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  1. #121
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    Eine schottische Besonderheit- Brochs

    Die Brochs von Schottland

    So, hat zwar ein bißchen gedauert, aber jetzt komme ich endlich dazu, meinen Beitrag über die eigentümlichen schottischen Turmbauten zu verfassen.
    Dabei ist es nicht ganz gesichert, daß es sich bei den Brochs wirklich immer um Verteidigungsanlagen handelt. Da aber die ersten Brochs vermutlich als Fluchtburgen konstruiert wurden, geht es wohl in Ordnung, wenn ich sie als Beitrag zu Verteidigungsbauten einordne.

    Brochs sind Bauwerke, die sich nur in Schottland und dort vorwiegend nordwestlich des Great Glen finden lassen. Besonders gehäuft ist ihre Anzahl an der Ostküste Sutherlands, in Caithness und den Inselgruppen der Orkneys, der Hebriden und Shetlands.
    Vereinzelt gib es Brochs auch südöstlich des Great Glens, aber hier sind sie eher selten anzutreffen.

    Brochs sind eisenzeitliche Turmbauten, die in Doppelwand-Bauweise errichtet wurden. Zwischen der äußeren und inneren Wand befanden sich Gänge, Treppen und Nischen. Die meisten Brochs hatten einen Durchmesser von 10- 15 Meter (von den Außenmauern aus gesehen, im Innern ergab sich ein Durchmesser von 7-11 Meter) und erreichten in der Regel Höhen von vermutlich 12-15 Meter. Die Höhe der Brochs kann nur geschätzt werden, da sich keine vollständig erhaltene Broch in Schottland finden läßt.
    Ein langer, schmaler Tunnel führt ebenerdig ins Innere der Broch. Bevor der den eigentlichen Innenraum der Broch erreicht, führt er an einem schmalen Raum vorbei, der von den Archäologen als "Wächterzelle" bezeichnet wird. Ob dort wirklich ein Wächter postiert war, ist jedoch nicht gesichert. Die Art der Konstruktion des Ganges läßt darauf schließen, daß eine Tür hinter dem Eingang und vor der Wächterzelle angebracht gewesen war- es wurden jedoch nie Spuren von Eisenbeschlägen gefunden.

    Augrabungen weisen förderten eine Innenkonstruktion aus Holz zu Tage. Wie es scheint, wurden die Brochs auf mehreren Ebenen bewohnt. Auch Spuren von Werkstätten fanden sich in einigen Brochs, weswegen man davon ausgeht, daß der ursprüngliche Verteidigungscharakter der Brochs im Laufe der Zeit ein wenig verloren ging.

    Heute geht man überwiegend davon aus, daß die Brochs, ursprünglich als Fluchtburgen für die landbevölkerung gedacht, im laufe der Zeit immer mehr als Fürstensitze errichtet und genutzt wurden. Den Verteidigungscharakter verloren die meisten Brochs jedoch nie so ganz- die überwiegende Mehrheit von ihnen wurde an strategisch günstigen Orten wie Anhöhen oder Landzungen errichtet.

    Die genaue Anzahl von Brochs ins ungewiss. Neben den rund 500 bisher als Broch identifizierten Bauwerken gibt es in Schottland 300 weitere Steinhaufen, die als "probable" , also wahrscheinliche und 200, die als "possible" als mögliche Brochs gelten.

    Falsch ist auf jedenfall ihre häufige Bezeichnung als "piktische Burgen." Die Brochs wurden zwischen 200 v. Chr. und 200 n Chr. errichtet- von wem, ist unklar. Auch unklar ist, wo die ersten Brochs entstanden- diskutiert werden hier die nördlich von Schottland gelegenen Orkneys, die über ein traditionell reiches prähistorisches Erbe verfügen, die größte Hebrideninsel Skye im Westen sowie die kleinere Insel Tiree.
    Nachgewiesen ist lediglich, daß einige Brochs noch bis ins 8 Jhdt von den Pikten genutzt wurden.

