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02.02.2012, 19:37
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#11 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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| Zitat:
Zitat von Obotrit Ein echter Suebe frühstückt linksrheinisch täglich ein Römerlein.  Man hätte mal seinerzeit auf die Haruden aus Jütland und den sonstigen Zuzug von der Elbe warten sollen, dann hatte Cäsar noch ganz andere Probleme bekommen. | Der Käsar und der Kikero....
Der Autor vom "Rulaman" hat übrigens eine Fortsetzung geschrieben.
Kuning Hartfest,
in dem lässt er Ariovist, niemand anders ist Hartfest, seine Tage auf dem Neuffen beschließen.
Der Neuffen ist einer der Zeugenberge der Schwäbischen Alb mit einer mächtigen Festungsruine, einst württ. Landesfestung und als solche unter anderem Gefängnis für Süß Oppenheimer.
An den Hängen des Neuffen wächst bis heute ganz passabler Wein, trotz der unmöglichen Höhenlage.
Auf dem Neuffen fand eine der vorbereitenden Sitzungen für den Südweststaat Baden-Württemberg statt.
Hier verkündete der Alemanne und badische Staatspräsident Leo Wohlleb bahnbrechende neue Forschungsergebnisse zu Judas Ischariot, er soll Schwabe gewesen sein.
Reinhold Maier, der Württemberg-Badische Staatspäsident nannte Wohleb daraufhin einen "Gelbfiasler und hinterwäldlerischen Vorderöstereicher".
Sitzungsteilnehmer sprachen später von der "gigantischen Anzahl Viertele"
die bei dieser Sitzung getrunken worden wären.
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03.02.2012, 08:30
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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| Block 2 Das Schwarzbrot Zitat:
Der Schwabe, der sich im wesentlichen von dunklem Brot, tierischen Fetten, stärkehaltigen Lebensmitteln und Rüben ernährt, und der glaubt, dass sich unter ihm der Boden auftut, wenn er nicht seine vier Mahlzeiten pro Tag hat, leidet zwangsläufig und jammert über die strengen Beschränkungen.
Zitatende
Aus dem Bericht des franz. Kreisdelegierten Oberst Jean Gonnet für den Kreis Balingen zum Ende der direkten Besatzungszeit 1950.
Die Berichte der franz. Kreisdelegierten, angefertigt auf Weisung der Militäregierung, liegen in Colmar im "Centre des Archives de l´occupation francaise en allemagne et en Autriche".
Eine Unschätzbare Quelle der Zeitgeschichte, die leider in Deutschland bisher fast unbekannt ist. Ob die Österreicher daraus "schöpfen" ist mir unbekannt.
Die vierte Mahlzeit von der Gonnet schreibt, ist das "Vesper" eine geheiligter Brauch in Südwestdeutschland. Aber auch in anderen Gegenden unseres Kulturkreises, wo man zB von Jause oder Brotzeit spricht.
Die Tagesration an "dunklem Brot" die der Schwabe dieses Landkreises im Juni 1946 zugeteilt bekam, lag bei 125g! Was man bei den etwas zynischen Worten Gonnets auch anmerken muss.
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03.02.2012, 09:47
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#13 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Zitat:
Zitat von Suebe Zitat:
Die Tagesration an "dunklem Brot" die der Schwabe dieses Landkreises im Juni 1946 zugeteilt bekam, lag bei 125g! Was man bei den etwas zynischen Worten Gonnets auch anmerken muss. | Das fordert Widerspruch geradezu heraus, euch ist es offenbar nicht dreckig genug gegangen. Sich wie die Hobbits über die ausbleibende 5. Mahlzeit aufregen!
__________________ „Wir wissen nicht alles” heißt noch lange nicht „Wir wissen nichts und alles ist möglich”. |
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03.02.2012, 11:24
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Obotrit Das fordert Widerspruch geradezu heraus, euch ist es offenbar nicht dreckig genug gegangen. Sich wie die Hobbits über die ausbleibende 5. Mahlzeit aufregen! | Die tatsächliche Lage hat 1945-47 eben nicht dem etwas polemischen Bericht des Oberst entsprochen.
Er ist vor allem unter dem Gesichtspunkt zu sehen, dass die franz. Besatzungstruppen ein mehrfaches an Stärke wie die Amis und Briten hatten.
