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04.10.2011, 22:38
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 24.02.2009 Ort: Oberbayern
Beiträge: 884
| Germanische Mythologie Guten Abend liebe Leute,
ich möchte als Teil meines Planes die wichtigste Literatur nachzuholen), die Edda bzw alle germanische Heldensagen lesen. Leider finde ich die Edda in geschätztend hunderttausend Ausgaben. Was wäre die beste(ausführlichste) Ausgabe. Gerne auch altbackene Versionen solange man sie noch auf Deutsch lesen kann.
Und was wären andere wichtige Sagenschriften.
Vielen Dank im voraus.
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Signatur: ÖDP? NEIN DANKE! |
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04.10.2011, 23:19
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 23.02.2008 Ort: Deutschland
Beiträge: 5.830
| An Sagen gibts noch die Illias, Odyssee, Aeneis als bedeutende Klassiker. Letztere ist weniger bekannt, aber sehr spannend.
Ansonsten natürlich Nibelungensage und die Tolkienreihe, wenn man sie als Sage auslegen mag.
Scifi hatte auch einige sehr spannende Beiträge zu den nordischen Sagen gepostet.
__________________ Nette Begegnungen und viele Grüße "Vergessen scheint, dass die europäische Integration uns sechzig Jahre lang Frieden beschert hat; dass der europäische Wirtschaftsraum zu einem der wohlhabendsten und größten der Welt herangewachsen ist; dass hier so viel Menschen in Freiheit leben können wie noch nie zuvor."
~ K. Polke-Majewski |
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05.10.2011, 08:10
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Auch die Artussage ist eine der wichtigsten Sagen Europas. Okay, sie wurde etliche Male überabeitet, aber in der Bearbeitung von Thomas Malory dürfte das wichtigste enthalten sein.
Moderne Versionen der Artussage stammen u.a. von Marion Zimmer Bradley "Die Nebel von Avalon", das dir aber zu feministisch sein dürfte. Probier es ruhig mit Stephen Lawhead.
Es gab vor ein paar Jahren mal bei Heyne ein Buch ein Autorin namens Joy Chant mit dem Titel "Könige der Nebelinsel". Es bietet einen guten Überblick über die Sagen und LEgenden Großbritanniens. Hier finden sich auch einige Sagen, die später von Shakespear bearbeitet wurden, unter anderem die Geschichte von König Lear und seinen drei Töchtern...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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06.10.2011, 21:41
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 19.11.2010 Ort: Leipzig
Beiträge: 1.032
| Mir fällt noch das Hildebrandlied, die Dietrichssage (Dietrich von Bern) und das Rolandlied ein. |
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07.10.2011, 12:18
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| In der Region um den mittelhessischen Dünsberg gibt es mindesten 3 Sagen.
Eine Sage handelt über ein Schloß auf dem Dünsberg, 2 handeln über Schlachten zwischen Germanen und Römern in der Nähe des Dünsbergs. Der Dünsberg ? eine Sage aus Hessen » Dünsbergs , Gießen , Dünsburg, Ringwälle , Ringwällen , Zauberwort , Dünsberg , Römern , Germanen , Römer , Dünsberg, Germanen , Helfholz, Dünsberg , Hohensolms, Totmal , Helfholz , Dünsberg , Deut
Da der Dünsberg wahrscheinlich ein keltischer und viel später ein Allemannischer Fürstensitz war, wird das die Grundlage für die Sage um das Schloß sein.
Wahrscheinlich stimmt es auch, das es in Mittelhessen solche Schlachten zwischen Römern u. Germanen gab. Hier gibt es Funde direkt am Dünsberg und es gibt das römische Marschlager in Dorlar, welches wahrscheinlich aus einem Feldzugs des Drusus u.a. gegen die Sueben stammte. Die Sueben hatten schon den Ubiern das Leben schwer gemacht und sich dann auch auf dem Dünsberg festgesetzt. Aus dem 5. Jahrhundert stammen Reste einer Burg eines suebischen Kleinkönigs auf dem Dünsberg. Die Sueben wären demnach nicht vollständig nach Süden abgezogen, so das die Sagen in der Region weiter überliefert wurden.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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07.10.2011, 15:25
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Lieber Paul,
ich habe geglaubt, dass in diesem Gebiet die Chatten gesessen hätten nachdem die Römer weg waren. Wie kommst Du nun auf die Sueben? 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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07.10.2011, 15:52
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Zitat:
Zitat von dieter Lieber Paul,
ich habe geglaubt, dass in diesem Gebiet die Chatten gesessen hätten nachdem die Römer weg waren. Wie kommst Du nun auf die Sueben?  | Hallo Dieter,
ich habe zu diesem Thema natürlich weiter gelesen. Im Internet finden sich öfter Hinweise auf die Ubier und ihren Wegzug Richtung Köln. Die Ursache sollen z.B. die Sueben im Osten gewesen sein. Direkt am Dünsberg sollen die Ubier durch Sueben ersetzt worden sein. Westlich davon siedelten sich die Chatten an. Das ist also kein Widerspruch.
