Hier möchte ich mal eine Art Sammlung von Städteplünderungen eröffnen:
-Welche Stadtplünderungen fallen euch ein?
-Eine Kurzbeschreibung wäre auch ganz interessant.
-Welche Folgen hatte die Stadtplünderung?
Freue mich auf eure beteiligung.
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Hier möchte ich mal eine Art Sammlung von Städteplünderungen eröffnen:
-Welche Stadtplünderungen fallen euch ein?
-Eine Kurzbeschreibung wäre auch ganz interessant.
-Welche Folgen hatte die Stadtplünderung?
Freue mich auf eure beteiligung.
Spontan denke ich an Magdeburg im Dreißigjährigen Krieg und die Plünderung Roms durch die Westgoten und Vandalen und natürlich den Sacco di Roma. Über letztere drei Ereignisse werde ich, falls mir niemand zuvorkommt, etwas ausführlicher schreiben.
Das Kloster in Amorbach würde 1525 von Götz von Berlichingen im Bauernkrieg geplündert.
Weitere Plünderungen gab es während des 30jähirgen Krieges und später nach der Säkularisation zwischen dem Fürsten zu Leiningen und den Grafen zu Erbach.
Die Plünderungen nahmen erst nach der endgültigen Gebietsregelung um 1816 ab.
Nachzulesen hier: Kloster Amorbach – Wikipedia
Servus!
Nicht vergessen werden darf auch, dass bei jeder Städteplünderung auch das Umland zu leiden hatte - auch bei misslungenen Plünderungen bzw. Belagerungen!
Ich erinnere mich z.. an Gustav Adolfs (abgebrochene) Belagerung Ingolstadts: Nach dem Abzug der Schweden waren die Dörfer südlich Ingolstadts (wo die Schweden gelagert hatten) für 10 Jahre (!) von jeglicher Steuer befreit, und selbst 100 Jahre nach dem Abzug der Schweden bestanden diese Dörfer nur aus ein paar kümmerlichen Höfen...
Gustav Adolf hatte nämlich südlich von Ingolstadt eine Wüste hinterlassen...vielleicht auch aus Frust wegen der gescheiterten Einnahme Ingolstadts...
VG
Christian
Servus!
Ein großer Städteplünderer war auch Dschinghis Khan: Was ihm nicht übergeben wurde, wurde geplündert und z.T. ausradiert...
VG
Christian
Eine Episode aus dem 30jährigen Krieg im Zusammenhang mit Schweden und dem Amorbacher Kloster besagt, dass die Schweden als sie das Kloster besetzt hatten auch das nahe gelegene Kloster auf dem Frankenberg (heute Gotthardsberg) erstürmten und die dort lebenden Nonnen in Fässer gesteckt und den Berg hinabgestürtzt haben sollen. Zuvor hatten sie Nägel in die Fässer geschlagen.
Das war das Ende des Frauenklosters, in der Folgezeit wurde das Kloster über eine Zeit als Raubritterburg zur Ruine, die heute noch ein schönes Ausflugsziel ist mit dem sog "7-Täler-Blick" in die Amorbacher Umgebung.
Daß sich der Krieg aus dem Lande zu ernähren habe, war lange Zeit allgemeingültige Wahrheit. Und die Plünderung von Städten gehörte zu dieser "Nahrungsbeschaffung" - die Truppen des Siegreichen wollten ja schließlich auch ihre Lösung.
Der Begriff "brandschatzen" kommt übrigens aus dieser Zeit. Dem Abbrennen konnte eine Stadt dadurch entgehen, daß sie ihre Schätze - sprich: das Geld der Bürger und die Stadtkasse - dem erfolgreichen Belagerer übergab.
Erstmals fielen die Westgoten unter ihrem König Alarich zu Beginn des 5. Jhdts. in Italien ein, wurden jedoch von Stilicho zu Ostern 402 in der Schlacht bei Pollentia und später in der Schlacht bei Verona besiegt. Trotz dieser beiden Siege ließ Stilicho die Verlierer entkommen. Vermutlich wollte er sie deshalb nicht ganz auslöschen, um durch die Beseitigung der Gefahren für das Reich nicht auch selber überflüssig zu werden. Vielleicht wollte er sie auch als Trumpf behalten, um sie künftig gegebenenfalls für eigene Interessen anwerben zu können.
