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01.06.2009, 06:11
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Secretarius
Registriert seit: 30.04.2009
Beiträge: 236
| Woher kommt die Bezeichnung 'Germanen'? .
Woher kommt die Bezeichnung 'Germanen'?
Ich habe einmal gelesen, dass 'Germane' nicht als 'Speermann' übersetzt werden könne.
Gibt es andere plausible Übersetzungen?
Wo finde ich diese im Internet?
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01.06.2009, 10:40
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Von der Rezeption her kommt der Name Germanen zum ersten Mal wahrscheinlich (wenn das erhaltene Zitat korrekt ist), im Geschichtswerk des Posidonius aus Rhodos vor: Er war zur Zeit des Marius in Rom und berichtet u.a. im Zusammenhang mit den Kimbern und Teutonen schon von "Germanen". Bei Cäsar und Tacitus haben wir dann sicher den Namen "Germanen" vor uns.
Da alte Mär, Cäsar hätte den Namen eines einzelnen Stammes auf die Völkerschaften jenseits des Rheins umgemünzt, stimmt so also wahrscheinlich nicht, auch wenn es auf Cäsars Mist gewachsen sein dürfte, dass der Rhein die Grenze zwischen Kelten und Germanen dargestellt habe.
(Quelle: Sigmund Feist, Der Name der Germanen. In: Neophilologicus6/1921. 29-42)
Zur Etymologie:
Da der Wurfspeer bei den Germanen eine eher untergeordnete Bedeutung hatte, dürfte er wohl kaum zum Namensgeber geworden sein. Höchstwahrscheinlich ist "Germane" sowieso eine Fremdbezeichnnug, wobei die Kelten die naheliegendste Quelle sind. Es gibt einen keltischen Wortstamm "garman-", was so viel wie Schrei bedeutet. Könnte also sein, dass die Kelten ihre Nachbarn als Schreihälse bezeichnet haben. Wenn man bedenkt, dass die Griechen ihre nördlichen Nachbarn als Plapperer ("barabroi") bezeichnet haben, eine durchaus mögliche Lösung.
Ein (allerdings lateinischer) Wortstamm "germanus" = verwandt, wahr, echt könnte allerdings auch auf eine Selbstbezeichnung der Germanen als Ursprung ihres Namens hindeuten.
Ich präferiere allerdings Möglichkeit I: Als die Römer die nächsten, die´s wissen konnten - die oberitalienischen Kelten - fragten, wer denn da über die Alpen stürmte, nannten die den Namen, der ihnen geläufig war: "Das sind die, die beim Angriff und bei sämtlichen Unterhaltungen so schreien..."
Das durften die Römer bald verifizieren, und so war der Name in der Welt.
VG
Christian |
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01.06.2009, 11:33
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Das mit den "Ger-Mannen" ist volksetymologisches Wunschdenken von Germanentümmlern.
Der Begriff wurde erstmals in Zusammenhang mit dem Triumphzug des Konsuls Marcus Claudius Marcellus 222 v. Chr. in den fasti triumphales erwähnt.
Tacitus berichtete im 2. Kapitel seiner "Germania", der Stamm der Tungrer hätte ursprünglich Germanen geheißen. Sie seien die ersten gewesen, die den Rhein überschritten hätten, daher seien von den Galliern fortan alle Germanen Germanen genannt worden. Dass der gute Mann nicht unbedingt ein Etymologe war, ist mir schon klar. Im Gegenteil, die meisten antiken Etymologien waren eher falsch.
Wie auch immer, die Germanen selbst fühlten sich nicht als ein zusammengehöriges Volk.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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12.08.2009, 16:08
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#4 (permalink)
| | Benutzer Rang: Kellermeister
Registriert seit: 04.08.2009
Beiträge: 33
| Zitat:
Zitat von Scifi Das mit den "Ger-Mannen" ist volksetymologisches Wunschdenken von Germanentümmlern.
