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Tags: geldscheine sondergeldformen, muenzen, nutzgeld, tauschhandel, zwischentauschgueter

Thema geschlossen
Alt 20.05.2011, 23:39   #1 (permalink)
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Geldgeschichten

Servus .

Die nächsten V. Beiträge sind vom Thema :

http://www.g-geschichte.de/forum/wel...terreichs.html (Kleine Geschichte(n) Österreichs)

hierher übersiedelt .

Da ich später über das Thema Zahlungsmittel weiterschreiben will , dachte ich daß sie in einem eigenen Thema besser aufgehoben seien .

Am 29.4.2011. suchte ich die Zweigstelle Nord der österreichischen Nationalbank in Linz auf .
Nicht um alte Schillinge in Euro umzuwechseln .
Ich hatte gelesen daß es in der Bank eine interessante Ausstellung gäbe , über frühere Zahlungsmittel in Europa .

Der Titel :

Mit Salz , Beil und Rind auf Shopping – Tour .

Aktivitäten ? Oesterreichische Nationalbank

Nach meiner Anfrage wurde mir das Fotographieren erlaubt .
Als ich mich über die Stufen und den Vorraum bis in den Schaltersaal vorgearbeitet hatte , sprach mich der Manager Hr. Josef Kienbauer an .

Wir sprachen über die gelungene Ausstellung und als ich Ihm erzählte hier im Forum darüber einen Bericht zu schreiben , schenkte er mir sogar eine Presse-CD der Präsentation .

Nach der Durchsicht des Ausstellungskataloges und eigenen Recherchen wird es aber etwas umfangreicher ausfallen .

Der oberösterreichische Donauraum und der Zentralraum sind uraltes Siedlungsgebiet .
Lagerspuren lassen sich sogar in der
Riß-Würm Warmzeit

( 130 000 – 80 000 Jahre vor heute ) nachweisen .

Bild anklicken.
Aus Archäologie online.

Eine immer wieder aufgesuchte Stelle ist das
Berglitzl . Eine ehemalige Flußinsel am nördlichen Donauufer , im Bezirk Perg . Mit natürlicher Erhebung und dadurch gegen Überschwemmungen geschützt.
Aus obgenannter Riß-Würm-Warmzeit wurden Lagerspuren gefunden .
Diese endeten in der nachfolgenden Würm – Eiszeit .
Aus dem Zeitraum von ca. 50 000 – bis 15 000 Jahren , das Festlandseis hatte sich wieder etwas zurückgezogen und es fanden sich wieder eiszeitliche Lagerfunde ein .

In beiden Lagerhorizonten wurden Gerätschaften aus Donauhornstein und – Kies gefunden .


Aus Archäölogie online .



Als diese Funde mittels modernster Untersuchungsmethoden , neu bewertet wurden , stellte man fest , daß ein retuschierter Abschlag eines Knollenhornsteins , den bayrischen Jurahornsteinlagerstätten des Abensberger Raumes im Landkreis Kehlheim zuzuordnen ist . Dieser wurde , anhand der Fundumgebung , älter als
40 000 Jahre eingeortnet .

Da lebten in Mitteleuropa noch keine HSS sondern noch die Neandertaler . Und somit stammt der Abschlag von ihnen .

Was mich daran so interessiert ist die Frage , wie kam das Rohmaterial , des Abschlages und eventuell auch Andere , an diesen Fundort ?? Über hunderte Km . ??
Wurde es durch so weite Wanderungen , der Gruppe , transportiert ?
Oder brachten Vorbeiziehende es mit und es wurde getauscht ??

Und da sind wir schon beim ersten Thema :

Dem Tauschhandel .
Fortsetzung folgt .

Luki.

Daten über Berglitzl wurden dem Buch „ Rätsel der Steinzeit – zwischen Donau und Alpen „ entnommen . Autor : Hr. Alexander Binsteiner .

Und noch ein Wikipedialink .

Berglitzl ? Wikipedia

Archäologie Online :

• Der Neandertaler im österreichischen Ennstal • Seite 1 • [Archäologie Online] • •
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Geändert von Luki (29.10.2011 um 13:49 Uhr).
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Alt 20.05.2011, 23:43   #2 (permalink)
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Tauschhandel

Teil II.


