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Tags: grossbritannien, roemisches reich

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Alt 29.04.2011, 13:53   #1 (permalink)
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Frage Sind Römer in GB geblieben nach Zerfall des Römischen Imperiums

Ich habe eine Frage,

gibt es Hinweise darauf, dass römische Legionäre in den römisch besetzten Gebieten nach Zerfall des Reiches zurück geblieben sind und haben sich dort mit der dortigen Bevölkerung vermengt?

1. Welche Hinweise darauf gibt es, wenn es welche gibt.

2. Gibt es im Netz eine glaubwürdige Quelle?

Wäre um Antworten sehr dankbar.

euer

WERNER
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Alt 29.04.2011, 13:58   #2 (permalink)
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Ich habe eine Frage,

gibt es Hinweise darauf, dass römische Legionäre in den römisch besetzten Gebieten nach Zerfall des Reiches zurück geblieben sind und haben sich dort mit der dortigen Bevölkerung vermengt?

1. Welche Hinweise darauf gibt es, wenn es welche gibt.
Die Besiedlungsgeschichte. Bei der Werdung der Stammesherzogtümer sind überall im späteren Deutschland noch Romanen feststellbar - durch die Bauweisen, die Sprachreste (v.a. Ortsnamen), Grabsteine mit romanischen Namen in Zeiten, die weit nach dem Abzug der Römer liegen...
In der Straubinger Gegend, glaub ich, wurde ein Grab gefunden, das germanische Waffen und römische Rangabzeichen enthielt - eindeutig ein Germane, der in römischen Armeediensten gestanden hat.

VG
Christian
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De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung)
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Alt 29.04.2011, 15:30   #3 (permalink)
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Zitat:
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Ich habe eine Frage,

gibt es Hinweise darauf, dass römische Legionäre in den römisch besetzten Gebieten nach Zerfall des Reiches zurück geblieben sind und haben sich dort mit der dortigen Bevölkerung vermengt?

1. Welche Hinweise darauf gibt es, wenn es welche gibt.

2. Gibt es im Netz eine glaubwürdige Quelle?

Wäre um Antworten sehr dankbar.

euer

WERNER
Suchst du nach den Wurzeln des Artus- Mythos?

Mit dem Abzug der Römer aus Großbritannien begannen dort die Dark Ages, über die nicht allzu viel bekannt ist.

Ein Hinweis auf die Römer und die römische Lebensart findet sich möglicherweise in der Streitschrift des Mönches Gildas. Dort heißt es, "Ambrosius Aurelianus sei der letzte Römer." Gildas selbst verehrt die römische Lebensart. Da seine Schrift um das Jahr 520- 540 herum entstand,
muss also auch nach dem Abzug der römischen Legionen in manchen Gegenden zumindest einiges römische zurückgeblieben sein. Ob das jetzt Legionäre (die aber nicht mehr der legion angehörten) oder nur Lebensweisen waren, kann man heute nicht mehr sagen.

Inwieweit anderen Quellen vertraut werden darf, ist eher fraglich. Viele überlieferte Schriften stammen aus späterer Zeit, und die Hinweise, die dort geblieben waren, sind zwiespältig. So heißt es über Königin Guiniviere, sie sei ein vornehme Dame römischer Abkunft gewesen, während es an anderer Stelle heißt, sie habe sich die abgeschlagenen Köpfe ihrer Feinde bringen lassen... Hier ist ganz offensichtlich von zwei unterschiedlichen Frauen die Rede, aber ob auch nur eine davon historisch war, ist umstritten...

Im Netz gibt es ganz viele Seiten von lokalen britischen Gegenden, die sich auch mit diesen Themen beschäftigen, aber deutschsprachige habe ich damals nicht gefunden (ist schon ´ne Weile her, daß ich mich mit dem Thema beschäftigt habe....)
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Wilhelm Busch
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Alt 29.04.2011, 18:03   #4 (permalink)
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Hallo Werner

Ich vermute, du spielst auf das Verschwinden der 9. Legion an ?

LG Tashunka
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Alt 29.04.2011, 19:39   #5 (permalink)
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Leute, Danke ich ihr seid ja super!

Aber soweit habe ich gar nicht gedacht um ehrlich zu sein. Es ging mir mehr darum, das Volkergemisch dort zu durchsteigen.
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Alt 29.04.2011, 21:29   #6 (permalink)
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Die Bevölkerung Britanniens

Das Völkergemisch dort ist eigentlich gar nicht so schwer. Ich versuche es mal in Kurzfassung...

Die ersten Menschen kamen nach Britannien, als sie dem Großwild nach Norden folgten- Britannien war nämlich bis 6000 v. Christus trockenen Fusses erreichbar. Es war damals sehr viel trockener und wärmer da, und so gelangten die steinzeitlichen Jäger bis nach Schottland und auf die Orkney- Inseln.
Um 4000 v. Chr. wurde das Klima dann schlechter, und viele nördliche Siedlungen wurden aufgegeben, die Menschen kehrten zurück in den Süden.
Immer wieder kamen kleinere Gruppen per Boot, während andere kleinere Gruppen Britannien verließen.
Irgendwann kamen dasnn die ersten Kelten nach Britannien und brachten die sogenannte q-keltische Sprache mit. Inwieweit sie sich mit der hieseigen Bevölkerung vermischten, ist umstritten- die q-keltische Sprache verbreitete sich jedenfalls. Andere Stämme behielten ihre vorindogermanische Sprache bei.
Als Caesar Gallien eroberte (nimmt man an, sicher ist der Zusammenhang nicht) kam es zu einer zweiten keltischen Einwanderungswelle, die dann das p-keltische mitbrachten. Die q-keltische Sprache wurde nach Westen gedrängt und überlebte letztendlich nur in Irland und der Isle of Man.
Um die zeit herum, als Britannien von Römern erobert wurde, gab es demnach 3 Arten Stämme: die Überbleibsel der vorindigermanischen Bevölkerung, die Überbleibsel der q-keltisch sprechenden Bevölkerung und die p-keltischen Stämme, die zur Zeit der römischen Eroberung Britannien dominierte.
Dabei darf man sich aber nicht vorstellen, daß die Stämme entsprechend ihrer Herkunftslinien getrennt waren- nein, alles hatte sich gemischt und war in den unterschiedlichen Stämmen durchaus vorhanden. Dabei nahmen die Einflüsse der zuletzt eingetroffenen Kelten dann immer weiter ab, je weiter ein Stamm im Norden und Westen lebte.
Mit der Eroberung durch die Römer kam dann die Komponente "Römer" dazu...

