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In Hockerhaltung beerdigt

Bronzezeitgrab unter Bahnhofsbaustelle

Die massiven Erdbewegungen, die für den Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs erforderlich sind, erweisen sich mehr und mehr als Schatzgrabungen für die Archäologie.

Skelettfund am Stuttgarter Hauptbahnhof

Beim Umbau des Stuttgarter Hauptbahnhofs wurden Skelette aus der Bronzezeit gefunden. | © Landesamt für Denkmalpflege im Regierungspräsidium Stuttgart/S. Papadopoulos

Neben römischen, alamannischen und frühneuzeitlichen Entdeckungen konnte nun auch ein Frauengrab aus der Älteren Bronzezeit datiert werden. Ende Juli war in rund vier Metern Tiefe ein Skelettgrab geborgen worden, das die Überreste einer jungen Frau barg. Die Fundumstände weisen auf den Beginn der Bronzezeit hin, vor allem die Hockerhaltung der Verstorbenen, einer grazilen, 1,60 Meter großen Frau, die nicht älter als 19 Jahre geworden sein dürfte. Die Radiokohlenstoff-Datierung der Knochen ergab einen  Todeszeitpunkt um etwa 1560 v. Chr., als sich die neue Bronzetechnik im süddeutschen Raum durchsetzte. Hinweise auf die Todesursache konnten aus dem Skelett, das nur unvollständig geborgen werden konnte, nicht abgeleitet werden.

Abkommen für die Wissenschaft

Angesichts der zahlreichen Funde im Baugelände haben das Landesamt für Denkmalpflege beim Regierungspräsidium Stuttgart und die für die Bauarbeiten federführende DB Projekt Stuttgart-Ulm GmbH ein Abkommen über Rettungsgrabungen für die nächsten drei Jahre unterzeichnet, das Zeitpläne, Umfang und Ablauf im wissenschaftlich erforderlichen Kontext sicherstellen soll.

 

Franz Metzger

 

 

Zuletzt geändert: 20.10.2015