Auch der Umfang des Trosses war immens. Diese Truppen mit Anhang mussten aus der Zone versorgt werden.
Die franz. Militärregierung geriet deshalb zunehmend unter Kritik ihrer Verbündeten.
Also lediglich der Versuch einer Exkulpation.
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07.02.2012, 10:01
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#15 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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Beiträge: 1.027
| 1946 und 1947 konnte die franz. Militärregierung 2mal nur mit Mühe einen Generalstreik verhindern.
Die Gewerkschaften wollten auf Grund der miserablen Versorgungslage erstmals die Zähne zeigen.
Der direkte Nachbar war eben die amerikanische Zone mit deutlich besserer Versorgung der Zivilbevölkerung. Die franz. Militärregierung machte hierfür nicht zuletzt die deutschen Behörden verantwortlich, "deren umständliches und wenig effizientes Verteilsystem" die Krise unnötig verschärfen würde.
Auch war in Publikationen der Militärverwaltung ständig die Rede von "weltweiter Hungersnot".
Aber, wie geschrieben, der direkte Nachbar mit vielfachen Verbindungen hin und her war die US-Zone, und die dt. Bevölkerung war sich sehr sicher, dass die Versorgungslage ganz erheblich der sehr aufgeblähten Besatzung geschuldet war.
Die US-Militärverwaltung machte den Franzosen auch mehrfach sehr deutlich, dass es nicht Aufgabe des US-Steuerzahlers sein könne. auf die Art und Weise den franz. Staatshaushalt zu stützen.
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Geändert von Suebe (07.02.2012 um 10:04 Uhr).
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07.02.2012, 12:51
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#16 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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| Salpetersieder Das ist keine speziell schwäbische Sache, aber vielleicht ging es dem einen oder anderen auch schon mal so.
In meiner Ahnentafel habe ich irgendwo einen Salpetersieder.
Es war mir "grob" klar, was der Salpetersieder macht, aus Urin den Salpeter heraussieden.
Die "Salpeterer" und ihre Aufstände n der Grafschaft Hauenstein im Südschwarzwald war mir auch bekannt. Und von dem her war mir ohne weitere Nachschau klar: Ein Salpetersieder gehörte zu den Ärmsten der Armen.
Nun ist mir vor kurzem das Inventar, erstellt bei seinem Tode, "meines" Salpetersieders untergekommen. Diese Inventare waren im Zuge der "Realteilung" in Württemberg recht genau, und stellen für den Heimat- und Familieninteressierten eine überaus wichtige Quelle dar.
Nun, es hat mich fast auf den Allerwertesten gehauen. "mein" Salpetersieder war für die Mitte des 18. Jahrhunderts ein überaus vermögender Mann!
Was für mich dann Anlass war, dieses Gewerbe näher unter die Lupe zu nehmen. Salpeter ist ein sehr wichtiger Grundstoff zur Schießpulver-Herstellung.
Die Salpetersieder hatten deshalb sehr weitgehende Befugnisse gegen die sich keiner groß wehren konnte.
Wenn der Salpetersieder der Meinung war, dass die Mauern das Stalls viel Salpeter enthielten, konnte er ohne weiteres den Stall einreißen, oder das Haus gleich mit.
Ergo: Die Betroffenen haben den Salpetersieder mit einem kräftigen Bakschich ein Haus weitergewiesen. Das war natürlich verboten, Aber So lange der Salpeterer die verlangte Menge an Salpeter ablieferte, hat das keinen weiter interessiert.
Als Hinweis, dass auch das vermeintlich offensichtliche nicht ungeprüft bleiben sollte.
__________________ suebe_geschichteätyahoo.de |
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07.02.2012, 13:26
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Zitat:
Zitat von Suebe Das ist keine speziell schwäbische Sache, aber vielleicht ging es dem einen oder anderen auch schon mal so.
In meiner Ahnentafel habe ich irgendwo einen Salpetersieder.
Es war mir "grob" klar, was der Salpetersieder macht, aus Urin den Salpeter heraussieden.
...
Die Salpetersieder hatten deshalb sehr weitgehende Befugnisse gegen die sich keiner groß wehren konnte.