Auch hier galt- es gab Stämme, die verbündeten sich sofort mit Rom und übernahmen gleich die römischen Sitten (wie zunächst die Icener und die Briganten), andere führten Krieg gegen sie (Catuvellauner, Siluren, Ordovicen etc).
Aber bis die Römer dann abzogen, tat sich eigentlich nicht all zu viel. Ich nehme an, daß sich auch genügend römisches Erbgut in der heutigen walisischen Bevölkerung finden sollte. Im Westen gab es die Iren, im Norden die Pikten, die wohl mehr vorindoeuropäische Anteile aufzuweisen hatten als keltische, aber auch ein Mischmasch waren.

Nach dem Abzug der Römer kamen dann sowohl Iren als auch Pikten auf den Ggedanken, daß die nunmehr dekadenten Briten leichte Beute wären und begannen, die südlicheren und östlicheren Landesteile zu überfallen. Die Briten wurden der Plage nicht mehr Herr und heuerten(der Legende nach) angelsächsiche Söldner an, die ihnen Pikten und Skoten vom Hals halten sollten. Angeblich war den Angelsachsen Land für ihre Dienste verpsrochen worden.

So berichtet es zumindest die Legende. Wer weiß- vielleicht wären Angeln, Sachsen und Jüten ja auch so gekommen. Lassen wir jetzt König Artus mal dahingestellt- wie schon oft zuvor, faßten die Neuankömmlinge vor allem im Süden und Osten Fuß und drängten die ursprüngliche Bevölkerung nach Westen und Norden zurück. Im Nordwesten machten sich dann auch die irischen Skoten breit, so daß Britannien um 500- 600 aus einem regen Mischmasch bestand.
Im Norden und Nordosten gab es immer noch die Pikten und somit ein (Misch)- Volk, das noch deutliche Vorindoeuropäische Spuren trug. Im Nordwesten siedelten die irischen Skoten, die vermutlich auch von der Herkunft her eher vorindoeuropäisch waren (das legen zumindest neuere Genetische Untersuchungen nahe,die zeigen, daß die Iren nicht sonderlich keltisch sind- was die Abstammung anbetrifft). In Wales saßen die ehemaligen Britannier und p-Kelten und im Osten und Süden die Jüten, Angeln und Sachsen.

So, und die Skandinavier hebe ich mir auf fürs nächste Mal...
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Wilhelm Busch
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Alt 19.05.2011, 21:26   #7 (permalink)
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Hier kann ich nur die Lektüre des Buches von Patrick J. Geary "Die Merowinger. Europa vor Karl dem Großen" empfehlen.
Hier wird beschrieben, wie aus den römischen Provinzen das Frankenreich entstanden ist. Besonders mit dem Gerücht, dass bei der Völkerwanderung alles was zwei Beine hatte, den "Wohnort" gewechselt hat, wird hier ausgeräumt.
Die Merowinger haben die Bevölkerung sowie die Machtstrukturen der Römer übernommen. Die Bischöfe mit ihren Diözesen, die Patrizier, die Großgrundbesitzer, viele arrangierten sich mit den neuen Herren. Der "normale" Bauer hat wahrscheinlich gar nicht bemerkt, dass die Römer weg waren, weil die Armee eh schon aus Einheimischen bestand, die dann die Seiten gewechselt haben, der Grundherr der Gleiche blieb, an den man seine Steuern, Zehnten abgeben musste usw.
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Alt 20.05.2011, 18:38   #8 (permalink)
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Meines Wissens nach wurden alle Truppen aus aus Provinzen die nicht mehr zu halten waren vollständig abgezogen, dazu gehört auch Britannien.

Unwarscheinlich das dan noch Römische Legionen zurück geblieben sind, denn sie wurden zur Verteidigung des Reiches gegen den Barbaren Ansturm benötigt sprich Hunnen, Wandalen, Langobarden usw.
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Alt 20.05.2011, 19:00   #9 (permalink)
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Für alle die es genau wissen wollen stelle ich folgenden Link mal rein.

http://geschichte-wissen.de/antike/3...ritannien.html

LG Tashunka
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Alt 21.05.2011, 15:59   #10 (permalink)
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Zitat:
Zitat von -Nero- Beitrag anzeigen
Meines Wissens nach wurden alle Truppen aus aus Provinzen die nicht mehr zu halten waren vollständig abgezogen, dazu gehört auch Britannien.

Unwarscheinlich das dan noch Römische Legionen zurück geblieben sind, denn sie wurden zur Verteidigung des Reiches gegen den Barbaren Ansturm benötigt sprich Hunnen, Wandalen, Langobarden usw.
Die regulären Truppen sicher nicht, aber Veteranen, Bauern, Grundbesitzer usw.
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