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Neue Serie: Traumstraßen der Welt

Der Jakobsweg

In der Legende genügte noch ein Stern, um den Weg zum Grab des Apostels Jakobus zu weisen. Heute führen Millionen Schilder in ganz Europa nach Santiago de Compostela. Von ihrer Faszination hat die Wallfahrt auf dem Jakobsweg nichts verloren

Landschaft, Spiritualität und körperliche Herausforderung: Seit Jahrhunderten bietet der Jakobsweg alles, was eine Traumstraße ausmacht | © istockphoto.com/Bepsimage

von Karin Schneider-Ferber

Alle Wege führen nach Rom? Noch viel mehr führen nach Santiago de Compostela. Wie ein feines Spinngewebe überzieht das Wegenetz der Jakobspilger Europa. Aus Frankreich, Deutschland, den Beneluxländern, Italien und den Alpenländern Österreich und Schweiz treffen die Hauptströme ein; sie bündeln sich in den Pyrenäen und münden im Ort Puente la Reina in den Camino Francés, den klassischen Jakobsweg, der die Pilgerscharen auffängt und in einem großen Strom quer durch Nordspanien zu ihrem Ziel nach Galicien führt. In den vergangenen Jahren machten sich über 200 000 Pilger jährlich auf den Weg, 2017 zählte die Statistik des Domkapitels von Santiago de Compostela sogar über 300 000. Was bringt die Menschen dazu, uralten Routen zu folgen?

„Nirgendwo sonst habe ich Europa so als gemeinsamen Kulturraum erlebt“

Karin Schneider-Ferber, Autorin des Artikels, über ihre Reise auf dem Jakobsweg

Sie haben ein klares Ziel, doch noch mehr inspiriert sie wohl die Reise zu sich selbst – wie von Entertainer Hape Kerkeling 2006 in seinem Bestseller »Ich bin dann mal weg« beschrieben. Der Weg ist das Ziel! Gleichgültig, auf welche Weise man pilgert – zu Fuß, auf Rädern, allein oder in Gesellschaft: Es zählen das innere Erleben und Entschleunigung. Einen Hauch von Ewigkeit verspürt man schon an den nebelverhangenen Abhängen der Pyrenäen. In Roncesvalles kommt der Reisende erstmals in Berührung mit der besonderen Aura des Jakobsweges. Er weiß: Über 700 Kilometer liegen noch vor ihm bis nach Galicien. Die Kälte, der Regen, die Höhe von über 900 Metern lassen selbst im postmodernen Zeitalter die Mühen erahnen, die dieser Weg noch bereithält.

Neugierig auf mehr? Lesen Sie Teil 1 unserer neuen Serie „Traumstraßen der Welt“ in der aktuellen Ausgabe von G/Geschichte: „Roms Bürgerkrieg“

Zuletzt geändert: 14.8.2018