Das historische Rätsel des Monats

Zur Ausgabe 3/2019 „Hexen“

Die Geschäftsfrau war wurde 1627 als angebliche Hexe hingerichtet. Der Prozess gegen sie und ihr Tod waren der Auftakt zu einer intensiven Hexenverfolgung über mehrere Jahre. 2012 wurde sie von ihrer rheinischen Heimatstadt rehabilitiert. Seit 1988 erinnert eine Statue am Rathaus an die Verzweifelte.

Lösung: Katharina Henot

Katharina Henot (*1570) war Patrizierin, Postmeistern und erfolgreiche Geschäftsfrau in Köln. Eine angeblich „besessene“ Nonne hatte sie während einer Teufelsaustreibung der Hexerei bezichtigt. Dieses Gerücht verbreitete sich schnell, auch ihr Bruder, der Domherr Hartger Henot, scheiterte mit seinen Bemühungen, ihre Unschuld zu beteuern. Sie wurde verurteilt, am 19. Mai 1627 auf der Richtstätte Melaten erwürgt und dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ihr Tod leitete den Höhepunkt der Hexenverfolgungen in Köln ein, die von 1627 bis 1630 andauerten. Die Kölner Musikgruppe Bläck Fööss komponierte 2004 ein Lied über ihre Geschichte.

Zur Ausgabe 2/2019 „Indianer“

Als Sohn einer Indianerin und eines Schotten in Alabama geboren, wuchs er zweisprachig mit Englisch und der Sprache seines Stammes auf, wurde aber hauptsächlich von Missionaren erzogen. Er war ein begabter Geschäftsmann, besaß Handels-und Schiffsunternehmen und eine große Plantage in den Südstaaten. Er galt als einer der reichsten Indianer seiner Zeit. Er führte einen eher europäischen Lebensstil, war aber seinem indianischen Volk treu ergeben und über drei Jahrzehnte dessen Oberster Häuptling.

Lösung: John Ross

Schon als junger Mann wurde er, auch aufgrund seiner Zweisprachigkeit, zum Indianeragenten in Arkansas gewählt und 1918 in den Vorstand des Rates der Cherokee. 1828 stieg der nach dem Tod des Häuptlings Pathkiller zum Obersten Häuptling der Cherokee auf und blieb dies bis 1860. Zwischen 1830 und 1838 reiste er oft nach Washington, D.C., und führte eine entschlossene, aber aussichtslose Kampagne, um zu verhindern, dass die Cherokee ihr traditionelles Stammesgebiet verlassen mussten. Auf der als „Pfad der Tränen“ bekannten Vertreibung aus dem fruchtbaren Südosten der USA kam mehr als ein Viertel der Indianer um.

Zur Ausgabe 1/2019 „Bronzezeit“

In der Zeit der Romantik avancierte er zum bedeutendsten Maler Englands. Er entwickelte eine charakteristische Malweise mit einer besonderen Darstellung von Licht, Wasser, Natur und Landschaft. Eines seiner großartigen Aquarelle zeigt ein weltberühmtes Bauwerk in England, dessen Steinkreise mindestens bis in die Bronzezeit zu Kultzwecken genutzt wurden.

Lösung: William Turner

Trotz gegenständlicher Darstellung, machte Turner (*1775, +1851) Licht, Feuer und Wasser zu den eigentlichen Themen seiner Gemälde und hatte mit seiner Malweise einen starken Einfluss auf den Impressionismus. Bereits mit 27 Jahren wurde er Mitglied der Royal Academy. Turner war nie verheiratet und galt als exzentrische und schwierige Persönlichkeit. Er war ein enorm produktiver Künstler und hinterließ dem englischen Staat seinen künstlerischen Nachlass mit über 20.000 Werken, deren größter Teil in renommierten Museen und Galerien Englands zu finden ist. Der Turner-Prize ist der nach ihm benannte angesehenste Kunstpreis Großbritanniens.

Zur Ausgabe 12/2018 „Wie die Deutschen Christen wurden“

Dieser Bischof verstand auch das kriegerische Handwerk: Bekannt wurde er vor allem durch die Verteidigung seiner Stadt während der Ungarneinfälle. Der Gesuchte trug maßgeblich zum Sieg König Ottos I. 955 bei. Er gilt als erster in einem Heiligsprechungsverfahren bestätigter Heiliger, beurkundet von Papst Johannes XV. im Jahre 993.

Lösung: Ulrich von Augsburg

Ulrich von Augsburg (*890, +973) übernahm 923 als Bischof das Bistum Augsburg und ist einer der drei Stadtheiligen. Wegen der permanenten Gefahr durch die Angriffe der Ungarn erließ Ulrich den Bau einer befestigten Schutzmauer anstelle von Holzpalisaden um die Stadt. Er galt als enger Vertrauter und Weggefährte von König Otto I. und hatte an dessen Sieg über die Ungarn bei der Schlacht auf dem Lechfeld 955 enormen Anteil. Das gesamte ungarische Heer wurde aufgerieben und die Stadt Augsburg verschont. Ulrich starb 973 und wurde bereits 20 Jahre nach seinem Tod heiliggesprochen. Weit verbreitet war die ihm zugeschriebene Schrift Descriptio Udalrici, die behauptete, der erzwungene Zölibat sei schriftwidrig und die Sittenlosigkeit der Geistlichen könne nur durch kirchliche Heirat der Priester beendet werden. Das Konzil von 1079 verurteilte allerdings diese Schrift.

Zur Ausgabe 9/2018 „Roms Bürgerkrieg“

Obwohl sich Antonius letztendlich für Kleopatra und gegen Octavia entschied und die gesuchte Frau verstieß, kümmerte sie sich nach dem Doppelselbstmord von Antonius und Kleopatra ( 30 v.Chr.) in vorbildlicher Weise um sämtliche Nachkommen. Sie zog Antonius‘ Kinder aus der Ehe mit Flavia, seiner ersten Frau, ihre Kinder mit ihm, aber auch die Kinder von Kleopatra in Rom auf. Ihr Bruder Kaiser Augustus rief anlässlich ihres Todes eine Staatstrauer aus und hielt selbst die Totenrede.

