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22.06.2008, 12:46
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Heiliges Römisches Reich-Größte Kaiser Nach der Frage nach den größten Kaisern Roms und von Byzanz möchte ich mal eine neue Frage in diese Richtung stellen:
Welche Personen könnte man als größte Kaiser des Heiligen Römischen Reichs bezeichen? Und aus welchem Grund?
Ich weiß das diese Frage alleine schon aufgrund der mit der Zeit komplett veränderten Strukturen des Reichs schwer zu beantworten ist, aber gerade deshalb halte ich sie für interessant.
Noch eine zusätzliche Frage:
Welche Personen auf dem Kaiserthron des Heiligen Römischen Reichs könnte man als die unfähigsten bezeichnen?
Freue mich auf eure Antworten. |
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23.06.2008, 08:50
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Haushofmeister
Registriert seit: 22.02.2008 Ort: Straubing
Beiträge: 281
| Gut dann mache ich mal den Anfang mit den fähigsten Kaisern. Spreche hier aber nur von meiner Meinung Otto I. der Große
Otto schaffte den Übergang des Ostfränkischen Reiches zum Heiligen Römischen Reich und des Königs bzw. Kaisertum. Wehrte die Ungarn im Reich ab und sicherte neue Gebiete für das Reich im Osten Friedrich I. Barbarossa
Man wartet ja heute noch aus dem Kyphhäusser (schreibt man das so?) auf seine Rückkehr damit er den Glanz des Reiches wieder herstellt. War ein fähiger Heerführer (was man glauben darf führte er das Größte Heer in der Geschichte der Kreuzzüge) und wurde durch seinen Tod einfach eine Legende. Friedrich II.
War römischer Kaiser, König von Sizilien und König von Jerusalem. Verständigte sich mit der Moslimischen Welt und hatte für die damalige Zeit viele verblüffende Ideen und visionelle Gedanken Karl V.
Regierte über das damals größte Reich seiner Zeit - nicht nur Deutschland, auch Spanien und Kolonien der neuen Welt. Führte viele Reformen durch, setzte sich mit Luther auseinander und führe Erfolgreich Kriege gegen die Osmanen und Franzosen
Weitere folgen noch, sowie die unfähigsten 
__________________
"Wir lernen aus Erfahrung, dass die Menscheit nichts aus Erfahrung lernt!"
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23.06.2008, 10:15
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 20.02.2008
Beiträge: 813
| Hügl hat ja schon ein paar große Kaiser genannt, ich würde gerne Heinrich I. (den Vogler, den Burgenbauer) ergänzt wissen, den ersten Nichtfranken auf dem Thron. Obwohl, er trug nicht die Kaiserkrone, disqualifiziert ihn das?
Aber einen Kandidaten für den Schlechtesten hätte ich: Wenzel der Faule
Es fing schon nicht gut an, obwohl der kleine Wenzel da wirklich noch nichts dafür konnte: Wenzel sollte in Nürnberg in der Sebalduskirche getauft werden. Leider passiert beim Taufakt ein Maleur, der kleine Prinz scheint keine Windel getragen zu haben und so plätschert es ins Taufbecken. Natürlich kann man mit der Bescherung nun nicht mehr taufen. Also wird im Pfarrhof hektisch neues Taufwasser angewärmt (so nobel ist's heute ja nicht mehr) und in dem hastigen Durcheinander fängt der Pfarrhof Feuer und brennt ab. Allerdings zeigt sich Wenzelchens Vater, Kaiser Karl IV. generös und finanziert den (heute sehenswerten) Neuaufbau.
Eigentlich hatte er die besten Voraussetzungen, sein Vater hinterließ ihm keine kritischen Krisen und er konnte sich auf eine starke, gut etablierte Hausmacht in Böhmen, Mähren, Luxemburg und Brabant stützen. Zur Politik hatte er aber keine rechte Lust und als seine ersten halbherzigen Maßnahmen fehlschlugen, schwand diese zusehends. Lieber ging er auf die Jagd oder feierte ausgiebige Umtrünke. Höchst selten trafen Gesandschaften Wenzel nüchtern an. All dies wäre nicht so sonderlich tragisch gewesen, hätte er sich mit den richtigen Beratern umgeben, aber auch da suchte er sich mit schlafwandlerischer Sicherheit die Falschen aus.
Irgendwann war es einfach zuviel: In seltener Einigkeit wählten ihn die Kurfürsten wegen erwiesener Unfähigkeit ab und auch in Böhmen rebellierte der Adel. Wenzel wußte sich nicht mehr zu helfen und bat seinen deutlich fähigeren Bruder Sigmund um Hilfe. Der half auch, aber servierte am Ende Wenzel ab und als dieser zu arg lamentierte, wurde er auf einer Burg festgesetzt. Irgendwann durfte er dann doch wieder nach Prag, soff und jagte weiter und als er endlich starb, hatte seine despotische Herrschaft die Hussiten herangezüchtet. |
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23.06.2008, 15:21
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Dann mach ich mal weiter bei den ünfähigen:
Alfons X von Kastilien und Richad von Cornwall:
Die beiden brachten dem Reich eigentlich gar nichts, sie hatten den Titel meines Wissens gekauft kümmerten sich aber nicht wirklich um das Heilige Römische Reich. Gerade in dieser Zeit in der das Reich immer mehr in Mittel-, Klein- und Kleinstreiche zerfiel wäre aber eine fähige Führung nötig gewesen. |
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23.06.2008, 22:10
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Fähig waren die beiden schon, aber halt nicht als Kaiser!
