G/GESCHICHTE Februar 2010

Krieger aus der Steppe – Die Welt der Reitervölker

Liebe Leserinnen und Leser!

Auf die ewige Frage, was das Beste im Leben sei, soll Dschingis Khan einmal geantwortet haben: „Das höchste Glück des Mannes ist es, seine Feinde zu zerschlagen, sie vor sich herzujagen, ihnen all ihren Besitz zu entreißen, in Tränen die Wesen zu sehen, die ihnen teuer sind, und ihre Frauen und Töchter in seine Arme zu drücken.“

Wie ein Sturm fegten die Mongolen über Asien hinweg. Nur bedingungslose Unterwerfung sicherte das Überleben. Wer sich ihnen in den Weg stellte und wagte, Widerstand zu leisten, wurde gnadenlos niedergemetzelt.
Kein Wunder also, dass die Menschen in Europa vor den Reitern auf ihren kleinen, zähen Pferden zitterten. Die Furcht vor den Männern aus der Steppe saß tief. Bereits die Griechen hatten die Reitervölker der Skythen zu Pferde kennengelernt. Die Sagen von den wilden Zentauren und den männermordenden Amazonen nahmen hier ihren Anfang.

In den dunklen Jahren, als Roms Macht und Stärke schwanden, erlebte dann Europa den traumatischen Einfall der Hunnen – für die frommen Chronisten der Klöster trugen die apokalyptischen Ritter hunnische Züge. Leider liegt ein tiefer Nebel über dem wahren Wesen der Hunnen, ihr Bild in der Geschichte bleibt zur Fratze verzerrt. Anders der Fall bei den Mongolen: Bereits Marco Polo schwärmte von ihrem Reich, lobte die Sicherheit, den Gerechtigkeitssinn und die Tugend dieses Volkes.

Und während im Europa des 13. Jahrhunderts Glaubensfreiheit ein ferner Traum war, herrschte im Reich der Mongolen einzigartige religiöse Toleranz. Buddhisten, Moslems, Schamanisten lebten friedlich nebeneinander und selbst abweichende christliche Gruppen, wie die Nestorianer, fanden wohlwollende Aufnahme im Reich des Mongolenkhans.

Die Reiche der meisten Reitervölker verfielen so schnell, wie sie entstanden. Zu schwach waren ihre Wurzeln im Boden der eroberten Länder. Was ihnen blieb, war die Rückkehr zu ihrem nomadischen Leben und die Freiheit der Steppe.

Ihr, Euer

Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur G/GESCHICHTE

 

Schwerpunkt dieser Ausgabe

Vom Gejagten zum treuen Gefährten
Die Symbiose von Pferd und Mensch

Die Söhne der Schlangengöttin
Die Welt der Skythen

Das Gold der Steppe
Meisterwerke der Skythen und Sarmaten

Männerjagd mit Pfeil und Bogen
Auf den Spuren des Amazonenrätsels

Das vergessene Volk
Die Sarmaten

Gottes Geißel
Attila und die Hunnen

Vorstoß an die Donau
Der lange Ritt der Magyaren

Abrahams wilde Söhne
Das Reitervolk der Chasaren

Aufstieg eines Herrschers
Das Leben Dschingis Khans

Sturm über Europa
Vorstoß nach Ungarn

Pax Mongolica
Die sichere und friedliche Seite des Mongolenreichs

Rote Turbane und Palastorgien
Das Ende der Mongolendynastie in China

Der Zorn des Lahmen
Timur Lenk und sein Reich

Neue Funde in der Residenzstadt
Interview mit Prof. Hüttel

 

Weitere Themen

Blickpunkt
Grubenunglücke im 20. Jahrhundert

Porträt
Friedrich Händel

Geschichte im Alltag
Das Klosett

Serie, Schiffe und Schicksale
Die Beagle

 

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