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Stalin

G/GESCHICHTE Porträt

Stalin – Der rote Massenmörder

Liebe Leserin, lieber Leser,

„Der Tod eines Einzelnen ist eine Tragödie, der Tod von Millionen nur Statistik“, lautet ein zynischer Spruch, der häufig Stalin zugeschrieben wird – wohl zu Unrecht, denn es lässt sich keine glaubhafte Quellenangabe dafür finden. Dass die Anekdote trotzdem bis heute kolportiert wird, zeigt, wie gut sie zu Stalin zu passen scheint. Allerdings nur auf den ersten Blick.

Bloße Statistik waren für Stalin nämlich nicht nur seine Millionen anonymen Opfer, sondern auch die Einzelnen aus seinem Familien- und Bekanntenkreis. Der Diktator unterschrieb nicht nur eigenhändig Hunderte Listen mit insgesamt 44 000 Todesurteilen, sondern es scheint ihm geradezu sadistische Freude bereitet zu haben, Menschen aus seinem persönlichen Umfeld auf die Todeslisten zu setzen.

Eine trostlose Reise in das Herz der Finsternis war es daher für uns in der Redaktion, als wir uns bei den Recherchen für dieses Heft intensiv mit dem Werdegang Stalins befassten. Wenn wir über die Personen lasen, die ihn auf seinem Weg nach oben begleiteten, die ihn als Freunde, Schwager, Mitverschworene unterstützten, dann endeten deren Geschichten regelmäßig damit, dass sie entweder frühzeitig starben – oder irgendwann während Stalins Herrschaft auf dessen Befehl hin erschossen wurden. Der rote Diktator war nicht nur ein Massenmörder, er war auch ein Serienmörder, der in seinem Umfeld immer wieder zuschlug. Und der nach einem Schlaganfall schließlich ein Opfer seiner eigenen Schreckensherrschaft wurde. Mehr Trost gibt es leider nicht.

Ihr, Euer

Dr. Christian Pantle
Chefredakteur

Stalin stirbt
Grotesk, aber niemand traut sich, dem Tyrannen zu helfen

Kindheit und Jugend
Vom prügelnden Vater über das Priesterseminar hin zu Karl Marx

Rückständiges Riesenreich
Russland um 1900

Als Agitator im Untergrund
Stalin organisiert blutige Streiks und Demonstrationen

Sieg der Radikalen
Die Sozialisten spalten sich in Bolschewiki und Menschewiki

Vom Räuber zum Paten
Banküberfall, Mord, Entführung: Alles für die Revolution?

Tragische Liebe
Stalins erste Ehefrau stirbt früh

Der einsame Wolf im Exil
Im Teufelskreis aus Flucht, Verhaftung und Verbannung

Oktoberrevolution 1917
Lenin kehrt zurück

Ein Meister der Macht
Stalin formt die Partei und schaltet Konkurrenten aus

Weiße gegen Rote
Der Russische Bürgerkrieg

Krieg gegen das eigene Volk
Die Zwangskollektivierung treibt Millionen in den Hungertod

Ein Monster zum Ehemann
Die zweite Frau tötet sich selbst

Der Stählerne
Industrialisierung um jeden Preis

Der Große Terror
Stalins „Säuberungen“ fordern über 700 000 Menschenleben

Moskauer Gehirnwäsche?
Die Methoden der Schauprozesse

Das System Gulag
In sowjetischen Arbeitslagern schuften 20 Millionen Menschen

Hotel des Todes
Deutsche Exilanten in Moskau

Kopflos in die Apokalypse
Beim deutschen Einmarsch 1941 ist Stalin zunächst wie gelähmt

Jakow, der Verstoßene
Stalins Sohn stirbt im KZ

Vaterland statt Sozialismus
Im Zweiten Weltkrieg wird der Tyrann plötzlich zum Patrioten

Stalin schluckt Osteuropa
Potsdamer Konferenz

Die größten Massenmörder
Mao, Hitler, Stalin: Eine Übersicht

Das Denkmal fällt sofort
Nach Stalins Tod endet der Kult

Eine verpasste Chance?
Deutschland und die „Stalin-Note“

Sie verehrten ihn von fern
Lobeshymnen westlicher Denker

Warum die Stalin-Renaissance?
Interview mit Professor Altrichter