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04.02.2009, 12:29
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Bunkeranlagen In der moderneren Kriegsführung haben Festungen ihre Funktion großteils verloren. Vor allem durch Angriffe aus der Luft wurden hier im Laufe der Zeit Bunkeranlagen zu den "neuen Festungen".
Das habe ich zum Anlass genommen um ein Thema bezüglich Bunkeranlagen zu erstellen:
-Welche Bunkersysteme kennt ihr?
-Interessant wären auch ein paar Informationen dazu (Funktion, Geschichte, usw.)
-Welche Rolle haben Bunkeranlagen in der modernen Kriegsführung (Beispiele)
-Manche Bunker und Bunkeranlagen kann man heute besichtigen, kennt ihr da welche? Habt ihr diese besichtigt und wenn ja wie war euer Eindruck?
Freue mich auf eine interessante Diskussion zum Thema. |
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04.02.2009, 17:07
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
Beiträge: 5.493
| In der früheren DDR sollen ein oder zwei Bunkeranlagen des Politbüros für das Publikum geöffnet sein; es soll Führungen geben. In den Anlagen wollten die DDR-Oberen einen Atomschlag überleben. Eingerichtet waren die Anlagen spartanisch, aber mit allem, was der Mensch für einen nicht aufwendigen Lebenswandel braucht.
Der Führungsbunker war sogar erdbebensicher. Die Stöße - da hatte man aber an unmittelbar in der Nähe explodierende Nuklearbomben gedacht - wurden von einer raffinierten Federung und Aufhängung abgefangen.
Auch das oberirdische dieser Anlagen ist höchst interessant - soweit ich das von meinem durch von Phoenix ausgestrahlten Reportagen darüber beurteilen kann. Es gab sogar Hubschrauber-Landeplätze, von denen Honecker ggf. nach Osten hätte entkommen können, zum Großen Bruder.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |
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04.02.2009, 21:59
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| In Österreich gibt es heute noch einen Regierungsbunker in St. Johann im Pongau. Er wurde während des Kalten Krieges in 300 m Tiefe errichtet. Im Kriegsfall oder im Fall eines grenznahen Reaktorunglücks sollen sich Bundespräsident und Bundesregierung dorthin zurückziehen. Außerdem werden dort wichtige Daten gespeichert.
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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04.02.2009, 22:09
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ein Bunker der etwas anderen Art steht übrigens auf Spitzbergen. Seit 2008 befindet sich dort die globale Saatgutbank "Svalbard Global Seed Vault" (SGSV). In diesem unterirdischen, im Permafrostboden errichteten Bunker werden Pflanzensamen aus aller Welt tiefgekühlt gelagert. Der Dauerfrostboden sorgt dafür, dass die Kühlung auch bei einem Stromausfall bestehen bleibt. Jeder Staat darf in dieser von Norwegen betriebenen Anlage wichtige Samen (ausgenommen gentechnisch veränderte) kostenlos einlagern. Die Errichtung wurde von Norwegen finanziert, den laufenden Betrieb finanziert die FAO.
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05.02.2009, 13:37
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 813
| Zitat:
Zitat von WDPG -Welche Rolle haben Bunkeranlagen in der modernen Kriegsführung (Beispiele) | Ohne es jetzt militärtheoretisch untermauern zu können, glaube ich, dass es einen maßgeblichen Unterschied zwischen einer Festung und einem Bunker gibt.
Eine Festung soll dem Verteidiger einen strategischen Vorteil bringen. Die Festung soll Verteidigungswege abschneiden oder eine Flanke bedrohen oder einen Vormarsch aufhalten oder...
Ein Bunker kann dies nicht leisten. Er dient nur zum Überleben der Insassen bei Luft- oder Artillerieangriffen. |
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05.02.2009, 19:06
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
Beiträge: 5.493
| Das Lexikon definiert den "Bunker" als Schutzanlage.
Da Bunker aber auch Teile von Festungsanlagen sind/sein können, möchte ich sagen, daß die Unterschiede zwischen "Bunker" und "Festung" fließend sind. Es gibt ja auch Bunker, aus denen heraus geschossen werden kann.
Hier jetzt ganz genau sein zu wollen, halte ich für Erbsenzählerei. Was genau gemeint ist, ergibt sich ja auch aus dem Zusammenhang.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |
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05.02.2009, 20:15
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Stimmt. Der Atlantikwall z. B. enthielt ja auch "Bunker".
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08.02.2009, 01:28
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 25.01.2009
Beiträge: 2.160
| Bunkersystem Reduit Löcher wie ein Emmentaler
Wenn man die Schweiz anschaut so ist fast jeder zweite Berg eine Festung und Bunker angelegt. Der Volksmund sagt ; Man kann von der Ostschweiz bis in den Tessin ohne das man Nass wir unterirdisch zu Fuss gehen. Anfangs 19 Jahrhundert begann man wichtige Pässe und Alpentäler via Bunker zu festigen.