Tauschhandel .

Die Jäger und Sammler , tauschten zwar gelegentlich ,

aber im Allgemeinen waren sie Selbstversorger .
Sie lebten in kleinen Gruppen , ernährten sich von dem was ihnen die Natur anbot und zogen dem Wild nach .

Der Tauschhandel begann erst richtig mit der Sesshaftwerdung des Homo Sapiens Sapiens .

Nach neuesten Erkenntnissen wanderten , mit Vieh , Kind und Kegel , schon vor 8000 Jahren , Menschen aus Westanatolien in den Balkanraum ein . Es waren die späteren Linienbandkeramiker , die sich nordwärts ausbreiteten .
Sie kamen um 7500 Jahren vor heute in Mitteleuropa an und verdrängten mit ihrer Landwirtschaft die Jäger und Sammler an die Ränder Kontinentaleuropas .

http://www.g-geschichte.de/forum/fru...nwanderer.html (Anatolische Einwanderer) (Anatolische Einwanderer)

Anfänglich wurde nur Gut gegen Gut getauscht .
Z.B.: Fleisch , Fisch , Feuersteinrohlinge , Steinwerkzeuge und sehr wertvoll war das Salz .
Aber mit zunehmender Landwirtschaft wurden auch dessen Erträge , wie Getreide und Vieh , getauscht .

Da der Fernhandel zunahm , mußte man sich auf einige wenige Warengruppen beschränken .
Es wird als Nutzgeld bezeichnet . Gehandelt wurde Getreide und Vieh , sowie Salz und Felle .
Sehr beliebt waren auch Werkzeuge und Waffen . Schmuck und Halbfabrikate .



Durch die Überschußproduktion der Landwirtschaft war es Einzelnen möglich sich zu spezialisieren .

Salz - und Metallbergbau sowie die Metallverarbeitung waren möglich .
Da aber zum Tauschhandel nicht immer ein passendes Tauschobjekt vorhanden war , mußte man
Zwischentauschgüter finden .

Bilder von der ÖNB

Die Geldwirtschaft wurde so eingeführt .

Es wurde eine Ware gegen ( die vereinbarte Menge eines ) Zwischentauschgutes eingetauscht .
Und dieses konnte später wiederum gegen ein beliebiges Gut oder Ware getauscht werden .

Es mußte gefragt und anerkannt sein .
Teilbar und wertbeständig sowie messbar .

• Frühbronzezeitliches Schatzhaus: wohnte hier der Fürst von Leubingen? • [Archäologie Online] • •

Anfänglich waren es Geräte und Waffen .
Später Metallrohlinge und Barren . Schmuck und Edelmetalle .
Um 2000 v. Chr . gab es das erste Metallgeld in Tierform .


Frei aus Wikipedia

Und um 650. v. Chr. In Lydien ( Krösus ) die ersten Münzen aus Elektron .

Fortsetzung folgt .

Luki.
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Alt 20.05.2011, 23:45   #3 (permalink)
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Nutzgeld

Nutzgeld .

Das waren anfänglich Felle und Fleisch erlegter Tiere , sowie Werkzeuge und Salz.
Mit zunehmender Landwirtschaft und Viehzucht auch Ernteerträge und Vieh .
Es waren aber auch handwerkliche Erzeugnisse , wie Wolle und Tuche oder Schmuck .

Archologie der westlichen Slawen - Google Bcher

Getreide war sehr beliebt , Flughafer , Hirse , Einkorn und Dinkel .
Noch bis ins Spätmittelalter wurden Abgaben mittels Getreide oder Vieh und Tierprodukten bezahlt .

Laut englischen Marktordnungen gab es z.B. : folgenden Wertmaßstab für Norwegische Stockfische:

240 Stockfische = 1. Rind = 6. Schafe = 120 Ellen Wolle .
100 Stockfische = 1. Fass Wein .
20 Stockfische = Hufeisen für 5. Pferde oder 1. Fass Bier .
15 Stockfische = 1/8 Fass Honig .

Auch Rinder waren ein gültiger Wertmaßstab . Sie waren aber kleiner als Heute .

