen würde.
Die linken Parlamentarier aller Parteien wären wahrscheinlich begeistert, aber was würde passieren, wenn die Konservativen unter den Sozialdemokraten, den Grünen, der FDP und der Unionsparteien unter Protest aus dem Bundestag ausziehen würden und sich in die Reihe der Demonstranten einfügen würden, die vor dem Bundestag gegen die Rede des Dalai Lama und gegen das religiöse Amt und die Religion des Dalai Lama schlechthin protestieren würden?
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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24.09.2011, 14:57
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| Klar wäre das der Fall.
Der Dalai Lama hat aber auch "bessere" Inhalte zu vermitteln.
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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24.09.2011, 22:12
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.265
| Zitat:
Zitat von Diviciacus Klar wäre das der Fall.
Der Dalai Lama hat aber auch "bessere" Inhalte zu vermitteln. | Das ist aber kein Argument. Es ist nur eine persönliche Meinung...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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25.09.2011, 11:39
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| Darum ja auch die ""
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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25.09.2011, 21:18
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 25.01.2009
Beiträge: 2.160
| Der Papst ist ein Staatsoberhaupt und höchste Vertreter eine Religion... Ich bin kein Freund des jetztigen Papstes, weil er viele Reformen seine Vorgänger wieder zunichte macht und den alten Ritus (Messe in Latein) wieder einführt.
Auch ist dieser Papst im gegenzug zum Vorgänger kein Verfechter der Ökumene mit andere Konfessionen und Religionen, im gleichen Stil zu verfolgen wie Johannes Paul II..
Ich finde es aber kleinlich von anderen Parteien, eine Art Boykott Aufruf zu starten, wenn der Papst eine Rede hält im Bundestag, er macht das im Auftrag des Vatikanstaates und einer der grössten Welt Religionen, in den Er als Stellvertreter fungiert.
Stellt euch den Skandal vor, der Chinesische Präsident spricht im Bundestag und viele Parteien würden einfach davon laufen und ihm nicht zuhören... ich bin der Meinung jeder hat das Recht sein Wort zu sagen, das gilt übrigens auch für die UN Vollversammlung...
Auch der Papst empfängt jedermann ob Kritiker von Ihm wie Hans Küng oder Fidel Castro, die Päpstliche Audienz ist jeder Willkommen...alles anders ist Gespräch Verweigerung...und eigentlich unschön für einen Demokratischen Staat..
Ganz dem Motto " Ich bin zwar nicht deiner Meinung aber ich werde dafür Kämpfen das du deine Meinung Öffentlich machen kannst..."
Um auf die Ansprache zurück zu kommen, viele Sätze finde ich gut, Rückkehr zu Moral und weg von Egoismus, nur muss auch die Kirche ihre Aufgabe wahrnehmen und ihre Moralische Verfehlungen und Missbräuche von Pfarrer und Bischofe aufklären und den Leuten ihre Leiden entschädigen..
LG
Obelix
__________________  Sic semper tyrannis "So soll es jedem Tyrann ergehen" von Shakespear Cäsar. diese Worte wurden von Herr Booth bei der Ermordung des Präsidenten Lincoln gesagt.
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