Siehe (Fort Airolo).
Das Gotthard massiv ist eine einzige Festung mehr als 70 Bunker befinden sich im Massiv.
1940 wurde am Rütli Rapport von General Guison beschlossen das Mitteland aufzugeben und sich in Alpen zurück zu ziehen. Die ganze Schweizer Armee zog grössten Teils in die Alpenfestung Reduit. Das war bis zum Ende der Aktivzeit(Militärdienst 1939 bis 1945) so. Nach dem Krieg wurden die Bunkerausgebaut zu Atombunker. In Luzern konnte die ganze Stadt Ganzewurden gebaut in den Bergen Tunnelröhren 5 Stockwerktief. Mit 2 Spitäler und Gefängnisse. Die "Ameise" Codewort kann heute besichtig werden sie befindet sich im Sonnbergtunnel und kann bei Anmeldung besichtigt werden. Ich selber war in der Festung Magletsch Stationiert. Als Fest/Pi 232 ( Festungspionier 233 Sprengkomando). Wir mussten im Kriegsfall Brückesprengen. Bis in den 90 Jahre war jede Brücke in der Schweiz mit Sprengstoff bestückt ohne Zünder und könnte im Kriegsfall jedezeit scharf gemacht werden. Die Geschütze von Magletsch konnt bis weit nach Liechtenstein schiessen. Noch eine Besonderheit jede zweite Scheizerbänd übte in einer Zivilschutzanlage. Bis vor kurzen müssen neue Gebäude die in der Schweiz erichtet werden mit Bunker für die Bevölkerung gebaut sein. Es muss für jeden Bürger einen Platz haben. Heute dient so ein Luftschutzraum als Proberaum für Band als Lagerhalle für persöndliche Sachen. Da so ein Luftschutzraum Schallisoliert ist , sind manche gute Combo nur wegen ihr entstanden. Noch Heute werden jedes Jahr die Luftschutzanlage getestet und geprüft. Jedes Jahr findet auch ein Probealarm statt wo die Sirenen getestet werden, das war gerade letzten Mittwoch. Der Bevölkerung wird weiss gemacht sie soll im Notfall Radio hören.
Hier sind noch Links zu Seite Unterirdischschweiz wo alle Festungen vermerkt sind die nicht mehr Geheim sind. Ich kenne die meisten davon von Militärdienst. Cityring Luzern - P12 Redimensionierung Zivilschutz - Anlage Sonnenberg Zivilschutzanlage Sonnenberg Bunkeranlagen der Schweiz
Geändert von Obelix (08.02.2009 um 01:37 Uhr).
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08.02.2009, 01:32
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Ja, von Eurer Wehrfreudigkeit könnten sich Österreicher und Deutsche noch etwas abschauen.
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11.02.2009, 00:29
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Bunkeranlagen in Linz Etliche interessante Bunkeranlagen hat die Stadt Linz.
-Schlossbergstollen: Eine besonders interessante Bunkeranlage ist die im Schloßberg. Meines Wissens wurde der Stollen im Schloßberg schon einige Zeit vor dem 2. Weltkrieg angelegt (finde aber leider zurzeit keinen Beleg dazu). Der Stollen liegt direkt unter dem Schloß (dieses dient heute als Museeum). Bis zu 10.000 Leute konnten in der Stollenanlage untergebracht werden. Betreten konnte man diese durch mehrere Eingänge, die in der Altstadt und an der Donaulände lagen. Außerdem gab es noch einen Eingang vom Schloß herab.
Vor einigen Jahren habe ich diese Anlage mal mit einer Führung besichtigt. Besonders beeindruckend sind die Tropfsteine die sich eigentlich in relativ kurzer Zeit gebildet hatten. Sehr deutlich hört man heute Zeitweise den Verkehr aus dem angrenzenden Römerbergtunnel (dieser existierte zur Zeit des 2. Weltkriegs noch nicht, er wurde 1967 eröffnet).
-Limonistollen bzw. Limonikeller: Beliebter als der Stollen im Schloßberg war der Limonistollen. Gründe dafür waren das die Decke etwas höher ist als die im Schloßbergstollen (Grund untersschiedliches Gestein), das hatte die positive Eigenschaft das die Luft nicht so stickig war wenn sich viele Leute im Stollen in Sicherheit brachten. Ein anderer Grund war das die Stromversorgung im Limonistollen gesicherter war als im Schloßbergstollen.
Gebaut wurde der Limonistollen ab 1942, es wurde bis zum Kriegsende weitergebaut.
