Zitat:
Zitat von WDPG -Wer waren eurer Meinung nach die größten bzw. fähigsten Herrscher Frankreichs? Und mit welche Begründung? |
Für mich eindeutig:
Heinrich IV, "le bon roi"
Geboren wurde er in eine chaotische Zeit, Frankreich zerfleischte sich in den Hugenottenkriegen. Sein Vater war der katholische Herzog von Bourbon, seine Mutter die protestantische Königin von Navarra und damit sind die wichtigsten Richtungen seines Lebens schon skizziert.
In Kindheit und Jugend wird er hin und her gezerrt. Getauft wird er katholisch, dann bekommt er einen protestantischen Erzieher, es geht hin und her, je nachdem welche Partei sich den jungen Heinrich sichert. Als König von Navarra ist er dann aber einer der hugenottischen Führungspersönlichkeiten. Er überlebt die Bartholomäusnacht, muss sich aber wieder zum Katholizismus bekennen und wird inhaftiert. Er flieht und wird der Gegenspieler der Guisen, der katholischen Partei, die er im "Krieg der drei Heinriche" bekämpft.
Die Sache ändert sich dramatisch als alle wegsterben, die zwischen Heinrich und der französischen Krone stehen. Heinrich wird König. Allerdings gibt es starke Vorbehalte, vor allem im katholisch dominierten Paris. Aber Heinrich hat ja schon mehrere Konfessionswechsel hinter sich, "Paris vaut bien une messe", er empfängt die Kommunion und zieht in die Hauptstadt ein.
Heinrich gelingt es das Land zu befrieden und auf den Versöhnungsweg zu bringen. Mit dem Herzog von Sully als Finanzchef saniert er den Staatshaushalt und bringt ein französisches Wirtschaftswunder auf den Weg. Bemerkenswert ist, dass er dabei seine einfachen Untertanen nicht aus den Augen verliert. Überliefert ist sein Ausspruch: "Wenn Gott es mir eralubt, will ich dafür sorgen, dass es in meinem Land keinen Bauern gibt, der sonntags nicht sein Huhn im Topf hat!" Immer liegt sein Ohr an den Problemen der Bevölkerung, manchmal mischt er sich verkleidet unter das Volk um aus erster Hand die Auswirkungen seiner Politik zu erfahren.
Am Ende wurde er doch ein Opfer des Fanatismus. Der 19. Attentatsversuch glückte und er starb 57-jährig. Sein Nachfolger Ludwig XIII hatte das Geschick Staatsmänner wie Richelieu und Mazarin zu berufen, die auf der Basis, die Heinrich geschaffen hatte, die Europa beherrschende Großmacht errichteten.