Der Begriff wurde erstmals in Zusammenhang mit dem Triumphzug des Konsuls Marcus Claudius Marcellus 222 v. Chr. in den fasti triumphales erwähnt.
Tacitus berichtete im 2. Kapitel seiner "Germania", der Stamm der Tungrer hätte ursprünglich Germanen geheißen. Sie seien die ersten gewesen, die den Rhein überschritten hätten, daher seien von den Galliern fortan alle Germanen Germanen genannt worden. Dass der gute Mann nicht unbedingt ein Etymologe war, ist mir schon klar. Im Gegenteil, die meisten antiken Etymologien waren eher falsch.
Wie auch immer, die Germanen selbst fühlten sich nicht als ein zusammengehöriges Volk. | Gab es nicht einen kleinen Volksstamm Germanen im heutigen Belgin?
Unsere Sprache jedenfalls, kommt aus dem gotischen. |
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12.08.2009, 16:32
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ich schrieb doch, dass laut Tacitus "Germanen" ursprünglich der Name eines Stammes gewesen sein soll.
Das Deutsche kommt keineswegs aus dem Gotischen. Gotisch gehörte zu den ostgermanischen Sprachen, Deutsch zu den westgermanischen.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
Geändert von Scifi (12.08.2009 um 16:34 Uhr).
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14.09.2009, 00:51
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#6 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Torwächter
Registriert seit: 14.09.2009 Ort: Woms, Eltville a. Rhein
Beiträge: 16
| Ich war bislang der Meinung, dass die Bezeichnung "Germanen" von dem benannten belgischen Stamm herrührt, da es mir sehr einleuchtend vorkam, aber das die "alten" etymologen nicht immer richtig lagen ist mir als Argument, an meiner vorherigen Meinung zu zweifeln, durchaus genug.
Die Herleitung aus dem keltischen finde ich ebenfalls äußerst interessant und scheint mir, im Vergleich zu den sonst noch genannten Theoien, am schlüssigsten zu sein. |
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21.09.2009, 22:44
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Zur Zeit Chr. Geburt gab es 4 südgermanische u. 1 nordgermanischen Dialekt. Die Weichselgermanen stellten einen dieser 4 südlichen Dialektgruppen dar.
Manche nehmen eine mehr o. weniger große Einwanderung aus Nordgermanien an u. begründen so die Einordnung des Gotischen zu einer neuen Ostgermanischen Dialektgruppe.
Wenn man aber die anderen südgermanischen Vater Unser Versionen, mit dem Gotischen Vater Unser entsprechend der Wulfila Biebel vergleicht, kann ich eigendlich keine Sonderstellung wahrnehmen und würde die Wulfila-Biebel Übersetzung bzw. das Gotische Vater Unser als eine südgermanische Variante sehen, welche sich direkt aus dem Weichselgermanischen herleitete.
Das leben in einem Gotischen Staat hat wahrscheinlich nicht alle ursprünglichen Dialektunterschiede aufgehoben. Das Krimgotische unterschied sich erheblich vom Standart der Wulfila Biebel und glich eher dem Plattdeutschen.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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21.09.2009, 23:27
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Paul Das Krimgotische unterschied sich erheblich vom Standart der Wulfila Biebel und glich eher dem Plattdeutschen. | Dem Plattdeutschen oder dem Althochdeutschen?!?
VG
Christian |
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22.09.2009, 20:44
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Zitat:
Zitat von 913Chris Dem Plattdeutschen oder dem Althochdeutschen?!?
VG
Christian | Das Gotische der Wulfila Biebel ähnelte dem Althochdeutschen, während das Krimgotische dem Plattdeutschen ähnelte.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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22.09.2009, 22:14
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Paul Das Gotische der Wulfila Biebel ähnelte dem Althochdeutschen, während das Krimgotische dem Plattdeutschen ähnelte. |
Dann ist also das Krimgotische eine Weiterentwicklung aus dem Gotischen, so wie Plattdeutsch eine Weiterentwicklung aus dem Althochdeutschen darstellt?
VG
Christian |
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