Die Wände des Stollens sind mit Ziegeln ausgegliedert. Während beim Schloßbergstollen ein schräg verlaufender Gang für die Belüftung sorgte, gab es beim Limoniestollen eine elektrische Belüftungsanlage. Außerdem war der Stollen an die öffentliche Wasserversorgung der Stadt Linz angeschloßen und bot somit Toilettenanlagen und Waschgelegenheiten.
Insgesamt macht der Limonistollen einen besser ausgerüsteten Eindruck als der Schloßbergstollen.
In einem seperaten Teil waren in diesem Stollen Befehlsstellen für Gauleitung, Polizei, Partei- und Stadtpolitiker untergebracht.
-Aktien(brau)keller: Diese Stollenanlage konnte man letztes Jahr bei der Veranstaltung Tiefenrausch besichtigen, hier war die Ausstellung "Strom des Vergessens" untergebracht.
Den Namen hat die Stollenanlage von der Aktienbrauerei denen diese Keller ursprünglich gehörten. Der Aktienkeller war ein Teil eines Systems von Bunkeranlagen und mit dem Limonikeller, Sandgassenstollen und Zentralkeller verbunden. Stellenweise war er so groß das sogar Fahrzeuge im Aktienkeller Platz gehabt hatten. Das bot die Möglichkeit hier den Fahrzeugen von Rettung und Feuerwehr Schutz zu bieten. Für 8.800 Leute war dieser Stollen ausgelegt. Es ist aber davon auszugehen, das nicht ganz so viele Platz hatten, da im Jahr 1944 hier Teile eines Kugellagerwerks untergebracht waren.
Weitere wichtige Bunkeranlagen waren:
-der Märzenkeller: Hier konnten 2000 Personen untergebracht werden.
-der Chembranstollen: Hier konnten 5000 Personen untergebracht werden.
-Sandgassenstollen: War mit dem Limoniekeller verbunden konnte über 3000 Personen aufnehmen.
-der Zentralkeller: War mit dem Aktienkeller verbunden. Im Zentralkeller konnten 3000 Personen untergebracht werden, außerdem war auch hier Industrie untergebracht.
-zwischen dem Bunkersystem Limonikeller-Aktienkeller-Zentralkeller-Sandgessenstollen und dem Schloßbergstollen befanden sich noch einige kleinere Bunkeranlagen, die aber auch jeweils mehr als 100 personen unterbringen konnten.
Neben dem Stollensystem in Froschberg-Freinberg-Römerberg-Schlossberg gab es noch weitere Bunker. Darunter der Bunker der sich unter dem Linzer Hauptplatz befindet. Dieser ist heute nicht mehr zugänglich. Er befindet sich in der nähe der Tiefgarage am Hauptplatz. Wenn man aufmerksam durch Linz geht, sieht man das eine Seite des Hauptplatzes eine Erhöhung von ein paar Stufen aufweist, der Grund dafür ist (angeblich) der darbunterliegende Bunker.
Doch nicht nur unterirdische Bunker gab es in Linz, auch sogenannte Hochbunker. Einen davon sieht man heute noch. Er liegt etwas außerhalb der Innenstadt am Andreas Hoferplatz und konnte Schutz für 1.000 Personen bieten.
Was die Nutzung der Bunker heute betrifft: Einige Zeit waren einige der Bunkeranlagen als Lokale in Verwendung. Manche auch als Lagerräume und in einem der Anlagen befand sich meineswissens eine Champignonaufzucht.
Heute werden die meisten Anlagen nicht mehr verwendet. Eigentlich schade, vor einigen Jahren gab es im Limoniestollen und im Schlossbergstollen Führungen, diese gab es zumindest letztes Jahr nicht mehr. Vernommen habe ich mal ein Gerücht das man diese aber im Rahmen von Linz09-Europäische Kulturhauptstadt wieder zur Besichtigung freigeben möchte. Ob das stimmt weiß ich leider nicht. Der Aktienkeller beherbergte wie schon weiter oben erwähnt letztes Jahr eine Ausstellung. Er wird nach dem Ende der Ausstellung aber nicht weiter genutzt und auch der Hochbunker am Andreas Hoferplatz steht ohne Verwendung da. Ich finde es ehrlich gesagt etwas schade. Eine Festung mitten in der Stadt würde man auch nicht einfach so ungenutzt stehen lassen, aber die Bunkeranlagen (die man zum Teil für Besichtungen zum Teil als tolle Museumskulisse nutzen könnte) werden einfach so hinter verschlossenen Türen gelassen. Manche Schätze die sie bieten wie z.B. die Tropfsteine im Schlossberg sind nicht mal den Linzern bekannt. Schade. |
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