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Tags: archaeologie, fundnachweis, fundzusammenhang, hoehlen, menschenknochen, neandertaler

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Alt 28.10.2011, 00:15   #11 (permalink)
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Rang: Majestät
 
Benutzerbild von RedScorpion
 
Registriert seit: 02.10.2008
Beiträge: 6.625
RedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nettRedScorpion ist einfach richtig nett
Man muss aber halt auch bedenken, dass vor uns Milliarden Menschen gelebt haben, die Spuren hinterlassen haben müssen;

und nicht immer sind halt hunderte Millionen antike Münzen (die man aber auch in D im Museum bisweilen geschenkt kriegt) oder Anphoren interessant (allein im Monte Testaccio in Rom lagern 53 mio Stück; Caesarea Maritima besteht aus Tonscherben oder noch ganzen Krügen),

sondern auch und gerade Zeiträume und Orte, in denen sich keine finden lassen (Bryan Ward-Perkins beispielsweise macht die Komplexität einer Gesellschaft an der Verbreitung von hochwertigen Standardprodukten aus La Graufesenque fest, dem Industriedistrikt für Tonprodukte im Imperium).


Grosse Teile Ds sind da zivilisatorisch eher Wüste, und Zerstörungen im letzten Krieg haben einem möglicherweise Demut gelehrt, die es anderswo aufgrund auch der inflationären Menge antiker Gegenstände einfach nicht hat.




LG
RedScorpion ist offline  
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Alt 28.10.2011, 10:18   #12 (permalink)
Erfahrener Benutzer
Rang: Durchlaucht
 
Benutzerbild von Rohana
 
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
Rohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein LichtblickRohana ist ein Lichtblick
Das ist wohl richtig.

Andererseits nehme ich das mit "zivilsiatorischen" Wüste nicht wirklich hin.
Gerade hier das Rhein-Main- Gebiet und die Wetterau sind nachgewiesenermaßen seit Jahrtausenden besiedelt. Das weiß man vor allem deshalb, weil man eben inzwischen vor jedem öffentlichen Neugebäudebau archäologische Schnitte anlegt, damit eben nicht alles verloren geht.

Nur haben diese Zivilisationen nicht tonnenweise Münzen oder Schrifttafeln hinterlassen, und gerade deswegen sind ja Bodenspuren die einzigen Hinweise auf ihre Lebensweise, die sich finden läßt. Auch hier mangelt es einfach an Ressourcen. So ein Gelände wie dieser Krankenhausneubau dürfte nicht drei oder vier Monate zum Teil, sondern müßte für längere Zeit komplett untersucht werden, um dem Boden all das über die Vergangenheit zu entreißen, was er noch in sich birgt.

Natürlich kann das keiner bezahlen, von daher sind diese Schnitte schon ein Kompromiß- schade ist es aber dennoch...
Wenn ich mir zusehe, wie hier gerade so langsam alles zubetoniert wird, (und bei eigentlich jedem öffentlichen neubauprojekt wird etwas gefunden- also möchte man nicht wissen, was bei privaten alles untergepflügt wird), dann ist es doch sehr schade, daß das Tor zu einer jahrtausende alten Geschichte in wenigen Jahrzehnten zugeschlagen wird...
__________________
Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.

Wilhelm Busch
Rohana ist offline  
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Alt 28.10.2011, 10:34   #13 (permalink)
Gesperrt
Rang: Großkanzler
 
Benutzerbild von krasnaja
 
Registriert seit: 20.06.2011
Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
krasnaja sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphärekrasnaja sorgt für eine eindrucksvolle Atmosphäre
Es gibt aber auch eine andere Sichtweise:
Ich sprach mit einem Mann, der (aus der Erinnerung) gegenüber von Haitabu in seinem Garten eine Garage bauen wollte, auf Fundamente stieß (die später als christliches Bauwert aus dem 11/12. Jahrhundert festgestellt wurden) er dieses dem Amt für Denkmalschutz pflichtgemäß meldete, sofort der Weiterbau gestoppt wurde, und er seinem Liebling erst nach 2 Jahren eine standesgemäße Unterkunft bieten konnte.
Generell stehen Tiefbauunternehmen immer mit "einem Bein im Gefängnis" : melden Sie einen Fund, wird ihnen erst einmal die Baustelle stillgelegt, tun sie es nicht, kanns teuer werden.
Bekannt doch sicherlich auch diese Geschichte in Köln, als beim Ausbau eines Kellers römische Mosaiken zutage traten, worüber zum Glück Stillschweigen vereinbart worden war und dass nach Veröffentlichung der Verkauf von Hacke und Spaten in den Kölner Baumärkten sprunghaft angestiegen ist..

Ich kann mir gut vorstellen, was da in Kölner Kellern so alles getrieben wird.
(DAS sicher auch, das ist aber mehr eine Sache der Regenbogen-Farbskala)

Geändert von krasnaja (28.10.2011 um 10:49 Uhr).
krasnaja ist offline  
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