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Tags: germanen, legionen, roemer, tacitus, varusschlacht

Thema geschlossen
Alt 12.02.2008, 16:09   #1 (permalink)
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Benutzerbild von Pascal_77
 
Registriert seit: 04.02.2008
Ort: Berlin
Beiträge: 38
Pascal_77 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Germanische Kampfesweise und Bewaffnung

Eigentlich gehört dieses Thema ja zeitlich ins Altertum - eigentlich gehört doch diese ganze Völkerwanderungs- und Germanen-Thematik eher ins Altertum, finde ich.

Seis drum, mich interessiert folgendes: Angefangen von den ersten Einfällen der Kimbern und Teutonen bis zur Zeit der Völkerwanderung und des Untergangs des weströmischen Reiches hat es ja immer wieder mal Niederlagen der Römischen Legionen die germanische Kampfverbände gegeben. Und das obwohl die Römer über die weitaus größere Armee verfügte, besser ausgebildet und bewaffnet waren, usw. Wie konnte das passieren?

Ich denke hier gehört alles hinein, was Aufschluss über die germanische Kampfesweise sowie über die von ihnen benutzten Waffen geben kann und somit die Furcht der Römer vor "den Germanen" erklärt.
Pascal_77 ist offline  
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Alt 12.02.2008, 16:34   #2 (permalink)
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Benutzerbild von Titus
 
Registriert seit: 02.02.2008
Beiträge: 18
Titus befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ein gutes Thema.

Ich will mal, soweit es mir möglich ist, anhand einigen Punkten auf die Unterschiede zwischen römischer und germanischer Armee / Kampfesweise eingehen.

1. Die Römer hatten im Grunde zwar mehr Soldaten, doch waren jene alsbald auch über den ganzen Mittelmeerraum verteilt. In direkten Auseinandersetzungen führten oftmals die Germanen mehr Krieger in die Schlacht.

2. Die Römer kämpften sehr organisiert (Stichworte Manipel, Kohorte, ec.) , gut ausgebildet und seit den Marius-Reformen hauptsächlich für ihren Sold und ein Stückchen Land nach dem Dienst.
Die Germanen kämpften zwar weniger gut organisiert (meist in wilden Schlachthaufen), doch glichen sie dass mit ihrer Wildheit aus. Einige zogen sogar völlig nackt in die Schlacht und glichen das mit ihrer Todesverachtung aus. Auch zogen oft die Frauen mit auf das Schlachtfeld und feuerten ihre Männer barbusig an, was den Feind ebenso ablenken sollte. Die Männer zogen für ihre gesellschaftliche Anerkennung / Aufstieg innerhalb der Stammesverbände in die Schlacht.

3. Taktisch und technisch waren die Römer hoch entwickelt. Doch die komplexen Schlachtordnungen mit den gestaffelten Treffen, beweglichen Manipeln (später eigenständigen Kohorten) und ausgereiften Kriegsmaschinen (z.B. der Skorpion) verloren in den dichten Wäldern nördlich der Alpen stark an Bedeutung.

4. Zur direkten Bewaffnung: Natürlich war jeder Legionär gut ausgestattet, meist mit großem Schild (scutum), zwei Wurfspeeren (pila, Einz. pilum) und einem Kurzschwert (gladius). Dazu kam erst eine Leder-, später eine Kettenrüstung und ein Helm.
Die Germanen kämpften meist mit Speeren, mit Schild, Äxten und Langschwert. Auffallend ist, das die Germanen anders als die Römer verstärkt auch auf berittenene Krieger setzten. (Welche oftmals von Rom als Söldner auch angeheuert wurden)

5. Nicht zu vergessen ist, dass ein germanischer Krieger oftmals einen Kopf größer war als sein römischer Widersacher. Vom Körperbau des Einzelnen waren sie den Römern also grundsätzlich meist überlegen.

Soweit ersteinmal dazu, soll ja hier keine Abhandlung werden.
Andere sollen ja schließlich auch noch zu Wort kommen.
Titus ist offline  
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Alt 12.02.2008, 16:47   #3 (permalink)
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Benutzerbild von Yvette
 
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Yvette befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Zitat:
Zitat von Titus Beitrag anzeigen
Soweit ersteinmal dazu, soll ja hier keine Abhandlung werden.
Andere sollen ja schließlich auch noch zu Wort kommen.
Danke

Man sollte auf jeden Fall auch noch erwähnen, dass bei den Germanen ja auch Hilfstruppen (Auxiliareinheiten) mitkämpften. Und gerade Arminius hatte ja auch längere Zeit im römischen Heer gedient. Das war sicher ein wichtiger Punkt, da die Angreifer so genau über Strategie und Ausrüstung ihrer Gegener informiert waren.
Möglicherweise haben sie ja auch selbst römische Waffen verwendet??
Yvette ist offline  
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Alt 12.02.2008, 20:46   #4 (permalink)
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+Ramses+ befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Da fällt mir eine Dokumentation, lange ist sie her, ein, in der es um die besondere Qualität der germanischen Langschwerter ging.
Dem Bericht zufolge ging das teilweise auf einen Asteorideneinschlag zurück, welcher besonderes Metall in einem Teil Germaniens verteilt hatte.
Die Römer griffen dieses Gebiet auch nie an, sondern zahlten lieber hohe Preise für die ausgezeichneten Schwerter.
Man fand auch eines jener heutzutage, und es wies keinerlei Rost auf.

