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21.11.2011, 20:28
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#21 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Ich halte es auf jeden Fall für gerechtfertigt, eine neues Zeitalter einzuführen. Als Laie natürlich. (Danke übirgens für die wunderbare Ausführung zum Thema Bodenveränderung- ich kann es leider nicht bewerten...  )
Schließlich ist es das erste Mal, daß eine Spezies, die sich auf dem Planeten entwickelt hat, direkt in die planetare Gestaltung eingreift und Landschaftsformen z.T. bewußt verändert, was sich auf alles auswirken wird, was danach noch kommt.
Von daher würde ich schon sagen, daß das ein besonderes Zeitalter ist. Das Zeitalter der aktiven Umgestaltung. Was natürlich noch lange nicht heißt, daß wir diese Umgestaltung auch beherrschen...
Aber wie gesagt, das ist eine Laienmeinung....
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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21.11.2011, 20:44
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#22 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 14.09.2011 Ort: An der Ostsee.
Beiträge: 879
| Ich halte es für grundsätzlich falsch, eine eigene geologische Epoche dem Menschen zuzuordnen. Bisher sind wir doch nur ein Pickel am Arsch der Mutter Erde, trotz aller Eingriffe. Wir haben, erdgeschichtlich nur ein Wimpernschlag, erst jetzt im Industriezeitalter begonnen den Planeten umzukrempeln. Wenn die Menschheit plötzlich aussterben würde, stellen sich die natürlichen Vegetationsverhältnisse ziemlich rasch wieder ein, sagen wir mal in ein paar Jahrhunderten. Und Bauten zerfallen auch mit der Zeit. Dass die Pyramiden noch stehen, verdanken sie dem ägyptischen Klima und ihrem Baumaterial aus massiven Kalksteinblöcken.
Man kann das Thema, so wir denn solange als Spezies überleben, in ein paar tausend Jahren wieder mal diskutieren. |
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21.11.2011, 21:02
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#23 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Zitat: |
Zitat von Obotrit;126287. Wir haben, erdgeschichtlich nur ein Wimpernschlag, erst jetzt im Industriezeitalter begonnen den Planeten umzukrempeln. | Das stimmt so wohl nicht. Der Mensch hat schon frühzeitig in die geologischen Prozesse der Erde eingegriffen. So ist beispielsweise das Erscheinungsbild Griechenlands keineswegs das Ergebnis eines natürlichen Prozesses, sondern das heutige Bild Griechenlands geht auf das Wirken der frühen Kulturen 3000 Jahre zuvor zurück. Wie würde Griechenland heute aussehen, wenn es keine Menschen gegeben hätte?
Geologisch gesehen kaum anders? Oder dann doch "Anders genug"? Welche Auswirkungen hatte die Bodenerosion in Griechenland z.B. auf das Wetter, auf die Winde und somit auf die Erosion anderer Stellen?
Und das gilt natürlich nicht nur für Griechenland. Das gilt auch für andere Regionen.
Das schottische Hochland ist auch nicht das ergebnis eines natürlichen Prozesses, sondern Folge einer radikalen Entwaldung vor 3000-4000 Jahren.
Der Mensch hat durch seine Fähigkeiten, natürliche Prozesse zu beeinflussen, sehr stark zur Veränderung selbiger beigetragen.
Wir können vielleicht noch nicht abschätzen, wie sehr. Aber ich vermute, daß es doch sehr viel stärker ist, als man annehmen könnte... Zitat: |
Zitat von Obotrit;126287. Wenn die Menschheit plötzlich aussterben würde, stellen sich die natürlichen Vegetationsverhältnisse ziemlich rasch wieder ein, sagen wir mal in ein paar Jahrhunderten. | Da habe ich ehrlichg esagt so meine Zweifel. Natürlich stellen sich wieder Vegetationsprozesse ein, die Frage ist nur, welche. Gehen wir z.B. davon aus, daß der Mensch doch ganz erheblich zur Aufheizung des Klimas beigetragen hat, und daß sich Wüsten dort ausbreiten, wo es vorher keine gegeben hat, dann ist halt die Frage ob da ein "natürlicher" Vegetationsprozess wieder im Gange ist.
