Die Brochs von Schottland
So, hat zwar ein bißchen gedauert, aber jetzt komme ich endlich dazu, meinen Beitrag über die eigentümlichen schottischen Turmbauten zu verfassen.
Dabei ist es nicht ganz gesichert, daß es sich bei den Brochs wirklich immer um Verteidigungsanlagen handelt. Da aber die ersten Brochs vermutlich als Fluchtburgen konstruiert wurden, geht es wohl in Ordnung, wenn ich sie als Beitrag zu Verteidigungsbauten einordne.
Brochs sind Bauwerke, die sich nur in Schottland und dort vorwiegend nordwestlich des Great Glen finden lassen. Besonders gehäuft ist ihre Anzahl an der Ostküste Sutherlands, in Caithness und den Inselgruppen der Orkneys, der Hebriden und Shetlands.
Vereinzelt gib es Brochs auch südöstlich des Great Glens, aber hier sind sie eher selten anzutreffen.
Brochs sind eisenzeitliche Turmbauten, die in Doppelwand-Bauweise errichtet wurden. Zwischen der äußeren und inneren Wand befanden sich Gänge, Treppen und Nischen. Die meisten Brochs hatten einen Durchmesser von 10- 15 Meter (von den Außenmauern aus gesehen, im Innern ergab sich ein Durchmesser von 7-11 Meter) und erreichten in der Regel Höhen von vermutlich 12-15 Meter. Die Höhe der Brochs kann nur geschätzt werden, da sich keine vollständig erhaltene Broch in Schottland finden läßt.
Ein langer, schmaler Tunnel führt ebenerdig ins Innere der Broch. Bevor der den eigentlichen Innenraum der Broch erreicht, führt er an einem schmalen Raum vorbei, der von den Archäologen als "Wächterzelle" bezeichnet wird. Ob dort wirklich ein Wächter postiert war, ist jedoch nicht gesichert. Die Art der Konstruktion des Ganges läßt darauf schließen, daß eine Tür hinter dem Eingang und vor der Wächterzelle angebracht gewesen war- es wurden jedoch nie Spuren von Eisenbeschlägen gefunden.
Augrabungen weisen förderten eine Innenkonstruktion aus Holz zu Tage. Wie es scheint, wurden die Brochs auf mehreren Ebenen bewohnt. Auch Spuren von Werkstätten fanden sich in einigen Brochs, weswegen man davon ausgeht, daß der ursprüngliche Verteidigungscharakter der Brochs im Laufe der Zeit ein wenig verloren ging.
Heute geht man überwiegend davon aus, daß die Brochs, ursprünglich als Fluchtburgen für die landbevölkerung gedacht, im laufe der Zeit immer mehr als Fürstensitze errichtet und genutzt wurden. Den Verteidigungscharakter verloren die meisten Brochs jedoch nie so ganz- die überwiegende Mehrheit von ihnen wurde an strategisch günstigen Orten wie Anhöhen oder Landzungen errichtet.
Die genaue Anzahl von Brochs ins ungewiss. Neben den rund 500 bisher als Broch identifizierten Bauwerken gibt es in Schottland 300 weitere Steinhaufen, die als "probable" , also wahrscheinliche und 200, die als "possible" als mögliche Brochs gelten.
Falsch ist auf jedenfall ihre häufige Bezeichnung als "piktische Burgen." Die Brochs wurden zwischen 200 v. Chr. und 200 n Chr. errichtet- von wem, ist unklar. Auch unklar ist, wo die ersten Brochs entstanden- diskutiert werden hier die nördlich von Schottland gelegenen Orkneys, die über ein traditionell reiches prähistorisches Erbe verfügen, die größte Hebrideninsel Skye im Westen sowie die kleinere Insel Tiree.
Nachgewiesen ist lediglich, daß einige Brochs noch bis ins 8 Jhdt von den Pikten genutzt wurden.
Das angehängte Foto zeigt eine der drei Brochs von Glenelg- und zwar die größte von ihnen- Dun Telve. Hier läßt sich die Gangkonstruktion wunderbar erkennen.
Bei den drei Broches von Glenelg ist bis heute völlig unklar, in welchem zeitlichen Abstand zueinander sie gebaut und bewohnt wurden. Dun Telve, die größte von ihnen scheint jedoch während friedlicher Zeiten erbaut worden zu sein, da sie sich inmitten einer Flußebene findet und viel Platz für Werkstätten bot. Eine Töpferwerkstatt wurde nachgewiesen, bei anderen Werkstätten ist man sich nicht sicher.
Die zweite Broch, Dun Troddan, steht nur wenige hundert Meter entfernt. Sie wurde auf einer leicht zu verteidigenden Anhöhe errichtet, ist kleiner und bisher wurden keine Spuren von Werkstätten in ihr gefunden.
Die dritte Broch, Dun Brugaig, ist weitere 2 km entfernt am Flußlauf ins Landesinnere erbaut- auf einem Steilhang über dem Fluß, der von drei Seiten überhaupt nicht errichten werden kann, so daß hier der Verteidigungscharakter offensichtlich ist. Dun Brugaig ist die am schlechtesten erhaltene der drei Brochs, so daß hier auch noch keine Ausgrabungen durchgeführt wurden.
Edit: Anscheinend sind mir beim Hochladen meines Fotos abhanden gekommen. Ich probiere es noch einmal



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