Wenn der Salpetersieder der Meinung war, dass die Mauern das Stalls viel Salpeter enthielten, konnte er ohne weiteres den Stall einreißen, oder das Haus gleich mit... | Reich wird er vielleicht gewesen sein, aber angesehen eher nicht. Ich stelle mir das ähnlich wie bei Gerbern, Bleichern, Abdeckern oder, man verzeihe den Vergleich, heute mit der Müllabfuhr vor. Eine unangenehme, schmutzige Arbeit die aber dennoch jemand machen musste. Und dazu bei den guten Bürgern so beliebt wie heutzutage eine Politesse oder ein GEZ-Schnüffler, das ist eine harte Kombination.
Die Chancen auf eine gute Partie inkl. Mitgift wird das für deinen Vorfahren und seine Kinder nicht gerade verbessert haben.
__________________ „Wir wissen nicht alles” heißt noch lange nicht „Wir wissen nichts und alles ist möglich”.
Geändert von Obotrit (07.02.2012 um 13:29 Uhr).
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07.02.2012, 15:19
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#18 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Obotrit Reich wird er vielleicht gewesen sein, aber angesehen eher nicht. Ich stelle mir das ähnlich wie bei Gerbern, Bleichern, Abdeckern oder, man verzeihe den Vergleich, heute mit der Müllabfuhr vor. Eine unangenehme, schmutzige Arbeit die aber dennoch jemand machen musste. Und dazu bei den guten Bürgern so beliebt wie heutzutage eine Politesse oder ein GEZ-Schnüffler, das ist eine harte Kombination.
Die Chancen auf eine gute Partie inkl. Mitgift wird das für deinen Vorfahren und seine Kinder nicht gerade verbessert haben. | von wegen, der hätte die Tochter des Herzogs haben können
In Südwestdeutschland und der Nordschweiz jedenfalls waren die Salpeterer angesehene Leute.
Es kann ja sein, dass da die ausgesprochen bürgerliche Gestaltung Württembergs eine gewisse Rolle spielt, aber ich denke dass die Situation in anderen Gebieten des Reiches doch nicht gerade konträr gewesen ist.
Zu der bürgerlichen Gestaltung Württembergs werde ich gelegentlich noch etwas schreiben
__________________ suebe_geschichteätyahoo.de |
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07.02.2012, 15:30
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#19 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
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| Zitat: |
In Südwestdeutschland und der Nordschweiz jedenfalls waren die Salpeterer angesehene Leute.
| Bei den Leuten, denen sie die Scheunenwand flachlegten? Oder bei der Obrigkeit, denen sie das Zeug und die Einnahmen verschafften?
Wer liebte die Steuerbehörde und seine Büttel außer dem Herzog selbst? 
Vielleicht einigen wir uns auf die Formulierung "respektiert, aber unbeliebt".
__________________ „Wir wissen nicht alles” heißt noch lange nicht „Wir wissen nichts und alles ist möglich”.
Geändert von Obotrit (07.02.2012 um 15:32 Uhr).
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07.02.2012, 18:16
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#20 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
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| Zitat:
Zitat von Obotrit Bei den Leuten, denen sie die Scheunenwand flachlegten? Oder bei der Obrigkeit, denen sie das Zeug und die Einnahmen verschafften?
Wer liebte die Steuerbehörde und seine Büttel außer dem Herzog selbst? 
Vielleicht einigen wir uns auf die Formulierung "respektiert, aber unbeliebt". | Nicht Scheune, Stall!
Aber frühere Jahrhunderte waren in der Beziehung zB Nase wesentlich weniger empfindlich.
In Balingen ist im alten Gerberviertel bis vor kurzem ein Gerber noch seinem Handwerk nachgegangen.
Um das Viertel endlich sanieren zu können, haben sie dem für die Aussiedelung eine horrende Summe bezahlt.
Im Winter ein Gestank wie im Vorhof der Hölle. Im Sommer ist der Teufel selbst geflüchtet.
Schau Dir mal ein Gerberviertel an, soweit sie die Bomben überstanden haben. Da scheint keine Sonne und kein Mond hin, und ein Lufthauch der den Gestank etwas verteilt, wird den Weg in die engen Gässchen auch kaum gefunden haben.
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