test
« zurück
Tödliche Expedition

Zweites Franklin-Schiff lokalisiert?

Auf der Suche nach der Nordwestpassage sind John Franklin und seine Männer vor 170 Jahren verschollen. Ein Forscherteam will nun ihr Expeditionsschiff „HMS Terror“ gefunden haben.

Die „HMS Terror“ gefangen im arktischen Eis. | © Istockphoto.com/Duncan1890

Ein Inuit-Jäger brachte den entscheidenden Hinweis: Vor sechs Jahren wollte Sammy Kogvik mit einem Freund fischen gehen, als sie ein Stück Holz aus dem Eis in der Terror Bay ragen sahen. Als die Crew des Forschungsschiffs „Martin Bergmann“ die Geschichte hörte, änderte sie ihren Kurs.

Am 3. September lokalisierte die Besatzung die gut erhaltenen Überreste eines Schiffes. Dabei soll es sich um das Wrack der „HMS Terror“ handeln, dem zweiten Schiff, mit dem John Franklin und seine Mannschaft 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage in die arktische Leere aufgebrochen waren. Das Flagschiff der Expedition, die „HMS Erebus“, wurde bereits im Jahr 2014 entdeckt.

 

Sir John Franklin leitete die Expedition, die 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage in die Arktis aufbrach. | © Istockphoto.com/Duncan1890

Sir John Franklin leitete die Expedition, die 1845 auf der Suche nach der Nordwestpassage in die Arktis aufbrach. | © Istockphoto.com/Duncan1890

Fund der „Terror“ könnte Rätsel um Franklin-Expedition lösen

Das Verschwinden der Franklin-Expedition, bei der alle 129 Männer ums Leben kamen, beschäftigt Historiker und Abenteurer seit rund 170 Jahren. Der mögliche Fund der „HMS Terror“ könnte nun dazu beitragen, eines der größten Rätsel der Seefahrtsgeschichte zu lösen. Wie die britische Zeitung „The Guardian“ berichtet, liegt das Wrack etwa 96 Kilometer südlich von der Stelle entfernt, wo Experten die „Terror“ bisher vermutet haben.

Abgleiche mit Bauplänen legen nahe, dass es sich tatsächlich um die „HMS Terror“ handelt, die wie die „Erebus“ vom Kriegs- zum Forschungsschiff umgerüstet worden war. Erste Unterwasseraufnahmen zeigen einen außergewöhnlich guten Erhaltungszustand. „Wenn wir dieses Boot aus dem Wasser heben und das Wasser herauspumpen könnten, würde es vermutlich treiben“, zitiert der „Guardian“ Adrian Schimnowski, den Expeditionsleiter auf der „Martin Bergmann“.

Beechy Island

Auf Beechy Island erinnern Denkmäler an Franklin und seine Männer, von denen keiner die Expedition überlebte. | © Istockphoto.com/Murphy_Shewchuk

1846 vom Eis eingeschlossen

1848 starteten die ersten Suchmannschaften, kehrten jedoch ohne ein Lebenszeichen von Franklins Leuten zurück. Relikte der Katastrophe wurden 1859 auf der King-William-Insel gefunden. Unter einem Steinhaufen lag eine Notiz von James Fitzjames, dem Kapitän der „Erebus“. Er schrieb: „HMS Terror und Erebus wurden am 22. April 1848 fünf Meilen N.N.W. von diesem Platz entfernt aufgegeben, nachdem wir seit dem 12. September 1846 ringsum vom Eis eingeschlossen waren.“

Christine Richter

Zuletzt geändert: 13.09.2016