Desweiteren stellt sich natürlich die Frage, inwieweit das Wirken der Menschen Einfluss auf den Wechsel von Kalt- und Warmzeiten haben kann.
Nicht zu vergessen, die Überbleibsel der AKWs. Dort, wo die maroden Fässer aufgehen, stellt sich entweder gerade gar keine Vegetation mehr ein. Oder aber eine, die dann nicht mehr sonderlich natürlich ist... Zitat: |
Zitat von Obotrit;126287. Man kann das Thema, so wir denn solange als Spezies überleben, in ein paar tausend Jahren wieder mal diskutieren. | Wer sagt dir denn, dass wir dann nicht auf dem Planeten der Affen leben? 
__________________ Das Böse- und dieser Satz steht fest- ist stets das Gute, das man läßt.
Wilhelm Busch |
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21.11.2011, 21:33
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#24 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 14.09.2011 Ort: An der Ostsee.
Beiträge: 879
| Zitat:
Zitat von Rohana ...sondern das heutige Bild Griechenlands geht auf das Wirken der frühen Kulturen 3000 Jahre zuvor zurück. Wie würde Griechenland heute aussehen, wenn es keine Menschen gegeben hätte?
Geologisch gesehen kaum anders? Oder dann doch "Anders genug"? Welche Auswirkungen hatte die Bodenerosion in Griechenland z.B. auf das Wetter, auf die Winde und somit auf die Erosion anderer Stellen?
Und das gilt natürlich nicht nur für Griechenland. Das gilt auch für andere Regionen.
Das schottische Hochland ist auch nicht das ergebnis eines natürlichen Prozesses, sondern Folge einer radikalen Entwaldung vor 3000-4000 Jahren. | Nun, ohne Mengen von Schafen (Schottland) oder Ziegen (Griechenland), also menschlichen Einfluss, hätte die natürliche Sukzession dort längst wieder ein Klimaxstadium erreicht. Die Todeszone um Tschernobyl ist heute im Grunde ein Naturparadies.
Aber wir müssen die Begriffe klar auseinander halten und ich sprach von Geologie und nicht vom relativ kurzzeitigem Zustand der Vegetation oder Umwelt allgemein. Und da geht es um Jahrmillionen, um Plattentektonik, Vulkane und Erosion ganzer Gebirge. Und das ist für uns doch ein paar Nummern zu groß, um sich ein eigenes Zeitalter anzumaßen. Ein Loch wie einen Tagebau in die Landschaft zu graben, einen Staudamm zu bauen oder die Atmosphäre um 2 Grad aufzuheizen, verändert doch nicht grundlegend den gegenwärtigen geologischen Zustand der Erde. Insofern ist auch der Begriff Holozän eigentlich nicht korrekt, weil wir nach wie vor in einer Warmphase des Pleistozäns stecken. Solange die Plattentektonik die gegenwärtige Verteilung der Landmassen nicht grundlegend ändert, werden wir eine Abfolge von Kalt- und Warmzeiten haben.
Ob und wie der Mensch diesen Zyklus unterbricht und eine dauerhafte künstliche Warmphase wie zuletzt im Tertiär hervorruft, ist ein anderes Thema. Noch ist es nicht soweit. |
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21.11.2011, 21:48
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#25 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Kanzler
Registriert seit: 14.09.2011 Ort: An der Ostsee.
