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Sensationeller Zufallsfund

Römische Villa in England entdeckt

Eigentlich wollte er nur mehr Licht zum Tischtennisspielen. Dann stieß ein Engländer auf einen der bedeutendsten Römerfunde seines Landes.

römische Villa in Wiltshire

In der Grafschaft Wiltshire entdeckte ein Hausbesitzer durch Zufall eine der größten römischen Villen des Landes. So könnte sie ursprünglich ausgesehen haben.| © Manifesto

Luke Irwin aus Wiltshire wollte nach eigenen Angaben elektrische Kabel in eine Scheune auf seinem Grundstück verlegen lassen, die er fürs Tischtennisspielen nutzen wollte. Die Elektriker schlugen eine oberirdische Leitung vor, doch Irwin bestand auf einem unter der Erde verlegten Kabel. Nur deshalb stießen die Handwerker in einer Tiefe von etwa einem knappen halben Meter auf einen Mosaikboden. Zum Glück, berichtet Irwin, war ihm die Bedeutung des Mosaiks sofort klar und er verständigte umgehend die Fachleute der Organisation „Historic England“.

20 Zimmer und außergewöhnlich gut erhalten

Römischer Mosaikboden Wiltshire

Der Mosaikboden der Villa ist außergewöhnlich gut erhalten. | © Jon Wilkes

Mithilfe von Archäologen stellte sich heraus, dass der Mosaikboden Teil einer römischen Villa war. Das außergewöhnlich gut erhaltene Haus, mit mehr als 20 Räumen im Erdgeschoss, wurde zur Zeit von Kaiser Commodus (180 – 192) bewohnt. Gebaut wurde die Villa in der Zeit zwischen 175 und 220.

Die Wissenschaftler legten einen gut erhaltenen Brunnen frei sowie zahlreiche Münzen, Tierknochen und Austern. Wie der Archäologe Dr. David Roberts der englischen Zeitung „The Telegraph“ erklärte, legen die gefundenen Artefakte nahe, dass die Besitzer der Villa reich waren und zur römischen Elite gehörten. Gegenüber G/GESCHICHTE beschrieb er die Entdeckung als ein „Zufallsereignis“: „Die meisten Villen finden wir durch bezahlte Bodenuntersuchungen“, sagte er.

Die Besitzer gehörten zur römischen Elite

Auster

Zahlreiche der ausgegrabenen Artefakte legen nahe, dass die Besitzer der Villa zur römischen Elite gehörten, darunter auch Austern. | © Jon Wilkes

Die Größe, Bedeutung und den Reichtum des Fundes vergleichen die Archäologen mit Chedworth. Dort wurde 1864 eine der größten römischen Villen in Großbritannien entdeckt. Auf dem Gebiet von Luke Irwins Haus legten die Archäologen zudem Überreste eines Rundhauses aus vorrömischer Zeit frei.

Die Römer eroberten Großbritannien im 1. Jahrhundert unter Kaiser Claudius. Ihr Einfluss dort hält sich im Vergleich zu anderen Teilen Europas jedoch in Grenzen: Es gab keine nennenswerte Besiedlung durch Römer, ihre Herrschaft hielt nicht lange an und war gekennzeichnet von zahlreichen Aufständen.

 

Joshua Stein

 

Zuletzt geändert: 28.04.2016