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Auch der Himmel schreibt Historie

Katastrophen meistern, goldene Jahre nutzen und sich stets neu anpassen: Das hat das Wetter die Menschheit gelehrt.

Bildzeuge der „Kleinen Eiszeit“? Winterlandschaft (1608), gemalt vom Niederländer Hendrick Avercamp. | © Rijksmuseum Amsterdam


von Christiane Schlüter

Menschheitsgeschichte ist immer auch Klimageschichte, und zwar in beide Richtungen: Seit geraumer Zeit beeinflusst der Mensch das Klima, und seit jeher hat das Klima die Lebensbedingungen des Menschen mitbestimmt. Die Online-Ausstellung „Die Wetterseiten der Geschichte“ geht den Spuren nach, die wechselnde Umweltbedingungen und extreme Wetterereignisse in Kunst, Wissenschaft und Alltag ­hinterlassen haben.

1540er Steinwein. | Leihgabe, Stiftung Bürgerspital zum Hl. Geist –Weingut, © Christof Herdt.

Ein uralter Wein und Luthers Miniaturhorn

Gezeigt wird etwa die steinzeitliche Darstellung eines Vulkanausbruchs an einer Höhlenwand in Frankreich. Oder der älteste noch trinkbare Wein: Er stammt aus dem Jahrtausendsommer 1540, der wohl den von 2003 noch übertroffen und einen Wein von ungewöhnlicher Süße hervorgebracht hat. Ein tönernes Miniaturhorn aus Martin Luthers Elternhaus, das vor Gewitter schützen sollte, erinnert an die zerstörerischen Kräfte der Natur, ebenso die Hochwassermarken des Mains in Würzburg mit der der Magdalenenflut von 1342. Die Schiller­glocke von Schaffhausen erzählt vom Brauch, als Gewitterwarnung die Kirchenglocken zu läuten – was dann in der Neuzeit verboten wurde, weil dabei zu oft Türmer vom Blitz erschlagen wurden.

Per Mausklick in die Klimageschichte eintauchen

Das Leibniz-Institut für Geschichte und Kultur des östlichen Europa hat die Ausstellung gemeinsam mit dem internationalen Forschungsverbund „Past Global Changes“ erarbeitet. Zu sehen ist sie auf der Webseite „Google Arts and Culture“.

Main-Hochwasser 1784 in Würzburg. Das Bild stammt aus demselben Jahr. | © Stadtarchiv Würzburg

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