407 erreichten die Beziehungen des Ost- und des Weströmischen Reiches zueinander einen Tiefpunkt, und es drohte der Ausbruch eines Krieges. Hauptstreitpunkt war Illyrien, zu dessen Heermeister Alarich schon früher von den Oströmern ernannt worden war und wo sich die Westgoten momentan aufhielten. Stilicho verbündete sich daher mit Alarich, um so Illyrien für den Westen zu gewinnen. Alarich rüstete für den Krieg, doch dann entspannte sich die Lage wieder. Alarich forderte eine Entschädigungszahlung für seine bereits gemachten Aufwendungen, und Stilicho bewilligte sie ihm auch. Doch dann wurde Stilicho 408 ermordet, die Entschädigungszahlung wurde verweigert, und es kam zu antigermanischen Ausschreitungen in Italien. Die dort stationierten germanischen Foederatentruppen flohen zu Alarich und forderten ihn zum Einfall auf. (Der Kaiser residierte allerdings im gut geschützten Ravenna.) Die Westgoten fielen tatsächlich in Italien ein, wo ihnen kein Widerstand geleistet wurde. Eigentlich wollte Alarich dadurch nur Kaiser Honorius (393-423) in Ravenna motivieren, ihm doch noch die zugesagte Entschädigung zu zahlen, doch der blieb stur. Im September 408 erreichte er Rom und belagerte die Stadt, die sich schließlich freikaufte. Alarich zog nach Etrurien und forderte von Kaiser Honorius die Abtretung von Noricum, Dalmatien und Venetien sowie jährlichen Tribut und einen klingenden Titel, doch Honorius fühlte sich in Ravenna sicher und winkte ab. Alarich belagerte Rom erneut und veranlasste den Senat dadurch, im Dezember 409 mit Attalus einen dem Alarich genehmen Gegenkaiser aufzustellen. Mit diesem zog er gegen Ravenna. Attalus erwies sich jedoch als komlett unfähig, und so setzte ihn Alarich im Juli 410 wieder ab. Mit der Belagerung Ravennas ging es auch nicht recht voran, und da ihm Honorius ernsthafte Verhandlungen verweigerte, brach Alarich die Belagerung ab und zog erneut gegen Rom, das er wieder einmal belagerte. Doch am 24.8.410 gelang ihm die Eroberung. Wie, ist unklar, aber vermutlich durch Verrat oder die Stadt ergab sich; jedenfalls wurde sie nicht erstürmt. Alarich ließ seine Mannen plündern, befahl ihnen aber, das Leben der Einwohner zu schonen und die Kirchen nicht anzutasten. Trotzdem gab es Tausende Tote, und natürlich wurden viele Einwohner misshandelt, weil sie sich weigerten, ihre tatsächlichen oder vermuteten Schätze preiszugeben. Von den Kirchen wurden auch nicht alle geschont. Die arianischen Goten drangen auch in mehrere Nonnenklöster ein und vergewaltigten die Insassinnen. Im Zuge der Plünderungen verbrannten unter anderem die Gärten des Sallust, doch im Allgemeinen hielten sich die Verwüstungen in Grenzen. Es blieb jedenfalls auch an Schätzen noch genug für die Vandalen 455 übrig. Die Gebäude und Statuen wurden von den Goten schon gar nicht mutwillig zerstört, wie ihnen später die Italiener unterstellten, wozu auch? Die Zeit reichte ja kaum zum Plündern. Alarich beendete die Plünderung nämlich schon nach drei Tagen und zog nach Kampanien weiter. Als Gefangene führte er Galla Placidia, die Schwester des Honorius, mit sich, die später seinen Schwager Athaulf heiraten musste.
Folgen hatte die Plünderung nicht wirklich. Es war aber das erste Mal seit ziemlich exakt 800 Jahren (damals waren es die Gallier), dass Rom von einer fremden Macht erobert wurde. Das zeigte den Römern ganz deutlich ihren Niedergang.
454 ermordete Kaiser Valentinian III. (425-455) persönlich seinen Feldherrn Aetius, dessen Macht ihm allmählich verdächtig geworden war.
Später vergewaltigte Valentinian III. die Gattin des angesehenen und einflussreichen Senators Petronius Maximus. Die Überlieferung ist verworren, aber vermutlich verbündete sich Petronius mit den Anhängern des Aetius; jedenfalls wurde der Kaiser am 16.3.455 ermordet. Petronius Maximus ließ sich am nächsten Tag selbst zum Kaiser ausrufen. Seine Gattin war aus Verzweiflung über ihre Vergewaltigung gestorben, und Petronius wollte Eudoxia, die Witwe Valentinians III. und Tochter des Theodosius II. (402-450), heiraten, um seine Herrschaft zu legitimieren. Sie stimmte letztlich zu. In der Hochzeitsnacht teilte er ihr dann mit, dass er in die Ermordung ihres Gatten verwickelt gewesen sei. Der Überlieferung nach forderte sie daraufhin durch einen Boten aus Rache den Wandalenkönig Geiserich auf, Rom anzugreifen.
Wie auch immer, im Juni 455 tauchte eine Wandalenflotte in der Tibermündung auf. In Rom brach Panik aus. Auch Petronius verlor die Nerven und wollte fliehen, aber er wurde ermordet. Geiserich marschierte auf die Stadt zu. Ihm kam Papst Leo der Große entgegen (der, der schon Attila zur Umkehr bewegt hatte); er richtete aber nicht viel aus, sondern Geiserich versprach ihm lediglich die Schonung der Einwohner. Da in Rom Chaos herrschte, konnten die Wandalen die Stadt widerstandslos einnehmen. Geiserich ließ seinen Mannen für die Plünderung zwei Wochen Zeit. Sie konnten die Stadt daher viel gründlicher und systematischer plündern als vor ihnen die Goten. Die Beute wurde auf Wagen zur Flotte gebracht. Die Bevölkerung wurde tatsächlich einigermaßen verschont, allerdings wurden mehrere Tausend Menschen als Sklaven mitgenommen. Unter den Gefangenen befanden sich auch Eudoxia und ihre Töchter Eudokia (Die Namen Eudoxia und Eudokia darf man nicht verwechseln, sie sind nicht identisch!) und Placidia, weiters Gaudentius, einer der beiden Söhne des Aetius. Eudokia musste Geiserichs Sohn Hunerich heiraten. Placidia war bereits verheiratet, nämlich mit einem gewissen Olybrius (dem späteren Kaiser), der allerdings geflohen war. Sie und Eudoxia wurden nach mehreren Jahren freigelassen.
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