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26.10.2011, 11:41
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Sind Deutschschweizer ausgewanderte Schwaben? Schweizer bezeichnen sich ja gerne als Helvetier, auch gegen Alemannen haben sie nichts. Nur Germanen hören sie nicht so gerne und Schwaben schon gleich gar nicht. Dabei sind sie offensichtlich weder Helvetier noch Alemannen sondern in Wirklichkeit ausgewanderte Schwaben: Blogwiese Blog Archive Wer ist Germane? Wer ist Schwabe?
Stimmt das und wenn ja, vielleicht wissen die Schweizer hier, was sie gegen Germanen und Schwaben haben, und warum?
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26.10.2011, 12:20
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Triton Schweizer bezeichnen sich ja gerne als Helvetier, auch gegen Alemannen haben sie nichts. Nur Germanen hören sie nicht so gerne und Schwaben schon gleich gar nicht. Dabei sind sie offensichtlich weder Helvetier noch Alemannen sondern in Wirklichkeit ausgewanderte Schwaben: Blogwiese Blog Archive Wer ist Germane? Wer ist Schwabe?
Stimmt das und wenn ja, vielleicht wissen die Schweizer hier, was sie gegen Germanen und Schwaben haben, und warum? |
Antworte ich doch auch mal gleich mit einem Link: Die Gliederung des alemannischen Sprachraums
Wenn du den Villinger Schwabe nennst, kriegst du Krach, der Schwenninger hört es nicht ungern.... Ist also kein Punkt der als Unterscheidungsmerkmal zu den Schweizern tauglich ist.
Ich schrieb es schon woanders, die drei deutschen Urkatastrophen Dreißigjähriger Krieg und die beiden Weltkriege haben die Schweizer wohlweislich ausgelassen.
Und ich denke mal da liegen die ganzen Unterschiede begraben |
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26.10.2011, 12:39
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 02.03.2009 Ort: Göppingen
Beiträge: 2.484
| Wobei beim Auslassen der beiden Weltkriege vor allem die Topographie geholfen hat. Andere "Klein"-staaten waren genauso friedliebend (Belgien z.B.), nur interessierte das niemand.
Alle Völker mit einem Überschuß an jungen Männern neigen zu Aggressionskriegen, da bildeten die Deutschen genausowenig eine Ausnahme wie andere zivilisierte Staaten in ihrer Expansionsphase. Als Charaktereigenschaft würde ich das nicht überinterpretieren.
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26.10.2011, 14:28
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 20.02.2008 Ort: Frankfurt/M.
Beiträge: 8.802
| Zitat:
Zitat von Triton Schweizer bezeichnen sich ja gerne als Helvetier, auch gegen Alemannen haben sie nichts. Nur Germanen hören sie nicht so gerne und Schwaben schon gleich gar nicht. Dabei sind sie offensichtlich weder Helvetier noch Alemannen sondern in Wirklichkeit ausgewanderte Schwaben: Blogwiese Blog Archive Wer ist Germane? Wer ist Schwabe?
Stimmt das und wenn ja, vielleicht wissen die Schweizer hier, was sie gegen Germanen und Schwaben haben, und warum? | Lieber Triton,
Allemannen sind Schwaben. Wobei alle Allemanen nur heißt, dass es "alle Mannen" sind. Dazu gehören alle Germanen, die dazu gehören wollten.
Alle Deutschschweizer sind natürlich Germanen, wenn sie es auch nicht sein wollen. Bei soviel Ignoranz sollte man alle Abkommen, welche die Schweiz mit der EU abgeschlossen, kündigen. Wir brauchen die Schweiz nicht, aber die Schweiz braucht uns. 
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Was Du nicht willst, dass man Dir tu, das füg auch keinem Anderen zu. Rettet das Forum |
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26.10.2011, 16:39
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 07.02.2010 Ort: Frankfurt a.M.
Beiträge: 1.074
| Die Sueben sind Alemannen und die Alemannen sind Sueben. Allerdings gab es auch Donausueben, nämlich Markomannen und Quaden, aber die nannten sich dann Bajuwaren, das sind die richtigen Bayern und die Österreicher, die das vielleicht auch nicht so gern hören. Die Entstehung der Bajuwaren ist ein Kapitel für sich. |
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26.10.2011, 17:00
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Triton Wobei beim Auslassen der beiden Weltkriege vor allem die Topographie geholfen hat. Andere "Klein"-staaten waren genauso friedliebend (Belgien z.B.), nur interessierte das niemand.
. | Zustimmung.
Zitat:
Alle Völker mit einem Überschuß an jungen Männern neigen zu Aggressionskriegen, da bildeten die Deutschen genausowenig eine Ausnahme wie andere zivilisierte Staaten in ihrer Expansionsphase. Als Charaktereigenschaft würde ich das nicht überinterpretieren
Zitatende
Damit beschreibst Du die Schweizer Geschichte des Spätmittelalters, der frühen Neuzeit recht gut.
Gab es keine eigenen Kriege, haben sie sich als "Reisläufer" verdingt.