Lösung: Octavia Minor

Octavia Minor war eine ältere Schwester des römischen Kaisers Augustus und die vierte Ehefrau des römischen Feldherrn Marc Anton. Trotz dessen Liaison mit Kleopatra war sie ihm loyal gegenüber und mischte sich als Schwester von Octavian so gut wie nicht in die Politik ein. Sie war in Rom äußerst populär und galt als Vorbild für die traditionelle Rolle der Frau.

Zur Ausgabe 8/2018 „Der Wüstenkrieg“

Dieser Brite leistete den vielleicht wichtigsten Beitrag zum Ausgang des Wüstenkriegs, ohne je in Afrika gewesen zu sein. Bis in die 1970er-Jahre wurde sein Wirken während des Kriegs auch streng geheim gehalten. In den 1950er-Jahren wurde er trotz seiner großen Verdienste zu Unrecht gerichtlich verurteilt und erst posthum rehabilitiert.

Lösung: Alan Turing

Alan Turing (* 1912, † 1954) gelang es während des Zweiten Weltkriegs im Bletchley Park, die Enigma zu entschlüsseln, mit der die Deutschen ihre Funksprüche kodierten. Dadurch hatten die Alliierten vor allem im U-Boot-Krieg und im Afrikafeldzug entscheidende Vorteile. 1954 beging der Mathematiker Suizid, nachdem er wegen seiner Homosexualität zur chemischen Kastration verurteilt worden war. Erst 2013 wurde er posthum begnadigt.

Zur Ausgabe 7/2018 „Schottland“

Aus der Feder dieses schottischen Dichters stammt ein Lied, das in englischsprachigen Ländern traditionell zum Jahreswechsel gesunden wird. Obwohl er heute als einer der bedeutendsten Schriftsteller Schottlands gilt, konnte er kaum von seiner Kunst leben und wäre auf Jobsuche beinahe nach Jamaika ausgewandert.

Lösung: Robert Burns

Robert Burns (* 1759, † 1796 ) stammte aus einfachen Verhältnissen, genoss aber trotzdem eine gute Schulbildung. Er arbeitete lange auf dem Hof seines Vaters, während er nebenher Gedichte verfasste. Nach seinem Durchbruch pachtete er ein Landgut, jedoch ohne langfristigen Erfolg. Sein bekanntestes Werk ist „Auld Lang Syne“. Sein Leben lang plagten ihn gesundheitliche Probleme. Er starb mit nur 37 Jahren.

Zur Ausgabe 6/2018 „Halbmond über Europa“

Die gesuchte Frau kam nach einem Raubzug der Krimtartaren als Sklavin nach Istanbul. Dort gelangte sie in den Harem des Sultans. Sie stieg von der Konkubine des Sultans zu dessen erster Hauptfrau auf. Der gesuchte Name – eigentlich ihr berühmter Beiname – deutet auf ihre vermutliche Herkunft hin.

Lösung: Roxelane

Roxelane (*zwischen 1500 und 1506 als Aleksandra Lisowska, später eigentlich Hürrem Sultan; † 1158) war die Lieblingsgemahlin des osmanischen Sultans Süleyman I. Sie wurde als erste Sklavin vom Sultan in Freiheit entlassen und anschließend von ihm geehelicht. Da sie vermutlich aus dem Land der Skythen stammte, auch Roxolanen genannt, erhielt sie außerhalb des Osmanischen Reichs den Beinamen Roxelane.

Zur Ausgabe 5/2018 „Piraten“

Dieser US-amerikanische Schauspieler wurde zunächst als Teeniestar, später aber vor allem durch seine Rolle als Pirat einem Massenpublikum bekannt. Einen Oscar hat er zwar noch nicht gewonnen, war aber mehrmals nominiert, unter anderem für seine Piratenrolle. Angeblich hält er Piraten für die Rockstars ihrer Zeit. Ursprünglich wollte er selbst als Musiker berühmt werden.

Lösung: Johnny Depp

Johnny Depp (* 1963) spielte von 1987 bis 1990 die Hauptrolle, einen Undercover-Polizisten, in der US-amerikanischen Fernsehserie „21 Jump Street“. Um von seinem Image als Teeniestar wegzukommen, suchte er sich seine Rollen später sehr sorgfältig aus. 2003 spielte er erstmals Jack Sparrow in „Fluch der Karibik“ und wurde weltweit bekannt.

Zur Ausgabe 4/2018 „Die Mafia“

Nach ersten Kontakten als Jugendlicher zum organisierten Verbrechen in New York und einem längeren Aufenthalt in Sizilien kehrte dieser Mafiosi nach Amerika zurück, um dort die Vorherrschaft seiner Familie innerhalb der Cosa Nostra zu übernehmen. Sein Familienname ist auch in der italienischen Küche ein gängiger Begriff.

Lösung: Vito Genovese

Vito Genovese (* 1897, † 1969) stieg vom kleinen Ganoven der New Yorker Camorra zum Oberhaupt der größten Familie der italienisch-amerikanischen Mafia Cosa Nostra auf. Das von ihm initiierte Apalachin-Meeting 1957, ein Zusammentreffen fast aller Mafiabosse, endete vorzeitig durch das Erscheinen der Polizei und lieferte erstmals Beweise, dass ein nationales Verbrechersyndikat existiert. Dies führte zu einem Wendepunkt in der Innenpolitik der USA und zur Aufnahme des Kampfes gegen die Cosa Nostra durch das FBI.

Zur Ausgabe 3/2018 „Kreuzzüge gegen Ketzer“

Der gesuchte Italiener gab eine juristische Karriere am Königshof auf, um sich mit Religion zu beschäftigen. Er gründete ein Kloster und einen eigenen Orden. Obwohl er selbst nie von der Kirche als Ketzer verurteilt wurde, verfolgte die Inquisition nach seinem Tod seine Anhänger.