Homer schrieb :
Der Wert einer Rüstung = 9.Rinder .
Einer Frau ( je nach Stand ) = 4. bis 20. Rinder .
Ein großer bronzener Dreifuß = 12. Rinder .
Ein Mann = 100.Rinder .
Die römische Bezeichnung für Geld „
pecunia „ leitet sich vom lateinischen „ pecus „ ( Vieh ) ab .
Ebenso bezeugt das germanische „
Kugildi „ ( Kuhgeld ) den Wertmaßstab der Rinder .

Gerloff: Die Entstehung des Geldes ... - Google Bcher

Noch im Spätmittelalter wurde die Rüstung eines Ritters in Rindern gerechnet .
Sie war eine sehr kostspielige Anschaffung .

Holzschild und Lanze ..= 2 Kühe .
Schuppenpanzer.........= 12 Kühe .
Streitross....................= 12 Kühe .
Helm..........................= 6 Kühe .
Schwert......................= 7 Kühe .
Beinschienen...............= 6 Kühe .

Das war der Wert von 45. Rindern und zugleich auch der Viehbestand eines durchschnittlichen Dorfes .

Fortsetzung folgt.

Luki.
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Alt 20.05.2011, 23:49   #4 (permalink)
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Zwischentauschgüter

Teil IV.


Zwischentauschgüter.

( beginnende Geldwirtschaft )


Wenn Käufer und Verkäufer zum Tauschen , über keine ,
von Beiden , akzeptierten Güter verfügten , mußte der Käufer , ein vom Verkäufer akzeptiertes Gut anbieten , um Handelseins zu werden .
Das konnte Alles sein . Von der Dienstleistung , über Naturalien , Werkzeuge , Rohstoffe oder Metallbarren .

In der Bronzezeit boten sich daher Werkzeuge - und Schmuckstücke aus selbigem Material an .




Die Kelten verwendeten Noppenringe , Kugelrädchen und Radmünzen aus Bronze .

In der Eisenzeit verwendeten sie Eisenbarren als Zahlungsmittel.


Aus ÖNB.

Die
Etrusker und Italiker verwendeten den :

Aes rude ( Rohkupfer ) in mehreren Formaten .
Meist waren sie mit einem Stempel versehen der das Gewicht anzeigt und damit auch den Geldwert.






Von da ab war es nicht mehr weit zum Metallgeld .

Nachtrag vom 8.9.2011.

In Fära ,( Schuruppak ) Mesopotamien ( Sumerer ) , wurden Keilschrifttafeln aus der Frühdynastischen Zeit III.A ( 3400.-2900. v. Chr. ) ausgegraben .
Auf manchen war der Verkauf von Ländereien , Grundstücken oder Gärten vermerkt .
Ebenso eventuelle Wasserrechte , sowie der oder die Verkäufer ( Familie oder Gruppe ) und ebenso der oder die Käufer .
Was es aber so interessant macht ist daß der Kaufwert ( Preis ) der Immobilie in Kupfer oder Silber festgelegt war .
Da aber vermutlich die Wenigsten über diese Metalle verfügten wurde auch der Umrechnungswert in Gerste ( dem damals wichtigsten Getreide ) angegeben . Wahrscheinlich wurden daher auch Grundstücksverkäufe mittels Gerste ( Zwischentauschmittel ) bezahlt .

Fortsetzung folgt.

Luki.
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Geändert von Luki (08.09.2011 um 16:31 Uhr).
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Alt 20.05.2011, 23:51   #5 (permalink)
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Metallgeld

Teil V.

Metallgeld .


Aufgrund des zunehmenden Fernhandels und des leichteren Transportes , vorallem wegen der einfacheren Umrechenbarkeit ( fixer Wert ) kamen schon fast genormte Metallgelder auf .

Z.B. : Klingen – und Spatengeld aus Bronze oder Eisen .
Daneben wurde natürlich auch , als Geldwert , Schmuck und Edelmetalle verwandt .

Die ersten Münzen waren aus Elektron ,
einer natürlich vorkommenden Legierung aus Silber und Gold . Sie wurden erstmals ca.
650. v. Chr. In Lydien
( Kleinasien , Krösus ) verwendet .



