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27.10.2011, 17:17
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#1 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Archäologische Funde gehen verloren Es gehen auf unterschiedlichste Weise wertvolle Funde verloren. Ich habe jetzt im Zusammenhang mit Höhlenforschung gelesen, das viele bekannte und zugängliche Höhlen ihre Sedimente, mitsamt des archäologisch wertvollen Inhalts verloren haben, z.B. weil Bauern dies Sedimente entfernt und als Dünger verwendet haben. Manches wird dann auf Feldern gefunden, ohne richtig eingeordnet werden zu können. Darunter werden sich sicherlich viele Knochen und Werkzeuge aus der Vergangenheit befunden haben. So manches Neandertalergrab und Gräber aus der Übergangszeit wurden wahrscheinlich zerstört. Manches befindet sich auf privaten Dachböden.
Dort wo das nicht geschehen ist, wie z.B. in der Vogelherdhöhle wird nun mit modernen Methoden ausgegraben. Jetzt werden die Funde natürlich auch älter und werden uns noch viele Überraschungen bieten.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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27.10.2011, 17:24
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#2 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Paul, mir ist jetzt nicht ganz klar, ob du das nur einfach mitteilen wolltest oder ob das eher ein Aufruf ist, daß sich die anderen User zu Wort melden, auf welche Weise noch ärchäologische Funde verloren gegangen sein könnten.
Was nebenbei gesagt, ganz interessant sein könnte.
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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27.10.2011, 18:05
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#3 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.04.2009 Ort: Solms-Albshausen
Beiträge: 1.304
| Zitat:
Zitat von Rohana Paul, mir ist jetzt nicht ganz klar, ob du das nur einfach mitteilen wolltest oder ob das eher ein Aufruf ist, daß sich die anderen User zu Wort melden, auf welche Weise noch ärchäologische Funde verloren gegangen sein könnten.
Was nebenbei gesagt, ganz interessant sein könnte. | Eher das 2. . Ich war natürlich ganz entsetzt darüber, was zum großen Teil unwiederbringlich verloren gegangen ist und das wollte ich auch loswerden.
Es wäre natürlich schön, wenn wir ein bischen Hoffnung schöpfen könnten, weil z.B. neue Höhlen gefunden wurden, die z.B. lange unzugänglich waren und nun erforscht werden können.
Wahrscheinlich wurde das meiste, was mal künstlerisch hinterlassen wurde und mobil war später wieder entfernt.
Die meisten dieser bekannten Höhlen sind sehr groß. Die Chance in kleineren Höhlen etwas zu finden ist vielleicht auch groß.
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viele Grüße
Paul
aus dem hessischen Lahntal
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27.10.2011, 18:33
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#4 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Eine andere Art:
Kriegsereignisse
Das Heimatmuseum vor Ort war im Dachgeschoss des Rathauses untergebracht.
17. Juli 1944 Bombenvolltreffer
und futsch waren die Funde zweier Forschergenerationen |
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27.10.2011, 20:48
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#5 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 05.03.2011 Ort: Maxdorf (ach was...)
Beiträge: 3.838
| Zitat:
Zitat von Suebe Eine andere Art:
Kriegsereignisse
Das Heimatmuseum vor Ort war im Dachgeschoss des Rathauses untergebracht.
17. Juli 1944 Bombenvolltreffer
und futsch waren die Funde zweier Forschergenerationen |    
In meiner Gegend gibt es zahlreiche Römerlager, die größtenteils komplett zerpflügt waren.
__________________ Wir gründen das beste Forum für Geschichte!!! |
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27.10.2011, 20:59
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#6 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 31.01.2008 Ort: Ingolstadt
Beiträge: 9.343
| Zitat:
Zitat von Paul Eher das 2. . Ich war natürlich ganz entsetzt darüber, was zum großen Teil unwiederbringlich verloren gegangen ist und das wollte ich auch loswerden. | Ganz in der Nähe der Vogelherdhöhle ist der Hohle Fels. Als dort die ersten Funde gemacht waren, gab es in Blaubeuren, ganz in der Nähe, einen Kongreß. Die anwesenden Wissenschaftler durften sich alle ein paar Schaufeln vom Boden der Höhle mitnehmen. Insgesamt wurden ganze Güterzüge an Material aus der Höhle geholt und einfach als Abraum weggebracht.
Als vor einigen Jahrzehnten Nicholas Conard von der Uni Tübingen anfing, in der Höhle erneut zu graben, wurde er zuerst ausgelacht. Als er aber die bis dato ältesten figürlichen Kunstwerke (Löwenmann etc.) aus der Höhle holte und bis in die Zeit zurückkam, in der Neandertaler und HSS gleichzeitig Tal und Höhle bewohnten, war er der Held der Zunft.
Manchmal gibt´s also auch ein "Happy End"...
VG
Christian
__________________ De Woch fangt scho guat oo.. (der "Bayerische Hiasl" kurz vor seiner Hinrichtung) |
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27.10.2011, 21:20
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#7 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Nichts zerstört archäologische Funde so nachhaltig wie Neubebaubauungen.
Das Rhein- Main- Gebiet ist seit Jahrtausenden wegen seiner fruchtbaren Ackerflächen besiedelt.
Inzwischen hat man davon insofern Notiz genommen, daß vor jedem größeren Neubau- Beginn erst einmal die Archäologen ran dürfen. Dieses Jahr wurde mit dem Neubau eines Krankenhauskomplexes begonnen. Im letzten Jahr wurden daher in einigen Probeparzellen Ausgrabungen vorgenommen. In zweien davon stieß man auf ei Überreste von mehreren Häusern der Rössner Kultur. Auch eine Müllgrube wurde gefunden.
