G/GESCHICHTE Mai 2010

Elisabeth I. – Englands goldenes Zeitalter

Liebe Leserinnen und Leser!

„Sie ist nur eine Frau, nur Herrin über die Hälfte einer Insel, dennoch fürchten sie alle: Spanien, Frankreich und das Reich. Es ist jammerschade, dass Elisabeth und ich nicht heiraten können, unsere Kinder hätten die Welt beherrscht.“ Dieses Bonmot Papst Sixtus V. (1585 – 1590) belegt, wie sehr Elisabeth ihre Zeitgenossen verblüffte.
Elisabeth lebte in einer Zeit, in der es für eine Frau nicht ausreichte, einen scharfen Verstand und fast übermenschliche Energie zu besitzen, um sich in der Männerwelt als Herrscherin behaupten zu können. So wurde Englands Königin zu einer Meisterin der Selbstinszenierung; jede Rolle spielte sie perfekt: die Jungfrau auf dem Thron, die Kämpferin für den wahren Glauben, die Förderin der Künste und die Verteidigerin Englands. Sie war Feenkönigin und Kriegsgöttin in einer Person.

Und der Erfolg gab ihr recht: Sie bündelte die Kräfte des Landes, setzte mit eiserne Hand den anglikanischen Glauben durch und schlug souverän alle ihre politischen Rivalen. Unter ihrer Ägide florierten die Künste von der Architektur bis zum Theater, avancierte London zum internationalen Wirtschaftszentrum und verwegene Freibeuter begannen, für England ein Weltreich zu erobern.

Doch damit war der Konflikt mit Spanien unausweichlich. Elisabeths ebenbürtiger Rivale Philipp II., von der protestantischen Propaganda zu einer düsteren Schattengestalt verzerrt, war ein Visionär wie die Königin. In seinem Reich sollte die Sonne niemals untergehen und einzig die katholische Kirche den Glauben verkünden dürfen. Also schickte er die Armada, die mächtigste Flotte, die die Welt bislang gesehen hatte, gegen England. Es war eine Fahrt in die Katastrophe. Nicht nur die Engländer, sondern auch die Natur schienen die Spanier mit unerbittlichem Zorn zu bekämpfen. Kanonen und Stürme zerfetzten die Armada und die kühnen Ambitionen seiner katholischen Majestät. Der Historiker Heinrich Lutz hat einmal über Elisabeth geschrieben: „Sie wollte England sein“ – zumindest in jenem glorreichen Jahr 1588 war sie es.

Ihr, Euer

Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur G/GESCHICHTE

 

Schwerpunkt dieser Ausgabe

Die eiserne Königin
Elisabeths Einstieg in ein Leben für die Macht

Vom Kerker auf den Thron
Elisabeths Jugendjahre

Sechs Hochzeiten und zwei Todesfälle
Ränkespiel der Tudors

Die Kirche der Krone
Reformation auf Englisch

„Virgin Queen“
Machtspiele

Glaube, Intrigen, Mord
Die Rolle der Maria Stuart

Im Geheimdienst ihrer Majestät
Der erste Agent Sir Francis Walsingham

Die Sturmfaust Gottes
Seekrieg zwischen England und Spanien

Seemacht im Aufbruch
Freibeuter und Spekulanten auf den Meeren

Schmelztiegel trifft Pulverfass
Wilkommen in London

„Die ganze Welt ist eine Bühne“
Das Elisabethanische Theater

Eine fatale Affäre
Der Untergang des Robert Devereux

Ende einer Epoche
Was von Elisabeths Herrschaft übrig blieb

Erbe in Gefahr
Eine Staatskirche in der Krise

 

Weitere Themen

Blickpunkt
Die Welt auf einem Fleck – Weltausstellungen

Serie, Schiffe und Schicksale
Die „Bismarck“

Geschichte im Alltag
Der Gartenzwerg

Porträt
Josip Broz Tito

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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