Neu ist nur, das bestimmte Siedlungsspuren z.B. in Wetzlar, Waldgirmes, Dünsberg... die bisher für keltisch gehalten wurden, heute doch meist den germanischen Ubiern zugeordnet werden. War man bisher der Auffassung gewesen, die Ubier hätten nur weiter im westlichen Unterlauf der Lahn gesessen, wird dies jetzt anders gesehen. Die Kelten in diesem Mittelteil der Lahn, zwischen Wetzlar und Gießen sollen also auch durch Ubier ersetzt worden sein. Die Chatten folgten dort nicht direkt den Kelten. Die Ubier besiedelten dieses Land für eine gewisse Zeit, bevor sie zumindest zum Teil Richtung Köln abwanderten. Die Cubii waren aber ein Teilstamm der Ubier, welcher im Lahntal in der Region Waldgirmes verblieb und später von den Chatten assimiliert/integriert wurden. Ubier ? Celtoipedia
Die Ubier waren also Germanen, die schmiedeten Schmuck und Waffen ähnlich wie Kelten und prägten Münzen, z.B. das tanzende Männlein. Die Archäologen werden hierfür noch wesentlich mehr Beispiele nennen können.
Ich hatte gedacht, die Römer hätten kurz vor Chr. die Besiedlung durch die Kelten, durch eine Schlacht am Dünsberg beendet. Doch datierten die Archäologen die Schlacht im Zusammenhang mit einem Feldzug des Drusus und dem Marschlager in Dorlar, kurz vor Chr.. Drusus soll gegen die Sueben gekämpft haben.
Jetzt wissen wir nur nicht, wann und wie sich die Ubier ansiedelten. Warum sie so viel keltisches übernahmen, das kann man sich natürlich denken. Sie werden wohl einen Teil der keltischen Bevölkerung im Land gelassen haben.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
Geändert von Paul (08.10.2011 um 00:05 Uhr).
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08.10.2011, 09:16
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Lieber Paul,
vielen Dank für diese Auskunft. 
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08.10.2011, 09:23
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Zitat:
Zitat von Paul Ich hatte gedacht, die Römer hätten kurz vor Chr. die Besiedlung durch die Kelten, durch eine Schlacht am Dünsberg beendet. Doch datierten die Archäologen die Schlacht im Zusammenhang mit einem Feldzug des Drusus und dem Marschlager in Dorlar, kurz vor Chr.. Drusus soll gegen die Sueben gekämpft haben.
Jetzt wissen wir nur nicht, wann und wie sich die Ubier ansiedelten. Warum sie so viel keltisches übernahmen, das kann man sich natürlich denken. Sie werden wohl einen Teil der keltischen Bevölkerung im Land gelassen haben. | Nun, das ist in der Tat ein geschichtliches Rätsel. Auch das Heidetränk- Oppidum, eine recht große und reiche Stadt wurde um Christi Geburt herum von den Kelten einfach aufgegeben. Die Stadt wurde verlassen, nicht zerstört. Es wurden bei den letzten Ausgrabungen vor 100 Jahren keine Kampfspuren gefunden.
Es scheint so, als wären die Kelten der Heidetränke einfach fortgegangen. Wohin? ungklärt. Alle? ungeklärt. Klar scheint nur zu sein, daß germanische Stämme nachrückten und zumindest zum Teil belegten, was die Kelten zurückließen.
Obwohl auch immer offener die Diskussion geführt wird, ob man diese strikte Unterteilung wirklich vornehmen kann....
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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21.04.2012, 13:15
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Eine wichtige Quelle über die germanische Religion sind die Weihesteine, welche zu tausenden z.B. besonders häufig im Raum Köln-Bonn, aber auch östlich des Rheins im Gebiet der Ubier und Sugambrer gefunden wurden. Die späteren Beschriftungen waren teilweise in lateinischer Schrift, oft aber auch mit Runensymbolen.
Die Runen hatten eine doppelte Bedeutung, einmal als Buchstaben und dann auch als Symbole für komplexere Bedeutungen. Auf Gräbern, Heiligtümern, Weihesteinen...wurden sie meist mit ihrer komplexen Bedeutung verwendet.
Die Ubier gehörten zur Ingaevonischen Konfession des Germanischen Glaubens.
Ihr Glaubensbekenntnis wurde z.B. als Lied weitergegeben.
Sie verehrten viele lokale Schutzgöttinen, deren Namen in Zusammenhang mit ihren Siedlungen und Gewässern im ursprünglichen rechtsrheinischen Siedlungsgebiet standen.
Lebenszyklen, der Weltenbaum, Totenfahrten und eine art Abendmahl spielten in ihrer Religion eine Rolle.
Die Tradition, bei/nach Beerdigungen Gebäck zu essen, scheint eine sehr alte Tradition zu sein. Das Gebäck stellte bei den Ubiern Gott dar, welcher verzehrt wurde(vorchristlich). http://www.archaeologie-krefeld.de/B...gtumgesamt.pdf
Der Weltenbaum, Totenfahrten und rituelle Speisungen scheinen in vielen Religionen eine Rolle gespielt zu haben und haben sich dann wohl auch gegenseitig beeinflußt.
die Fussion mehrerer "prägermanischer Kulturen" könnte bei der Entstehung der germanischen Konfessionen eine Rolle gespielt haben.
Die Söhne des Mannus werden ja auch regional zugeordnet. Diese regionale Zuordnung konnte man später aber nicht mehr so eindeutig vorfinden. Es gab ja aber auch viele Binnenwanderungen.
Die Jasdorf-Kultur als einzige Prägermanische Kultur anzusehen ist sicherlich falsch.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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