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Diese Diskussion war zwar von mir nicht unbedingt gewollt, aber wenn du darüber diskutieren willst, darfst du das gerne.
Sagen wir es so: Das Wort "German Angst" nehme ich zurück, ich meine das Phänomen des mangelnden deutschen Nationalbewusstseins.
Und ich sage 'mal so:
Dieter und auch Du mit den Kriegsstories, Nationalbewusstsein usw., Ihr habt nicht das Thema verfehlt,
aber Ihr touchiert eben nur einen Teilaspekt des Themas hinter dem Begriff, der eben schon älter ist als Deutschland mit seinen Kriegen selbst.
Können also demnach die Niederlagen der letzten Kriege nur teilweise als Begründungen herhalten.
LG
Die deutschen sind an sich kein ängstliches Völkchen.
Das letzte dreiviertel Jahr hier hat mich gelehrt und ich habe ganz klar mitbekommen, wie so eine kollektive Angst entsteht. Durch meine politische Tätigkeit war ich ohnehin gezwungen, dem Phänomen nachzugehen. Und man tut das ganz unbewusst aber mir ist etwas aufgefallen:
Die Angst entsteht nur durch etwas, was gezielt von Außen suggeriert worden ist. Unser Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat das sicher ungewollt erklärt: Man muss Vertrauenspositionen mit seinen Positionen besetzen. Und dann hat kriegt man Schritt für Schritt die Menschen unter Kontrolle.
Das erste Beispiel: Stuttgart21. Sicher gibt es kein richtig und kein falsch, aber Werner Wölfle sowie auch Wolfgang Drechsler und weitere Funktionsträger die in irgendeiner politischen Beziehung zu dem Projekt stehen äußerten finanzielle Bedenken, spätestens 2008 als die Mehrkosten im Monatstakt veröffentlicht worden sind. Vielen ist das gar nicht mal bewusst geworden, wie man latent den Menschen regelrecht die Angst vor der Staatspleite durch so ein PProjekt eingepflanzt hat.
Zweites und beeindruckendes Beispiel: Kernkraft. Kernkraftgegner haben systemmatisch Posten besetzt, die den Menschen letzlich nur die Gefahren in einseitiger Weise erklärt haben und somit die deutsche Anti-Atombewgung zur weltweit größten Bewegung dieser Art gemacht haben. NTV, N24 und weitere TV-Sender, die ich vor allem nach der Japan-Kathastrophe gesehen habe, gab es zig Interviews von leitenden Personen irgendwelcher Institutionen, die immer nur in hetzerischer Weise von Horrorszenarien und Austiegstiraden geredet haben. Und schon waren Büdnis 90 die Grünen sichere Sieger in Ba-WÜ und die Gewinner in Sachsen - Anhalt und in weiteren Ländern.
Um zu bekommen was man will, muss man den Leuten nur Angst einreden und schon hat man eine Mehrheit auf seiner Seite. So funktieren auch Bild-Zeitung, Stern, Focus, Handelsblatt, Welt und wie sie alle heißen. Seltsamerweise, wenn man sich davon überzegt zeigt, die Menschheit kann ihr eigenes Leben in die Hand nehmen, wirds unbequem. Jedoch ist das in anderen Ländern gar nicht so schlimm; siehe "Yes We Can!" von Barack Obama.
Und der Nationalstolz ist etwas seltsames. Wir werden vom Ausland immer mit misstrauen begutachtet, wenn es in einer Entscheidung nationalistische Tendenzen gibt. Da regieren die deutschen gereitzt drauf. Allerdings geht das auch anderen Ländern so nur sehen die das etwas lockerer, siehe Dänemark.
Das ist eine seltsame Zwickmühle. Deutschland sieht sich immer mit irgendwelchen Klischees konfrontiert, die den deutschen im Ausland (aus eigener Erfahrung) eine gewisse Pein ins Gesicht zaubert. Wir erfüllen Hitlers letzten Wunsch, wenn wir denken, dass wir keinen Selbstwert für unsere Nationalität mehr sehen, mehr noch, Hitlers Wunsch war, dass das eigene (deutsche) Volk ohne Hitler sich seinem Untergang widmet. Aber das Deutschland, das nun keine Bedrohung für die Welt sein will und für das ich (viele andere leider nicht) stehen will, ist nicht mehr das Deutsche Reich II, das Hitler und seine Schergen propagierten. Schon alleine das Schmücken mit der Schwarz-Rot-Gelben Farben zeugt ein anderes Bild, wie eine Rot-Schwarz-Rote Flagge mit Hakenkreutz. In unserem Heimatort eine Moschee zu genehmingen ist etwas anderes wie Ethnische Minderheiten auszugrenzen und von ihnen unmenschliche Gegenleistungen zu erwarten.
Mir zeigt dies: Die German Angst ist nicht biologisch sondern künstlich und geschürt von Leuten, die bekommen wollen, was sie begehren. Das die Bevölkerung darauf anspringt ist keine Schande und für meinen Standpunkt nicht Überraschend: Wer hat schon die Zeit, sich ein differenziertes Bild zu machen, sich mit Themen so ausführlich zu beschäftigen, dass keine Informationslücken entstehen? Dann vertraut man diesen Leuten, die Fachleute sind und ihre Meinung für ihre Zwecke nutzen. Nur: Ich warne davor, das zu verurteilen.
Ehrlich gesagt: Nein, eine solche Arroganz ist eher selten.
Es hat auch anderswo nationale Mythen, die wirklich an der Realität total vorbeigehen; ohne Frage;
aber das "God's Own Country", "Rule Britannia", "Italiani brava gente", "Puissance moyenne à vocation mondiale" ist auf einem anderen Niveau.
LG
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