Aus Wikipedia

Die Griechen in Ionien übernahmen die Idee und prägten um 550. v. Chr. Auf der Insel Ägina den silbernen Stater .
Bis 400. v.. Chr. hatte er sich in ganz Griechenland durchgesetzt . Ab 500. v. Chr. prägten sie schon in Süditalien , Neapel und Sizilien Silbermünzen .


Stater aus Korinth , 4. Jahrhundert.


Gnu, gemeinfrei

Die Kelten prägten ihre Regenbogenschüsselchen ab
ca
. 340. v. Chr. Über 150. Jahre nur aus Gold .
Später auch aus anderen Metallen .

Entliehen von der österreichischen Nationalbank.




Goldstater ( Goldschüsselchen ) der Boier um 100. v. Chr. Fund in Österreich . Fürst Biatec .


Die Römer hatten zwar schon Neapel ( Neapolis ) erobert , sie stellten selbst aber erstmals 289. v. Chr. Münzmeister ein


Anklicken. Gnu gemeinfrei .

Aes, aus Bronze um 220. v. Chr.

Sie verwendeten lange nur Münzen aus Bronze .

Fortsetzung folgt .
Luki.
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Geändert von Luki (15.08.2011 um 13:48 Uhr).
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Alt 22.05.2011, 18:15   #6 (permalink)
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Primitivgeld

VI.

Primitivgeld :

Servus.

In anderen Weltgegenden gab es auch andere Zahlungsmittel .

Muschelgeld , Federgeld , Hunde – oder Haizähne , Kakaobohnen und Federkiele mit Goldstaub gefüllt oder Steinradgeld .

Auf einigen Inseln ist das Eine oder Andere heute noch im Gebrauch .

Schnecken- und Muschelgeld :

Schöne Muscheln wurden auch bei uns in der Stein- und Bronzezeit zu Schmuck verarbeitet.
Wahrscheinlich weltweit .
Und sicherlich wurde sie auch als Tausch- und Zwischentauschgüter verwendet
( spät noch von den Indianer Nordamerikas ) .

Muschelgeld Neuirland : Anklicken

Gemeinfrei , Urheber , Bin im Garten .

Zum Größenvergleich, heutige Centmünzen .

Gemeinfrei , Urheber , Bin im Garten .

Aber als Zahlungsmittel ( Geld ) sind sie in Afrika , Ostasien und Ozeanien bekannt .

Kaurigeld ( Kaurimuschel )


Gemeinfrei , Urheber , Philipp66

Es ist klein und leicht zu transportieren .
Sie wurden durchbohrt und auf Bastschnüre aufgefedelt.
Andere wurde zu Scheiben geschliffen und durchbohrt und aufgefädelt zu langen Schnüren .

Anklicken, gemeinfrei, Autor: bin im Garten.

Kaurimuschelschnüre

In Papua Neuguinea werden die kostbaren Schnüre in einer Bank aufbewahrt und teure Anschaffungen mittels Geldschnüren abgewickelt .
Eine Braut soll ca. 250 m. Nasaschneckengeld kosten .Ob die Brautleute die Schnecken gemeinsam fangen , kochen , essen , auffädeln und dann den Brauteltern übergeben ? Ich weiß es nicht , aber es scheint mir sehr mühsam zu sein .

Muschelgeld - Wirtschaftslexikon


Dongo ( Achatinageld ) : ( Achatschnecken )
War in Westafrika gebräuchlich .

Hundezahngeld : ( Schneidezähne )
In Ozeanien gebräuchlich .
Auf den Admiralsinseln bekam man noch 1929 für einen Zahn 10. Kokosnüsse .

Haifischzähne :
Als Schmuck und ähnlich wie Hundezähne als Zahlungsmittel verwendet .

Walroßzähne :
Wurden im Mittelalter von den Wikingern gehandelt und in Nordamerika von der „ Hudson bay Companie „ als Zahlungsmittel anerkannt .



Es gibt sicher noch Mehrere , aber später zu den Bohnen und Federn.


Luki.
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Alt 22.05.2011, 23:14   #7 (permalink)
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Lebensmittel

VII:


Lebensmittel .
Salz , Bohnen und Tee .