Die Ausgrabungen waren allerdings zeitlich begrenzt- bis Oktober letzten Jahren. Dananch wurde alles dem Erdboden gleichgemacht. Wenn in der Nachbarparzelle, in der nicht gegraben wurde, noch weitere Häuser oder vielleicht Gräber oder sonstiges lag- es ist inzwischen für immer verloren...
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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27.10.2011, 21:34
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#8 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Großkanzler
Registriert seit: 13.09.2011
Beiträge: 1.027
| Zitat:
Zitat von 913Chris Ganz in der Nähe d
Manchmal gibt´s also auch ein "Happy End"...
VG
Christian |
Zustimmung.
Bleiben wir mal in der selben Gegend, die Heuneburg galt vor 25-30 Jahren auch als "ausgeforscht".
Aus einer anderen Disziplin, der Nusplinger Plattenkalk, da hieß es mal, die Franzosen haben alles noch irgendwie interessante gleich nach dem Krieg ausgebuddelt und als "Kriegsbeute" weggeschafft. Und seither? Etliche Sensationen.
Was mich vor ein paar Jahren etwas verwundert hat:
Da ging durch die Regional-Presse die Meldung, dass die Grabfunde der "Stifter-Gräber" der Burgfeldener Michaelskirche "wiedergefunden" wurden... in den Speichern der Archäologie in Tübingen..... Dass sie dort mal eingelagert wurden, war bekannt. aber wo....
Man konnte sie dann gleich 100 Jahre weiter zurückdatieren.
Von dem her denke ich, wir haben noch eine Fundverlustkategorie zu vergeben.
Die Speicher der Institute. |
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27.10.2011, 21:35
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#9 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Majestät
Registriert seit: 02.10.2008
Beiträge: 6.625
| Naja, man kann argumentieren, dass Bombentreffer und Baustellen, bei denen aus Sorge um Kapital und Furcht vor Stillstand alles verheimlicht wird,
Landwirtschaft (bis heute die Umweltzerstürung überhaupt), materielle Not usw. eben halt Schicksal sind.
Was aber auch eher nicht so bekannt ist, ist aber, dass noch nicht einmal genügend Ressourcen vorhanden sind, um zu erforschen, was überhaupt in den Museen und deren Kellern lagert (nur ein Bruchteil der Bestände des Vatikanischen Museums z.B. ist erforscht).
Und es hat eben auch Länder wie die CH, in der Kultur generell mit Füssen getreten wird, auch deswegen sind viele Städte besonders hässlich, die Landschaft zersiedelt und Häuser verfallen.
Dagegen ist die Lage in D und I Gold.
Und man sieht es z.T. sofort, wenn man über die Grenze geht.
LG |
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27.10.2011, 23:34
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#10 (permalink)
| | Gesperrt Rang: Großkanzler
Registriert seit: 20.06.2011 Ort: Unterm Dach , buchstäblich
Beiträge: 1.085
| man braucht doch lediglich bei ebay unter griechische oder römische antiquitäten nachzusehen, da werden sehr häufig wirklich echte münzen angeboten.
bis vor 30 jahren konnte man bei dänischen bauern nach relikten aus der steinzeit nachfragen, faustkeile und steinäxte, die beim überpflügen der felder zutage kamen. in der sahara gibt es gebiete, die sind übersäht mit pfeilspitzen, oder reibesteinen um aus getreide mehl zu machen.
ich war bei meinen reisen mehrfach bauern beim ausräubern von gräbern in nordafrika dabei. kauf/tausch römischen glases (kleine Flacons) oder echte öllampen in der türkei abseits der touristenströme (,man muss ein auge dafür haben, so etwas lernt man) römische terrakotta fast überall in tunesien
in ägypten (sheik el kurna) ein ort nur aus grabräubern bestehend, heute (oktober 2010) sind darum alle häuser dort abgerissen worden, wurde mir eine mumienhand angeboten.
im ganzen fruchtbare halbmond von syrien bis in den iraq wird geplündert , teilweise unter beteiligung der museumsdirektoren.
in einer syrischen stadt, deren name ich nicht nenne, kaufte ich vom direktor ein halsband aus steinen, die expertise in deutschland vom vorderasiatischen museum in berlin ergab echtheit und rd. 4.000 alt, sumerisch
alte kacheln überall, fayencen, , gebrannte keilschriftplatten
in der türkei tauschte ich einmal 2 römische parfümflaschen und 3 römische öllampen gegen ein autoradio. heute würde ich sicher dafür ins gefängnis kommen.
andererseits, wenn ich die ausraubung des nationalmuseums in baghdad unter us-amerikanischer aufsicht betrachte, dann habe ich keine geweissensbisse.
generell ist alles !!!, was heute z.b in ägypten als echt angeboten wird, eine kopie, zumeist eine fürchterlich schlechte. ein kleiner junge zeigte mir einmal geheimnisvoll ein bild mit altägyptischen motiv , auf einer holzplatte, dekorativ an den ecken angebrannt, es stellte sich als aufgeklebte und angesengte postkarte heraus, erkennbar an der rasterung.
andererseits gibt es auch so gute kopien, die erst nach fast einstündiger kontrolle auf dem flughafen kairo freigegeben werden. so etwas kostet dann aber auch richtiges geld. |
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