| In Württemberg haben wir gleich drei als uneinnehmbar gegolten habende Festungen: Der Hohentwiel, der Hohenneuffen und der Hohenasperg.
Der Hohenneuffen wurde im frühen 18. Jahrhundert unter dem württembergischen Herzog Carl Alexander - das war der mit dem Jud Süß als Finanzminister - nach den modernsten Gesichtspunkten ausgebaut. Der Herzog segnete aber vor der Fertigstellung das Zeitliche und sein Nachfolger, Herzog Carl Eugen - das ist der, der Schiller auf seiner Hohen-Carls-Schule kujonierte - verlor anbetrachts der hohen Kosten die Lust am Weiterbau und funktionierte die Festung zum Staatsgefängnis um. Nie erobert, wurde die Festung per Erlaß vom 22.8.1801 aufgehoben; Frankreich hatte im Vertrag von Rastatt auf Schleifung der Festung bestanden.
Der erste württembergische König, Friedrich I., soll einmal die Information erhalten haben, daß auf dem Hohenneuffen nichts Neues vorgefallen sei. Daraufhin soll er geantwortet haben, daß er schon froh sei, wenn dort nichts Altes eingefallen sei.
Auch heute noch, obschon Ruine, ist die Anlage wirklich beeindruckend. In der Burggaststätte - die ich wegen ihrer hervorragenden schwäbischen Küche und ihres nicht minder gut sortierten Weinkellers nur wärmstens empfehlen kann - wurde nach dem Zweiten Weltkrieg die württembergische Verfassung ausgekartelt.
Ähnlich ging es auch auf dem Hohentwiel zu, der auch als Staatsgefängnis diente. Frankreich verlangte seine Schleifung.
Der Hohenasperg ist heute noch ein baden-württembergisches Landesgefängnis - seit 1738 - und deswegen nur unter bestimmten Vorleistungen zu "besichtigen". Die Festungsanlagen aus dem 17. Jahrhundert sind alle noch erhalten. Berühmtester Gefangener war der Dichter Daniel Schubart, der es sich mit Herzog Carl Eugen gründlich verdorben hatte; auch Schiller blühte der Hohenasperg, der für seine Haftbedingungen berüchtigt war. Der uneinnehmbare Hohenasperg wurde immer kampflos übergeben. Die Festung war schließlich so uninteressant geworden, daß selbst Frankreich in den Revolutionskriegen auf ihre Schleifung verzichtete.
Von den alten Festungsanlagen, an deren Hängen ein recht ordentlicher Tropfen wächst, hat man einen herrlichen Blick über das "Muschterländle" und in den "Schubartstuben" ißt und trinkt man hervorragend. Nur wärmstens zu empfehlen.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |