G/GESCHICHTE März 2014

Kampf um die Weltmeere. Salamis, Trafalgar,
Midway

Liebe Leserinnen und Leser!

„Pflichterfüllung kommt zuerst für einen Seeoffizier, alle privaten Angelegenheiten haben sich dem unterzuordnen, so schmerzlich dies auch sein mag.“ Horatio Nelson wusste, wovon er sprach. Der größte Seeheld in der englischen Geschichte hatte einen hohen Preis für seinen Ruhm entrichtet: 1795 verlor er durch einen Splitter sein rechtes Auge, zwei Jahre später zerfetzte eine Musketenkugel seinen rechten Arm. Seinen Triumph von Trafalgar sollte der Admiral mit dem Leben bezahlen.

Aber nicht nur der Feind tötet, auch das Meer kann zum gnadenlosen Gegner werden. Auf dem Höhepunkt des Ersten Punischen Krieges mit Karthago geriet Roms Flotte 255 v. Chr. vor der Küste Siziliens in einen alles zermalmenden Sturm, der 300 Schiffe fraß. 100 000 Mann, so der Chronist Polybios, sollen bei dieser Katastrophe ihr Leben verloren haben. Auch Spaniens stolze Armada verlor 1588 durch Wind und Wellen im Atlantik wesentlich mehr Schiffe als durch die Treffer der Geschütze Drakes. Der Konflikt zwischen England und Spanien eröffnete den Kampf um die Herrschaft über die Weltmeere. Wer die See kontrolliert, kann Kolonien errichten und den lukrativen Handel mit dem Orient dominieren.

Für England stand sogar noch mehr auf dem Spiel – seine Flotte waren die hölzernen Mauern, die das Land vor Invasoren schützten. Im Siebenjährigen Krieg bereitete Frankreich eine Landeoperation auf die Insel vor – bis die Royal Navy 1759 die Flotte Ludwigs XV. in der Biskaya versenkte. Und auch Napoleons kaiserliche Macht und Herrlichkeit endeten am Ärmelkanal.

1812 erklärten die USA Großbritannien den Krieg. Einer der Gründe war die permanente Zwangsrekrutierung von amerikanischen Matrosen durch die Royal Navy. Zum ersten Mal seit Jahrzehnten stießen die siegesgewohnten Kapitäne seiner Majestät auf einen ebenbürtigen Gegner. Die innovativen US- Fregatten verfügten über eine stärkere Feuerkraft und was Offizieren und Mannschaften noch an Erfahrung fehlte, machten sie durch Motivation wett. Als am 19. August 1812 die USS „Constitution“ die HMS „Guerriere“ in die Kapitulation schoss, wurde eine neue Seemacht geboren.

Nach dem Sieg über die kaiserliche Flotte Japans im Zweiten Weltkrieg löste die US- Navy die Briten endgültig als führende Seemacht ab. Admiral Chester Nimitz’ Aussage von 1948 gilt immer noch: „Die USA haben heute eine absolutere Kontrolle über die Meere, als es jemals die Briten hatten.“

 

Ihr, Euer
Dr. Klaus Hillingmeier
Chefredakteur

Schwerpunkt dieser Ausgabe

Versenkt die Bismarck!
Gnadenlose Jagd im Atlantik

Rom oder Kathargo
Wer beherrscht das Mittelmeer?

Bereit zum Entern
Pompeius triumphiert über die Piraten

Am Mast flattert das Kreuz
Ein unbekanntes Kapitel aus der Zeit der Kreuzzüge

Der Tod aus Venedig
Wie die Seerepublik ihre Handelsinteressen verteidigte

Wo der Pfeffer wächst
Portugal beansprucht die halbe Welt

Francis Drake
Herr der sieben Meere

Herz aus Eiche
Nelsons Navy und Napoleons Niederlagen

Lord Cochrane
Kapitän und Freiheitskämpfer

Gezeitenwechsel
Das Duell der Panzerschiffe läutet eine neue Ära ein

Entscheidung bei Tsushima
Japan schlägt den Zaren

Wolfsrudel
Die Geschichte der deutschen U-Bootfahrer

Flugzeugträger
Schwimmende Festungen

 

Weitere Themen

Blickpunkt
Vietnam sucht seine Zukunft

Neue Serie! G/Geschichte ermittelt
Gilles de Rais – Massenmord im Mittelalter

Geschichte im Alltag
Das Bircher Müesli – Frühstück als Lebensphilosophie

Porträt
Pius XII. – Papst im Kreuzfeuer

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