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  1. #11
    Neuer Benutzer Rang: Kellermeister
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    Bitte nicht Schmoeckel so mit Suffridus gleichsetzen, das sollte nicht aus meinem vielleicht zu provokant gewählten Titel gefolgert werden. Soweit ich Schmoeckel in Erinnerung habe, widerspricht er zu Soest nicht Suffridus.
    Auch ich habe keine Quellen, um Suffridus dahingehend zu widersprechen.

    Ich hoffe, das Missverständnis ist damit behoben.

  2. #12
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    Zitat Zitat von Historicus.de Beitrag anzeigen
    Auch ich habe keine Quellen, um Suffridus dahingehend zu widersprechen.

    Ich hoffe, das Missverständnis ist damit behoben.
    Ist es. Wobei ich schon Quellen anführen könnte, die Suffridus widersprechen:
    Wo auch immer die Friesen herrschten, lässt sich das heute auch archäologisch feststellen.
    In Soest fehlen solche Belege. Soest als Hauptort eines größeren friesischen Herrschaftsbereichs hätte auch administraiv Spuren hinterlassen, will heißen, die Stadt hätte auch später noch eine wichtigere Rolle spielen müssen wie sie es tatsächlich tat.

    So weit ich weiß, war Soest nach seinem Eintreten in die dokumentierte Geschichte immer nur als Handelsort und Ort am Hellweg wichtig, aber nie wirklich in politischer Hinsicht.
    Als ehemaliger Hauptort noch des "Hunenkönigs Attala" - der ja in frühmerowingischer Zeit geherrscht haben soll - hätte es doch auch unter Westfalen/Sachsen und Franken eine solche Rolle spielen müssen?


    VG
    Christian

  3. #13
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    Zitat Zitat von 913Chris Beitrag anzeigen
    So weit ich weiß, war Soest nach seinem Eintreten in die dokumentierte Geschichte immer nur als Handelsort und Ort am Hellweg wichtig, aber nie wirklich in politischer Hinsicht.Als ehemaliger Hauptort noch des "Hunenkönigs Attala" - der ja in frühmerowingischer Zeit geherrscht haben soll - hätte es doch auch unter Westfalen/Sachsen und Franken eine solche Rolle spielen müssen?
    Zu Soest darf ich wiederholen, was bereits weiter vorn gesagt habe:

    Der Name Soest wird 836 in der Translatio St. Viti, 864 in der Vita St. Ludgeri erwähnt (älteste Namensformen Sosat, Sosaz, Suosat usw.). Um das Jahr 1000 bestand die Stadt neben dem Kanonikerstift St. Petri aus einer kleinen Siedlung mit Markt und Marktkirche. Von einer Hauptstadtfunktion oder friesischer Niederlassung ist in urkundlichen Quellen nirgendwo die Rede.

    Früheste Siedlungsspuren datieren ins 7. Jh., ohne dass indessen besondere Ereignisse oder Kämpfe sichtbar würden. Wenn man dazu noch bedenkt, dass die Thidreksaga zur Zeit der Völkerwanderung im 5./6. Jh. spielt, dürfte Schmoeckels Hypothese wackelig werden.

    Die Friesen dehnten sich bis zum 5. oder 6. Jh. von der Nordseeküste bis zur Weser, im 7. Jh. unter Herzog Radbod bis zur Schelde aus. Seit der zweiten Hälfte des 6. Jh. mussten sie ihre Freiheit gegen die Franken verteidigen, die unter Karl dem Großen auch Ostfriesland unterwarfen.

  4. #14
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    „Wo auch immer die Friesen herrschten, lässt sich das heute auch archäologisch feststellen. In Soest fehlen solche Belege.“ Dagegen protestieren die fachwissenschaftlich anerkannten Beiträge von Winkelmann und Genrich (s. o.). Worin es heißt, dass gegen 365–370 friesische Besiedelungen bis an das Wiehengebirge und an die Oberläufe von Ems und Lippe reichten. Zwischen 425 und 450, so belegen die von Winkelmann bewerteten Grabungsfunde, gab es eine weitere Einfallwelle, die auch das Soester Hellweggebiet sowie den Rhein bis in Lippegebiete umfasste. Bestätigt insbesondere von Genrich, der diese Landnahme friesischer Invasoren Ende des 5. Jhs. bestimmt hat.

