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Netzwerker aus dem hohen Norden

Erobern, integrieren, weiterziehen: Eine Ausstellung in Mannheim zeigt, wie die Normannen das frühe Europa prägen und daran selbst wachsen.

von Christiane Schlüter

 

Es ist ein modernes Wort, das auf den ersten Blick nichts mit den Normannen zu tun hat: Vernetzung. Und doch waren die sagenumwobenen Nordmänner genau dies: Meister der Vernetzung. Das belegt jetzt die Ausstellung „Die Normannen“ der Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim. Die Namensgeber betraten als Wikinger die Bühne der Geschichte und wurden zu frühen Gestaltern im europäischen Raum – von Skandinavien bis ans Mittelmeer, von der Ostseeküste bis nach Byzanz. Obgleich brutale Eroberer, passten sie sich als Sieger doch den jeweils vorhandenen Strukturen an. Sie verschmolzen mit der einheimischen Bevölkerung und drückten ihr zugleich den eigenen Stempel auf.

Handschriften, Schmuck und Waffen

Deshalb ist der kulturhistorische Ansatz, den diese Ausstellung verfolgt, so lohnend. Die Schau zeigt, wie aus Kriegern Kulturvermittler und mächtige Fürsten wurden. Aufwendig inszeniert, bietet sie 300 wertvolle Exponate aus großen europäischen Sammlungen: Handschriften und Textilien, Kunsthandwerk, Schmuck und Waffen. So sind etwa die Krone Rogers II., die Angelsächsische Chronik und der Krönungsmantel Friedrichs II. zu sehen. Virtuelle Rekonstruktionen, Mitmach-Stationen und Filme lassen das Thema noch lebendiger werden.

Museum Zeughaus Mannheim, bis 26. Februar 2023, mehr Infos: www.rem-mannheim.de/ausstellungen/sonderausstellungen/die-normannen

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