Zitat:
Zitat von Rohana Da bin ich mir nicht so sicher, ob Gier nun wirklich den menschlichen Anteil in uns darstellt oder ein Überbleibsel unserer animalischen Natur darstellt. Aber das führt hier vielleicht zu weit. |
Liebe Rohana,
habe mir an der Stelle nur mal einen Punkt rausgegriffen, der das Thema nicht wirklich erfüllt, aber auch nicht gänzlich OT ist.
Ohne die Gier wäre die Menschheit nicht da wo sie gegenwärtig steht. Das ist Fakt. Ohne Wertung.
Der Kapitalismus, auch unsere deutsche soziale Marktwirtschaft, würde nicht funktionieren, wenn es diese grundlegende menschliche Eigenschaft nicht geben würde.
Der Sozialismus wäre nicht gescheitert, wenn es diese Gier nicht gegeben hätte, denn die Idee ist prinzipiell gut, läuft aber der allgemeinen menschlichen Natur zuwider.
Da ist einerseits die Gier nach mehr Wohlstand, nach mehr Besitz...nach mehr Geld, aber auch einfach nur das Bestreben nach mehr sozialer, gesellschaftlicher Anerkennung, bis hin zur Gier nach Macht.
Wieso hat es seit Ewigkeiten Kriege gegeben und wird es sie wahrscheinlich auch immer wieder auf unabsehbare Zeit geben?
Es war, es ist die Gier nach mehr Land, nach mehr Reichtum, nach mehr Einfluss und Macht. Manchmal sind es auch nur verletzte Eitelkeiten und kranke Visionen der betreffenden Kriegsanzettler.
Gleiches gilt für das momentan, als universell angesehene und allein glücklichmachende, kapitalistische System. Macht, Einfluss, Geld - der Kick des Börsenspekulanten, wenn er nicht nur 200 Mio. unterm Strich hat, sondern 2 Mrd. Sowas kann Droge sein. Nichts ist so sexy wie Erfolg. Nur auf wessen Schultern?
Was war die Triebfeder für viele in der damaligen, erst recht in der heutigen Zeit? Es ist die Gier. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Gier ist unter den Menschen nicht gleichverteilt.
Es gibt viele, die sind mit dem was sie haben zufrieden. Es gibt auch einen großen Teil, der möchte zwar mehr haben, wird aber durch sein gesellschaftliches Umfeld, durch religiöse Werte u.ä. etwas gebremst.
So richtig wichtig in diesem Sinne sind aber genau die Menschen - und da braucht man keine geographische oder ethnische Unterscheidung zu bemühen - die ohne Rücksicht auf Verluste, ohne Empathie, die nur darauf bedacht sind, ihr Ego, sei es rein materieller, sei es phsychologischer Natur oder Beides, auf diese Art aufzuwerten.
Alexander, Karl, Cäsar, Napoleon, Rothschild, Chlodwig, Krupp u.v.a. - was hat sie angetrieben? Es war die Gier. Ob die nun alle empathielos waren, wage ich zu bezweifeln, aber der Wille zur Macht, die Gier, war mit Sicherheit vorhanden.
Eines scheint sicher. Es liegt nicht an der archaischen, ursprünglichen Natur des Menschen, dass er so ist. Das Denken bringt ihn dahin.
Jedes Raubtier, nachdem es gfressen hat und satt ist, legt sich hin und überlegt sich nicht, ob es morgen oder in einer Woche wieder satt sein könnte. Das macht nur dieses Tier - der Mensch.
Hier noch einige Links zum diesem Thema. Nicht alle gleichgut oder völlig treffend, aber zumindest weiterführend.
Reden wir über Geld: Wolfgang Schmidbauer - "Der Mensch ist zu schwach für den Kapitalismus" - Geld - sueddeutsche.de Wendelin Wiedeking: ?Nein, die Gier ist älter als der Kapitalismus? - Wirtschaft - FAZ Spekulation: Die Gier im Blut | Wirtschaft | ZEIT ONLINE Nachwort Bernd Dost Ulrich Wickert: Nicht das System ist gierig, sondern der Mensch - Nachrichten Kultur - Literarische Welt - WELT ONLINE