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Stonehenge

Schlittenfahrt mit Steinen

Stonehenge stellt Forscher vor Rätsel: Wie konnten die tonnenschweren Stelen des Steinkreises bewegt werden? Ein Student glaubt nun die Lösung gefunden zu haben – durch ein einfaches Experiment.

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Touristenmagnet und Faszinationsobjekt für Esoteriker – Stonehenge | © istockphoto.com/Ida Jarosova

Stonehenge. Dieser Name verheißt viel mehr als nur gestapelte Steinstelen. Immerhin umgibt den Steinkreis im Südwesten Englands eine gewisse Mystik: Wer hat ihn warum gebaut und wie konnten die Erbauer die etwa vier Tonnen schweren Felsen überhaupt quer durch Großbritannien bewegen?

225 Kilometer. Nicht gerade eine kurze Strecke, wenn es um den Transport riesiger Felsbrocken geht. Diese Distanz hatten Historiker von der Universität Leicester und UCL errechnet.

Denn laut einer Analyse kleinerer Steine in Stonehenge stammen diese aus den Preseli Bergen in Wales und nicht wie die größeren Felsbrocken aus Wiltshire, wo Stonehenge steht. Ein Kraftakt, der für unsere Vorfahren kaum stemmbar gewesen sein dürfte.

Diesem Problem will nun der Student Barney Harris vom University College London (UCL) auf die Spur gekommen sein: Holzschlitten. Mithilfe einer schlichten Konstruktion aus Baumstämmen müsste es doch machbar sein, die Steine zu bewegen. Durch Muskelkraft.

Kalkulierte Muskelkraft statt störrischer Ochsen

„Manche Leute glauben, die Steine seien vielleicht von Ochsen gezogen worden, aber Ochsen sind tatsächlich ziemlich angriffslustig und schwer zu kontrollieren“, erklärte Harris in einem Interview mit der BBC.

Also entschied er sich für menschliche Zieher. Nur wie viele würde es brauchen, um die Schlitten überhaupt in Bewegung zu setzen? Um das zu testen, lud sich Harris Freiwillige nach London ein.

Auf einer natürlich deutlich kürzeren Teststrecke wurde die Schlittentheorie nachgestellt. Das Ergebnis überraschte die Forscher: Gerade einmal 20 Erwachsene brauchte es, um einen großen Stein effizient zu bewegen. „Dieses Experiment zeigt uns, dass Menschen diese Tätigkeit ziemlich leicht durchgeführt, haben könnten“, so Harris.

Diese Methode hatten zuvor auch schon viele andere Zivilisationen, unter anderem die Chinesen mit dem Bau der Verbotenen Stadt, benutzt. Laut Harris wogen die Steine dabei bis zu 123 Tonnen. Im Vergleich dazu seien die Stelen von Stonehenge keine Herausforderung.

Nun sind die Forscher vielleicht den Erbauern des Steinkreises auf die Spur gekommen – doch der Verwendungszweck von Stonehenge bleibt weiter ein Geheimnis.

Joshua Stein

Zuletzt geändert: 31.05.2016