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Mit Stimmungen um Stimmen werben

Köpfe, Farben, Slogans: Das Bonner Haus der Geschichte zeigt Wahlplakate aus 70 Jahren Demokratie.

von Christiane Schlüter

Das Weiß-Blau fehlt. Mittlerweile wirbt die CSU stets mit Bayerns Farben. 1961 war das noch anders. | Bild: Stiftung Haus der Geschichte/ Axel Thünker

Wenn Wahlen anstehen, schlägt die Stunde der Kampagnen: Auf allen Kanälen kämpfen die Parteien um Stimmen. Plakate sind dabei immer noch wichtig, auch wenn mit Social Media längst andere Mittel zur Verfügung stehen. Wochenlang lächeln überlebensgroße Köpfe von Wänden und Litfaßsäulen, springen den Betrachtern Slogans in Signalfarben entgegen. Beschworen werden: Werte. Erzeugt wird: Stimmung, ein Gefühl.

Plakate im Wandel der Zeit

Pünktlich zur Bundestagswahl im September wird nun in der ehemaligen Hauptstadt Bonn gezeigt, was die Bundesbürger in 70 Jahren Demokratie so alles gesehen haben. Porträts von Adenauer, Schmidt und Genscher erinnern an die Polit-Matadoren von einst. Vor allem aber fasziniert der Abgleich zur Gegenwart. Willy Brandt etwa appellierte 1972 an den Stolz der Deutschen auf ihr Land. Was heute für die SPD undenkbar ist, bescherte der Partei das beste Wahlergebnis ihrer Geschichte.

Und wo die CSU 1961 Vater-Mutter-Kind beschwor und im Hintergrund ein Auto den Wohlstand signalisierte, da bildeten die Grünen 2002 homosexuelle Paare ab (und zeigen heute – umstritten als Symbol nur für Besserverdienende – ein Lastenfahrrad). „Wähl mich! Parteien plakatieren“ schaut zudem hinter die Kulissen: auf die Agenturen und ihre kreativen Köpfe. Erzählt wird auch die Entstehungsgeschichte berühmter Motive. Wer alles gesehen hat, schaut noch mal anders auf die Wahlplakate von heute.

Haus der Geschichte Bonn, bis 3. Oktober, mehr Infos gibt es auf www.hdg.de und hier

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