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09.09.2008, 00:04
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#11 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von 913Chris Da ging´s 1292 darum, nach dem Tod Rudolfs von Habsburg einen neuen König zu wählen. Zur Auswahl standen
- Rudolfs Sohn Albrecht von Österreich, der von Ludwig II., Pfalzgraf und Herzog von Baiern sowie Schwager Albrechts, unterstützt wurde,
- Graf Adolf von Nassau, der Rudolfs Nachfolger wurde, unterstützt vom Kölner Erzbischof, der mit dem Nassauer auch weitläufig verwandt war,
- König Wenzel von Böhmen, Sohn Ottokars des Großen.
Konrad von Teck führte nach dem Aussterben der Zähringer und Staufer den Titel eines schwäbischen Herzogs, allerdings als "Herzog von Teck".
Nachdem sich die Königswähler weder auf Albrecht noch auf Adolf einigen konnten (Wenzel war vorher schon ausgeschieden), wurde offenbar von der habsburgischen Partei der Ausweg gefunden, Konrad von Teck zu wählen, der dann auch einen Tag lang - den Tag vor seinem Tod - als "gewählter König der Römer" urkundete.
Warum Konrad? Er war nicht so mächtig wie die anderen Kandidaten, und er war im Vergleich zu Albrecht und Adolf näher verwandt sowohl mit den Töchtern KdG als auch Ottos I., dazu war er der - nach Albrecht - nächste lebende Verwandte Rudolfs von Habsburg im erbfähigen Alter.
Einen ähnlich "nahen" Verwandtschaftsgrad mit den "Töchterstämmen" der Karolinger und Ottonen wie Konrad von Teck hatte übrigens auch Heinrich von Luxemburg, der 1308 Kaiser werden sollte... | Die Geschichte ist aber schon sehr fraglich, da es keinerlei zeitgenössische Quellen gibt.
Ein heutzutage (auch in den Herrscherlisten) vergessener König, den es tatsächlich gab, ist der Welfe Friedrich, der 1400 als Gegenkönig zu Wenzel gewählt wurde. Er wurde allerdings schon bald darauf ermordet. |
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09.09.2008, 00:36
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#12 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Klar gibt es zeitgenössische Quellen, nur eben nicht sehr viele:
Es gibt die Urkunde, die Konrad als "electus rex romanorum" zeichnet, und es gibt die Familientradition derer von Teck, die schon in der Konrad nachfolgenden Generation diesen als König bezeichnet. Ausserdem kennt man das Sterbedatum Konrads von seinem (erhaltenen und mit königlichen Insignien versehenen) Grabstein - einen Tag nach Unterzeichnung der Urkunde. Sein Skelett weist deutliche Spuren eines heftigen Schlags mit einem "stumpfen Gegenstand" auf den Kopf auf...
Und dann gibt´s die Tatsache, dass die habsburgische Partei - vor Frankfurt lagernd, weil der Weg in die Stadt von der gegnerischen Partei versperrt war - einen Tag, nachdem Konrad seine Urkunde als König gezeichnet hat, plötzlich verhandlungsbereit war.
Vielleicht, weil der Adolf von Nassau hinsichtlich des Stammsbaums überlegene Kandidat urplötzlich durch Mord ausgeschieden war, und nun Adolf derjenigen mit dem besten verwandtschaftlichen Verhältnis bezüglich Karl dem Grossen und Otto I. war?
VG
Christian |
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28.10.2008, 07:46
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#13 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
Beiträge: 5.493
| Dann wäre des "Deutschen Reiches Erzschlafmütze" Zitat:
Zitat von Talley Aber einen Kandidaten für den Schlechtesten hätte ich: Wenzel der Faule. | wohl der Zweitschlechteste. Friedrich III., der immerhin rund fünfzig Jahre römisch-deutscher Kaiser war, hat aber immerhin, unterstützt durch Sigismund den Münzreichen, durch seine Heiratspolitik die Habsburger zu dem gemacht, was sie schließlich wurden und waren. Sein größtes politisches Verdienst war aber, alle seine Feinde schlichtweg nur überlebt zu haben - selbst die Amputation eines Beines soll der Hypochonder überstanden haben.
Sein AEIOU ist ja heute, bei manchen Leuten, immer noch ein Spekulationsobjekt.
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |
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04.11.2008, 14:08
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#14 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
| Zitat:
Zitat von PèreJoseph Sein AEIOU ist ja heute, bei manchen Leuten, immer noch ein Spekulationsobjekt. |
Was bedeutet AEIOU? (außer das es Vokale sind)
__________________ Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind. |
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04.11.2008, 15:51
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#15 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
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| Über das AEIOU sind mehre Interpretationen gängig Zitat:
Zitat von Protagoras
Was bedeutet AEIOU? (außer das es Vokale sind) | Die wahrscheinlichste Interpretion ist, daß es Kaiser Friedrich III. ganz kindlich einfach gefallen hat. Er hat die Buchstabenfolge in sein - uns erhalten gebliebenes - Notizbuch ganz vorne hineingekritzelt und befohlen, daß alles Silbergeschirr, Kirchengewänder und Wertsachen, ja überhaupt alles was er bauen oder sonstwie anfertigen ließ, und auf die sonstige bewegliche und unbewegliche Habe mit AEIOU gekennzeichnet werden solle.
Aus besagtem Notizbuch wissen wir aber auch, daß ihm diese Buchstabenfolge - welch kindlicher Stolz! - selbst eingefallen ist.
