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Amerikanischer Bürgerkrieg

Lincoln-Telegramme warten auf Entschlüsselung

Eine Menge verschlüsselte Telegramme aus dem amerikanischen Bürgerkrieg sind in den Besitz der Huntington Bibliothek in Kalifornien gelangt. Sie sucht jetzt Freiwillge, die beim Entschlüsseln und Transkribieren helfen möchten.

Dokumente aus dem Nachlass von Thomas T. Eckert (1862–1877), eine umfassende und außerordentlich seltene Sammlung von fast 16 000 Telegrammen aus dem amerikanischen Bürgerkrieg | © The Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens

Neuer Krieg, neue Technologie: Im amerikanischen Bürgerkrieg führte Präsident Abraham Lincoln in der Armee der Nordstaaten eine eigene Kommunikationsabteilung ein – als erste Armee der Welt, wie das Smithsonian Magazin berichtet. Das Schlachtfeld war riesig, zu riesig für Kuriere. 1860 wurden Telegramme Kriegsmittel.

Fast 16 000 Telegramme wurden zwischen Lincoln, seinem Kabinett, der Unionsarmee, und sogar seiner Frau verschickt. Ungefähr ein Drittel davon war verschlüsselt. Der Bürgerkrieg ist zwar ein zentrales Ereignis in der amerikanischen Geschichte, aber bisher wurden die kodierten Botschaften nie übersetzt. Jetzt bittet eine Bibliothek um die Hilfe der Bürger.

Die Telegramme erleichterten die Kommunikation ungemein

Die Huntington Library in San Marino, Kalifornien, hat die gewaltige Menge an Telegrammen 2012 erhalten. In Zusammenarbeit mit der Universität Minnesota sucht sie jetzt nach Freiwilligen, die helfen, die Telegramme zu entschlüsseln und zu transkribieren.

Lincoln rief das „Military Telegraph Corps“ 1860 in Leben. Es war der Beginn des Baus der 15000 Meilen langen Telegrafenmasten. Davor reisten „telegraph trains“ (Telegrammzüge) mit den Soldaten. Das waren nicht wirklich Züge, sondern kleine Wagen, aus denen telegrafiert werden konnte.

Die Konföderierten knackten den Code nicht

Dank Thomas T. Eckert, dem ehemaligen Leiter der Telegrammabteilung des Kriegsministeriums, ist diese wertvolle Quelle nicht verloren gegangen. 35 Bücher mit Telegrammen, darunter 100 von Lincoln persönlich, sicherte er. Historiker vermuteten lange, dass die Telegramme nach dem Sieg 1865 zerstört worden waren.

Den Konföderierten gelang es übrigens den ganzen Krieg lang nicht, den Code zu knacken. So blieben die Telegramme ein gewaltiger Vorteil für die Union.

Falls Sie auch beim Entschlüsseln mithelfen möchten, können Sie sich hier anmelden.

Joshua Stein

© Vorschaubild: The Huntington Library, Art Collections, and Botanical Gardens

Zuletzt geändert: 30.06.2016