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26.09.2011, 14:59
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#21 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von Harald Der Witz (Diesel fand das sicher nicht witzig) ist, daß der Dieselmotor so wie er patentiert wurde überhaupt nicht funktionsfähig war. Erst die umfangreichen Arbeiten der MAN schufen einen funktionsfähigen Motor.
Das Wissen darüber dürfte neben dem ausschlaggebenden wirtschaftlichen Versagen auch dazu beigetragen haben, daß sich Diesel als Versager fühlte und Selbstmord beging. Am Selbstmord ist trotz aller Verschwörungstheorien nicht zu zweifeln. | Das stimmt schon.
Ist aber der allseits gültigen Umsetzung eines an sich richtigen Prinzips in ein funktionsfähiges System geschuldet. Ingenieursarbeit halt.
Ich glaube nicht, dass das Diesels Selbstwertgefühl beeinträchtigt hat.
Nebenbei bemerkt, das war beim Wankelmotor sehr ähnlich, der Motor, wie ihn sich Wankel vorgestellt hatte, hätte vermutlich niemals Serienreife erlangt. Wankel soll den Froede bei NSU angeschrien haben: "Sie haben aus einem Rennpferd einen Ackergaul gemacht".
Aber Diesel hat die Zusammenhänge, wie sein Motor funktioniert wohl gar nicht begriffen gehabt. Womit er aber auch in prominenter Gesellschaft ist, erst ca. 40 Jahre nach Drais hat die Menschheit begriffen, warum man mit dem Fahrrad des Drais eben nicht umgefallen ist. |
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26.09.2011, 16:09
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#22 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Suebe Das stimmt schon.(...)
Aber Diesel hat die Zusammenhänge, wie sein Motor funktioniert wohl gar nicht begriffen gehabt. | Da unterschätzt ihr aber Diesel ganz gewaltig.
Stimmt schon, der patentierte Motor wäre in die Luft geflogen, weil der Zylinder für die Drücke zu schwach ausgelegt war, aber die weiteren Motoren liefen - z.T. bis heute! Der Nr.2 steht voll funktionsfähig im MAN-Museum.
Dass Diesel sehr wohl wusste, was er da tat, sieht man auch daran, dass zwar erst bei MAN die Dieselmotoren zum Laufen gebracht wurden, aber was glaubt ihr, unter der Leitung welches Ingenieurs? Richtig: Rudolf Diesel.
Diesel hat sich danach nur verzettelt. Als der Verkauf anlief, hatten die Motoren noch Kinderkrankheiten, die Diesel alle selber reparieren wollte (außer ihm und seinn engsten Helfern hätte das auch kein anderer gekonnt). Dazu gründete Diesel eine eigene Firma, die aufgrund seiner häufigen Abwesenheit und unfähigen Geschäftspartnern bald vor die Hunde ging, außerdem verbesserten überall andere Ingenieure seinen Motor, was er als Patentrechtsverletzungen ansah und wogegen er (erfolglos) klagte. Schließlich hatte Diesel einen klassischen "Burn-Out". Er erholte sich wieder, aber dann kam die private Pleite, als seine Aktien plötzlich nichts mehr wert waren und das restliche Vermögen ausgegeben war.
Danach kam der Selbstmord - das von ihm selbst an seinem Todestag in seinen Kalender gezeichnete Kreuz ist für mich Hinweis genug, dass es ein Selbstmord war.
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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27.09.2011, 11:13
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#23 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von 913Chris Da unterschätzt ihr aber Diesel ganz gewaltig.
Stimmt schon, der patentierte Motor wäre in die Luft geflogen, weil der Zylinder für die Drücke zu schwach ausgelegt war, aber die weiteren Motoren liefen - z.T. bis heute! Der Nr.2 steht voll funktionsfähig im MAN-Museum.
Dass Diesel sehr wohl wusste, was er da tat, sieht man auch daran, dass zwar erst bei MAN die Dieselmotoren zum Laufen gebracht wurden, aber was glaubt ihr, unter der Leitung welches Ingenieurs? Richtig: Rudolf Diesel.