An mehr kann ich mich leider nicht erinnern . Vielleicht weiß hier ja jemand mehr darüber. Finde das nämlich ungemein spannend.
+Ramses+ ist offline  
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Alt 13.02.2008, 12:05   #5 (permalink)
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Benutzerbild von Pascal_77
 
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Beiträge: 38
Pascal_77 befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Hm, spannend auf jeden Fall, allerdings finde ich die Theorie mit dem Ateroideneinschlag und dem "außerirdischen" Metall (darauf zielt die Geschichte ja letztlich ab, oder?) schon ziemlich haarsträubend!
Würde mich jedenfalls echt interessieren was das für eine Doku war!

Zum Thema germanische Schwerter: Mir ist bekannt, das die Schwerter der Wikinger im Allgemeinen eine erstaunlich gute Qualität aufwiesen. Doch die agierten bekanntlich hunderte von Jahren nach Arminius, Tacitus & den Römern.
Pascal_77 ist offline  
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Alt 13.02.2008, 13:59   #6 (permalink)
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Benutzerbild von woesch
 
Registriert seit: 01.02.2008
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woesch befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Also das mit dem außerirdischen Metall, aus dem besondere Schwerter geschmiedet wurden, kam in einer Terra X - Doku, die da hieß "Der Chiemgau Komet".
Allerdings soll der Komet (oder Asteroid, je nachdem) bei den Kelten und nicht den Germanen runtergekommen sein, und zwar im keltischen Königreich Noricum (etwa im heutigen Österreich).
Und der Chiemsee sollte i.m.o. der Einschlagskrater sein.
Die ganze Theorie ist ziemlich wackelig (typisch Terra X eben). Nicht einmal der Einschlag ist definitiv in jener Zeit nachzuweisen.

Siehe: Einschläge, die Gefahr aus dem Weltraum

Zwar kauften die Römer von den Norikern auch gut geschmiedete Waffen und eroberten sie auch nicht (sie banden sie friedlich ans Reich), desweiteren lassen sich in diesem Gebiet durchaus vereinzelt fremde Metalle im Boden feststellen..
Doch ob jener unsichere Komet ausreichend war, Metall für hunderte/tausende Schwerter zu liefern (wie in dem Bericht zuweilen angedeutet) ist ebenso zweifelhaft. Erz gab es dort auch so und die Schmiedekunst der Noriker war hoch-entwickelt. Direkt mit den Germanen hatte das alles aber wenig zu tun.

Ich hoffe, damit etwas Licht ins Dunkel gebracht zu haben.

PS: Zu den historischen Dokus im TV und ihrer Qualität gibt es ja schon ein Thema, sonst hätt´ ich das jetzt erstellt.

Geändert von woesch (13.02.2008 um 14:34 Uhr).
woesch ist offline  
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Alt 14.02.2008, 16:15   #7 (permalink)
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Benutzerbild von 913Chris
 
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Zitat:
Zitat von woesch Beitrag anzeigen
Also das mit dem außerirdischen Metall, aus dem besondere Schwerter geschmiedet wurden, kam in einer Terra X - Doku, die da hieß "Der Chiemgau Komet".
Und "Welt der Wunder" ist da auch mit drauf gesprungen und hat eine Sondersendung gemacht.
Da ist sicher was dran an der Geschichte, das allerdings die ganze römische Armee mit diesem von norischen Schmieden veredeltem Meteoriteneisen ausgesrüstet sein soll - und dadurch den anderen (italischen) - Armeen überlegen gewesen sein soll, das ist den Kollegen von Welt der Wunder wohl doch etwas zu schnell aus der Feder geflossen...

VG
Christian
913Chris ist offline  
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Alt 14.02.2008, 16:56   #8 (permalink)
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VincentVan befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ist es eigentlich schon geklärt, wo genau die Varusschalcht stattfand? Gibt's dazu nicht auch ne "gehaltvolle" Terra X Sendung?
VincentVan ist offline  
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Alt 14.02.2008, 17:34   #9 (permalink)
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Benutzerbild von Aretino
 
Registriert seit: 14.02.2008
Ort: Basel
Beiträge: 42
Aretino befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Ich spring nochmal zu Taktik und Strategie zurück: Dass eigentlich schlechter bewaffnete und ausgebildete "Naturvölker" auf heimischem Terrain hochgerüsteten Angreifern überlegen sind, das zieht sich ja wie ein roter Faden durch die Kriegsgeschichte. Was es zu den diversen Desastern der Großmächte dann aber immer noch braucht, ist die mangelhafte Flexibilität der Generäle, die nicht begreifen wollen, dass man im verfilzten Ur-Wald eben nicht in auf dem Kasernenhof einexerzierten Manövern agieren kann.
Aretino ist offline  
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Alt 15.02.2008, 15:48   #10 (permalink)
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Benutzerbild von Zenturio
 
Registriert seit: 14.02.2008
Beiträge: 35
Zenturio befindet sich auf einem aufstrebenden Ast
Man muss einfach sagen, das die römischen Legionen ihre ganze Kraft und Überlegenheit nur wirklich zur Geltung bringen konnten solange sie formiert waren und einen geschlossen Wall aus Schilden und ihren Kurzschwertern bilden konnten. Wurde diese Formation aufgebrochen oder konnte aus anderen Gründen nicht richtig gebildet werden (zu Beispiel eben in einem Wald) hatten die einzelnen Soldaten der Legion keine Chance gegen einen germanischen Krieger.
Die Männer hatten in ihrer Ausbildung hauptsächlich gelernt zusammen zu kämpfen und sich auf die anderen Soldaten verlassen zu können. Ihm Einzelkampf Mann gegen Mann waren sie jedoch unterlegen. in dieser Situation ist man halt einfach besser beraten ein Langschwert und keinen kurzen Gladius in der Hand zu halten
Zenturio ist offline  
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