Was seine Entsprechung in den schwäbischen Landsknechten und dem südwestdeutschen Adef fand, der 1-2 Generationen lang sein Glück als Söldnerführer in Italien machte. |
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26.10.2011, 18:27
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Triton Dabei sind sie offensichtlich weder Helvetier noch Alemannen sondern in Wirklichkeit ausgewanderte Schwaben: | Sind sie auch nicht. Große Teile der deutschsprachigen Schweiz entsprechen dem mittelalterlichen Herzogtum Schwaben bzw. Alemannien (so hieß das Ganze noch in fränkischer Zeit). Die Trennung in "Kuhschwaben" und "Sauschwaben" - von beiden Seiten als Belidigung empfundene Begriffe - trifft´s also zumindest in der Hinsicht, als Schweizer wie auch "deutsche" Schwaben in Wirklichkeit zwei Nachkommengruppen eines frühmittelalterlichen Stammes, der Alemannen bzw. Schwaben nämlich, sind.
Das, was Caesar als Helvetier bezeichnet, lebte zum Großteil auf dem Gebiet der heutigen französischen Schweiz. Die es aber auch Helvetier bis zur (bayerischen) Donau gab, und die Alemannen auch hauptsächlich auf dem Gebiet des späteren Herzogtums Schwaben ihr Reich errichteten, sind sowohl Helvetier (neben anderen keltischen Stämmen) wie auch Alemannen (die ja selber Angehörigen von aus mehreren Stämmen entstanden sind) zu den Vorfahren der Schwaben - und damit auch der Schweizer - zu zählen.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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26.10.2011, 19:48
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von 913Chris Sind sie auch nicht. Große Teile der deutschsprachigen Schweiz entsprechen dem mittelalterlichen Herzogtum Schwaben bzw. Alemannien (so hieß das Ganze noch in fränkischer Zeit). Die Trennung in "Kuhschwaben" und "Sauschwaben" - von beiden Seiten als Belidigung empfundene Begriffe - trifft´s also zumindest in der Hinsicht, als Schweizer wie auch "deutsche" Schwaben in Wirklichkeit zwei Nachkommengruppen eines frühmittelalterlichen Stammes, der Alemannen bzw. Schwaben nämlich, sind.
Das, was Caesar als Helvetier bezeichnet, lebte zum Großteil auf dem Gebiet der heutigen französischen Schweiz. Die es aber auch Helvetier bis zur (bayerischen) Donau gab, und die Alemannen auch hauptsächlich auf dem Gebiet des späteren Herzogtums Schwaben ihr Reich errichteten, sind sowohl Helvetier (neben anderen keltischen Stämmen) wie auch Alemannen (die ja selber Angehörigen von aus mehreren Stämmen entstanden sind) zu den Vorfahren der Schwaben - und damit auch der Schweizer - zu zählen.
VG
Christian | Als Suebe bin ich da Fachmann
Das heutige Baden-Württemberg nennen römische Historiker unmittelbar vor der rmöischen Besetzung "Helvetische Einöde", die Helvetier sollen abgezogen sein. Wofür es auch archäologische Nachweise gibt.
Bei der alemannischen Landnahme war am Bodensee und Hochrhein bis zum Ende des römischen Reiches Schluss. Dann sind auchjenseits die Alemannen/Sueben aufgekreuzt. Sehr viele Ortsnamen findet man im heutigen BW und auch in der Schweiz identisch. Ob da Dorfgemeinschaften sich aufteilten, den Namen mitnahmen, man kann spekulieren.
Nach dem 30jährigen Krieg gab es dann eine Wanderung in die andere Richtung. Hauptkriegsschauplatz des 30jK war in den 1640er Jahren das heutige BadenWürttemberg, mit den entsprechenden Bevölkerungsverlusten, ganze Landstriche wurden mit Schweizern wieder aufgesiedelt.
Ergo: Man kann die Frage mit einer gewissen Berechtigung auch umgekehrt stellen: Sind Schwaben ausgewanderte Schweizer? 
Geändert von Suebe (26.10.2011 um 19:50 Uhr).
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27.10.2011, 00:20
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 19.11.2010 Ort: Leipzig
Beiträge: 1.032
| Das ehemalige Herzogtum Schwaben umfasste auch Gebiete der heutigen Deutschschweiz. Schwäbische Grafengeschlechter wie die Kyburger oder Habsburger besaßen Herrschaften in der heutigen Deutschschweiz. VG Sansavoir |
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27.10.2011, 00:30
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 16.05.2009 Ort: Westfalen
Beiträge: 6.448
| Zitat:
Zitat von dieter Alle Deutschschweizer sind natürlich Germanen, wenn sie es auch nicht sein wollen. Bei soviel Ignoranz sollte man alle Abkommen, welche die Schweiz mit der EU abgeschlossen, kündigen. Wir brauchen die Schweiz nicht, aber die Schweiz braucht uns.  | Wegen sowas alle Beziehungen zu beenden ist einfach nur übertrieben. Sollen sie sich doch bezeichnen als was sie wollen.
Die Engländer sehen sich auch als Nachfahren der Briten und nicht als Germanen. Obwohl sie ja von den Angelsachsen abstammen. Franzosen, Spanier, Portugiesen oder Niederländer würden sich wahrscheinlich auch nicht freuen, wenn man sie als Germanen bezeichnen würde. Wenn D damit anfangen würde, andere Staaten wegen solcher Begrifflichkeiten zu ignorieren wäre es sehr schnell ganz allein.
__________________ Mitglied der Aktionsgruppe Rettet das Forum
Geändert von Fabian (28.10.2011 um 18:54 Uhr).
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