Auf den Thron kamen die beiden letztendlich durch ihre Verwandtschaft mit Karl dem Großen. Und durch Geld, selbstverständlich...
Alfons von Kastilien verstand sich meines Wissens auch noch als Erbwalter der Staufer und war schon allein deswegen scharf auf die Krone, konnte sich aber nicht durchsetzen.
VG
Christian |
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24.06.2008, 15:04
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 07.03.2008
Beiträge: 7.189
| Zitat:
Zitat von 913Chris Servus!
Fähig waren die beiden schon, aber halt nicht als Kaiser!
Auf den Thron kamen die beiden letztendlich durch ihre Verwandtschaft mit Karl dem Großen. Und durch Geld, selbstverständlich...
Alfons von Kastilien verstand sich meines Wissens auch noch als Erbwalter der Staufer und war schon allein deswegen scharf auf die Krone, konnte sich aber nicht durchsetzen.
VG
Christian |
War es wirklich Verwandtschaft mit Karl dem Großen? Ich weiß nur von einer Verwandtschaft mit den Staufern. |
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26.06.2008, 02:03
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Servus!
Letzten Endes kamen alle HRR-Kaiser auf den Thron, weil sie nachweisen konnten, mit KdG und Kaiser Otto I. verwandt zu sein.
Bei einem Dynastiewechsel entschied die Nähe zu KdG und Otto I, den beiden "Gründerkaisern" des HRR. Da diese beiden Dynastien im Mannesstamm ausgestorben waren, entschied die verwandtschaftliche Nähe in der weiblichen Linie. Sowohl die Salier und Staufer wie auch die Dynastien nach ihnen entsprachen dieser Vorgabe. Seit den Saliern gab es die Verbindung zwischen Ottonen und Karolingern, weil die Salier über Liutgard, Tochter Ottos I. und Gattin Herzog Konrads des Roten, mit dem ehemaligen sächsischen Herzogshaus verwandt waren, und über Kaiserin Gisela (Gattin Ks.Konrads II.) mit den Karolingern.
Dazu kann ich ein Büchlein empfehlen:
Armin Wolf: König für einen Tag. Konrad von Teck. Gewählt, ermordet (!) und vergessen. Kirchheim unter Teck, Schriftenreihe des Stadtarchivs, Bd.17. 2.Aufl. 1995.
Da ging´s 1292 darum, nach dem Tod Rudolfs von Habsburg einen neuen König zu wählen. Zur Auswahl standen
- Rudolfs Sohn Albrecht von Österreich, der von Ludwig II., Pfalzgraf und Herzog von Baiern sowie Schwager Albrechts, unterstützt wurde,
- Graf Adolf von Nassau, der Rudolfs Nachfolger wurde, unterstützt vom Kölner Erzbischof, der mit dem Nassauer auch weitläufig verwandt war,
- König Wenzel von Böhmen, Sohn Ottokars des Großen.
Konrad von Teck führte nach dem Aussterben der Zähringer und Staufer den Titel eines schwäbischen Herzogs, allerdings als "Herzog von Teck".
Nachdem sich die Königswähler weder auf Albrecht noch auf Adolf einigen konnten (Wenzel war vorher schon ausgeschieden), wurde offenbar von der habsburgischen Partei der Ausweg gefunden, Konrad von Teck zu wählen, der dann auch einen Tag lang - den Tag vor seinem Tod - als "gewählter König der Römer" urkundete.
Warum Konrad? Er war nicht so mächtig wie die anderen Kandidaten, und er war im Vergleich zu Albrecht und Adolf näher verwandt sowohl mit den Töchtern KdG als auch Ottos I., dazu war er der - nach Albrecht - nächste lebende Verwandte Rudolfs von Habsburg im erbfähigen Alter.
Einen ähnlich "nahen" Verwandtschaftsgrad mit den "Töchterstämmen" der Karolinger und Ottonen wie Konrad von Teck hatte übrigens auch Heinrich von Luxemburg, der 1308 Kaiser werden sollte...
1292 wurde Adolf von Nassau gewählt, weil er mit KdG und Otto I. verwwandt war, aber NICHT mit Rudolf von Habsburg...und weil er keine starke Hausmacht hatte.
Immer, wenn ich auf dem Weg nach Tübingen auf der A8 an Kirchheim unter Teck verbei fuhr, musste ich an den armen Konrad denken...
VG
Christian |
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08.09.2008, 12:15
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#8 (permalink)
| | Neuer Benutzer Rang: Knappe
Registriert seit: 08.09.2008 Ort: Bavaria
Beiträge: 1
| Wenzel der Faule Hallo Talley,
könnten Sie mir vielleicht sagen, aus welchem Buch Sie den Artikel über Wenzels Malheur bei der Taufe in Nürnberg gefunden haben?
Ich wäre Ihnen sehr dankbar.
Grüße
Juscha |
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08.09.2008, 13:09
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 29.06.2008
Beiträge: 19.979
| Zitat:
Zitat von Talley Leider passiert beim Taufakt ein Maleur, der kleine Prinz scheint keine Windel getragen zu haben und so plätschert es ins Taufbecken. | So etwas Ähnliches ist auch dem byzantinischen Kaiser Konstantin V. passiert - der kackte ins Taufbecken. Davon erhielt er dann auch den schwer übersetzbaren Beinamen "Kopronymos", eine Kombination aus den Wörtern "Scheiße" und "Name". |
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08.09.2008, 14:09
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#10 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Streiche das "Sch..."-Wort, ersetze es durch "Kot", dann wirds p.c.
VG
Christian |
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