    Der auf das erste Drittel bis Mitte des 6. Jhs datierte Soester Runengräberfund lässt aufgrund seiner gerade zu niedergermanischen Verhältnissen außergewöhnlich kostbaren Almandinenfibel auf einen seinerzeit hohen kulturellen Stellenwert dieses Ortes bzw. seines Herrschers schließen. Suffridus unterstreicht die einst strategische Bedeutung von Soest, so nach dem eindeutigen Kontext seines Berichts, mit diesen noch eine weitere regionale Quelle benennenden Worten „...alteram Susati, quae postea in civitatem per Dagobertum Clotarii filium sublimata et tandem S. Cuniberto Coloniensi episcopo donata est, quod nostris scriptoribus referentibus attestantur chronica civitatis Lippiae et Coloniensis“.

    Also, wie bereits oben gefragt: Was haben wir an abgesicherten historischen Quellen über das 4. - 6. Jh., um Suffridus eine konkrete Falschaussage nachzuweisen? Ich möchte mich nicht auf einen in Soest jemals literal exakt verewigten „Attila“ festlegen, ergänze diese Frage dennoch mit „Friesenchronik und Thidrekssaga“.

  5. #15
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    Bitte, achte in Zukunft auf die Schriftgröße! Da braucht man ja eine Lupe zum Lesen...

    VG
    Christian

  6. #16
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    Servus!


    Da ich mich mit Soest vorher nie beschäftigt hate, waren mir die zitierten Quellen bis jetzt fremd. Vielen Dank für die Info!

    Klingt so, als seien die Friesen tatsächlich in Soest gewesen und hätten dort auch residiert.

    Naja, die Friesen waren damals schon Händler, und Soest mit seiner Lage am Hellweg und seinen Salzquellen dürfte daher für sie interessant gewesen sein.

    VG
    Christian

  7. #17
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    Ich gebe, soweit es mir möglich ist, sicher gerne Auskunft in diesem netten Forum. (Für ein rauheres Klima anderswo kann ich mich nicht so recht begeistern...) Das mit der Schriftgröße lag leider an einem geliehenen Netbook, welches nun hier massive Probleme mit den Schriftfonts zeigte.
    Beste Grüße
    Historicus.de

  8. #18
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    Zitat Zitat von Historicus.de;80255[FONT=Tahoma
    Also, wie bereits oben gefragt: Was haben wir an abgesicherten historischen Quellen über das 4. - 6. Jh., um Suffridus eine konkrete Falschaussage nachzuweisen? Ich möchte mich nicht auf einen in Soest jemals literal exakt verewigten „Attila“ festlegen, ergänze diese Frage dennoch mit „Friesenchronik und Thidrekssaga“.[/FONT]


    Es gibt keine "abgesicherten historischen Quellen"
    Der Name Soest wird erstmals 836 in der Translatio St. Viti, 864 in der Vita St. Ludgeri erwähnt, sodass es unsinnig ist zu sagen, Soest sei im 5. oder 6. Jh. eine "Hauptstadt der Friesen" gewesen. Es gibt keine seriösen Quellen, Annalen oder Urkunden, die so etwas absurdes behaupten.

  9. #19
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    Von einer „Hauptstadt der Friesen“, so vor allem nach gegenwärtigem Verständnis, ist weder in Suffridus' Bericht noch in der Thidrekssaga die Rede. Sondern im Odilbald-Bericht vielmehr von einem Soest, das zusammen mit zwei weiteren westfälischen Orten in wichtiger Bedeutung verstanden werden darf!
    Daher auch für dich gerne und grundsätzlich noch einmal: Wer zu einem bestimmten zeitgeschichtlichen und von mir weiter oben eingegrenzten Bereich ein hinreichend abgesichertes Quellenmaterial nicht vorlegen kann, andererseits aber dazu in Teilen relevant erscheinende monografische und offensichtlich unabhängig tradierte Überlieferungen in somit fragwürdigem Vorgehen diskreditieren möchte – Quellen, die selbst mit Gestaltenumbenennungen in mediävalchronistischer Stoffauffassung und -verwertung übereinstimmende Grundwerte abbilden könn(t)en – der weist seriöser Geschichtsbehandlung ein Niveau zu, auf das ich mich nicht begeben werde.

  10. #20
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    Zitat Zitat von Historicus.de Beitrag anzeigen
    – der weist seriöser Geschichtsbehandlung ein Niveau zu, auf das ich mich nicht begeben werde.
    Eine "seriöse Geschichtsbehandlung" stützt sich auf seriöse Quellen. Mir sind aber weder Urkunden, Annalen oder ähnliches Quellenmaterial bekannt, die es nahe legen, den Raum um Soest - das urkundlich erst im 9. Jh. auftaucht - im 5. Jh. als friesisches Zentrum zu sehen. Eine solche Behauptung entbehrt jeder Grundlage und die Thidrekssaga hat in diesem Zusammenhang keine Beweiskraft.

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