Das Völkergemisch dort ist eigentlich gar nicht so schwer. Ich versuche es mal in Kurzfassung...
Die ersten Menschen kamen nach Britannien, als sie dem Großwild nach Norden folgten- Britannien war nämlich bis 6000 v. Christus trockenen Fusses erreichbar. Es war damals sehr viel trockener und wärmer da, und so gelangten die steinzeitlichen Jäger bis nach Schottland und auf die Orkney- Inseln.
Um 4000 v. Chr. wurde das Klima dann schlechter, und viele nördliche Siedlungen wurden aufgegeben, die Menschen kehrten zurück in den Süden.
Immer wieder kamen kleinere Gruppen per Boot, während andere kleinere Gruppen Britannien verließen.
Irgendwann kamen dasnn die ersten Kelten nach Britannien und brachten die sogenannte q-keltische Sprache mit. Inwieweit sie sich mit der hieseigen Bevölkerung vermischten, ist umstritten- die q-keltische Sprache verbreitete sich jedenfalls. Andere Stämme behielten ihre vorindogermanische Sprache bei.
Als Caesar Gallien eroberte (nimmt man an, sicher ist der Zusammenhang nicht) kam es zu einer zweiten keltischen Einwanderungswelle, die dann das p-keltische mitbrachten. Die q-keltische Sprache wurde nach Westen gedrängt und überlebte letztendlich nur in Irland und der Isle of Man.
Um die zeit herum, als Britannien von Römern erobert wurde, gab es demnach 3 Arten Stämme: die Überbleibsel der vorindigermanischen Bevölkerung, die Überbleibsel der q-keltisch sprechenden Bevölkerung und die p-keltischen Stämme, die zur Zeit der römischen Eroberung Britannien dominierte.
Dabei darf man sich aber nicht vorstellen, daß die Stämme entsprechend ihrer Herkunftslinien getrennt waren- nein, alles hatte sich gemischt und war in den unterschiedlichen Stämmen durchaus vorhanden. Dabei nahmen die Einflüsse der zuletzt eingetroffenen Kelten dann immer weiter ab, je weiter ein Stamm im Norden und Westen lebte.
Mit der Eroberung durch die Römer kam dann die Komponente "Römer" dazu...
Auch hier galt- es gab Stämme, die verbündeten sich sofort mit Rom und übernahmen gleich die römischen Sitten (wie zunächst die Icener und die Briganten), andere führten Krieg gegen sie (Catuvellauner, Siluren, Ordovicen etc).
Aber bis die Römer dann abzogen, tat sich eigentlich nicht all zu viel. Ich nehme an, daß sich auch genügend römisches Erbgut in der heutigen walisischen Bevölkerung finden sollte. Im Westen gab es die Iren, im Norden die Pikten, die wohl mehr vorindoeuropäische Anteile aufzuweisen hatten als keltische, aber auch ein Mischmasch waren.
Nach dem Abzug der Römer kamen dann sowohl Iren als auch Pikten auf den Ggedanken, daß die nunmehr dekadenten Briten leichte Beute wären und begannen, die südlicheren und östlicheren Landesteile zu überfallen. Die Briten wurden der Plage nicht mehr Herr und heuerten(der Legende nach) angelsächsiche Söldner an, die ihnen Pikten und Skoten vom Hals halten sollten. Angeblich war den Angelsachsen Land für ihre Dienste verpsrochen worden.
So berichtet es zumindest die Legende. Wer weiß- vielleicht wären Angeln, Sachsen und Jüten ja auch so gekommen. Lassen wir jetzt König Artus mal dahingestellt- wie schon oft zuvor, faßten die Neuankömmlinge vor allem im Süden und Osten Fuß und drängten die ursprüngliche Bevölkerung nach Westen und Norden zurück. Im Nordwesten machten sich dann auch die irischen Skoten breit, so daß Britannien um 500- 600 aus einem regen Mischmasch bestand.
Im Norden und Nordosten gab es immer noch die Pikten und somit ein (Misch)- Volk, das noch deutliche Vorindoeuropäische Spuren trug. Im Nordwesten siedelten die irischen Skoten, die vermutlich auch von der Herkunft her eher vorindoeuropäisch waren (das legen zumindest neuere Genetische Untersuchungen nahe,die zeigen, daß die Iren nicht sonderlich keltisch sind- was die Abstammung anbetrifft). In Wales saßen die ehemaligen Britannier und p-Kelten und im Osten und Süden die Jüten, Angeln und Sachsen.
So, und die Skandinavier hebe ich mir auf fürs nächste Mal...