Lösung: Joachim de Fiore

Joachim von Fiore (* 1130, † 1202), Gründer des Florenser-Ordens, entwickelte die Lehre des Joachimismus. Unter anderem wollte er das Armutsideal zu neuem Leben erwecken. Anhänger fand er vor allem unter den Franziskanern. Die Joachimiten wurden im 13. und 14. Jahrhundert in Italien von der Inquisition verfolgt.

Zur Ausgabe 2/2018 „Mythen des Nordens“

Der gesuchte Schriftsteller wurde Ende des 18. Jahrhunderts berühmt als Sammler und Übersetzer alter schottischer Sagen aus der gälischen Sprache. Die sogenannten Gesänge des Ossian schlugen auch in anderen Ländern Europas ein wie eine Bombe: Goethe etwa machte sie zur Lieblingslektüre seiner Romanfigur Werther.

Lösung: James Macpherson

James Macpherson (* 1736, † 1796), ein Politiker und Schriftsteller, erhielt den Auftrag, die alten Sagen seiner schottischen Heimat zu sammeln und aus dem Gälischen zu übersetzen. Weil er keine entsprechenden Quellen finden konnte, erfand er eine Reihe von Gedichten angeblich keltischen Ursprungs. Ihre Authentizität war von Anfang an umstritten, doch viele, auch Goethe, hielten sie für echt.

Zur Ausgabe 1/2018 „Amerikas Geschäfte mit Hitler“

Schon früh in seiner Jugend zeigte sich das außergewöhnliche technische Talent der gesuchten Person. Ohne je eine intensive Ingenieursausbildung genossen zu haben, entwickelte er 1934 ein Fahrzeug, das millionenfach gebaut wurde und Kultstatus erreichte. Wenige Jahre später wurde er Mitglied der NSDAP. Gegen Ende seines Lebens gründete er ein eigenes Unternehmen, das heute als eines der exklusivsten Hersteller von Sportwagen weltweit bekannt ist.

Lösung: Ferdinand Porsche

Ferdinand Porsche (* 1875, † 1951) arbeitete zunächst als Leiter des Konstruktionsbüros für die Daimler-Motoren-Gesellschaft in Stuttgart. 1934 entwickelte er im Auftrag des NS-Regimes den Volkswagen, als VW Käfer millionenfach gebaut. Seine langjährige Zusammenarbeit mit den Nationalsozialisten zahlte sich für ihn aus und bildete die finanzielle Basis für die Gründung der bis heute erfolgreichen Sportwagenmarke Porsche.

Zur Ausgabe 12/2017 „Die Hohenzollern“

Diese älteste Tochter einer berühmten Königin heiratete in das Haus der Hohenzollern ein. Ihrem zukünftigen Mann begegnete sie zum ersten Mal auf einer Weltausstellung. Am preußischen Hof eckte sie wegen ihrer eher liberalen politischen Ansichten an. Viel ausrichten konnte sie nicht: Ihr Mann blieb rekordverdächtig kurz an der Macht.

Lösung: Victoria von Großbritannien und Irland („Kaiserin Friedrich“)

Victoria von Großbritannien und Irland (* 1840, † 1901), die älteste Tochter von Königin Victoria und Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, war als Frau des „99-Tage-Kaisers“ Friedrich Wilhelm III. Königin von Preußen und Deutsche Kaiserin. In ihrer Heimat liberal erzogen schwebte ihr vor, dass Preußen eine konstitutionelle Monarchie wie England werden sollte.

Zur Ausgabe 11/2017 „Der Dreißigjährige Krieg“

Der gesuchte Politiker verbündete sich im Dreißigjährigen Krieg mit den protestantischen Schweden, obwohl er alles daransetzte, sein eigenes Land durch und durch katholisch zu machen. Dabei ging es ihm hauptsächlich darum, die Macht des Königs als zentrale Gewalt zu stärken. Er erreichte sein Ziel und ging als Vater des Absolutismus in die Geschichte ein.

Lösung: Armand-Jean du Plessis, Kardinal Richelieu

Armand-Jean du Plessis (* 1558, † 1642), besser bekannt als Kardinal Richelieu, war einer der wichtigsten Vertrauten des französischen Königs Ludwig XIII. Die absolute Gewalt des Monarchen nach außen (gegen Habsburg) und innen (gegen Adelsopposition und Hugenotten) zu verwirklichen, war sein höchstes politisches Ziel. Dafür verstrickte er sich in eine Vielzahl von Kriegen gegen Spanien und Deutschland. Mehr über ihn lesen Sie in G/GESCHICHTE 6/2015 „Die Hugenotten“.

Zur Ausgabe 10/2017 „Die Nordsee“

Dieser studierte Jurist und Betreiber einer eigenen Anwaltskanzlei hinterließ nicht nur etliche Novellen, Erzählungen und Dichtungen, er war auch ein kleiner Revoluzzer. Mit seiner negativen Haltung gegenüber Dänemark nach der Schleswig-Holsteinischen Erhebung von 1848 machte er sich nicht nur Freunde. Als überzeugter Republikaner fühlte er sich im monarchischen Preußen stets unwohl. Durch seine Freundschaften zu seinen Namensvettern Theodor Mommsen und Fontane entstanden im geistigen Austausch seine meisten Werke.

Lösung: Theodor Storm

Theodor Storms (* 1817, † 1888) Novellen werden heute noch im Deutschunterricht als Anschauungsmaterial verwendet. Dem in Husum geborenen Vertreter des Literaturstils des sogenannten bürgerlichen Realismus wurden nach seinem Tod zahlreiche Ehrungen zuteil: Straßen, Schulen, Denkmäler und Gesellschaften tragen seinen Namen. Storms Werke, stets mit norddeutschem Charakter, werden bis in die heutige Zeit noch aufgelegt, verfilmt und in mehrere Sprachen übersetzt.