Spätere Habsburger haben dieses ominöse AEIOU anders interpretiert, nämlich als Grundlage ihres Herrschaftsanspruches. Sie legten hinter die Vokalenfolge den Satz: "Austria erit in orbe ultima" - "Österreich wird auf Erden einzigartig sein" oder "Aller Ehre ist Österreich voll".
Böse Zungen übersetzen den Satz aber als, was auch - von der Grammatik her - halbwegs richtig ist: Österreich ist auf der Welt (wirklich) das (Aller)Letzte".
__________________ Die neue deutsche Rechtschreibung halte ich für Unfug. Und ich muß privatim nicht jeden Unfug mitmachen! |
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04.11.2008, 16:54
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#16 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 18.02.2008 Ort: Sachsen-Anhalt
Beiträge: 1.811
| Zitat:
Zitat von PèreJoseph "Austria erit in orbe ultima" - "Österreich wird auf Erden einzigartig sein" oder "Aller Ehre ist Österreich voll". | Das finde ich eine gute Interpretation.
Ich hätte jetzt tatsächlich bloß auf die Vokalreihenfolge im Alphabet getippt.
__________________ Der Mensch ist das Maß aller Dinge, der Seienden, daß sie sind, und der Nichtseienden, daß sie nicht sind. |
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04.11.2008, 17:01
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#17 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 17.09.2008 Ort: Am Oberlauf der Donau
Beiträge: 5.493
| Da lagst Du doch nicht so verquer, denn ... Zitat:
Zitat von Protagoras Das finde ich eine gute Interpretation.
Ich hätte jetzt tatsächlich bloß auf die Vokalreihenfolge im Alphabet getippt. | bei Friedrich III. war es wirklich, wenn wir seinem Notizbuch glauben, nur die Vokalreihenfolge, die ihn entzückt hat.
Alle anderen Interpretationen sind späteren Datums.
Friedrich III. soll übrigens die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefuttert haben, höchstens mit dem Schaumlöffel. Aber er war ein emsiger Sammler und ein eifriger Vermehrer seines Reichtums. Sein einziges Verdienst ist übrigens, alle seine Feinde überlebt zu haben. Wegen nix und wieder nix wird er nicht, sogar von Zeitgenossen, als des "Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze" bezeichnet.
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13.11.2008, 18:25
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#18 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von PèreJoseph Spätere Habsburger haben dieses ominöse AEIOU anders interpretiert, nämlich als Grundlage ihres Herrschaftsanspruches. Sie legten hinter die Vokalenfolge den Satz: "Austria erit in orbe ultima" - "Österreich wird auf Erden einzigartig sein" oder "Aller Ehre ist Österreich voll".
Böse Zungen übersetzen den Satz aber als, was auch - von der Grammatik her - halbwegs richtig ist: Österreich ist auf der Welt (wirklich) das (Aller)Letzte". | Mir sind eher die Interpretationen "Austriae est imperare orbe universo" und "Alles Erdreich ist Österreich untertan" geläufig. Nicht ganz ernst gemeint, aber durchaus zum österreichischen Wesen passend: "Am End' is' ollas umsunst" (für die Bundesdeutschen: Am Ende ist alles umsonst).
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Bis in den Tod Rot-weiß-rot!
Wen die Götter lieben, der stirbt jung.
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13.11.2008, 18:31
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#19 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von PèreJoseph Friedrich III. soll übrigens die Weisheit auch nicht mit Löffeln gefuttert haben, höchstens mit dem Schaumlöffel. Aber er war ein emsiger Sammler und ein eifriger Vermehrer seines Reichtums. Sein einziges Verdienst ist übrigens, alle seine Feinde überlebt zu haben. Wegen nix und wieder nix wird er nicht, sogar von Zeitgenossen, als des "Heiligen Römischen Reiches Erzschlafmütze" bezeichnet. | Ich sehe ihn nicht gar so negativ. Die Zeiten Ottos I. und Friedrichs I. waren nun mal vorbei, er hatte kaum noch reale Macht, aber genug Feinde. Seine Nachfolger stützten ihre Macht auf ihre große Hausmacht, aber die war bei Friedrich noch nicht so bedeutend. Die Reichsstände ließen sich von einem Kaiser schon längst nichts mehr vorschreiben.
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09.11.2011, 18:03
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#20 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
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| Na ja, die größten sind die eben bekannten: Karl der Große, Heinrich I. (auch wenn diese beiden keine Kaiser waren), Otto der Große, Friedrich I. und II.
Bei Karl V. bin ich mir nicht so sicher. Er konnte ja zwischen Reformation und Türken vor Wien nicht alle Rivalen und Bedrohungen für das Reich in Schach halten.
Unterschätzt wird Otto III. Obwohl er noch sehr, sehr jung war, konnte er viel für das Reich tun: zahlreiche Reformen, Schaffung geregelter Verhältnisse in Rom und auf dem Papstthron, kluge Ostpolitik, ...
und nicht zuletzt konnte das Erbe seiner Vorgänger halten, auch wenn der außeritalienische Reichsteil etwas litt.
Und auch sein Nachfolger Heinrich II. war für das Reich ein Glücksfall: Er räumte den Reichsteil, den Otto III. vernachlässigt hatte, wieder auf, er kämpfte gegen Boleslaw von Polen, er schlug Aufstände nieder, regierte mild, gerecht, ... ...
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