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Griff zu den Sternen – Weltraumfahrt und Weltraumforschung

Titelthema:

Griff zu den Sternen –
Weltraumfahrt und Weltraumforschung




Aus dem Inhalt: "Houston, wir haben ein Problem...": Das Weltraumdrama von "Apollo 13" – Blick zum Himmel: Die Geschichte der Astronomie – Wesen aus dem All – Raumschiff Phantasie: Kleine Geschichte der Science-Fiction-Literatur – Feuerpfeile: Die Entwicklung der Raketen – Wettlauf zum Mond – Sind wir allein?: Suche nach Leben im Universum – Erlebte Geschichte: Die "Raketenfabriken" des Dritten Reiches


Das aktuelle Thema: 150 Jahre Germanisches Nationalmuseum
Porträt: Alexandre Dumas d. Ä. - Die Roman-Fabrik: Der Vater der Musketiere
Geschichte im Alltag: Die Erfrischungsnummer - Kölnisch Wasser


Editorial

dass "Weltraumfahrt" anno 2002 zum Titelthema einer historischen Zeitschrift werden könnte, das hätte man vor 50 Jahren wohl als eine besonders skurrile Form von Science Fiction angesehen. Damals ahnte man zwar, dass man mit der Raketentechnik eine Grundvoraussetzung für den Schritt ins Weltall gewonnen hatte. Doch die einschlägige Fachliteratur ging noch von vielen Jahrzehnten mühseliger Forschungsarbeit aus. Doch wie die allgemeine Geschichte schon bei der Raketenentwicklung im "heißen" II. Weltkrieg einen überraschenden Schub nach vorne gebracht hatte, so griff jetzt die Rivalität zweier Großmächte in der besonderen Situation des Kalten Kriegs ein: Der Ehrgeiz, unbedingt "der Erste" sein zu müssen, setzte ungeahnte wissenschaftliche und finanzielle Energien frei. Beides katapultierte binnen weniger Jahre Astro- und Kosmonauten in Erd- und Mondumlaufbahnen und schließlich auf den Erdtrabanten selbst. Der Wettlauf ins All hatte damit der Generation der heute 40-plus-Jährigen das ganz bewusste Gefühl verschafft, Augenzeugen einer bedeutenden historischen Schwellenerfahrung zu sein.

Augenzeugen der Geschichte sind wir – wenn auch in weniger dramatischer und dynamischer Form – bei jedem Besuch in einem Museum. Trägt diese Institution dann das Beiwort "National" und gar noch "Germanisch", dann tauchen vor unserem geistigen Auge wohl rauschebärtige und zwickerbewehrte deutsche Professoren auf, die – in der einen Hand das Met-Horn, in der anderen die "Monumenta Germaniae Historiae" – Hermann den Cherusker hochlebenlassen… Doch nicht alles, was im deutschnationalen Überschwang des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde, war kritisierenswert, und gerade die Idee des Nationalmuseums – der "Initialzündung" in Nürnberg vor 150 Jahren folgten das "Römisch Germanische" in Mainz und das Schweizerische in Zürich – hat sich als sehr fruchtbar erwiesen mit ihrem Auftrag, einen umfassenden Überblick über das kulturelle Leben im jeweils definierten Raum zu bieten.

Nicht als Museum, sondern als idealen "Steinbruch", um daraus spannenden Erzählbauwerke zu schaffen, betrachtete Alexandre Dumas die Geschichte. Mit seinen in Akkordarbeit verfassten Romanen erschrieb er sich ein Vermögen, das er freilich ebenso großzügig wieder ausgabe.

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