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Voynich-Manuskript

Eine Geheimschrift in Neuauflage

Ein kleiner spanischer Verlag bekommt die Genehmigung, das geheimnisvolle Voynich-Manuskript originalgetreu zu kopieren – doch das Rätsel um seinen Inhalt ist nach wie vor ungelöst.

Hier ein Ausschnitt aus dem Originalmanuskript | © General Collection, Beinecke Rare Book and Manuscript Library, Yale University

Es gilt als eines der mysteriösesten Schriftstücke überhaupt: das Voynich Manuskript. Die Herkunft des Werkes ist umstritten, Autor und Sprache sind unbekannt, Zeichnungen und Bedeutung des Textes höchst rätselhaft.

Handelt es sich bei dem über 200-seitigen Buch aus Pergament um eine wissenschaftliche Abhandlung oder magisch anmutende Rezepte? Seit der Antiquar Wilfried Voynich das Dokument 1912 in einem italienischen Jesuitenkolleg entdeckte, bereitet es Generationen von Forschern Kopfzerbrechen.

Was wir wissen oder zu glauben wissen

Eine Radiocarbondatierung macht eine Entstehung zwischen 1404 und 1438 wahrscheinlich. Das wiederspricht der langjährigen These, dass Roger Bacon, ein im 13. Jahrhundert lebender englischer Gelehrter, der Autor sei.

Als Herkunftsort ist Zentraleuropa zu vermuten, eine genaue Lokalisierung jedoch unmöglich. Die Sprache und kolorierten Zeichnungen des Manuskripts geben die größten Rätsel auf. Handelt es sich um eine natürliche Sprache oder eine Kunstsprache? Was zeigen die Abbildungen?

Unter den 170 000 Symbolen des Dokumentes konnten Schriftexperten 26 unterscheidbare Zeichen ausmachen, die ohne Satzzeichen von links nach rechts aneinandergereiht sind. Die einzelnen Wörter bestehen aus maximal zehn Symbolen, die im Text unterschiedlich häufig vorkommen.

Eine Struktur ist nicht erkennbar und auch Computerprogramme konnten den Code bisher nicht knacken. Da die Wörter um die Abbildungen herum angeordnet sind, scheinen diese zuerst gezeichnet worden zu sein.

Sie zeigen farbige pflanzliche, figürliche und astrologische Motive. Doch die abgebildeten Kräuter sind ebenfalls unbekannt. Den Forschern stellen sich Fragen über Fragen, Antworten bleiben aus.

Dem Rätsel auf der Spur – Kopien sollen zur Lösung beitragen

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Das Voynich-Manuskript genießt großes Interesse, der Ansturm auf das empfindliche Schriftstück in der Beinicke-Bibliothek der Yale-Universität ist groß. Zum Schutz des Dokuments entschließt sich die Bibliothek, originalgetreue Kopien anfertigen zu lassen, die für 7000 bis 8000 Euro pro Stück erworben werden können.

Den Zuschlag zur Reproduktion bekommt der spanische Verlag Siloe, der auf die Erstellung von Faksimiles alter Dokumente spezialisiert ist. 898 exakte Replikationen sollen entstehen, mehr als ein Drittel davon wurde schon vorbestellt.

Immer wieder behaupten Verschwörungstheoretiker, das Rätsel um das Voynich-Manuskript gelöst zu haben, doch: Fehlanzeige. Es bleibt zu hoffen, dass einer der zahlreichen Forscher und Interessierten irgendwann den Code knacken wird, sicher ist das keinesfalls.

Hanna Heim

Zuletzt geändert: 26.08.2016