Diesel hat sich danach nur verzettelt. Als der Verkauf anlief, hatten die Motoren noch Kinderkrankheiten, die Diesel alle selber reparieren wollte (außer ihm und seinn engsten Helfern hätte das auch kein anderer gekonnt). Dazu gründete Diesel eine eigene Firma, die aufgrund seiner häufigen Abwesenheit und unfähigen Geschäftspartnern bald vor die Hunde ging, außerdem verbesserten überall andere Ingenieure seinen Motor, was er als Patentrechtsverletzungen ansah und wogegen er (erfolglos) klagte. Schließlich hatte Diesel einen klassischen "Burn-Out". Er erholte sich wieder, aber dann kam die private Pleite, als seine Aktien plötzlich nichts mehr wert waren und das restliche Vermögen ausgegeben war.
Danach kam der Selbstmord - das von ihm selbst an seinem Todestag in seinen Kalender gezeichnete Kreuz ist für mich Hinweis genug, dass es ein Selbstmord war.
VG
Christian |
Nichts dagegen.
Ein guter Beitrag.
Eine Anmerkung noch:
Den Dieselmotor nennt man heute "Selbstzünder" im Gegensatz zum Ottomotor der eine "Fremdzündung" benötigt. Man hält diese Selbstzündung heute für das herausragende Merkmal des Dieselmotors.
Rudolf Diesel hat diese Selbstzündung wohl irgendwann rezipiert, hielt sie aber nicht für wesentlich und hat feste weiter mit Zündkerzen Versuche gemacht.
Diesel ist sehr empirisch vorgegangen, und hat letztendlich auch noch viel Glück gehabt.
Vermutlich war man um 1890 herum noch nicht in der Lage eine solche Kraftmaschine theoretisch zu durchdenken. |
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27.09.2011, 16:39
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#24 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.342
| Zitat:
Zitat von Suebe Rudolf Diesel hat diese Selbstzündung wohl irgendwann rezipiert, hielt sie aber nicht für wesentlich und hat feste weiter mit Zündkerzen Versuche gemacht.
Diesel ist sehr empirisch vorgegangen, und hat letztendlich auch noch viel Glück gehabt.
Vermutlich war man um 1890 herum noch nicht in der Lage eine solche Kraftmaschine theoretisch zu durchdenken. | Aber hallo! Diesel hat während seines Studiums bei Prof.Linde den Carnot-Prozess kennen gelernt (Thermodynamik: Ein sich selbst erhaltender Energiewandlungsprozess, quasi ein Perpetuum Mobile - theoretisch...). Die theoretischen Grundlagen waren also vorhanden und bei Diesel bekannt (anders hätte er auch kaum sein Studium geschafft, geschweige denn mit Auszeichnung).
Als sich Diesel daran machte, eine energieeffizientere Maschine zu erfinden, wollte er so nah wie möglich an den idealen Carnot-Prozess rankommen.
Anfangs mag er noch mit Zündkerzen experimentiert haben, aber dann erinnerte er sich daran, dass er (laut seinem Tagebuch) als Schüler im Physiklabor seiner Schule ein "pneumatisches Feuerzeug" entdeckt hatte. Bei diesem Dings wird Luft schlagartig so weit komprimiert (und dadurch erhitzt), dass sie Zunder entzünden kann. Seit sich Diesel seit 1890 daran machte, dieses altbekannte Prinzip in einem Motor zu verwenden, hatte er die Zündkerzen ad acta gelegt.
VG
Christian
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27.09.2011, 19:48
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#25 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Laut Prophyläen Technik-Geschichte Band 4 Seite 420ff hat er dies irgendwann bemerkt, hielt die Selbstzündung aber nicht für sooooo wichtig.
Auch die Verbrennung mit hohem Luftüberschuss, mitentscheidend für den Wirkungsgrad, erkannte er nicht als Faktor.
Er ist etlichen Irrtümern verfallen, um so bemerkenswerter, mit welcher Zielstrebigkeit und Hartnäckigkeit er sich durchsetzte.
In der Prophyläen sehen sie die Aufdeckung seiner Irrtümer durch andere übrigens tatsächlich als möglichen Mitgrund für den Selbstmord.
Geändert von Suebe (28.09.2011 um 15:02 Uhr).
Grund: Schreibfehler
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