Salz:

Salz war nicht nur ein Tauschmittel , in manchen Kulturen war es sogar ein Zahlungsmittel .

Die Legionäre Roms bekamen als Sold nicht nur Münzen sondern auch einen Teil in Salz ausbezahlt .
Salz = salarium ( Salär ) .

Salär ? Wikipedia

In der Gegend von Ostafrika ( Eritrea und Äthiopien ) verwendet man bis heute Salzziegel
( Amole ) als Zahlungsmittel .

Amole , anklicken.

Gemeinfrei , Urheber : Bertramz

Amole ? Wikipedia

Teegeld :

Teeziegelgeld wurde in Ostasien Als Zahlungsmittel verwandt .
Von Südchina , Burma , Tibet , Mongolei bis Ostsibirien .
Die getrockneten Teeblätter wurden zerrieben , mit Bindemittel versetzt und gepresst .


Aus world of Tea , Naturideen

Mit einer Prägung versehen , diese bestätigte den Wert und die Qualität des Ballens , der zwischen 1. bis 2. Kg. wog .
So wurden sie als Geld eingesetzt oder als Kapitalanlage gehortet .


Paternosterebsen ( Samen ):

Wurden in Kamerun und Nigeria aufgefädelt und als Geld verwendet .
Der rote Samen sieht hübsch aus , die Pflanze ist aber giftig ?


Aus Wikipedia

In Indien heißen die Samen „ Rati „ und da sie ein Karat schwer sind werden sie zum Abwiegen von Gold verwendet .

Paternostererbse ? Wikipedia


Kakaobohnen :

In Mesoamerika waren Kakaobohnen Zahlungsmittel . Bei Azteken , Mayas und Kollegen berechnete man den Wert einer Sache oder Leistung in Kakaobohnen .
Zeitweise kostete ein Sklave 100 Kakaobohnen .
Sie wurden auch als Vermögen gehortet .
Moctezuma II. Soll 1250 Tonnen als Staatsschatz besessen haben .
Die Bohnen waren sehr wertvoll und Kakao durften nur die Spitzen der Gesellschaft trinken .
Und wenn sie sich den Genuß leisteten , vertranken sie praktisch bares Geld .




Frei, Autor : Kaffeeshop 24..

Goldfederkiele :

Die aztekischen Fernhändler ( Pochteca ) verwendeten auch Federkiele mit Goldstaub gefüllt und verstöpselt . Sie waren leicht zu transportiern und zur Wertbestimmung wurden sie wahrscheinlich gewogen .


Später geht’s mit Federn und Steinen weiter .

Luki.
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Alt 24.05.2011, 15:25   #8 (permalink)
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Federn und Steine

VIII.

Federngeld :

Münzen Versand Shop Reppa

Kräftig leuchtende bunte Federn von schwer erlegbaren Vögeln wurden sie einzeln oder zu einem
Nutzgeld verarbeiteten Geldwertprodukt von einigen Völkern als Zahlungsmittel verwendet .

Bei den präkolumbischen Völkern Mesoamerikas waren die Federn des Quetzalvogels als Zahlungsmittel sehr beliebt .

Sie wurden an Kleidungsstücken und für die Federnkronen verarbeitet .
Und die Tarasken waren für ihre kunstvollen Federnbilder berühmt .


Gemeinfrei . Urheber , D. Hatcher .

Auf den Salomoneninseln wurden die roten Federn des Kardinalhonigfressers bis zu 9. m. Langen Federbändchen verknüpft .

Sie bestand aus 50-bis 60 000. Federn .
Je besser ihr Zustand und desto leuchtender die Farbe , desto wertvoller waren diese Rollen .



Urheber : Bank von Belgien .


Steingeld :

Eigenartiger Weise war eine Form des Steingeldes bis ins 19. Jahrhundert im Sudan gebräuchlich .
Es waren , in Idar Oberstein , geschliffene Scheiben aus Achat und Karneol .
Mittig mit einem Loch und in der Größe von 3. bis 10. cm Durchmesser .

Schöne bearbeitete Steine verwendeten mehrere Völker als Zahlungsmittel .