Zur Ausgabe 9/2017 „1848“

Dass es Frauen im 19. Jahrhundert schwer hatten, musste unsere gesuchte Vorreiterin der Frauenemanzipation am eigenen Leib erfahren. Ein Universitätsstudium wurde ihr verweigert, und gegen eine Zwangsheirat musste sie sich erst wehren. Ihre Gedanken an die Revolution, welcher sie zustimmend gegenüberstand und für die sie auch an Brandherden vor Ort war, fasste sie 1850 in ihren „Erinnerungen aus dem Jahr 1848“ zusammen. Es ist nur ein Werk von vielen aus ihrer Feder, in welchen sie unter anderem die Benachteiligung der Frau kritisierte.

Lösung: Fanny Lewald

Die gebürtige Königsbergerin Fanny Lewald (* 1811, † 1889) schrieb im Lauf ihrer 46-jährigen Schriftstellerkarriere über 20 Bücher. Gegen die Unterdrückung der Frauen rebellierte sie offen mit ihrer Fernbeziehung zu dem verheirateten Adolf Stehr, den sie später heiratete. Neben eigenen Erinnerungen aus ihrem Leben beschäftigte sich die Frauenrechtlerin in ihren Büchern auch mit Reiseberichten und sozialen Fragen wie Scheidungsverbot oder dem Ständewesen.

Zur Ausgabe 8/2017 „Die Etrusker“

Dass schon eine einzige heldenhafte Tat reicht, um für zweieinhalb Jahrtausende in die Geschichte einzugehen, beweist unsere gesuchte Person. Als der etruskische König Lars Porsenna im Jahr 508 v. Chr. Rom belagert, soll unser römischer Held sich in das feindliche Lager geschlichen haben, um diesen zu ermorden. Nach seiner Gefangennahme beharrte er darauf, seine Mittäter nicht zu nennen. Auch die Androhung des Feuertodes änderte nichts an seiner Meinung. Laut Überlieferung verbrannte er sich freiwillig den rechten Arm. Die Römer gaben ihm daraufhin auch den Beinamen „Linkshänder“.

Lösung: Gaius Mucius Scaevola

Gaius Mucius Scaevola gilt als Paradebeispiel für römischen Mut und Tapferkeit. Der Legende nach legte er lieber seinen Arm ins offene Feuer, als dass er seine Mittäter verriet. Der etruskische König Lars Porsenna war von dieser Standhaftigkeit so beeindruckt, dass er zu Friedensgesprächen und später auch zum Abzug aus Rom bereit war. Filme, Opern und Kunstwerkte widmeten sich der Sage um Mucius Scaevola, nach dem die Wissenschaft sogar eine Pflanze benannte.

Zur Ausgabe 7/2017 „Die Goten“

Dieser Kirchenfürst soll sich mehrmals bei der Verteidigung der Stadt Rom gegen „Barbaren“ hervorgetan haben: Einmal zog er dem Hunnenkönig Attila entgegen und redete mit ihm, um ihn von seinem Weg nach Rom abzubringen, und einige Jahre später nutzte er seinen beschwichtigenden Einfluss auf den Vandalenkönig Geiserich, als dieser Rom plünderte.

Lösung: Papst Leo der Große

Papst Leo der Große (um *400, † 461) wurde 440 zum Bischof von Rom gewählt. Manchen Quellen zufolge soll er Attila 452 in den Weg gestellt haben, als dieser Rom bedrohte. Wahrscheinlich befand sich Attila da jedoch eher auf dem Rückzug als auf dem Weg nach Rom und Leo zahlte ihm Geld, damit er Rom verschonte. Den Vandalen unter Geiserich sicherte er zu, dass die Römer keinen Widerstand gegen die Plünderung ihrer Stadt leisten würden, um Kämpfe, Brände und Gewalt zu minimieren.

Zur Ausgabe 6/2017 „Indien“

Der Spross der mächtigen Maurya-Dynastie legte eine beachtliche Wandlung hin: vom Kriegsherrn zum „Götterliebling“. Er herrschte im 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung über weite Teile des indischen Subkontinents. Die Legenden überbieten sich förmlich hinsichtlich seiner Grausamkeit, die dann in einen regelrechten Missionseifer gekippt sein soll. Nach einem Feldzug gegen das Reich Kalinga, der Tausende Opfer gekostet hat, wendet sich der reuige Herrscher dem Buddhismus zu. In Felsinschriften hält er wichtige buddhistische Regeln fest. Der König erlässt unter anderem strenge Tötungsverbote. Neben Menschen soll auch Tieren kein Leid angetan werden.

Lösung: Ashoka

Ohne Ashoka (um 268 – 232 v. Chr.) sähe die Geschichte des Buddhismus wohl anders aus. Die Religion indischer Mönche hätte wahrscheinlich kaum so eine Verbreitung gefunden. Er schickt buddhistische Gesandtschaften bis in den Mittelmeerraum. Doch Ashoka eckte mit seiner strengen Tugendlehre und seinen Gesinnungsspitzeln an. Die von ihm veranlassten Felsinschriften zählen zu den ältesten erhaltenen Schriftquellen Indiens.

Zur Ausgabe 5/2017 „Widerstand“

Der gesuchte Politiker wird 1933 nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten verhaftet. Die folgenden Jahre verbringt er in verschiedenen Gefängnissen. Am 14. August 1944 befiehlt Hitler die Hinrichtung des gebürtigen Hamburgers. Am 18. August wird der Gefangene im KZ Buchenwald erschossen. Die Nazi-Propaganda wird behaupten, er sei bei einem Bombenangriffe ums Leben gekommen. Die DDR verehrte den Gesuchten als Helden. So wird unter anderem die Pionierorganisation nach ihm benannt.

Lösung: Ernst Thälmann

Ernst Thälmann kam 1886 in Hamburg zur Welt, wo er als junger Mann unter anderem als Transportarbeiter tätig war. 1903 trat er in die SPD ein. Später unterstützte er die Vereinigung von USPD und KPD. 1925 wurde er Vorsitzender der KPD und trat – wie auch 1932 – als Kandidat der Kommunisten bei der Reichspräsidentenwahl an. Seine Hauptgegner sah Thälmann während der Weimarer Republik nicht in den Nationalsozialisten, sondern in den Sozialdemokraten.

Zur Ausgabe 4/2017 „Jesuiten“

Wie auch den Jesuiten war dieser Ordensgründerin Bildung ein wichtiges Anliegen. Aufgewachsen ist sie zu einer Zeit, als in ihrem Heimatland Katholiken verfolgt wurden – auch mehrere ihrer eigenen Verwandten waren betroffen. Nach einer Zeit als Laienschwester bei einem Orden in Flandern gründete sie schließlich ihre eigene Gemeinschaft nach dem Vorbild des Jesuitengründers Ignatius von Loyola.

Lösung: Mary Ward

Mary Ward (*1585, † 1645) half Katholiken in ihrer Heimat, dem protestantischen England, ihren Glauben heimlich zu praktizieren. Zusammen mit einigen Anhängerinnen und Schülerinnen ging sie nach Flandern und gründete dort das Institut der „Englischen Fräulein“. Der Papst löste die Gemeinschaft 1631 auf, Mary Ward wurde vorübergehend als Ketzerin verhaftet. Erst mehr als ein halbes Jahrhundert nach ihrem Tod erkannte der Papst die „Englischen Fräulein“ schließlich an.

Zur Ausgabe 3/2017 „Staufer“

Unsere Gesuchte heiratete einen der berühmtesten Stauferkaiser, nachdem dieser sich von seiner ersten Ehefrau hatte scheiden lassen. Die gesuchte Stauferin wurde Königin und Kaiserin des römisch-deutschen Reiches. Ursprünglich stammte sie aus einem der wohlhabendsten Königreiche der Zeit, das sie auch gegen Ende ihres Lebens persönlich regierte. Sie soll schön, gebildet und intelligent gewesen sein. Begraben ist sie im Dom von Speyer.

Lösung: Beatrix von Burgund

Beatrix von Burgund (um *1140, † 1184) heiratete 1156 Kaiser Friedrich I. (Barbarossa) und wurde im selben Jahr zur Königin und später auch zur Kaiserin des römisch-deutschen Reiches gekrönt. Ihre Mitgift, die Freigrafschaft Burgund, half Barbarossa bei seinen Italienunternehmungen und stärkte ihn auch finanziell. 1178 wurde Beatrix Königin von Burgund und hatte ihren eigenen Hof.

Zur Ausgabe 2/2017 „Mythos Berge“

Diesen Monat suchen wir einen legendären Bergbewohner, der im Himalaya zu Hause ist. Da er sich meist in unwirtlichen Gegenden im Hochgebirge aufhält, haben ihn nur wenige Menschen je zu Gesicht bekommen. Sie beschreiben ihn als über zwei Meter groß und stark behaart. Seine Fußabdrücke im Schnee sind ebenfalls riesig.

Lösung: Yeti

Der Yeti ist eine Art Berggeist, der als Fabelwesen in der Kultur mehrerer Bergvölker eine Rolle spielt. Möglicherweise wurde die Figur von Begegnungen mit verschiedenen Bären, etwa dem Tibetischen Braunbären oder dem Tibetbären, inspiriert. Es könnte sich aber auch um eine noch unentdeckte Bärenart handeln: Forscher fanden vor Kurzem bei der DNA-Analyse von angeblichen Yetihaaren eine Übereinstimmung mit einer längst ausgestorbenen prähistorischen Eisbärenart.

Zur Ausgabe 1/2017 „Die frühen Christen“

Dieser Lehrer für Rhetorik wurde zu einem der bedeutendsten Kirchenväter des Abendlandes. Seine Mutter erzog ihn christlich, doch zunächst wandte er sich dem Manichäismus zu. Erst nach einer Krise und einem Bekehrungserlebnis ließ er sich taufen. In Hippo gründete er ein Kloster und wurde zum Priester geweiht. Er starb, als die Vandalen die Stadt belagerten.

Lösung: Augustinus von Hippo

Augustinus von Hippo (* 354, † 430) hat die abendländische Theologie und Philosophie langfristig geprägt, vor allem mit seinen „Bekenntnissen“, die er als Bischof von Hippo verfasste und die einen der ersten autobiografischen Texte überhaupt darstellen. In ihnen schildert er auch seine Bekehrung führte: Voller Zweifel legte er sich unter einen Baum, hörte eine Stimme, die ihm befahl „nimm und lies“, und las einen Vers aus Paulus’ Römerbrief. Daraufhin beschloss er, wie ein Mönch zu leben.

Zur Ausgabe 12/2016 „Die Russische Revolution“

Dieser Moskauer hat einen der bekanntesten russischen Romane verfasst. Darin verarbeitete er aus der Rückschau die Erlebnisse der Oktoberrevolution, die sein Autor unterstützte, wohingegen seine Eltern und Geschwister nach Deutschland auswanderten. 30 Jahre lang konnte der Roman lediglich im Ausland erscheinen, bevor sein Heimatland unseren Gesuchten schließlich rehabilitierte.

Lösung: Boris Pasternak

Boris Leonidowitsch Pasternak (* 1890, † 1960) ist der Autor des Romans „Doktor Schiwago“, der zur Zeit der Russischen Revolution spielt. Es ist Pasternaks einziger Roman, er verfasste hauptsächlich Lyrik. Seit den 1930er-Jahren hatte er jedoch Probleme, seine Werke zu veröffentlichen, weil sie nicht regimekonform waren. Sogar den ihm 1958 verliehenen Literaturnobelpreis durfte Pasternak auf Druck von der sowjetischen Regierung nicht annehmen. Posthum wurde er rehabilitiert.

Zur Ausgabe 11/2016 „Die Industrielle Revolution“

Dieser Unternehmer des 19. Jahrhunderts gründete eine deutsche Firma, die heute noch weltweit berühmt ist. Angefangen hat er mit nur drei Leuten, von denen einer er selbst und einer ein Lehrling war. Erfolgreich – auch international – wurde er durch Innovationen auf dem Gebiet der Automobilindustrie. Bemerkenswert ist sein soziales Engagement: Er stiftete – unter anderem – ein Krankenhaus, unterstützte die Aus- und Weiterbildung seiner Mitarbeiter und führte früh den Acht-Stunden-Tag ein.

Lösung: Robert Bosch

Robert Bosch (1861-1942) gründete nach seiner Mechanikerlehre 1866 sein Unternehmen als „Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik“. Vorher hatte er bei verschiedenen anderen Firmen, auch in den USA und Großbritannien, hospitiert. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte er sich für Frieden ein. Im Nationalsozialismus beschäftigte er zwar Zwangsarbeiter, unterstützte aber auch den Widerstand und half Juden und anderen Verfolgten.

Zur Ausgabe 10/2016 „Samurai“

Unser Gesuchter wurde als Jugendlicher immer wieder von seinen Altersgenossen angegriffen und konnte sich wegen seiner schlechten körperlichen Verfassung kaum dagegen wehren. Deshalb begann er, eine berühmte japanische Kampfsportart zur Selbstverteidigung zu erlernen. Er wurde so erfolgreich darin, dass er selbst Kampfsportlehrer wurde, eigene Techniken entwickelte und schließlich eine eigene berühmte Kampfsportart begründete.

Lösung: Kano Jigoro

Kano Jigoro, geboren 1860, lernte als Jugendlicher zunächst Jiu Jitsu und begründete später die Sportart Judo. Sein Ziel dabei war es vor allem, seinen Schülern nicht nur Techniken beizubringen, sondern gleichzeitig ihren Verstand zu trainieren. Er starb 1938 an einer Lungenentzündung. Bei den Sommerspielen in Tokio im Jahr 1964 wurde Judo als erste asiatische Kampfkunst olympische Disziplin. Kano Jigoro war außerdem der erste Asiate, der Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees wurde.

Zur Ausgabe 9/2016 „Wilhelm der Eroberer“

Unser Gesuchter war ein Onkel des normannischen Herzogs Wilhelm. Bevor dieser sich als Eroberer den Thron von England erkämpfte, musste unser Gesuchter wegen Differenzen mit Wilhelms Vor-Vorgänger mehrmals sein Heimatland verlassen und ins Exil flüchten. Schließlich entwickelte er selbst Ambitionen auf den Thron, fiel dann aber in der Schlacht bei Stamford Bridge.

Lösung: Toste Godwinson

Toste Godwinson war der Sohn des Earl of Wessex und wurde von König Eduard dem Bekenner zum Earl of Northumbria ernannt. Sein schlechter Regierungsstil in dieser Region führte zu wiederholten Aufständen, sodass Eduard ihn ins Exil schickte. Von dort verbündete er sich mit dem norwegischen König Harald und fiel 1066 mit ihm in England ein, wo inzwischen sein Bruder Harold II. regierte. Dieser besiegte ihn bei Stamford Bridge.

Zur Ausgabe 8/2016 „Fremdenlegion“

Der Gesuchte erlebte den Ausbruch der Französischen Revolution als Jugendlicher mit und war ein enthusiastischer Anhänger ihrer Ideale. Dennoch wurde er ironischerweise später König, versprach aber, selbst in diesem Amt den Prinzipien der Revolution treu zu bleiben – mit zweifelhaftem Erfolg: Die nächste bürgerliche Revolution setzte ihn wieder ab. In seine Regierungszeit fällt die Gründung der Fremdenlegion.

Lösung: Louis-Philippe I.

Louis-Philippe I. (* 1773, + 1850) regierte Frankreich von 1830 bis 1848 während der sogenannten Julimonarchie und ging als „Bürgerkönig“ in die Geschichte ein. Nach einer Karriere im Militär verbrachte er lange Zeit im Exil im Ausland, unter anderem in den USA und der Schweiz, bevor er nach Napoleons Abdankung nach Frankreich zurückkehrte. Die Idee zur Gründung der Fremdenlegion hatte sein Kriegsminister. Der Gedanke dahinter war, den ausländischen Soldaten, die sein Vorgänger Karl X. angeheuert hatte, und gescheiterten Revolutionären eine neue Beschäftigung zu geben.

Zur Ausgabe 7/2016 „Die Johanniter“

Dieser Admiral kämpfte auf der Seite der Johanniter in einer der berühmtesten Seeschlachten der Geschichte. Sie gab ihm die Gelegenheit, den „Makel“ seiner unehelichen Geburt wettzumachen: Er war der Sohn eines der bedeutendsten Habsburger Kaiser und einer Bürgerlichen. Seine Eltern hatten sich auf einem Reichstag in Regensburg kennengelernt.

Lösung: (Don) Juan de Austria, Ritter Johann von Österreich

Juan de Austria (* 1547, † 1578), auch unter dem Namen Johann von Österreich bekannt, war der Sohn von Karl V. und Barbara Blomberg. Er wollte schon 1565 Malta gegen die türkische Belagerung verteidigen. 1568 wurde er Befehlshaber der spanischen Mittelmeerflotte und leitete am 7. Oktober 1571 die „Heilige Liga“ in der Schlacht von Lepanto. Später wurde er Statthalter der Niederlande.

Zur Ausgabe 6/2016 „Nero“

Der Gesuchte gehörte zum engsten Kreis von Neros Vertrauten. Laut Tacitus schlief er tagsüber und arbeitete nachts. Seine Aufgabe war es, Nero in allen Stilfragen zu beraten – in Kunst und Literatur, aber auch bei Kleidung und Essen. Zu diesem Amt qualifizierte ihn sein literarisches Schaffen: Er schrieb den ersten römischen Roman. Darüber hinaus setzte Nero ihn jedoch auch als Statthalter und Suffektkonsul ein. Beide Ämter erledigte er laut Tacitus ganz ordentlich. Trotzdem fiel er schließlich in Ungnade und starb durch Suizid.

