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Kreuzzug und Dschihad

Die Reconquista

Die spanische Reconquista begann im Grunde schon im 8. Jahrhundert, als die Mauren überhaupt erst auf der Iberischen Halbinsel einfielen. Nach dem Untergang des Kalifats von Córdoba im 13. Jahrhundert jedoch wird der Kampf zwischen Mauren und Christen immer radikaler.

Castell des Capdepera, Mallorca

Das Castell de Capdepera in Mallorca: Von den meisten Touristen unbeachtet, atmet die Burg den Geist der spanischen Reconquista. | © istockphoto.com/CJ_Romas

von Christoph Driessen

Von wenigen Besuchern wirklich wahrgenommen, erhebt sich auf der Ferieninsel Mallorca ein Ort, der den Geist der spanischen Reconquista atmet. Es ist das Castell de Capdepera im Nordosten bei Cala Ratjada. Die Festung ist verblüffend gut erhalten. Sie zieht sich an Berghängen hinauf, aus der Ferne sieht sie aus wie ein auf Sofakissen aufgebautes Spielzeugfort. Ihre Dreiecksform spielt auf die heilige Dreifaltigkeit an. Karg und asketisch wirkt die Wehranlage, es gibt keine Spuren von Schmuck oder Luxus. Nach allen Seiten hin hat man einen freien Ausblick: entweder über die Inselebene bis weit ins Innere oder über das Meer. Von dort aus mussten die christlichen Verteidiger jederzeit einen Gegenangriff muslimischer Heere oder Piraten erwarten.

Die Christen hatten die Festung einst von den Muslimen erobert

Sie selbst hatten die Festung einst von den Muslimen erobert – der höchstgelegene Turm stammt noch aus maurischer Zeit. Nachdem die Christen Mallorca 1229 eingenommen hatten, behielt man von Capdepera aus noch 60 Jahre lang das weiterhin von den Mauren gehaltene Menorca im Blick. Die spröde Anlage verdeutlicht besser als mancher Geschichtsband, welche Bedeutung die Religion für die damaligen Menschen hatte. Denn das Herzstück der Festung ist eine sehr schlicht gehaltene Kapelle, und der Stolz dieser Kapelle wiederum ist eine Marienstatue, der die Bewohner besondere Kräfte zuschrieben: Wenn die Muslime über das Meer kämen, dann würde sie einen Nebel aussenden, der eine Landung an der Küste unmöglich macht. Es scheint, als wäre die ganze Festung um diese Statue herum gebaut. Wenn man an einem heißen Sommertag eine Viertelstunde im kühlen Halbdunkel der Kapelle verbringt und dann das schwere Portal wieder öffnet, fällt das weiße Licht der Mittagssonne so gleißend herein, dass man fast an eine Nahtoderfahrung glauben könnte. Es ist ein spirituelles Erlebnis, das selbst Atheisten nachempfinden können.

Die spanische Reconquista begann im Grunde schon im 8. Jahrhundert, als die Mauren überhaupt erst auf der Iberischen Halbinsel einfielen. Schon damals konnten die christlichen Könige von Asturien die Muslime aus Galicien ganz im Nordwesten Spaniens vertreiben.

Den vollständigen Artikel lesen Sie in der aktuellen Ausgabe: „Halbmond über Europa“

Zuletzt geändert: 27.4.2018