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Haustiere

Das Geheimnis der Wikinger-Katzen

Dänische Archäologen haben Skelette von Katzen analysiert. Ihre unerwartete Feststellung: Seit ihrer Domestizierung sind die Tiere deutlich größer geworden – im Gegensatz zu anderen Haustieren.

In der Zeit der Wikinger nimmt die Körpergröße von Katzen zu. Lag es am Nahrungsangebot? | Symbolfoto © istockphoto.com/Seregraff

Hunde haben Herrchen, Katzen haben Personal, sagt der Volksmund. Das soll in der Regel die Eigenwilligkeit der Haustiger unterstreichen. Doch Katzen beweisen offenbar nicht nur ihren eigenen Kopf. Dänische Wissenschaftler sind nun zu dem Schluss gekommen, dass die Tiere sich auch ganz anders entwickelt haben als andere Haustierarten.

Wo andere Haustiere schrumpfen, da wachsen die Katzen

Ein Team von Forschern der Universität von Kopenhagen hatte Katzenskelette aus archäologischen Fundstätten in ganz Dänemark analysiert. Dabei haben sie herausgefunden, dass die Körpergröße dortiger Katzen im Lauf ihrer Domestikation deutlich zugenommen hat. Das verblüffende dabei: Andere Tiere tendieren dazu, an Größe zu verlieren, sobald sie der Mensch domestiziert.

Hunde zum Beispiel sind durchschnittlich 25 Prozent kleiner als ihr wilder Verwandter, der Grauwolf. Katzen dagegen legten seit der Wikingerzeit im Durchschnitt um etwa 16 Prozent an Größe zu, wie die Forscher im Danish Journal of Archaeology darlegen.

Städte ziehen Ungeziefer an – ein gefundenes Fressen

Grund für den größeren Wuchs könnte nach Ansicht der Archäozoologen das verbesserte Nahrungsangebot ab der Wikingerzeit sein: Als in dieser mittelalterlichen Phase Städte und damit auch deren Abfälle wuchsen, habe das mehr und besseres Futter für die Katzen mit sich gebracht. Denn die Wikinger setzten Katzen unter anderem dazu ein, Nagetiere zu fangen. Das habe nicht nur die Zahl der Katzen steigen lassen, sondern auch ihre Größe, vermuten die Forscher.

 

Sebastian Kirschner

Zuletzt geändert: 20.12.2018