Lösung: Titus Petronius Arbiter

Titus Petronius Arbiter (auch Petronius Niger genannt) war Neros „arbiter elegantiae“ – Schiedsrichter in Geschmacksfragen. Sein Roman „Satyricon“ ist vor allem für das „Gastmahl des Trimalchio“ berühmt, eine Persiflage auf einen neureichen Emporkömmling und dessen Luxusleben in Rom. Im Rahmen der Pisonischen Verschwörung wurde Petronius von Tigellinus denunziert, der ihn als Konkurrenten um Neros Gunst betrachtete. Tigellinus verhinderte auch, dass Petronius die Dinge bei Nero richtigstellen konnte. So beschloss Petronius, einem Todesurteil durch Suizid zuvorzukommen. In seinem Testament, das er an Nero schickte, listete er die sexuellen Ausschweifungen des Kaisers für die Nachwelt auf, einschließlich der Namen von Prostituierten und Lustknaben.

Zur Ausgabe 5/2016 „Burgen“

Dieser Herrscher setzte Maßstäbe. In rechtlicher, wissenschaftlicher und kultureller Hinsicht genauso wie in der Architektur. Steinerne Erinnerung an seine Regentschaft ist das Castel del Monte in Apulien. Der achteckige Komplex gibt Forschern und Besuchern noch immer Rätsel auf. Zeitgenossen bezeichneten den Barbarossa-Enkel als „stupor mundi“, als „Staunen der Welt“.

Lösung: Friedrich II.

Friedrich II. aus dem Haus der Staufer (* 1194, † 1250) wurde bereits als Dreijähriger zum König von Sizilien gekrönt. Sein weltoffenes Reich war ein Schmelztiegel der Religionen und Völker. 1209 heiratete Friedrich die etwa zehn Jahre ältere Konstanze von Aragón. Am 22. November 1220 krönte Papst Honorius III. den Staufer in Rom zum Kaiser.

Zur Ausgabe 4/2016 „Die Windsors“

Unsere Gesuchte ist mit einem Mitglied des englischen Königshauses verheiratet, das in der Thronfolge ganz weit vorne steht, und ist entfernt mit dem englischen König Charles II. verwandt. Ihr erster Mann, unter dessen Nachnamen sie in den Medien bekannt wurde, war ein katholischer Kavallerie-Offizier. Noch während sie mit ihm verheiratet war, begann die Affäre mit ihrem jetzigen Mann, der zu dem Zeitpunkt ebenfalls noch verheiratet war. Berühmt wurde der Ausspruch seiner ersten Ehefrau, dass sie eine Ehe zu dritt geführt hätten.

Lösung: Camilla Shand (Camilla Parker-Bowles)

Camilla wurde 1947 unter dem Mädchennamen Shand geboren. Seit 2005 ist sie mit Prinz Charles verheiratet. Die beiden kennen sich aber bereits seit 1970, als sie sich bei einem Polospiel begegneten. Drei Jahre später heiratete Camilla Andrew Parker Bowles, während Charles 1981 Lady Diana Spencer heiratete. In den 1980er-Jahren sollen Charles und Camilla eine Affäre gehabt haben, 1994 gestand Charles ein, mit ihr Ehebruch begangen zu haben.

Zur Ausgabe 3/2016 „Trojas Untergang“

Die Gesuchte soll genauso schön gewesen sein wie Aphrodite, doch das nützte ihr wenig. Sie wusste schon vorher, dass der Trojanische Krieg nicht gut ausgehen würde: Ein Gott, der in sie verliebt war, hatte ihr die Fähigkeit geschenkt, die Zukunft vorherzusehen. Nach der Eroberung Trojas durch die Griechen wurde sie vergewaltigt, obwohl sie sich in einen Tempel geflüchtet hatte. Der Anführer der Griechen nahm sie als Sklavin mit in seine Heimat – seine Ehefrau tötete sie beide.

Lösung: Kassandra

Der Name Kassandra ist sprichwörtlich geworden für eine Hellseherin, die vor einem Untergang warnt, aber auf die niemand hört. In Homers Überlieferung des Trojanischen Krieges ist sie allerdings nur die Tochter des Priamos und der Hekabe, noch ohne Seherfähigkeit. Diese hatte ihr späteren Versionen zufolge Apoll verliehen. Als sie ihn abwies, verfluchte er sie dazu, dass niemand ihr Glauben schenkte. Ajax der Kleine vergewaltigte sie im Tempel der Athene, dann gelangte sie als Agamemnons Sklavin nach Mykene. Dass dessen Frau Klytaimnestra sowohl ihren Mann als auch Kassandra erdolchen würde, hatte Kassandra ebenfalls vorausgesehen.

Zur Ausgabe 2/2016 „Deutsche Kolonien“

Der Gesuchte veranlasste Expeditionen nach Afrika mit dem Auftrag, ihm Tiere mitzubringen. Diese verkaufte er weiter an Herrscherhäuser auf der ganzen Welt. Sein Freund, ein Tiermaler, brachte ihn auf die Idee, aus den fernen Regionen, aus denen er seine Tiere importierte, auch Menschen ins Deutsche Reich zu bringen und einer breiten Öffentlichkeit zu zeigen. Obwohl er durch diese Idee sehr viel Geld verdiente, hatten die Repräsentanten der fremden Kulturen meist nur sehr wenig davon.

Lösung: Carl Hagenbeck

Carl Gottfried Wilhelm Heinrich Hagenbeck (* 1844, † 1913) inszenierte 1875 seine erste Völkerschau in Hamburg. 1907 eröffnete er seinen eigenen Zoo, den ersten gitterlosen Zoo der Welt, der heute noch existiert und nach ihm „Tierpark Hagenbeck“ heißt. Kritisiert wird er heute vor allem dafür, dass seine Völkerschauen eine Wahrnehmung der fremden Kulturen förderten, die die Überlegenheit der eigenen europäischen Kultur implizierte und den Kolonialismus unterstützten sollte. Außerdem warb er die Teilnehmer der Völkerschauen oft unter falschen Versprechungen an und kümmerte sich nicht ausreichend um ihre Versorgung.