Beiträge: 879
| Zitat: |
Oder dann doch "Anders genug"? Welche Auswirkungen hatte die Bodenerosion in Griechenland z.B. auf das Wetter, auf die Winde und somit auf die Erosion anderer Stellen?
| Liebe Rohana, vielleicht mal ein Beispiel. Die Grenze zwischen Irak und Syrien ist bekanntlich erst seit dem 20. Jahrhundert existent und wurde (wird immer noch?) abgeriegelt, es liegen dort Minen und und andere Sperren. Das ist heute wieder ein natürlicher buschdurchsetzter Steppenstreifen mit Gazellen und anderen Wildtieren, inmitten einer trostlosen Wüstenlandschaft. Warum? Weil dort keine Nomaden mit ihren gefräßigen vielköpfigen Herden weiden können. Sonst wäre es schnell wieder ohne jeden Grashalm. Ähnlich ist es im Sahel und Sudan. Man unterschätze nicht die Regenerationskraft der Natur, wenn man sie nur lässt. |
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23.11.2011, 20:48
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#27 (permalink)
| | Erfahrener Benutzer Rang: Durchlaucht
Registriert seit: 09.06.2009
Beiträge: 3.266
| Zitat:
Zitat von Obotrit Nun, ohne Mengen von Schafen (Schottland) oder Ziegen (Griechenland), also menschlichen Einfluss, hätte die natürliche Sukzession dort längst wieder ein Klimaxstadium erreicht. Die Todeszone um Tschernobyl ist heute im Grunde ein Naturparadies. | Ja, die superviel leben hervorbringt... Zitat:
Zitat von Obotrit Aber wir müssen die Begriffe klar auseinander halten und ich sprach von Geologie und nicht vom relativ kurzzeitigem Zustand der Vegetation oder Umwelt allgemein. | Oh, das tat ich im übrigen auch. Mein Glaube an die Chaostheorie scheint nur ausgeprägter zu sein als deiner. Anders ausgedrückt- wenn durch Menschen verursachte Bodenerosion zur Folge hat, daß Regenwasser nicht mehr versickert, sondern sich ins Gestein frißt, hat das natürlich auch (langfristig) geologische Auswirkungen. Auch wenn Winde sich drehen, wird vielleicht eine andere Ecke von Gebirge XYZ abgetragen als ohne das menschliche Eingreifen.
Das mag alles jetzt noch keine meßbaren Auswirkungen haben, aber ich bin davon überzeugt, daß es geologische Zyklen verändern wird. Langasm, kaum spürbar am Anfang. Aber später...
Konnte man in früheren geologischen Prozessen vielleicht noch eine Regelmäßigkeit und Zusammenhänge mit Plattentektonik, Magnetfeldausrichtung und dergleichen erkennen, dan dürfte das durch das Einwirken des Menschen vorbei sein. War dir z.B. bewußt, daß jeder Raketenstart die Erdrotation um den Bruchteil einer Sekunde verlangsamt?
Wer sagt dir, daß das nicht einmal einen Punkt X errreicht, ab dem es Auswirkungen auf die Geologie hat? Zitat:
Zitat von Obotrit Und da geht es um Jahrmillionen, um Plattentektonik, Vulkane und Erosion ganzer Gebirge. Und das ist für uns doch ein paar Nummern zu groß, um sich ein eigenes Zeitalter anzumaßen. Ein Loch wie einen Tagebau in die Landschaft zu graben, einen Staudamm zu bauen oder die Atmosphäre um 2 Grad aufzuheizen, verändert doch nicht grundlegend den gegenwärtigen geologischen Zustand der Erde. Insofern ist auch der Begriff Holozän eigentlich nicht korrekt, weil wir nach wie vor in einer Warmphase des Pleistozäns stecken. Solange die Plattentektonik die gegenwärtige Verteilung der Landmassen nicht grundlegend ändert, werden wir eine Abfolge von Kalt- und Warmzeiten haben. | Es gibt ja schon Warnungen einiger Geologen, daß der Mensch mit seinen Maßnahmen bereits in die Plattentektonik eingegriffen haben könnte- wenn auch noch nicht direkt nachweisbar. Ich habe mal einen Bereicht gelesen, wonach z.B. Stauseen das Gewicht eines bestimtmen Kontintalbruchstücks so ändern, daß es winzige Änderungen in der Fließrichtung oder Geschwindigkeit der Plattentektonik haben hann. Alles natürlich hochgradig spekulativ, aber dennoch im Bereich des Möglichen. Und wie sich eine kleine Änderung an einer Stelle auf das ganze System auswirkt... nun, das wird man sehen.
Oder eben auch nicht mehr... 
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