Aber den Vogel schossen die Bewohner der Südseeinsel Ulithi im Bezirk Yap ( Melanesien ) ab .

Sie hatten das schwerste und sperrigste Geldmittel der Welt.
Als " RAI " sind sie bekannt .

Durchmesser : bis zu 4. Metern
Gewicht : bis 5 Tonnen .
Aus Aragonit oder Kalzit .

Eine Münze lehnt auch im Überseemuseum Bremen .


Die Erzeugung des Steingeldes .

Wie es mit dem Wechselgeld aussah ?? Vermutlich gab es keines .
Da dieses Geld für Transaktionen sehr unhandlich war verblieben sie an Ort und Stelle .
Die Dorfältesten wußten wem der Stein gehört , der auf einem Feld ( Grundstück ) lehnte .

Und bei einem Verkauf desselben Feldes wechselte einfach der Besitzanspruch auf den Stein .

Eine gewichtige Form von großen Scheinen.



Gemeinfrei. Urheber: Peter2Pan .

Luki.
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Alt 25.05.2011, 17:54   #9 (permalink)
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Gerätegeld

IX.


Monätäre Sonderformen , Gerätegeld :


Axtgeld ( Beilgeld )
:


Steinbeile wurden als Tauschmittel schon in der Steinzeit benützt .

In der Kupfersteinzeit verwendete man Kupferäxte als Prunkstücke und auch als sehr wertvolle Zwischentauschgüter . Einen praktischen Wert hatten diese Äxte nicht . Sie waren zu weich .
Zur Arbeit verwendete man weiterhin Steinäxte .

In der Kupferzeit waren regional , kleine , unbrauchbare Bronzeäxte als Zahlungsmittel im Gebrauch .
( Kelten , Thraker ) . Anhand eines Hortfundes stellte man fest , daß sie lieblos angefertigt wurden .
Sie wiesen noch grobe Gießränder auf .
Alle hatten aber die selbe Größe , als wären sie genormt . Was darauf schließen läßt daß ihr Materialwert im Handelsbereich bekannt war und sie die Funktion eines Metallgeldes erfüllten .

http://www.reppa.de/lex.asp?ordner=b&link=Beilgeld.htm

Spatengeld :

Als im 3. Jahrhunder v. Chr. In China der Staat Qi seinen Nachbarn Qis eroberte übernahm er von ihm das dort schon länger gebräuchliche Spatengeld (Bu) .

Anklicken.

Gemeinfrei


Messergeld :

Während der streitbaren Reiche in China war das Messergeld ( Dao ) sehr verbreitet .
Es waren gegossene Bronzestücke . Gebrauchsuntauglich und mit eingeprägter Wertangabe .

Anklicken

Gnulizenz , Fotograf Dr. Meierhofer. Kunsthistorisches Museum Wien .

Weiters waren zu jener Zeit auch andere Formen in jenen Staaten gebräuchlich .
Z.B.:
Entenschnäbel ( Yibi ) ,
Bratspieße
( funktionsuntauglich ) .


Hackgeld oder Wägegeld :

Wertvolle Metalle goß man in Barren oder Stangenform .
Bei Bedarf hackte man die benötigte Menge herunter .
Um den monitären Wert genau zu bestimmen benötigte man aber dazu eine Waage .

http://www.finanz-lexikon.de/waegegeld_3895.html

Das war nur ein Bruchteil der gebräuchlichsten Zahlungsmittel vor dem Papiergeld .

In den Jahrtausenden des menschlichen Handels waren regional begrenzt und in den jeweiligen Epochen tausende verschiedene Materialien als Zahlungsmittel im Einsatz .

Wer sich dafür interessiert und auch Abbildungen sehen will , noch ein Link .
Ihr werdet verblüfft sein , was alles als Zahlungsmittel im Verkehr war .

EUCOPRIMO.COM - Über uns

Klickt „ Unsere Zeitschrift „ an und dann links die Erdteile .


Luki.
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Tolle Serie, das sollte ruhig auch mal öffentlich gesagt werden. Irgendwann werde ich mir die Serie mal geschlossen ausdrucken. Prima, Luki!
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