Zur Ausgabe 1/2016 „Die Welt des Medicus“

Schon seit früher Kindheit litt der gesuchte König an der Lepra. Mit nur 13 Jahren bestieg er 1174 den Thron Jerusalems. Es waren schwierige Zeiten. Trotz seiner Krankheit gelang es dem Herrscher, seinem Gegner Saladin in der Schlacht von Montgisard die Stirn zu bieten. Doch die körperliche Schwäche des Königs gefährdete die Stabilität seines Reiches.

Lösung: Balduin IV.

Balduin wurde 1161 als Sohn Almarichs I. und seiner Frau Agnes von Courtenay geboren. Er starb 1185 und wurde in der Jerusalemer Grabeskirche beigesetzt. Wegen seiner Krankheit musste er auf Regenten zurückgreifen. Seine Herrschaft wurde auch durch Konflikte zwischen der Hofpartei und einer Gruppe um Raimund von Tripolis geschwächt.

Zur Ausgabe 12/2015 „Kaiser Konstantin“

Der Gesuchte hat den Ruf, einer der schlechtesten römischen Kaiser gewesen zu sein: Angeblich verführte er zahlreiche Frauen und Jünglinge und ließ einige von ihnen ermorden. Dabei begann seine Laufbahn durchaus geregelt: Sein Vater war bereits römischer Kaiser und allgemein anerkannt, obwohl er seine Karriere zunächst als Usurpator begonnen hatte. Sowohl sein Vater als auch sein Bruder starben jedoch auf einem Persienfeldzug unter mysteriösen Umständen, also trat unser Gesuchter die Nachfolge als römischer Kaiser an. Den Hauptkonkurrenten um den römischen Kaisertitel besiegte er in einer Schlacht im heutigen Serbien, doch danach ermordeten ihn die eigenen Soldaten – möglicherweise, weil er ihre Frauen verführt oder belästigt hatte, wahrscheinlich jedoch einfach auf Betreiben seines Rivalen, der nun Alleinherrscher wurde. Mit ihm brach eine neue Ära für das Römische Reich an. Wen suchen wir?

Lösung: Carinus

Marcus Aurelius Carinus (* ca. 250, † 285) war der letzte Soldatenkaiser. Er regierte nur kurz, von 283 bis 285. Ebenso kurz war die Regierungszeit seines Vaters Carus (282 – 283), der ihn als Verwalter des westlichen Teils des Römischen Reiches einsetzte, das Carinus mit Erfolg zwei Jahre lang regierte. Als Carus 283 auf einem Persienfeldzug in seinem Zelt tot aufgefunden wurde, zwangen die Truppen Numerian, sie zurück in den Westen zu führen, wobei auch Numerian starb. Daraufhin riefen die Soldaten Diokletian zum neuen Herrscher aus. Carinus besiegte ihn in der Schlacht am Margus, wurde dann aber ermordet. Sein schlechter Ruf geht wahrscheinlich auf Diokletians Propaganda zurück. In der Forschung blieb die Carus-Dynastie lange Zeit eher unbeachtet. Inzwischen gibt es jedoch Historiker, die in Carus und seinen Söhnen die Vorläufer der Tetrarchie sehen und behaupten, dass Diokletian viel von ihren Reformen übernommen habe.

Zur Ausgabe 11/2015 „Amerikanischer Unabhängigkeitskrieg“

Obwohl er von adeliger Geburt und einer der reichsten Männer des Frankreichs seiner Zeit war, begeisterte sich der Gesuchte für die Ideale der Aufklärung. 1777 ging er nach Amerika, um für die Unabhängigkeit der Kolonien zu kämpfen. Als gefeierter Held kehrte er in die Heimat zurück und wurde eine der wichtigsten Figuren der Französischen Revolution. Zusammen mit Thomas Jefferson erarbeitete er eine Menschenrechtserklärung. Im Verlauf der Revolution wurden ihm allerdings seine gemäßigten Ansichten zum Verhängnis. Wen suchen wir?

Lösung: Marquis de Lafayette

Marie Joseph du Motier, besser bekannt als der Marquis de Lafayette, wurde 1757 auf Schloss Chavaniac geboren. Mit einer Truppe Freiwilliger, die er selbst angeworben hatte, bot er der Kontinentalarmee seine Dienste an und wurde zu ihrem Generalmajor ernannt. Nach Beginn der Französischen Revolution übernahm er das Kommando der Bürgermiliz, die später die Nationalgarde wurde, und war Vizepräsident der Nationalversammlung. Zunächst war er beim Volk äußerst beliebt, doch als der französische König floh, geriet er in den Verdacht, an der Flucht mitgewirkt zu haben. Er musste selbst nach Flandern fliehen, wo er gefangen genommen wurde. Napoleon setzte sich später für seine Freilassung ein, aber La Fayette lehnte Napoleons Politik ab und wurde erst nach dessen Karriere selbst wieder politisch aktiv. Er starb 1834 in Paris.

Zur Ausgabe 10/2015 „Borgia“

Rodrigo Borgia betraute seine Cousine zweiten Grades mit der Erziehung seiner jüngeren Kinder. 1502 begleitete sie Lucrezia nach Ferrara. Die Gesuchte galt als intelligente und willensstarke Frau. Mit Ludovico Orsini heiratete die Katalanin das Mitglied einer der mächtigsten römischen Adelsfamilien. Ihr einiziger Sohn, Orsino, wurde mit Giulia Farnese vermählt. Giulia, genannt „la bella“ („Die Schöne“) wurde die Geliebte von Rodrigo Borgia, dem späteren Papst Alexander VI. Ein Tipp zum Schluss: In der ZDF-Serie „Borgia“ spielt Andrea Sawatzki die gesuchte Frau. Wen suchen wir?

Lösung: Adriana de Mila

In seiner Biografie über Lucrezia Borgia behauptet der Historiker Ferdinand Gregorovius, Adriana de Mila habe von der Affäre Rodrigo Borgias mit Giulia Farnese gewusst und sei deshalb mit schuld „an der Schande ihrer Schwiegertochter“. Von Katalanin Adriana sind weder das exakte Geburts- noch das Sterbejahr bekannt.