    Das angehängte Foto zeigt eine der drei Brochs von Glenelg- und zwar die größte von ihnen- Dun Telve. Hier läßt sich die Gangkonstruktion wunderbar erkennen.
    Bei den drei Broches von Glenelg ist bis heute völlig unklar, in welchem zeitlichen Abstand zueinander sie gebaut und bewohnt wurden. Dun Telve, die größte von ihnen scheint jedoch während friedlicher Zeiten erbaut worden zu sein, da sie sich inmitten einer Flußebene findet und viel Platz für Werkstätten bot. Eine Töpferwerkstatt wurde nachgewiesen, bei anderen Werkstätten ist man sich nicht sicher.
    Die zweite Broch, Dun Troddan, steht nur wenige hundert Meter entfernt. Sie wurde auf einer leicht zu verteidigenden Anhöhe errichtet, ist kleiner und bisher wurden keine Spuren von Werkstätten in ihr gefunden.
    Die dritte Broch, Dun Brugaig, ist weitere 2 km entfernt am Flußlauf ins Landesinnere erbaut- auf einem Steilhang über dem Fluß, der von drei Seiten überhaupt nicht errichten werden kann, so daß hier der Verteidigungscharakter offensichtlich ist. Dun Brugaig ist die am schlechtesten erhaltene der drei Brochs, so daß hier auch noch keine Ausgrabungen durchgeführt wurden.

    Edit: Anscheinend sind mir beim Hochladen meines Fotos abhanden gekommen. Ich probiere es noch einmal
    Angehängte Grafiken Angehängte Grafiken

  2. #122
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    Sehr guter Artikel. Kann dich leider nicht anders bewerten, geht momentan nicht. VG Sansavoir

  3. #123
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    Vielen Dank für das Lob. Es freut mich, daß euch der Artikel gefällt.

    Eigentlich wollte ich ja noch mehr über Dun Carloway auf der Isle of Lewis schreiben, die ich jetzt gar nicht gesondert erwähnt habe. In meinem Reisetagebuch steht, ich hätte mir damals eine Broschüre gekauft. Gefunden habe ich die allerdings nicht ... Sollte sie aber dennoch auftauchen, werde ich den Artikel natürlich erweitern...

  4. #124
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  5. #125
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    Nuraghen und Brochs

    Zitat Zitat von Rohana Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für das Lob. Es freut mich, daß euch der Artikel gefällt. .........
    Servus Rohana .

    Bei der Recherche über die Nuraghen las ich , daß wahrscheinlich die Bauart der Brochs , von den Nuraghen beeinflußt wurde .

    Es gibt bei ihnen auch den Wächterraum .
    Aber wenn sie erst einige Jahrhunderte vor und nach Chr. erbaut wurden fehlt mir der zeitliche Bezug .

    Nochmals Danke für Deinen Beitrag .

    G.v. Luki.

  6. #126
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    Zitat Zitat von Luki Beitrag anzeigen
    Servus Rohana .

    Bei der Recherche über die Nuraghen las ich , daß wahrscheinlich die Bauart der Brochs , von den Nuraghen beeinflußt wurde .

    Es gibt bei ihnen auch den Wächterraum .
    Aber wenn sie erst einige Jahrhunderte vor und nach Chr. erbaut wurden fehlt mir der zeitliche Bezug .

    Nochmals Danke für Deinen Beitrag .

    G.v. Luki.

    Der zeitliche Bezug ist jetzt nicht unmittelbar gegeben, da hast du schon recht. Aber immerhin ist völlig unklar, woher die Erbauer der Brochs kamen.
    Was man weiß, ist, daß in ganz Britannien in Rundbauweise gebaut wurde- keltische Häuser in Britannien waren zwar ähnlich aufgeteilt wie die vom Kontinent- aber die britannischen waren rund, die kontinentalen Eckig. Auch andere Gebäudearten wie z.B. die Crannogs (Holzpfahlbauten) waren hier rund.
    Warum in Britannien rund gebaut wurde, ist unklar. Es gibt Forscher, die davon ausgehen, daß es die Bauweise der vorindoeuropäischen Bevölkerungen war, andere vertreten die Meinung, daß es einfach bei den windverhältnissen vorteilhafter war. Vielleicht spielt auch beides eine Rolle.

    Aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, daß ein gewisses Knowhow von Sardinien bis nach Schottland wanderrte. Und daß es auch eine gewisse Zeit brauchte... Wahrscheinlich muss man ohnehin die Geschichte zumindest etwas globaler sehen als das bisher der Fall war...

  7. #127
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    Zitat Zitat von Rohana Beitrag anzeigen
    Aber es ist nicht völlig ausgeschlossen, daß ein gewisses Knowhow von Sardinien bis nach Schottland wanderrte. Und daß es auch eine gewisse Zeit brauchte... Wahrscheinlich muss man ohnehin die Geschichte zumindest etwas globaler sehen als das bisher der Fall war...
    Das wäre dann ähnlich wie bei den Iren, die ja auch Vorfahren in Galizien bzw. aus Nordafrika in Anspruch nehmen. Oder?

    VG
    Christian

  8. #128
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    Ja, das könnte in die Richtung gehen. Falls Tiree oder Skye tatsächlich die Entsehungsorte der Brochs sind, ist Irland auch nicht allzu weit...

  9. #129
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    Da ich ja eigentlich mit meinem ersten Beitrag eine kurze Serie über die Saaleburgen starten wollte, dies aber aus Zeitgründen abbrechen musste, sollte die Burg Giebichenstein dann alleine stehen bleiben.
    Gestern jedoch habe ich zufällig einen Link gefunden, der eine weitere Burg an der Saale behandelt. Die Schönburg. Diese Homepage dient als Quelle für einen weiteren Kurzbeitrag. Wer weiß, da das Thema ja offen bleibt, vielleicht setzt sich die Reihe weiter fort.
    Besagte Quelle ist diese: www.schoenburg.de - Infos über Schönburg


    Die Schönburg.
    Land: Sachsen-Anhalt (Deutschland)
    Ort: Schönburg an der Saale
    Entstehung: 1137 (ersterwähnt)





    Begegnen tut einem die Schönburg zum Beispiel wenn man den Saaleradweg befährt. Sie befindet sich in einem sehr schönen Teilstück zwischen Naumburg und Weißenfels.
    Ihr heutiges Aussehen kann man oben erkennen. Neben einem Renaissancegebäude, das aus der Umgestaltung zum Schloss herrührt ist besonders der Turm/Bergfried (32m) charakteristisch und auffällig.
    Erstmalige Erwähnung fand die Burg 1137. Eine interessante Verbindung besteht übrigens zur Burg Giebichenstein über die ich bereits schrieb, Ludwig der Springer, der in Giebichenstein einsaß, soll die Schönburg nach einer Sage gegründet haben.
    Im 12. und 13. Jahrhundert gehört die Burg den Bischöfen von Naumburg und Zeitz. Die älteren Bauteile gehen auf diese Zeit zurück. Der Besitz wechselt im Zuge der Reformation, doch 1570 wird die Burg wieder an die Naumburger verpfändet. Es schließt sich jetzt ein weitgehender Bedeutungsverlust an, der sich in Landverlust und Substanzverlust (Baumaterial für umliegende Bauern) niederschlägt. Im Zuge der Romantik wird die Burg jedoch wieder mehr beachtet.
    Heute ist die Burg rekonstruiert und Teil eines malerischen Gebiets mit Saale, Örtchen, Wald und Burg.

  10. #130
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    Ich habe erneut eine PDF-Datei der Beiträge erstellt. Offensichtliche Rechtschreibfehler wurden verbessert, das Schriftbild vereinheitlicht und ein Inhaltsverzeichnis erstellt.
    Wer diese Datei möchte kann mir wieder per PN seine Mail mitteilen. Wie immer wird die Mailadresse umgehend nach Versand von meinem PC gelöscht und selbstredend nicht weitergegeben.

    Grüße

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