test
« zurück
Post von Auguste Viktoria

Briefe der letzten deutschen Kaiserin entdeckt

Ein Schrank im Potsdamer Neuen Palais birgt bislang unbekannte Korrespondenz von Kaiserin Auguste Viktoria

67 Umschläge mit Briefen an Kaiserin Auguste Viktoria überdauerten verborgen in einem Schrank die Jahrzehnte. Erst jetzt wurden sie entdeckt. | © SPSG/Jörg Kirschstein

 

„Vorsichtig geschätzt, handelt es sich um mindestens 400 Briefe“: So lautet ein erstes, zurückhaltendes Urteil der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten (SPSG) über den einzigartigen Fund, der ihr kürzlich gelang. Bei Vorbereitungen für die aktuelle Ausstellung „Kaiserdämmerung“ waren die Kuratoren auf die Dokumente der letzten deutschen Kaiserin und Gattin Wilhelms II., Auguste Viktoria gestoßen.

Eigentlich sollte der Juwelentresor geöffnet werden

67 original versiegelte und von Auguste Viktoria beschriftete Briefumschläge entdeckten die Ausstellungsmacher im Ankleidezimmer der Kaiserin im Potsdamer Neuen Palais. Sie lagen verstaut in zwei hölzernen Transportkisten in einem bislang ungeöffneten Schrank.

Eigentlich sollte dort der historische Juwelentresor geöffnet werden. Dessen Schlüssel ist seit Jahrzehnten verschollen. Den Panzerschrank konnten die Handwerker zwar nicht öffnen, ohne dass er massiv Schaden genommen hätte. Dafür aber den verschlossenen Schrank über dem Tresor.

Absender aus dem Kreis der Familie

Nach Ansicht der Experten hat die Gattin Wilhelms II. die Kuverts dort aufbewahrt, nachdem beide das Neue Palais vor 130 Jahren als Sommerresidenz bezogen hatten. Das legt eine erste Sichtung der Korrespondenz nahe: Sie stammt überwiegend aus dem Kreis der Familie und datiert in die Jahre 1883 bis 1886, also die Zeit, als Auguste Viktoria noch Kronprinzessin war. Als die Kaiserin nach der Revolution am 21. November 1918 ihrem Mann ins niederländische Exil folgte, ließ sie die Briefe zurück.

Interessant sind die Schreiben vor allem aus einem Grund: „Ihre offizielle Korrespondenz hatte die Monarchin verbrannt, bevor sie ins Exil ging“, zitiert die Berliner Zeitung den Schlösserchef Dr. Samuel Wittwer. Eine eingehendere Auswertung der Dokumente soll folgen. Vorerst wird der Briefschatz aber im Rahmen der Ausstellung präsentiert.

 

 

Sebastian Kirschner

Zuletzt geändert: 10.08.2018